Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989
02.04.2025 um 10:28In dieser Frage darf man sich, glaube ich, nichts vormachen.donbe schrieb:Das wäre für mich nur dann denkbar, wenn schon seit langem auf Seiten des Täters erhebliche Animositäten vorhanden waren.
Dass die Vorstellung schwer fallen mag, wie es auch ohne (erkennbare) "Vorgeschichte zwischen Täter und Opfer" in einer Situation und aus (vergleichsweise) "nichtigem Anlass" zu einem Tötungsdelikt kommen kann, ist verständlich.
Diese Vorstellung hat aber mit der Realität von Tötungsdelikten nur wenig zu tun.
Anders ausgedrückt: Dass aus vermeintlichen Nichtigkeiten Tötungsdelikte entstehen, kommt immer wieder vor und ist auch überhaupt keine Seltenheit.
Entscheidend ist ja letztlich das subjektive Empfinden des Täters in der Situation und im Moment der Tat. Und der Täter handelt nicht in dem klaren Bewusstsein, dass er gerade aus einem nichtigen Anlass "tötet", sondern er handelt aus einer ihm eigenen "Logik", einem "Impuls", einem "Gefühl" (oder wie auch immer man das nennen mag), wodurch sich sein fatales Tun - rein subjektiv! - für ihn als "richtig" darstellt.