dystron schrieb:Oder aber: Das Motiv für das Ablegen des Schädels könnte auch Lust daran sein, den Fortgang des Falls und seiner Ermittlungen zu dirigieren. Muss nicht zwingend der Angst vor Entdeckung geschuldet sein. Falls es keine innerfamiliäre Tat ist, sondern der Täter einfach aufgrund irgendwelche psychologischer Defekte das Bedürfnis hatte, ein Kind in seine Kontrollezu bringen und sich mit Emil unverhofft die Gelegenheit bot und er ihn am Ende getötet haben sollte, könnte ihm ein Katz-und-Maus-Spiel Genuss im Anschluss bereiten
Genau dieser These schließe ich mich an. Ich hatte das zuvor auch schon mehrfach gesagt, aber nicht so trefflich beschrieben.
Princessy schrieb:Derjenige, der den Leichnam demnach mehrmals an einen anderen Ort verlagerte, war auch definitiv nicht zart besaitet. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man es mental schaffen kann, eine Leiche mehrmals umzulagern. Puuuhhhh…
Princessy schrieb:Das mehrmalige umlagern spricht eigentlich nur für eine nahestehende Person
Warum sollte das für eine nahestehende Person sprechen?
Ausgehend von einem Gelegenheitstäter oder sagen wir mal Tourist in der Region ist doch folgender Ablauf durchaus denkbar:
Emile befindet sich am Brunnen, spielt am Wasser. Der Täter hat sein Auto hinter den Hasenställen geparkt, hält am Brunnen um bei der Hitze ebenfalls Wasser abzugreifen (Supermärkte waren ja vielleicht eher rar oder Wasservorrat erschöpft).
Er packt Emile ins Auto und nimmt ihn mit in ein gemietetes Feriendomizil. Emile kann, muss da aber noch nicht direkt tot gewesen sein. Emile ist mit 90 cm nicht so groß, dass er nicht in einen Koffer oder große Reisetasche passen würde. Aber auch ein bloßer Kofferraum würde bei der Hitze ja schnell zum Tod führen (steriler Raum, kein Biotop).
Dann fährt er weiter, verbringt den toten Jungen irgendwo auf seiner Reise ins Freie, legt ihn ab (Biotop 1).
Im Frühjahr danach kehrt er zurück (oder auch früher), nimmt die verbleibenden Knochen und legt sie in Haut Vernet mit der Kleidung ab (Biotop 2).
Das würde zu einem von
@dystron beschriebenen Persönlichkeitsprofil passen. Aber tatsächlich wäre auch Nekrophilie denkbar. Die Kleidung könnte während dieser ganzen Zeit sogar im Besitz des Täters gewesen sein. Ich erinnere mich an die Aussage eines XY-Falls, wo ein Täter angab, testen zu wollen, wie sich eine Leiche verhält (zerfällt), wenn man sie begräbt. Wenn wir es hier mit jemandem zu tun hätten, der sowas auch testen möchte (vielleicht weil er weitere Taten plant oder schon begangen hat), wäre diese Umverlagerung Bestandteil seines "Experiments".
In Bezug auf den Kieferbruch stellt sich mir die Frage, ob sowas auch passieren kann, wenn man Emiles Körper versucht hat, mit Gewalt irgendwo reinzupressen und einen Deckel zuzumachen, z.B. Kofferraum. Oder ob ein eingesperrter Emile versucht haben könnte aus einem Autofenster zu klettern und die Mechanik des Fensterhebers ausgelöst wurde und sein Kopf dazwischen war.