Enterprise1701 schrieb:Diese Fall wurde von Beginn an meiner Meinung nach sehr sonderbar und vorsichtig behandelt.
Sagen wir einmal so, der Fall erscheint aus der Sicht der Öffentlichkeit in dem Sinne etwas eindimensional, als man über die Hintergründe mWn nur aus dem Fahndungsaufruf der SOKO Hahn und journalistisch, soweit nicht die Verlautbarungen der Polizei mehr oder weniger wortgetreu wiedergegeben werden, nur über den Stern bzw. später Stern Crime ("Und plötzlich ist eine Frau weg") und aus dem Sat1-Gold-Beitrag von Lydia Benecke erfährt.
Zu anderen Fällen, die von der Konstellation "Ehefrau/Mutter verschwindet aus ihrem Lebensbereich" her ähnlich angelegt sind, bestehen aus meiner Sicht zwei Unterschiede:
- Das Opfer wurde nicht in der Nähe des Wohnortes zuletzt gesehen, sondern am weit entfernten Arbeitsplatz.
- Eine Zuspitzung der Fahndung auf den (Ehe-) Partner, mit Haussuchung, Beschlagnahmung des Pkw usw. scheint nicht stattgefunden zu haben.
Infolge dessen rückte das familiäre und verwandtschaftliche Umfeld nicht so sehr in den Fokus, sah niemand aus diesem Kreis sich veranlasst, die Nähe von Sensationsmedien zu suchen.
Journalisten ließen die Angehörigen wohl in Ruhe, da sie nicht unter Verdacht standen.
Im Fall Petra Schetters etwa haben wir die Homestory des verzweifelten Ehemannes mit dem gemeinsamen Hochzeitsbild vor Augen. Dieses Bild des freundlichen älteren Herrn, der seine geliebte Frau vermisst - das vergisst man nicht so schnell. Das Umfeld von Frau A. ist uns dagegen so gut wie unbekannt.
Der Fall Ameis hatte sein Momentum nach dem Fund der sterblichen Überreste. Ob, und wie, die Polizei es genutzt hat, darüber können wir nur rätseln.
Eine offizielle Mitteilung dazu gab es mMn nicht.