Heute Nacht träumte ich, wie ich auf der Straße eine Frau beobachtete, die einen Kinderwagen vor sich herschob, in der jedoch eine Babypuppe lag und nicht das Kind, das sie gerne gehabt hätte. Sie ging immer wieder in den Laden zurück, wo sie das alles kaufte, und wechselte die Kinderwagen und Babypuppen, als gehöre das zum Spiel.
Ich fand das sehr schräg und versuchte, die Frau von ihrem merkwürdigen Puppenwagenspiel abzubringen. Ich fand die naturgetreuen Babypuppen nicht schön in ihrer Leblosigkeit.
Beim Anblick jener menschenähnlichen Babypuppe mit blondem Haar durchfuhr mich gleichzeitig ein innerer Schmerz der Sehnsucht, denn die Babypuppe glich meinem Neffen, als er ein Baby war.
Gerade kam die Frau mit einem neuen Kinderwagen und ich schaute rein, um die neue Babypuppe anzusehen. Diesmal war es aber die von mir engmaschig gestrickte Puppe aus meiner Kindheit, die ich mit viel Liebesmüh strickte und von der Lehrerin gerühmt wurde.
Diese Puppe verschenkte ich damals einer Frau, die um ihre Kinder trauerte, die ihr weggenommen wurden. Ich wollte damit meiner Puppe einen ewigen Wert der Liebe geben. Diese gestrickte Puppe gefiel der Frau nun endlich und ich sagte nichts mehr dagegen.
Die von mir gestrickte Puppe erinnerte mich in den Gesichtszügen an meine Mutter. Die Frau mit dem Babyfimmel hatte dazu passende Gesichtszüge und fand sich in meiner gestrickten Puppe wieder.
Da ich kurz vor meinen Wechseljahren eine Reihe solcher Träume hatte, weiß ich, was es bedeutet, nämlich dass meine Kreativität meine eigenen Kinder sind.
Es reichte mir, die Kinder meiner Schwester mitaufzuziehen. Mehr wollte ich nie, obwohl es sehr schön war, meinen Neffen und meine Nichte großzuziehen. Im Teamwork der Familie war das okay und gesundheitlich gerade noch schaffbar. Aber allein wäre ich körperlich überfordert.
Der Traum wurde ausgelöst durch die vielen
Mütter mit Babys, die ich gestern unterwegs traf.
Bisher dachte ich angesichts des Klimawandels eher, es sei nicht mehr vernünftig, auf eine solche Welt Kinder zu setzen, aber man kann es natürlich auch anders sehen, nämlich dass eine solche Welt und Gesellschaft Kinder braucht, die als Erwachsene etwas Gutes bewirken, spirituell gesehen.
Beitrag von Laura_Maelle (Seite 166)Beitrag von Laura_Maelle (Seite 166)