AlteTante schrieb:Wurde wirklich "Denunziant" gesagt? Das heißt, der Briefeschreiber (falls er aus dem Dorf sein sollte) wird als Verräter angesehen?
Die Verärgerung der Dorfbewohner rührt sicher nicht daher, dass sie keine Aufklärung über die Umstände von Émiles Verschwinden möchten, im Gegenteil. Die Dorfbewohner hatten sich doch bei der Suche sehr engagiert.
Wütend sind sie anscheinend über Briefeschreiber, die jetzt, bald zwei Jahre nach dem Verschwinden, aus der Anonymität heraus andere (Dorfbewohner) beschuldigen, direkt oder indirekt, obwohl jeder von Anfang an die Möglichkeit gehabt hätte, bei der Polizei eine Aussage zu machen und zur Aufklärung des Falles beizutragen – wenn er tatsächlich etwas Relevantes weiß. Genau solche anonymen Beschuldigungen tragen doch zu dem vergifteten Klima im Dorf bei.
Auch ist nicht gesagt, dass die anonymen Briefschreiber überhaupt aus Haut-Vernet kommen. Wer weiß, was sie bewegt, sich in dieser Form zu äußern. Indem sie sich in der Anonymität verstecken, entziehen sie sich ja jeder Verantwortung.
JamesRockford schrieb:Dem widerspricht die Darstellung aus BFMTV:
Beitrag von Silberstreif. (Seite 263)
Nein, im Gegenteil, wenn man im BFMTV-Bericht etwas zwischen den Zeilen liest, bestätigt er doch gerade die Möglichkeit, dass die Familie inoffiziell eben doch einen Schlüssel gehabt haben könnte:
CharliesEngel schrieb:"Wenn jemand verlässliches den Schlüssel anfordert, um in die Saint-Martin zu gehen, leihen wir ihm ihn gerne aus, bis er nicht mehr zurück gegeben werden sollte", bestätigt ein Vernetois, ein Einwohner aus Le Vernet.
Émiles religiöse Familie zählte doch sicher zu diesen „Verlässlichen“, denen man ohne Weiteres den Kirchenschlüssel überlassen würde. Vielleicht wollte man es der Familie nicht zumuten, tagtäglich den Schlüssel zu holen und wieder abzugeben, manchmal sogar mehrmals? Oder man wollte auch selbst nicht immer präsent sein müssen, wenn die Familie den Schlüssel holen oder bringen wollte? Allein aus solchen praktischen Erwägungen heraus wäre eine Dauer-Schlüsselüberlassung für die Ferienzeit doch durchaus naheliegend. Vielleicht hätte man das nicht offiziell so gehandhabt, weil man wohl davon ausging, dass diese Überlassung an „Ortsfremde“ zu Unmut bei den Einheimischen führen würde, aber gerade das könnte den Ärger der Bewohner verstärkt haben.