Donna_Littchen schrieb:nicht ganz nachvollziehen. Auch wenn ich weiß, aus welcher Ecke es kommt, verwundert hat es mich schon. Die wenigsten werden wohl völlig autark leben, im Sinne von "sie ziehen alles selbst", daher muss man, bei ein wenig Einsatz von Hirnschmalz, doch darauf kommen können, dass bei der Produktion von Gemüse und Salat auch Insekten/Schädlinge bekämpft werden und dabei sterben.
Erstens das, und auch ohne - selbst ziehen, wirklich keine Pestizide nutzen - wird man realistischerweise nicht Läuse einzeln umsetzen können. Selbst versucht man es, wird man sie verletzen und töten.
(Mir ist das auch bewusst.)
Donna_Littchen schrieb:Wer macht das denn?
Es gibt durchaus Menschen (online, bei Treffen mit Menschen die zu treffen man sich nicht ausgesucht hat oder gerade erst evl. kennenlernen würde), die selbst so argumentieren, für den Konsum von tierischen Produkten:
- "Da du nicht jedes Tier retten kannst, ist es heuchlerisch, vegan oder vegetarisch zu konsumieren."
- "Viele Tiere sind omnivor oder carnivor. Da ich für Gerechtigkeit bin und mich nicht über andere Spezies stellen will, esse ich halt auch Fleisch."
- "Ich finde Insekten und Kleinnager total niedlich. Da ich deshalb nicht größere Säugetiere über diese oft vergessenen kleinen niedlichen Tiere stellen will, esse ich aus Gerechtigkeitsgründen auch Fleisch."
Also, nach dem Motto: "Ich finde alle Tiere gleich schützenswert, und weil ich eine Schädigung von Insekten nicht ausschließen kann, esse ich sie halt alle!"
Meine Meinung dazu: Es wirkt vorgeschoben. Mir ist es dann lieber, jemand gibt ehrlich zu, dass einem z.B. Fleisch schmeckt oder man nicht auffallen will. Ist traurig, aber ist ehrlich.
Selbst wenn es ernst gemeint ist: Keinem Tier ist geholfen damit, zusätzlich geschädigt zu werden "aus Gerechtigkeitsgründen".
Was es dann auch noch gibt:
Menschen, die einem versuchen vorzurechnen wie inkonsequent man sei. Da wird einem dann versucht kleinweise nachzuweisen man sei aber doch voll heuchlerisch da [setze etwas ein das das Gegenüber genauso macht oder machen würde, z.B. laufen, oder ein lebensrettendes Medikament nehmen]. Bitte was soll das? Rechnet man das auch jedem Menschen vor, der z.B. (uner Menschen) hilfsbereit ist oder Mitgefühl zeigt oder bei ewas Negativem (Mobbing z.B.) nicht mitmacht?
Obwohl ich z.B. nicht dogmatisch auftrete, nicht fies bin, nicht anderen bei Tisch das Essen madig mache. Saß gerade beim Mittagessen, mit Kollegen und Studenten, zwei Personen mit veganer Mahlzeit, die restlichen omnivor ("normal" stand auf den vorbestellten Kantinentickets). Kein Problem. Sitze auch mit meinen Schwiegereltern am Tisch, sie den Kaninchenbraten, ich etwas anderes auf dem Teller, sie schlachten selbst - ein "schlechter Mensch" sind sie dafür für mich nicht.
Bin einfach nur umsichtig und entscheide für mich selbst (was ich konsumiere und was nicht) und versuche anderweitig ohne Gehässigkeit und freundlich (Einladung zu Hause, Essen mitbringen... ist bei mir halt vegan, aber schön zubereitet, niemandem wird etwas untergejubelt, nichts aufgezwungen, Rücksichtname auf sämtliches Nichtmögen und Nichtvertragen) und auch mal bestimmt aber hilfsbereit (z.B. letztens in einem Haustierforum: jemand hatte, leider nach Rat aus dem Zoogeschäft, sehr unpassende Ausrüstung besorgt die fürs Tier nachgewiesen gesundheitsgefährlich ist) zum Umdenken zu bewegen.