MexicanLime schrieb:Mein Grundsatz ist aber, das man sich dann entschuldigt, wenn man ganz ehrlich mit sich selbst ist und zu dem Schluss kommt, dass man da blöd oder unfair gehandelt hat.
Da fängt aber schon das heutige Problem an in der Erziehung. Wenn ein Elternteil nicht fähig ist, sich bei seinem Kind zu entschuldigen...und ja, das sollten Eltern öfter tun als sie denken...wie soll das Kind da den richtigen Weg finden.
Wenn ich jedes mal höre, Kinder sollen Respekt vor ihren Eltern und Erwachsen haben (ohne Frage, vollkommen richtig), nur wo bleibt der Respekt ggü den jüngeren? Sie haben ihn genauso verdient. Wir Erwachsenen ebnen und zeigen Ihnen den Weg ins Leben. Leben wir es Ihnen falsch vor, leben sie es zu einem Großteil nach und werden zu den empathielosen Menschen.
Vergreife ich mich im Ton, weil ich einen schlechten Tag habe, kann mein Kind nichts dafür und verdient eine Entschuldigung und Erklärung für mein Verhalten. Das tut nur kaum jemand.
MexicanLime schrieb:Aber Ich bin wirklich überzeugt, dass das schlimmer geworden ist
Ich glaube, wenn man selbst ein sehr emphatischer Mensch ist, nimmt man sowas auch viel eher und intensiver wahr. Was ich oft als unfreundlich empfinde, sehen viele gar nicht so. Dabei beginnt es schon bei Kleinigkeiten, wie jemandem Platz zu machen, Hilfe anzubieten, wenn ich sehe dass jemand diese benötigt etc.
In meiner Altergruppe empfinde ich es aktuell als nicht schlimmer geworden, aber bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird es immer deutlicher.
MexicanLime schrieb:Es wird ja von vielen gesagt dass die sozialen Medien "schuld" sind. Ich habe da eine geteilte Meinung.
Ich glaube, das ist einfach nur ein weiterer Raum, in dem sich solche Menschen weiter austoben können, wenn sie wieder zu Hause sind.
CaiaLia schrieb:Ich habe mich mittlerweile so gut wie ganz aus der Gesellschaft zurückgezogen. Keine Erfüllung von Erwartungen Fremder (oder Verwandten) mehr, keine altruistische Hilfe (Notfälle oder ältere Personen ausgeschlossen), dafür mehr Spiritualität, mehr Kunst, mehr „Ausleben“ meiner lange unterdrückten Interessen, Wünsche usw.
Sehr zur Feindschaft anderer, die das nicht „können“ und sich oft auch nicht trauen.
Ich persönlich könnte das nicht auf Dauer. Aus gesundheitlichen Gründen hatte ich mich im letzten Jahr privat sehr zurückgezogen, merkte aber schnell, wie sehr mich das psychisch runtergezogen hat. Ich brauche Zeit für mich, aber in Maßen.
Deinen gesamten restlichen Beitrag fand ich sehr interessant.
Arbeite in einem Pflegeheim und kann deine Worte diesbezüglich zu 100% unterschreiben.
philae schrieb:Sollte man vielleicht versuchen, sich nicht so zu Herzen nehmen. Manche Äußerungen wirken vielleicht auch nur pampig, ohne so gemeint zu sein.
Aber gerade sowas fällt vielen ja nicht einfach. Der eine ist hart im nehmen und der andere sensibel. Gerade diese pampig wirken, man kann seine Worte ja vernünftig formulieren, ohne wie der letzte Arsch zu wirken.