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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

12.119 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Club, Getötet, Rosenheim ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Hanna W. tot aus der Prien geborgen

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

23.03.2025 um 18:24
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 20.03.2025:Genau wie die Verteidiger und die Familie des Angeklagten. Die "beschweren" sich, dass ihr Wonneproppen keinen fairen Prozess bekommen habe. Oder soll man es vielleicht besser als "sie jammern öffentlich rum" beschreiben?
Oh je.
Es gibt nicht nur deine Sicht der Dinge.
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 20.03.2025:Ehrlich, vom Spiegel hätte ich mehr erwartet, aber sowohl was den journalistischen und redaktionellen Anspruch , als was das Zielpublikum betrifft, darf man Spiegel und Spiegel-TV wohl nicht in einen Topf werfen.
Der SPIEGEL-TV-Beitrag ist tatsächlich sehr einseitig, das stimmt.
Man vergisst dabei aber, dass die letzten fast 2,5 Jahre (und das auch schon weit vor dem Urteil) diverse Zeitungen auch sehr einseitig zu Ungunsten von ST berichtet haben (insbesondere die in diesem Thread so gern zitiert BILD, die ihn gleich nach Festnahme als Killer, Mörder etc. betitelt hat). Er wurde also sehr schnell vorverurteilt.
Abgesehen davon handelt es sich bei dem SPIEGEL-TV-Beitrag ganz eindeutig um eine Reportage, nicht um einen sachlichen Bericht – da geht es also auch um persönliche Eindrücke und die Sicht der Betroffenen.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

23.03.2025 um 18:32
Aus meiner Sicht gab es im Verfahren und in der Urteilsbegründung diverse Logikfehler und letztendlich auch Unwahrheiten. Vieles hätte dem Gericht auffallen können, aber hat wohl keine große Rolle gespielt. Und auch hier in diesem Thread geht kaum jemand darauf ein, weil es den meisten vielleicht reicht, wenn ST (aus ihrer Sicht) zu 99% oder 90% oder auch nur 75% schuldig ist. Dass es auch viele entlastende Punkte gibt, wird mehr oder weniger (gut) ignoriert.
Ich hab‘ ja immer wieder mal kritische Anmerkungen eingebraucht, deshalb hier nochmal eine Zusammenfassung mit Ergänzungen:

Täterwissen schon am 3.10.22
V hat am 5.10. ihrer Schwester L eine Sprachnachricht geschickt, dass sie sich „gestern“, also am 4.10., mit ST getroffen hat und dort von einem ermordeten Mädel („das sie nicht mal kennt“) erfahren hat. Dass es am 4.10. war und nicht am 3.10., ist sowohl über diese Sprachnachricht dokumentiert als auch anhand der Geo- und Funkdaten von Vs Handy und wurde auch noch durch Vs Auto auf der Überwachungskamera bestätigt. Und auch in späteren Sprachnachrichten direkt nach ihrer ersten Vernehmung betont sie mehrmals verzweifelt, dass sie sich im Datum vertan hat. Trotzdem wird es in der Urteilsbegründung als Täterwissen genannt.
In denselben Sprachnachrichten erzählt V übrigens von massivem Druck bis hin zu Drohungen während der Vernehmung (dass sie in U-Haft kommen wird, wenn sie nicht aussagt, dass sie sich einen Anwalt nehmen soll, sogar, dass sie verdächtigt wird – und dass die Ermittler Fotos von ihr angefertigt und DNA abgenommen haben). Ich denke, ein Teil davon ist ihrer eigenen Dramaturgie und Fantasie geschuldet – aber nach „harmloser Zeugenbefragung“ klingt es auch nicht.

Gegenüber AM oder den Ermittlern offenbartes Täterwissen
Die Details zum Tatwerkzeug (ST "wusste", dass es ein Stein war – trotz unbekannter/nicht gefundener Tatwaffe) oder die Informationen über die fehlende DNA sowie die Bewusstlosigkeit als Täterwissen auszulegen ist für mich so absurd, dass ich darauf nicht nochmal länger eingehen möchte. Nur soviel: AM hat seine erste Aussage erst ein Jahr später im Oktober 2023 gemacht (nach Prozessbeginn!) – natürlich wurde bis dato alles in allen Einzelheiten in den Medien veröffentlicht (einmal kurz googlen hätte gereicht).

Die Glaubhaftigkeit des Kronzeugen AM
In diesem Thread wurde seitenlang über STs Pornokonsum diskutiert und daraus auf seine kriminelle Persönlichkeit geschlossen (es ging um gefakte Gewaltpornos).
Nicht so bei AM – auch wenn der früher schon mal nachweislich vor Gericht gelogen und der damalige Richter ihm geglaubt hat. Und er sogar zugegeben hat, dass er sich einen Vorteil von seiner Aussage für seinen eigenen Prozess erhofft hat. Und darüber hinaus selbst wegen des (realen) Missbrauchs mehrerer Kinder und Kinderpornografie in Haft war (und kürzlich auch verurteilt wurde).
Das lass‘ ich einfach mal so stehen...

Der Tathergang
Keine Blutspuren, keine Tatwaffe, kein Tatort. Statt letzterem ein „vermuteter Tatortbereich“, nämlich: Ecke Burgweg/K.Straße 94 a bzw. gegenüberliegender Gehsteigbereich.
Also anscheinend nicht auf der Brücke, von der hier so oft die Rede war. Einfach der Gehsteig. Direkt an der Straße. Dort soll ST sie dann niedergerissen haben (H war 1,86 m groß, ST 1,70 und 10 kg leichter) und dann auf sie draufgesprungen sein. Wer sich jemals auf einen Körper gestellt hat, weiß, dass das eine verdammt wackelige Angelegenheit ist. Und irgendwann zwischendurch hat er dann noch einen Stein aufgesammelt.
Zu den Acromia sag ich nichts. Die brechen zwar viel eher durch Einwirkung von oben oder unten, weil da der Querschnitt deutlich geringer ist als von hinten nach vorn, aber sein kann alles.

ST soll H Jacke und Hose ausgezogen haben
Hose – wozu komplett über die Schuhe? Jacke – wozu überhaupt? Und wann? Während er auf ihr (und auf der Jacke) am Straßenrand gut sichtbar kniet? Warum hätte er H umständlich die Jacke ausziehen sollen, als sie schon bewusstlos war? Und wohin dann mit beidem? Der Bärbach ist vom vermuteten Tatort einige Meter entfernt.
Abgesehen davon braucht man nur Feuerwehrler oder Wasserwachtler fragen: Die sehen oft komplett entkleidete Leichen bei der Flussbergung.

Ins Wasser „geworfen“
Gerne selbst probieren: 70 kg mal schnell um die Ecke schleifen, oder noch absurder: über die Schulter werfen, ist aus meiner Sicht ohne (Geruchs- oder Blut-)Spuren so gut wie unmöglich für jemanden, der 19 cm kleiner und 10 kg leichter ist.

Die Wegstrecke
Bis jetzt konnte mir keiner sagen, wie die ominöse Wegstrecke denn verlaufen sein soll. 3,36 km vom Chalet bis zum vermeintlichen Tatort, davon 990 m westlich am Schloss vorbei über den Mauserlweg. Ist ST zwischen Chalet und Baumbach erst noch Richtung Norden gelaufen über den Kreisverkehr oder sonstwohin? Nach dem Festhallenparkplatz wäre eine Extrarunde rein rechnerisch ja kaum möglich. Also: Wie verläuft die Strecke?

Der Bärbach und der Meterstab der Richterin
Hier fällt man vom Glauben ab. Der Bärbach war reißend, in der Mitte 1,40 m tief und hatte eine errechnete Fließgeschwindigkeit von über 9 km/h.
Dazu finde ich dieses Video sehr aufschlussreich (ab 0:35): Wildbach überqueren Teil 2 - die perfekte Wattechnik.
Dort heißt es, dass man schon ab Hüfthöhe (= 1 m) und ab 6 km/h Fließgeschwindigkeit keine Chance mehr hat – und das als erfahrener Mensch beim gezielten Durchwaten mit Hilfsmittel!
H war stark alkoholisiert (2,05 Promille im Blut). Bei einem unvorbereiteten Sturz (ggf. mit Verletzung und Kälteschock) anzunehmen, dass sie, wenn sie nicht bewusstlos gewesen wäre, einfach nur im 1,40 m tiefen Wasser hätte aufstehen und rausklettern können, ist völlig absurd. Das wird auch nicht weniger abwegig, nur weil die Richterin im Gerichtssaal den Meterstab auspackt.

Das sind nur die aus meiner Sicht auffälligsten Punkte – es gibt noch so viel mehr…

Und ja, es gibt auch Punkte, die man als Beleg für STs Schuld aufführen könnte. Diese habe ich hier nicht genannt, weil sie für mich (und das mag jeder anders sehen) für eine Verurteilung nicht ausgereicht hätten.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

23.03.2025 um 19:17
Zitat von XluXXluX schrieb:Bei einem unvorbereiteten Sturz (ggf. mit Verletzung und Kälteschock) anzunehmen, dass sie, wenn sie nicht bewusstlos gewesen wäre, einfach nur im 1,40 m tiefen Wasser hätte aufstehen und rausklettern können, ist völlig absurd. Das wird auch nicht weniger abwegig, nur weil die Richterin im Gerichtssaal den Meterstab auspackt.
Deine Ausführungen sind, um es mal zurückhaltend zu formulieren, in vielen Punkten angreifbar. Ich beschränke mich nur als Beispiel den auf den von Dir angenommenen Sturz in den reißenden Bärbach.

Kannst Du mir bitte erklären, wie und wann Hanna in einem solchen Fall den Notruf abgesetzt haben soll? Das ist ja wohl nicht geschehen, bevor sie ins Wasser gelangt ist, denn nach Deiner Version gab es ja für die überhaupt keine Bedrohung.

Also muss sie das Handy bedient haben, nachdem sie in den Bärbach stürzte. Dort konnte sie aber, folgt man Deiner Lesart, nicht aufstehen und ans rettende Ufer gelangen („völlig absurd“), sondern wäre sofort vom Bach mitgerissen worden.

Und außerdem: Weil davon ausgegangen wird, dass Hannas Jacke nicht durch das Treiben im Fluss abgestreift worden ist, muss Hanna die Jacke selbst ausgezogen haben - oder der Täter hat dies getan.

Wie und warum soll Hanna das aber gemacht haben? Damit sie besser schwimmen kann - ans 1,40 Meter entfernte Ufer? Völlig absurd!


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

23.03.2025 um 23:02
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Kannst Du mir bitte erklären, wie und wann Hanna in einem solchen Fall den Notruf abgesetzt haben soll? Das ist ja wohl nicht geschehen, bevor sie ins Wasser gelangt ist, denn nach Deiner Version gab es ja für die überhaupt keine Bedrohung.
Ich habe irgendwann in diesem Thread mal geschrieben, dass der Grund für den Anrufversuch ja auch ein anderer als ein Angriff gewesen sein könnte (Schwindel, Benommenheit, was weiß ich). So ganz glaube ich das aber nicht, weil das Handy 38 sec nach dem Anrufversuch schon den ersten Temperaturabfall verzeichnet hat (und man davon ausgehen muss, dass ein Temperaturabfall etwas verzögert zur Kälteexposition eintritt).
Nur ist die Angriffsversion genauso schwer zu erklären. H auf dem Boden, ST auf ihr, sie kann trotzdem noch dreimal gezielt drücken, um Home anzurufen? Wie kommt das Handy so schnell ins Wasser, wenn H noch nicht bewusstlos ist und sich noch wehren kann?
Insofern hab ich letztendlich keine Erklärung, die mich selbst zufriedenstellt.
Ghost Touch wurde ja mehr oder weniger ausgeschlossen, auch wenn ich persönlich das für nicht so abwegig halte - zumal dss iPhone XR davon öfter betroffen war.
Möglicherweise hat ein Sturz oder ein Wasserschaden einen größeren Schaden an Ihrem iPhone verursacht als zunächst vermutet. Ist etwa der Bildschirm defekt, reicht ein Austausch des kompletten Displays aus. Hilft dies auch nicht, hat sich bei einem Sturz möglicherweise die Touch IC von der Platine gelöst. Dies ist ein Chip auf dem Mainboard Ihres iPhones, welches dafür sorgt, dass die Touchfunktion des Displays einwandfrei arbeitet.
Quelle: https://www.iphoneexpressreparatur.de/allgemein/iphone-display-macht-sich-selbststaendig-ghost-touch/
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Also muss sie das Handy bedient haben, nachdem sie in den Bärbach stürzte. Dort konnte sie aber, folgt man Deiner Lesart, nicht aufstehen und ans rettende Ufer gelangen („völlig absurd“), sondern wäre sofort vom Bach mitgerissen worden.
Ich wüsste nicht, wo ich geschrieben habe, dass ich einen Sturz annehme. Was ich glaube, tut auch erstmal gar nichts zur Sache.
Richterin A hat die Unfallversion der Verteidigung ins Spiel gebracht bzw. ins Lächerliche gezogen und anhand eines Meterstabs gezeigt, dass ein Sturz in den Bach völlig abwegig ist, weil H sich bei ihrer Größe ja selbst häte retten oder zumindest irgendwo hätte festhalten können. Nachdem diese Annahme schlichtweg falsch ist, habe ich es hier aufgeführt.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Und außerdem: Weil davon ausgegangen wird, dass Hannas Jacke nicht durch das Treiben im Fluss abgestreift worden ist, muss Hanna die Jacke selbst ausgezogen haben - oder der Täter hat dies getan.

Wie und warum soll Hanna das aber gemacht haben? Damit sie besser schwimmen kann - ans 1,40 Meter entfernte Ufer? Völlig absurd!
Ja, das halte ich auch für absurd, habe es aber auch nicht so geschrieben. Für mich wäre die einzige Erklärung, dass die Jacke beim Treiben im Fluss verloren gegangen ist. Deshalb mein Hinweis mit Erfahrungen von Wasserwacht und Feuerwehr (wenn man "nackte Leiche Fluss" googelt, kommen diverse Beispiele). Und wenn erstmal ein Ärmel abgestreift ist, dreht sich der andere rel. schnell auf links, wenn die Jacke irgendwo hängenbleibt.
Warum hätte ST aus Deiner Sicht die Jacke ausziehen sollen und wie?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 17:34
@XluX

Ich bin noch eine Antwort schuldig auf Deine letzte Frage:
Zitat von XluXXluX schrieb am 23.03.2025:Warum hätte ST aus Deiner Sicht die Jacke ausziehen sollen und wie?
Es wird ja davon ausgegangen, dass Sebastian T. Hanna W. aus sexuellen Gründen überfallen hat. Und zu einer Vergewaltigung (oder dem Versuch) gehört es ja wohl, dass der Täter das Opfer ganz oder zumindest teilweise entkleidet.

Seitens der Gutachter ist ausgeschlossen worden, dass Jacke und Hose während des Treibens der Leiche im Bärbach und in der Prien abgestreift worden sein könnten.

Die Verteidigung wiederum hat die abenteuerliche These aufgestellt in ihrem Beweisantrag Nr. 15, dass Hanna sich die Jacke nach dem Sturz in den Bärbach selber ausgezogen habe, um besser an das maximal 1,15 Meter entfernte Ufer schwimmen zu können.

In dieser Version der Verteidigung heißt es bekanntlich, Hanna sei beim Austreten in den Bach gefallen, sei zu diesem Zeitpunkt aber noch handlungsfähig gewesen, habe den Notruf abgesetzt und noch ein bis zwei Minuten lang Schwimmbewegungen ausgeführt.

Dass es so gewesen sein könnte, hat das Gericht in seiner Urteilsbegründung ausgeschlossen. Wenn aber auch ein Abstreifen von Kleidungsstücken laut Gutachtern nicht in Betracht kommt, kann ja letztendlich nur der Mörder von Hanna Jacke und Hose ausgezogen haben.
Zitat von XluXXluX schrieb am 23.03.2025:Wie kommt das Handy so schnell ins Wasser, wenn H noch nicht bewusstlos ist und sich noch wehren kann?
Ich glaube, dass es sich dabei um eine der Schlüsselszenen des Falles handelt.

Ich halte es für denkbar, dass es Hanna im Zuge des Überfalls noch gelungen ist, den Notruf zu betätigen und dass Sebastian T. dann angesichts des erleuchteten Displays in Panik geraten ist. Aus Furcht, Hanna rufe Hilfe herbei, hat er ihr offenbar das Handy aus der Hand geschlagen und es in den Bach geworfen.

Die geplante Vergewaltigung wurde nach diesem Zwischenfall aus Angst vor Entdeckung augenscheinlich abgebrochen; stattdessen setzte der Täter nun alles daran, sein Opfer zum Schweigen zu bringen und sich der jungen Frau zu entledigen.

Deswegen ist ja auch von Verdeckungsmord die Rede.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 19:40
Nur zur Jacke, ich hatte als Jugendlicher ein altes Wildwasser-Kanu und war oft (natürlich ohne entsprechende Ausrüstung) in unseren Talsperrenabflüssen unterwegs.
Nach einem Kentern in "schnellem Wasser" gibt es neben dem Kopf anschlagen kaum etwas kritischeres, als das einem die Jacke bei einer Drehung von hinten über den Kopf gespült wird und man wie in einer Zwangsjacke absäuft. Das man die irgendwie "freiwillig" los wird, ist schon fast instinktiv.

:mlp:


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 20:51
Zitat von SyndromSyndrom schrieb:Nach einem Kentern in "schnellem Wasser" gibt es neben dem Kopf anschlagen kaum etwas kritischeres, als das einem die Jacke bei einer Drehung von hinten über den Kopf gespült wird und man wie in einer Zwangsjacke absäuft. Das man die irgendwie "freiwillig" los wird, ist schon fast instinktiv.
Das mag sein. Ich glaube allerdings, dass es wohl einen Unterschied gibt zwischen einem Wildwasser-Experten und einer angetrunkenen Studentin, die überfallen und so schwer verletzt ins Wasser geworfen wird, dass sie wehrlos ist.

Wie soll die sich noch Jacke und Hose ausziehen?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 21:14
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Das mag sein. Ich glaube allerdings, dass es wohl einen Unterschied gibt zwischen einem Wildwasser-Experten und einer angetrunkenen Studentin, die überfallen und so schwer verletzt ins Wasser geworfen wird, dass sie wehrlos ist.
Oder eben beim Pinkeln unbeabsichtigt (also ohne Vorwarnung) und im betrunkenen Zustand ins Wasser fällt.

Und noch mal: der Bach hatte zwar Hochwasser, aber er was da nicht besonders tief und vor allem nicht breit. Man musst da nicht "schwimmen", um ans Ufer zu gelangen. Sicher kann man mitgerissen werden, aber es ist eben nicht so, dass man da von einer vollgesogenen Jacke in die Tiefe gezogen würde.


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28.03.2025 um 21:32
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und noch mal: der Bach hatte zwar Hochwasser, aber er was da nicht besonders tief und vor allem nicht breit. Man musst da nicht "schwimmen", um ans Ufer zu gelangen. Sicher kann man mitgerissen werden, aber es ist eben nicht so, dass man da von einer vollgesogenen Jacke in die Tiefe gezogen würde.
Und es gibt noch einen Punkt, den ich für bemerkenswert halte.

Es wird ja angenommen, dass die Fliessgeschwindigkeit des Hochwasser führenden Bärbachs in der Tatnacht bei mindestens 10 Kilometer pro Stunde lang.

Wenn Hanna W., wie die Verteidigung meint, beim Sturz ins Wasser handlungsfähig war und noch ein bis zwei Minuten geschwommen ist, dann muss sie in dieser Zeit die Brücke über die Straße „Am Hofbichl“ erreicht haben.

Das ist ein relativ massives Bauwerk, an dem sie sich hätte festklammern und von dort aus dem Bach klettern können. Ansonsten müsste sie aber abgetaucht und durch den engen Durchlass geschwommen sein.

Das ist eine gerade irrwitzige Vorstellung. Realistisch ist allein, dass sie quasi bewusstlos in den Bärbach geriet, abgetrieben wurde und in kürzester Zeit ertrank.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 21:40
„Es ist schlicht eine Sauerei, einen Zeugen spekulieren zu lassen, wie ein möglicher Täter – für den man diesen Zeugen angeblich ja gar nicht hält – vorgegangen sein könnte. … Das ist kein Täterwissen, sondern – Entschuldigung – jeder Schwachkopf kann sich das ausdenken. … Dieses Verfahren wird weder uns noch die Strafjustiz ruhen lassen, bis dem Recht genüge getan worden ist.“ Das sagt unser Partner Dr. Yves Georg über das Verfahren im „Eiskeller-Mord“.
Quelle: https://rechtsanwalt-strafrecht.com/eiskeller-mord/

Die Kollegen von Herrn Dr. Georg positionieren sich.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.03.2025 um 22:43
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Das ist ein relativ massives Bauwerk, an dem sie sich hätte festklammern und von dort aus dem Bach klettern können. Ansonsten müsste sie aber abgetaucht und durch den engen Durchlass geschwommen sein.
Du glaubst, dass jemand - stark angetrunken und eventuell durch einen Sturz orientierungslos - sich im fast Stockdunklen noch an einem Bauwerk festklammern kann? Eher knallt man doch dagegen (Kopfverletzungen), bevor man sich überhaupt orientieren kann. Und dann taucht man tatsächlich unfreiwillig ab.
Ich glaube, dass hier die Kombination aus Alkohol, Kälte und Wasser extrem unterschätzt wird. Es sind schon Personen alkoholisiert in kniehohen Wassergräben ertrunken.
Hier wird immer wieder auf den Schwimmbewegungen rumgehackt. Aber keiner hat das Gutachten von Püschel gelesen und kann beurteilen, wie es genau dargestellt war. Ich weiß nicht, was man macht, wenn man bei 10 km/h und 1,40 Wassertiefe mitgerissen wird. Einfach aufstehen und an Land klettern aber sicher nicht.


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28.03.2025 um 22:49
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Das mag sein. Ich glaube allerdings, dass es wohl einen Unterschied gibt zwischen einem Wildwasser-Experten und einer angetrunkenen Studentin, die überfallen und so schwer verletzt ins Wasser geworfen wird, dass sie wehrlos ist.
Das stimmt, nur ist der Unterschied fast genauso groß, wenn eine angetrunkene Person unfreiwillig bei oben genannten Bedingungen ins Wasser fällt.


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28.03.2025 um 22:55
Zitat von LanzaLanza schrieb:Die Kollegen von Herrn Dr. Georg positionieren sich.
…“neutral und unbefangen“…

Wie heißt es so schlicht wie hanebüchen in der Stellungnahme der Kollegen von Dr. Georg: „Ein Fehlurteil, wie die Dokumentation anschaulich zeigt“.

Was die „Dokumentation“ anschaulich zeigt, ist vielmehr der armselige Versuch, mit einer völlig einseitigen Darstellung den Eindruck zu erwecken, in diesem Fall habe die Justiz entgegen der Faktenlage einen unschuldigen Bürger willkürlich hinter Schloss und Riegel gebracht.

Demnach wird der Bundesgerichtshof ja gar nicht anders können, als dieses Urteil aufzuheben. Aber was ist, wenn der BGH das nicht tut und die Entscheidung von Traunstein für rechtens erklärt?


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28.03.2025 um 23:15
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Demnach wird der Bundesgerichtshof ja gar nicht anders können, als dieses Urteil aufzuheben. Aber was ist, wenn der BGH das nicht tut und die Entscheidung von Traunstein für rechtens erklärt?
Dann hoffen wir mal, dass die zuständigen BGH-Richter sich auch die Spiegel-TV-Doku angeschaut haben, damit sie anschaulich erklärt sehen, was an dem Urteil falsch ist. In dem eingereichten Revisionsantrag scheint es ja eher nicht gelungen, das anschaulich darzulegen; zumindest dem Generalbundesanwalts konnten sie es ja damit schon mal nicht veranschaulichen.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 00:01
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Was die „Dokumentation“ anschaulich zeigt, ist vielmehr der armselige Versuch, mit einer völlig einseitigen Darstellung den Eindruck zu erwecken, in diesem Fall habe die Justiz entgegen der Faktenlage einen unschuldigen Bürger willkürlich hinter Schloss und Riegel gebracht.
Der Witz dabei ist, dass dieses Spiegel-Video anscheinend nicht mehr abrufbar ist, anders, als uns das vom Revisionsanwalt versprochen wird:
"Die ganze Sendung über den „Eiskeller“-Mord von Spiegel TV können Sie hier ansehen."


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29.03.2025 um 00:20
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:neutral und unbefangen“…
Die Kanzlei hat sich mal als „neutral“ und „unbefangen“ hinstellen wollen?

Leute, bei eurer Vorerfahrung hätte ich mir schon einen realistischeren Blick auf die Rollenverteilung erwartet.

Erstmal liegt es in der journalistischen Verantwortung was RTL letztendlich ausstrahlt. Dass sich so ein Beitrag die jeweilige Kanzlei dann an die Presserubrik heftet, ist doch wohl klar.

Findet ihr es eigentlich nicht langsam komisch, dass jeder Strafverteidiger/Kanzlei, Revisionsspezialist und Gerichtsreporter, der in Deutschland sich bisher je einen Namen gemacht hat (fachlich, nicht durch irgendwelche Formate) sich in einen unseriösen, raffigierigen und publicitygeilen Menschen verwandelt hat, der nebenbei noch entweder verblödet ist oder zumindest alle für blöd verkauft. Während die Letzten seriösen Leute, entweder im Staatsdienst sind, als NKV/Pflichtverteidiger tätig sind und für Heimatzeitungen arbeiten. Mittlerweile kenne ich wirklich keinen Einzigen mehr, der in diesem Forum ausgelassen wurde. Vielleicht sollte man schon so ehrlich sein und sich fragen, ob die nicht einfach in einer Position sind, wo man schwerer für Kontroversen sorgen kann.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Demnach wird der Bundesgerichtshof ja gar nicht anders können, als dieses Urteil aufzuheben. Aber was ist, wenn der BGH das nicht tut und die Entscheidung von Traunstein für rechtens erklärt
Was soll dann sein? Dann wird das Urteil rechtskräftig und ST wird verschubt werden. Dann bleiben noch die anderen Stellen, die man anrufen kann und die Verteidigung wird auf neue Erkenntnisse für ein Wiederaufnahmeverfahren hoffen. Das haben sie ja schon durchblicken lassen.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:In dem eingereichten Revisionsantrag scheint es ja eher nicht gelungen, das anschaulich darzulegen; zumindest dem Generalbundesanwalts konnten sie es ja damit schon mal nicht veranschaulichen
Ob es gelungen ist, erkennt man in Erster Linie daran, ob man es dem Senat veranschaulichen kann. Das kann man ja nicht vergleichen.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 00:42
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Ein Fehlurteil, wie die Dokumentation anschaulich zeigt“.
Dann lass uns doch mal das Originalstatement ansehen wenn du das schon aufgreifst:
Ein Fehlurteil, wie die Dokumentation anschaulich zeigt. Getragen wird der Schuldspruch von der Aussage vom Hörensagen eines „Gefängniszeugen“. Der Zeuge ist mehrfach vorbestraft, namentlich wegen Bedrohung, Nötigung und sexualstrafrechtlicher Vergehen. Er hat eine pathologische Sexualphantasie und leidet an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Bereits in früheren Strafverfahren hat er seine eigene Mutter eingestandenermaßen falsch bezichtigt. Er hat auch ein Falschbelastungsmotiv: Das gegen ihn selbst gerichtete Verfahren wurde vor derselben Jugendkammer des Landgerichts Traunstein geführt, von der er sich mit seiner Aussage nach eigenen Angaben einen „Vorteil“ in Form einer „Vergünstigung“ erhoffte.
Quelle: https://rechtsanwalt-strafrecht.com/eiskeller-mord/

Hierzu hatte Lento bereits bemerkenswert ausgeführt vor der SpiegelTV Reportage:
Zitat von LentoLento schrieb am 11.01.2025:Knastzeugen bemängelt. Warum schließt das Gericht die Dinge zur Glaubwürdigkeitsanalyse mit ein, die in der JVA anderen Häftklingen ebenfalls bekannt waren. Das war kein Wissen, das der Knastzeuge im Rahmen eines Geständnisses erhalten haben muss. Der Knastzeuge kann Erzählungen des Joggers mitverwendet haben und diese mit Phantasie ergänzt haben. Ich denke, das ist ein extrem wichtiger Punkt und aus meiner Sicht ein schwerer Mangel, das Gericht hätte zur Glaubwürdigkeitsprüfung diese nicht verwenden dürfen.
Zitat von emzemz schrieb:Der Witz dabei ist, dass dieses Spiegel-Video anscheinend nicht mehr abrufbar ist
Na du hast das doch genauso verlinkt.
Zitat von emzemz schrieb am 09.03.2025:Am 03.03.2025 erscheint die Spiegel-Doku


Konsequenterweise müsstest du dann bei deiner Kritik auch deinen eigenen Beitrag zitieren und korrigieren...


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 07:32
Zitat von LentoLento schrieb am 11.01.2025:Das war kein Wissen, das der Knastzeuge im Rahmen eines Geständnisses erhalten haben muss. Der Knastzeuge kann Erzählungen des Joggers mitverwendet haben und diese mit Phantasie ergänzt haben.
Man musste nicht mal viel Phantasie haben. AM hat am 24.10.23 ausgesagt, dass ST H "bewusstlos geschlagen hat, damit sie sich nicht wehren kann". Das hat das Gericht als objektiven Beleg für offenbartes Täterwissen gewertet.
Tatsächlich ist mir bis heute trotz intensiven Nachdenkens kein einziger anderer Grund eingefallen, warum ein Mann eine Frau bewusstlos schlagen sollte bei einem solchen Angriff als der, "damit sie sich nicht (mehr) wehren kann".

Und dann gibt's ja auch noch den BILD-Artikel, sechs Tage vor (!) AMs Einvernahme:
Sebastian T. schwieg auch am zweiten Prozesstag trotz mehrfacher Nachfragen der Richterin Jacqueline Aßbich­ler beharrlich. Sein Verteidi­ger Harald Baumgärtl zu BILD: „Es sind nur Indizien und Annahmen, es gibt keine einzige belastende DNA-Spur, kein Tatwerkzeug.“
Quelle: https://www.bild.de/news/inland/news-inland/eiskeller-im-traunstein-wie-polizisten-den-fall-hanna-aufklaerten-85735780.bild.html

Auch das war dem Gericht zufolge Täterwissen, denn AM konnte vor dem 24.10. gar nichts von fehlender DNA wissen, weil dies ja nirgends veröffentlicht war.
Ähm ja... !?

Ein bisschen veräppelt fühlt man sich ja schon angesichts dieser extremen Widersprüche...


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29.03.2025 um 07:52
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Die Kanzlei hat sich mal als „neutral“ und „unbefangen“ hinstellen wollen?
Das war eine ironische Reaktion von mir auf die von @Lanza verbreitete Erklärung einer Hamburger Anwaltskanzlei („Die Kollegen von Herrn Dr. Georg positionieren sich“).

Die Stellungnahme war ja keine neutrale und unabhängige Expertise, sondern klare Interessenvertretung. Man wollte Dr. Georg Rückendeckung geben für seine Attacken auf das Urteil gegen Sebastian T.

Das ist legitim, aber durchsichtig.
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Erstmal liegt es in der journalistischen Verantwortung was RTL letztendlich ausstrahlt.
Das ist zweifellos richtig. Aber die Kanzlei von Georg hat sich den Inhalt und die Stossrichtung des Beitrags von Spiegel-TV ausdrücklich zueigen gemacht und den extrem einseitigen Bericht als anschauliche Dokumentation bejubelt.

Mehr noch: Kanzleien wie die von Regina Rick und Yves Georg haben das Kaliber, Beiträge wie die der „Zeit“ und von „Spiegel-TV“ anzuschieben und so zu versuchen, im Vorfeld der BGH-Entscheidung öffentlich Druck aufzubauen. Sie verstehen ihr Handwerk - Ligitation-PR.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Dann hoffen wir mal, dass die zuständigen BGH-Richter sich auch die Spiegel-TV-Doku angeschaut haben, damit sie anschaulich erklärt sehen, was an dem Urteil falsch ist.
Die Revisionsanwälte hatten ja meines Wissens die Gelegenheit, noch auf die Stellungnahme des Generalbundesanwalts zu reagieren („Revision teils unbegründet, teils unzulässig“).

Vielleicht haben die Verteidiger einfach eine Aufzeichnung der RTL-Sendung zum BGH geschickt?


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29.03.2025 um 08:10
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Mehr noch: Kanzleien wie die von Regina Rick und Yves Georg haben das Kaliber, Beiträge wie die der „Zeit“ und von „Spiegel-TV“ anzuschieben und so zu versuchen, im Vorfeld der BGH-Entscheidung öffentlich Druck aufzubauen. Sie verstehen ihr Handwerk - Ligitation-PR.
Du unterstellst also den Journalisten der ZEIT und des SPIEGEL, sich vor den Karren spannen zu lassen und so beeinflussbar zu sein, dass sie die Meinung der Anwälte publizieren anstatt ihre eigene?
Vielleicht ist es aber auch andersrum: Die Widersprüche sind für die Journalisten so offensichtlich, dass sie darüber berichten müssen... (investigativer Jorunalismus sozusagen - dafür ist doch der SPIEGEL bekannt).


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