Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

12.119 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Club, Getötet, Rosenheim ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Hanna W. tot aus der Prien geborgen

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 08:46
Zitat von XluXXluX schrieb:Du unterstellst also den Journalisten der ZEIT und des SPIEGEL, sich vor den Karren spannen zu lassen
Ich hätte den Verantwortlichen von Spiegel-TV nicht zugetraut, eine „Dokumentation“ zu erstellen, die ein Geschehen ausschließlich von der Warte der Verteidigung beleuchtet und die andere Seite noch nicht einmal pro forma zu Wort kommen lässt.

Nach dieser Sendung muss ich das zwangsläufig anders sehen und das Bildnis mit dem Karren ernsthaft in Betracht ziehen…


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 09:13
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Findet ihr es eigentlich nicht langsam komisch, dass jeder Strafverteidiger/Kanzlei, Revisionsspezialist und Gerichtsreporter, der in Deutschland sich bisher je einen Namen gemacht hat (fachlich, nicht durch irgendwelche Formate) sich in einen unseriösen, raffigierigen und publicitygeilen Menschen verwandelt hat, der nebenbei noch entweder verblödet ist oder zumindest alle für blöd verkauft.
Nun ist es natürlich so, dass wir hier als Öffentlichkleit vor allem von den "publicitygeilen" (wie Du es nennst) überhaupt nur was mitbekommen. Man wird also kaum um jedem Strafverteidiger oder Revisionsspezialisten unterstellen wollen, scharf darauf zu sein, sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Aber bei einigen sehe ich durchaus die Tendenz und das sind dann eben die, von denen man sehr viel mitbekommt. Ob dieses Selbstmarketing der Befriedigung der eigenen Eitelkeit dient, der indirekten "Werbung" für die eigenen Kanzlei, um weitere Mandanten an Land zu ziehen oder der Erfüllung von Mandantenwünschen, die sich in der Öffentlichkeit kerne als Justizopfer dargestellt wirdden, mag ich nicht beurteilen. Sicher spielen oft alle drei Motive eine Rolle, wahrscheinlich mit jeweils unterschiedlichen Gewichtungen.
Aber diese platte Selbstdarstellung als empörter Robin Hood, der nachts nicht eher wieder ruhigen Schlaf findet, bevor sein unschuldiger Mandant der zum Justizopfer wurde, nehme ich keinem von denen ab. Da wird gerne so getan, als suche man die Öffentlichkeit um auf einen Justizskandal aufmerksam zu machen. Und Justizskandal reicht vielen von denen dann ja nicht, sondern daraus wird dann gerne mal der größte Justizskandal "des Bundeslandes", "seit der Gründung der BRD" oder "if not in the whole country", immer mit ganz viel Empörung in der Stimme.
Natürlich sind dies die Anwälte ihrer Mandanten und damit einseitig, aber gerade ihren aktuellen Fall so aufzublähen und sich zu empören das empfinde ich schon als den Zuhörer, Zuschauer, Leser als für blöde verkaufen. Denn die wenigsten von denen haben sich mit dem jeweiligen Fall beschäftigt und kennen auch die Gegenseite.
Oftmals würde das einfach auch ein paar Nummer niedriger gehen. Es kommt mir oft vor, wie ein Rettungssanitäter, der mit flammenden Worten beschreibt, wie er jemanden aus dem brennenden Auto gezogen, wiederbelebt und ihm mit einem Luftröhrenschnitt per Kugelschreiberhülse das Leben gerettet hat, obwohl der Patient sich in Wirklichkeit nur den Fuß verstaucht hat. Ich will eine Verurteilung wegen Mordes nicht mit einem verstauchten Fuß vergleichen, natürlich steht hier für den Mandanten viel mehr auf dem Spiel, aber mit einer Verurteilung wegen Mordes tut sich sicher kaum ein Richter leicht und es ist eben auch nicht ständig der "gößste Justizskandal" ever.

Tatsächlich sind es doch diese Strafverteidiger, die sich nicht zu schade sind, öffentlich darüber zu raissonieren, wie beschissen andere (Ermittler, Gutachter, StA und Richter) ihren Job machen. Dann müssen sie sich doch wohl gefallen lassen, dass auch mal jemand ihre Arbeit und ihr Auftreten ernsthaft in Frage stellt und kritisch hinterfragt.

Es gibt hunderte Strafverteidiger und sicher auch zahlreiche Revisionsspezialisten. Aber die wenigsten drängen sich derart in die Öffentlichkeit, wie es eine bestimmte Hand voll Anwälte tut, denen man dann in meine Augen auch gerne Pressegeilheit, Eitelkeit und Selbsdarstellungsdrang attestieren darf.
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Vielleicht sollte man schon so ehrlich sein und sich fragen, ob die nicht einfach in einer Position sind, wo man schwerer für Kontroversen sorgen kann.
Und weil das schwer ist, ist jedes Mittel recht?
Und wieso muss man überhaupt öffentlich für Kontroversen sorgen? Der eigentliche Job ist es doch, diese Kontroversen durch einen Revisionsantrag zu verursachen, bei den Leuten, die das dann bald entscheiden müssen.
Was ist denn das Ziel dieser Kontroversen?
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Das ist legitim, aber durchsichtig.
Einfach nur platt und durchsichtig. Aber eben nur für jemanden, der sich ein bisschen mit dem jeweiligen Fall beschäftigt hat. Jeder andere, der die Doku sieht, verliert doch das Vertrauen ins Justizsystem.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 09:36
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Natürlich sind dies die Anwälte ihrer Mandanten und damit einseitig, aber gerade ihren aktuellen Fall so aufzublähen und sich zu empören das empfinde ich schon als den Zuhörer, Zuschauer, Leser als für blöde verkaufen. Denn die wenigsten von denen haben sich mit dem jeweiligen Fall beschäftigt und kennen auch die Gegenseite.
Ich würde behaupten, dass sich die Jounalistin der Zeit sehr ausführlich mit dem Fall beschäftigt hat (der Artikel war ja sehr lang und detailliert). Und ich würde weiterhin behaupten, dass die Journalistin von Spiegel-TV sogar das Urteil in großen Teilen gelesen hat.

Paradoxerweise hatte ich bei der Urteilsbegründung ständig das Gefühl, für blöde verkauft zu werden - so gleicht es sich wieder aus. Und da kommt die Gegenseite wirklich ausführlichst zu Wort. Es gibt als auch die gegenteilige Wahrnehmung.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Einfach nur platt und durchsichtig. Aber eben nur für jemanden, der sich ein bisschen mit dem jeweiligen Fall beschäftigt hat. Jeder andere, der die Doku sieht, verliert doch das Vertrauen ins Justizsystem.
Du meinst ernsthaft, dass die ganzen Leute hier, die nicht Deiner Meinung sind, sich nichtmal "ein bisschen" mit diesem Fall beschäftigt haben? Dann nur soviel dazu: Gerade weil ich mich extrem ausführlich mit dem Fall beschäftigt habe, frage ich mich mittlerweile manchmal, was unsere Justuz wert ist.


5x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 10:03
Zitat von XluXXluX schrieb:Ich würde behaupten, dass sich die Jounalistin der Zeit sehr ausführlich mit dem Fall beschäftigt hat (der Artikel war ja sehr lang und detailliert).
Ich tue mich etwas schwer damit, auf den „Zeit“-Artikel näher einzugehen. Er ist ja - wie zumindest derzeit das schriftliche Urteil- hier nicht zitierfähig.

Nur soviel: Der Bericht ist ungeachtet der eindeutigen Tendenz hervorragend formuliert. Die Autorin war auch geschickt genug, kritische Stimmen wie den Nebenklagevertreter Holderle zu berücksichtigen.

Insofern betrachte ich diesen Beitrag differenziert - im Gegensatz zu dem einfach nur primitiv gestrickten Film von Spiegel TV und RTL.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 11:49
Zitat von LanzaLanza schrieb:Na du hast das doch genauso verlinkt.
Konsequenterweise müsstest du dann bei deiner Kritik auch deinen eigenen Beitrag zitieren und korrigieren...
In meinem Beitrag vom 09.03.2025 steht, dass die verlinkte Doku am 03.03.2025 erschienen ist.

Es bedarf keiner Korrektur meines Beitrags, wenn sich die Gegebenheiten Wochen später ändern, das Video aus dem Netz entfernt wird und nicht mehr abgerufen werden kann. Das berührt den Sachstand vom 09.03.2025 in keinster Weise.

Peinlich, wenn die Anwaltskanzlei nach wie vor für diese Spiegel-Doku wirbt:
"Die ganze Sendung über den „Eiskeller“-Mord von Spiegel TV können Sie hier ansehen."
aber nicht darauf hinweist, dass der Link ins Leere geht, es sei denn, man schließt ein Abo ab.
Da scheint es wohl etwas an der sorgfältigen Arbeitsweise zu mangeln.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 11:50
Zitat von emzemz schrieb:Da scheint es wohl etwas an der sorgfältigen Arbeitsweise zu mangeln.
Passt doch zur bayrischen Justiz.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 12:08
Zitat von emzemz schrieb:aber nicht darauf hinweist, dass der Link ins Leere geht, es sei denn, man schließt ein Abo ab.
Der Link geht nicht ins Leere, sondern verweist auf einen Bezahlartikel. Das ist nicht nur legitim, sondern völlig normal, wir sind hier ja nicht bei Allmystery.
Viele Zeitschriften stellen bestimmte Artikel zu irgendeinem Zeitpunkt hinter eine Bezahlschranke. Warum sollte man nicht trotzdem darauf verweisen oder den Link weiterhin stehenlassen? Verstehe das Problem nicht.


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 12:14
(Abgesehen davon ist der Beitrag der Anwaltskanzlei vom 14.3. - eventuell war der Spiegel-TV-Beitrag damals sogar noch vor der Bezahlschranke.)


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 13:16
Zitat von XluXXluX schrieb:Warum sollte man nicht trotzdem darauf verweisen oder den Link weiterhin stehenlassen? Verstehe das Problem nicht.
Das ist kein Problem, das wirkt auf mich einfach nur billig und peinlich. :D
Wenn die Kanzlei Werbung in eigener Sache macht, sollte sie es sich leisten können, das Video, das Bestandteil dieses Artikels ist, kostenlos zur Verfügung zu stellen.


3x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 13:45
Zitat von emzemz schrieb:Das ist kein Problem, das wirkt auf mich einfach nur billig und peinlich. :D
Wenn die Kanzlei Werbung in eigener Sache macht, sollte sie es sich leisten können, das Video, das Bestandteil dieses Artikels ist, kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Genauso sehe ich das auch. Wenn man schon Werbung damit machen will, dann sollte man sich doch bemühen, dem Besucher der Website, den der "Teaser" neugierig gemacht hat und der deshalb auf den Link klickt, ein Frusterlebnis zu ersparen.
Zumal das ganze noch so unproffessionell umgesetzt ist, dass sich durch den Klick auf den Link kein neuer Tab öffnet, sondern man von der Kanzleiseite weg auf die Spiegelseite geleitet wird, wo dann ein kurzer Vorspann mit bewegten Bildern angezeigt wird. Dass ein Webseiten besucher in der Folge beim Spiegel hängen bleibt, weil ihn dort irgendwelche aktuellen Nachrichten ablenken und nicht über "zurück" wieder auf die Kanzleiseite zurückkehrt ist ja fast schon vorprogrammiert.
Sowas ist in der Webseitenprogrammierung schon seit Jahren ein No-go, weil es das oberste Ziel ist, einen Leser, hat man ihn erstmal dort hin gelockt, möglichst lange auf der eigenen Seite zu halten und man eben nicht nur eine Serviceseite sein will, die dem Spiegel Webseitenleser zuführen will.


1x zitiert1x verlinktmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 15:00
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Sowas ist in der Webseitenprogrammierung schon seit Jahren ein No-go, weil es das oberste Ziel ist, einen Leser, hat man ihn erstmal dort hin gelockt, möglichst lange auf der eigenen Seite zu halten und man eben nicht nur eine Serviceseite sein will, die dem Spiegel Webseitenleser zuführen will.
Du redest aber schon von Zeitschriftenseiten, nicht von der Seite einer Anwaltskanzlei, auf der der Leser unbedingt bleiben soll?
Und Du weißt auch, dass diese Anwaltsseite nichts mit der Spiegel-TV-Seite zu tun hat, ergo überhaupt keinen Einfluss darauf hat, was Spiegel-TV vor Bezahlschranke stellt und was nicht?

Übrigens ist es in Zeiten von Handy und Co. schon lange Usus, externe Links eben NICHT mehr in einem neuen Fenster zu öffnen, soviel nur nebenbei gesagt.
https://www.mittwald.de/blog/webentwicklung-design/warum-links-nicht-in-einem-neuen-tab-geoeffnet-werden-sollten

Wir sollten zum Thema zurückkommen.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 19:55
Zitat von XluXXluX schrieb:Paradoxerweise hatte ich bei der Urteilsbegründung ständig das Gefühl, für blöde verkauft zu werden
Kannst Du vielleicht mal erläutern, an welcher Stelle konkret Du vom Gericht „für blöde verkauft“ worden bist?
Zitat von XluXXluX schrieb:Gerade weil ich mich extrem ausführlich mit dem Fall beschäftigt habe, frage ich mich mittlerweile manchmal, was unsere Justuz wert ist.
Wieviel sie noch wert ist? Oder ob sie überhaupt etwas wert ist?

Das ist ein glattes Parkett, auf das Du Dich da begibst. Es gab vor gar nicht langer Zeit in Deutschland Systeme, da fehlte es an einer unabhängigen, objektiven und gerechten Justiz - in der DDR, davor im Naziregime.

Da war die Frage nach dem Wert der Justiz angebracht. Aber heute? Justiz ist sicher nicht unfehlbar. Doch derart pauschal Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Zweifel zu ziehen und Gerichten zu attestieren, sie würden Bürger für blöde verkaufen, ist maßlos.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 20:29
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Oftmals würde das einfach auch ein paar Nummer niedriger gehen.
Dem kann ich nur zustimmen und zwar was deine Empörung betrifft.
Du nimmst es also den Anwälten nicht ab, dass sie sich echauffieren, weil ihr junger Mandant, ihrer Meinung nach zu Unrecht, 9 Jahre in Haft gehen muss? Du kannst dir auch nicht vorstellen, dass jemand die vorliegenden Indizien und den Ablauf des Prozesses anders als du interpretierst und darin einen klaren Justizirrtum sieht und sich genau deshalb aufregt? Obwohl davon ihre Karriere, ihr Ruf und das Schicksal von Personen die sie persönlich kennen abhängt.
Andrerseits findest du es aber absolut legitim, deine Entrüstung, Unmut und Unverständnis hier seitenweise lauthals zu verteten. Das allerdings, obwohl du niemanden persönlich kennst und das dein Hobby ist.
Wie du meinst.

@Grillage
@Tiergarten
Ich kann eure Empörung über den Spiegelbeitrag überhaupt nicht verstehen und frage mich auch wie ihr euch die Medienwelt vorstellt. Kommt mir etwas naiv vor. Das ist ein spektakulärer Fall, der dafür sogar relativ wenig in den Medien breitgetreten wurde. Dennoch werden alle Seiten die mit dem Fall zu tun hatten, reihenweise Anfragen für Interviews und Reportagen bekommen haben. Die Familie T wird wohl auf Anraten ihrer Anwälte nur einem Interview zugestimmt haben, das ein gutes Licht auf ihren Sohn wirft, was meiner Meinung nach absolut verständlich ist.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Da war die Frage nach dem Wert der Justiz angebracht. Aber heute? Justiz ist sicher nicht unfehlbar. Doch derart pauschal Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Zweifel zu ziehen und Gerichten zu attestieren, sie würden Bürger für blöde verkaufen, ist maßlos.
Es wurde nicht der Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Frage gestellt, sondern ob dem Rechtswesen in diesem Fall genüge getan wurde und ob es objektiv und gerecht abging. Und falls dem nicht so ist, wie kann zukünftig dafür gesorgt werden, dass dem Rechtswesen wieder genüge getan wird.
Sobald man Gerichte und Staatsbedienstete nicht mehr in Frage stellen darf, haben wir wieder ein totalitäres System. Gott sei Dank ist dem noch nicht so und daher ist es auch nicht maßlos.


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 22:44
Zitat von rabunselrabunsel schrieb:Ich kann eure Empörung über den Spiegelbeitrag überhaupt nicht verstehen
Es ist Dir selbstverständlich unbenommen, den Beitrag von Spiegel-TV als Nonplusultra für objektive, informative Berichterstattung zu feiern. Unter qualitativem Journalismus verstehe ich jedoch etwas anderes als im Schulterschluss mit Anwälten einseitig Stimmungsmache für eine Partei in einem Gerichtsverfahren zu machen.
Zitat von rabunselrabunsel schrieb:Es wurde nicht der Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Frage gestellt (…)
Sobald man Gerichte und Staatsbedienstete nicht mehr in Frage stellen darf, haben wir wieder ein totalitäres System.
Es ehrt Dich, wenn Du versuchst, @XluX
in Schutz zu nehmen. Aber meine zentralen Kritikpunkte stehen weiter im Raum.

So hat @XluX ausgehend vom Fall Hanna verallgemeinernd die Frage aufgeworfen, „was unsere Justiz wert ist“.
Was ist das anderes, als Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Zweifel zu ziehen?

Und wenn @rabunsel sich schon Sorgen macht, dass man wieder auf den Weg zu einem totalitären System gelangen könnte, dann sollte er das vielleicht mal an der hier angeschlagenen Tonart von @XluX festmachen.

Einem Gericht zu unterstellen, die Bürger mit einer Urteilsverkündung „für blöde zu verkaufen“, zeugt von einem eklatanten Mangel an Respekt vor rechtsstaatlichen Institutionen.


3x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 23:02
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Einem Gericht zu unterstellen, die Bürger mit einer Urteilsverkündung „für blöde zu verkaufen“, zeugt von einem eklatanten Mangel an Respekt vor rechtsstaatlichen Institutionen.
Ich finde das gerade in diesem Verfahren doch alles sehr weit hergholt. Das Gericht hat sich 25 Prozesstage Zeit genommen, um alle Aspekte des Falls zu beleuchten, der Angeklagte hatte drei Verteidiger an seiner Seite und es wurden, gerade auf Drängen der Verteidigung, gleiche mehrere Sachverständige hinzugezogen. Der Staat hat sich in diesem Fall die Wahrheits- und Urteilsfindung einiges kosten lassen und es wurde ein sehr großer Aufwand betrieben, damit die Richter sich in der Lage fühlen, Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu beurteilen.
Unter diesem Aspekt ist es schon ziemlcih platt, einfach mal zu behaupten, das Gericht habe in der Urteilsbegründung die Bürger "für blöde verkauft".
Was soll das ganze denn gewesen sein, ein Schauprozess? Wenn man die Bürger für böde verkaufen wollte und die auch für so blöde halten würde, hätten doch auch zwei, drei Prozesstage gereicht und Gutachter hätte man sich ganz sparen können, denn was die sagen, versteht der blöde Bürger doch eh nicht.

Tatsächlich habe ich in diesem Fall eher mehrmals den Eindruck gehabt, dass die Verteidigung versucht, das Gericht und die Öffentlichlkeit für blöde zu verkaufen. Solche steilen Thesen, wie die, dass sich eine junge Frau auf dem 10-minütigen Fußweg vom Club nach Hause am Straßenrand zum Pinkeln hinhockt, sie habe im Bach noch zu Hause angerufen und sei dann erst nach ein paar Schwimmzügen untergegangen, sind so lebensfremd, dass man sich doch fargen muss, wen sie dachten, damit überzeugen zu können.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.03.2025 um 23:40
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich finde das gerade in diesem Verfahren doch alles sehr weit hergholt. Das Gericht hat sich 25 Prozesstage Zeit
Nun, es waren ja insgesamt 34 Verhandlungstage. Mit einer Länge zwischen fünf Minuten und 7 Stunden. Im Schnitt meistens 3 Stunden. Was ungefähr 12 normalen Verhandlungstagen entspricht. Da gibt es Kammern, die verhandeln für eine Tat mit Geständnis und DNA-Spuren länger. Von den Tagen allein, kann man natürlich sagen, ob es oberflächlich oder nicht bzw. zu viel oder zu wenig war, aber extrem Lange hat das Verfahren nicht gedauert.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

30.03.2025 um 00:30
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Es ist Dir selbstverständlich unbenommen, den Beitrag von Spiegel-TV als Nonplusultra für objektive, informative Berichterstattung zu feiern.
Davon bin ich meilenweit entfernt, wie sollte das in 17 Minuten auch möglich sein. Ich sehe es als das was es ist, eine Unterhaltungssendung die emotionalisieren soll um die Einschaltquote zu erhöhen. Und von seitens der Familie T, die Hoffnung darauf den Ruf des Sohnes wieder zu verbessern.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:So hat @XluX ausgehend vom Fall Hanna verallgemeinernd die Frage aufgeworfen, „was unsere Justiz wert ist“.
Was ist das anderes, als Sinn und Nutzen des Rechtswesens in Zweifel zu ziehen?
Ich kann in der Aussage (Spoiler
Zitat von XluXXluX schrieb:Dann nur soviel dazu: Gerade weil ich mich extrem ausführlich mit dem Fall beschäftigt habe, frage ich mich mittlerweile manchmal, was unsere Justuz wert ist.
) von @XluX keine Verallgemeinerung auf das Rechtswesen sehen. @XluX bezieht sich ausdrücklich auf diesen Fall und bezweifelt meiner Meinung nach, im Übrigen genauso wie ich, eine unvoreingenommene, gerechte Verhandlung. Und hofft darauf, dass es durch die Revision (einem Rechtsmittel des Justizsystems) zu einer gerechten und unvoreingenommenen Verhandlung kommt. @XluX bitte korrigieren, falls ich mich irre.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Einem Gericht zu unterstellen, die Bürger mit einer Urteilsverkündung „für blöde zu verkaufen“, zeugt von einem eklatanten Mangel an Respekt vor rechtsstaatlichen Institutionen.
Ich denke den Respekt muss man sich verdienen, auch als Gericht. Wenn es einer Richterin während der Urteilsverkündung nicht gelingt, Spitzen gegen die Verteidigerin zu unterdrücken, hat sie zumindest meinen Respekt nicht verdient. Und ich muss sagen, für blöd hab ich mich auch verkauft gefühlt.
Zum einen hab ich den Hinweis darauf, dass die Presse instrumentalisiert worden wäre um Einfluss auf das Gericht zu nehmen, mit Hinweis auf die Verteidigerin, als extremst fragwürdig empfunden. Während des Prozesses, war die Berichterstattung fast nur einseitig gegen die Verteidigung.
Ihre Ausführunen wie lächerlich sie einzelne Ertinkungs-/Unfallszenarien findet, sind anmaßend, da es nunmal nicht ihre Expertise ist.
Dass die Vorsitzende tatsächlich, die Spekulationsaussage als Indiz erwähnt, hat mich komplett aus den Socken gehauen.
Aber das Aussageverhalten von Verena als
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb am 20.03.2024:schwierig. „Aber wir brauchen sie schlicht nicht.“
Zu bezeichnen. Ist eine sehr freie Auslegung von 'wir haben den Tatverdächtigen zwar auf die Aussage von Verena hin festgenommen, sind dann aber anhand Handy Daten und weiterer Aussagen drauf gekommen, dass alles Relevante in ihrer Aussage nicht gestimmt hat. Um ST unter Druck zu setzen, sein Recht zu Schweigen aufzugeben, konnten wir die Aussage von Verena aber noch verwenden.'

Aber andersrum gefragt: Warum sollten deiner Meinung nach rechtsstaatliche Institutionen einfach so Respekt verdient haben? Und wenn ja, gehört die Verteidigung auch zu diesem rechtsstaatlichen Institutionen, die Respekt verdient haben?
Wie du vielleicht schon gemerkt hast, halte ich persönlich nichts davon, irgendjemandem nur aufgrund seines Amtes oder Rangs extra Respekt zu zollen.


4x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

30.03.2025 um 09:12
Zitat von rabunselrabunsel schrieb:Warum sollten deiner Meinung nach rechtsstaatliche Institutionen einfach so Respekt verdient haben? (…)
Wie du vielleicht schon gemerkt hast, halte ich persönlich nichts davon, irgendjemandem nur aufgrund seines Amtes oder Rangs extra Respekt zu zollen.
Wenn rechtsstaatliche Institutionen keinen Respekt genießen, funktioniert das Zusammenleben in unserem Gemeinwesen nicht.

Was Du hier vertrittst, sind exakt die Positionen von Reichsbürgern. Sie gehen zum Staat auf Distanz, wollen Polizei, Justiz und das Finanzwesen nicht respektieren.

Ich will hier keinen Nachhilfeunterricht in Staatsbürgerkunde erteilen. Aber wenn Du nicht bereit bist, jemand wegen seines Amtes Respekt zu zollen -einem Richter etwa oder einem Polizisten-, dann zeugt das von einer Einstellung, mit der im wahrsten Sinne kein Staat zu machen ist.

Im konkreten Fall greifst Du die Formulierung von @XluX auf und beklagst, dass auch Dich das Gericht in Traunstein „für blöde verkauft“ hat. Will heißen: Wenn Richter nicht in Deinem Sinne argumentieren und urteilen, biegen sie vorsätzlich das Recht und führen das Volk hinters Licht.

Schon ist von einem Fehlurteil, einem Justizirrtum die Rede. Aber wenn der Bundesgerichtshof befinden sollte, dass in Traunstein alles mit rechten Dingen zugegangen ist und die Verurteilung von Sebastian T. juristisch geboten war, dann kann eben nicht mehr von einem Fehlurteil und einem Justizirrtum die Rede sein.

Wirst Du das dann akzeptieren? Oder wirst Du sagen: Ich respektiere doch keine Institution wie den BGH, der ein Urteil absegnet, mit dem ich und andere für blöde verkauft werden?


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

30.03.2025 um 09:17
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Kannst Du vielleicht mal erläutern, an welcher Stelle konkret Du vom Gericht „für blöde verkauft“ worden bist?
Gerne, auch wenn ich das schon mehrmals ausführlich getan habe.
Ich wiederholte mal nur die letzten drei Beispiele (drei von sicher zehn):

Ich fühle mich für blöde verkauft, wenn ein "damit sie sich nicht wehren kann" als Täterwissen gewertet wird. Dasselbe beim Thema fehlende DNA, von der AM der Richterin zufolge nichts wissen konnte, weil damals angeblich noch nicht veröffentlicht - und wenn man dann 2 sec googelt, findet man auf Anhieb mehrere Beiträge dazu. Oder das mit dem Stein als Täterwissen ... (ich will das eigentlich gar nicht mehr wiederholen, weil es an Absurdität für mich nicht mehr zu überbieten ist).
Wenn Du in diesem Thread nach meinen Beiträgen suchst, findest Du eigentlich eine ganz gute Zusammenfassung dessen, was ich für widersprüchlich halte.

Aber leider geht es hier doch gar nicht um eine Diskussion. Hier geht es anscheinend eher darum, diejenigen, die das Urteil infrage stellen, anzugreifen.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

30.03.2025 um 09:53
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich finde das gerade in diesem Verfahren doch alles sehr weit hergholt. Das Gericht hat sich 25 Prozesstage Zeit genommen, um alle Aspekte des Falls zu beleuchten, der Angeklagte hatte drei Verteidiger an seiner Seite und es wurden, gerade auf Drängen der Verteidigung, gleiche mehrere Sachverständige hinzugezogen.
Das sehr ich genauso.

Jetzt spricht mal "der Bürger" (und kein Jurist):
Wenn hier Kritik an einzelnen Stellen der Urteilsbegründung geäußert wird, bedeutet das ja sicherlich nicht, dass man eine grundsätzliche Sorge haben müsste, dass für die Tat am Ende "der Falsche" verurteilt wurde.
Und wenn ich mir das verhängte Strafmaß anschaue, kann - gemessen daran, dass eine völlig unbescholtene junge Frau von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen wurde und sie "keine zweite Chance" erhalten wird - ja sicherlich auch keine Rede davon sein, dass das Urteil "zu hart" ausgefallen wäre.


3x zitiertmelden