JagBlack schrieb:Deine Hypothese fällt in dem Augenblick zusammen, wenn man sich die Frage stellt: "Hat JF überhaupt und in wie weit selber telefoniert?"
Ich würde nicht so weit gehen, von einer Hypothese im Sinne einer nachprüfbaren, logischen Kette zu sprechen, sondern den Versuch der Abwägungen von Wahrscheinlichkeiten und Untersuchung von Varianten. Das Ziel war, mögliche alternative Wege zu finden. Dabei beziehe ich mich auf zwei gesicherte Zeiten und ein gesichertes Ereignis.
Die erste Zeit war: 15:30 Uhr am 31.Mai 1995, Lieferung des zweites Duvet auf das Hotelzimmer
Die zweite Zeit war: 22:44 Uhr am 31.Mai 1995, Anmeldung bei der Rezeption
Ereignis: Nächtliches Anmeldung mehrere Hotelgäste
Aus der ersten Zeit habe ich ein mögliches Zeitfenster prognostiziert. Der Zimmerservice findet meisten vormittags bis zur Mittagszeit statt. Der Zimmerservice hatte noch keine Anweisung zur Lieferung eines zweiten Duvet erhalten. Ich nehme an, dass die Rezeption in der Kenntnis der Ankunft von zwei Personen unmittelbar nach dem Anruf den Zimmerservice beauftragt hat. Ein verfügbarer Mitarbeiter wird dann zur Wäschekammer gegangen sein und hat das Duvet im Zimmer ausgelegen. Ich vermute, dass dieser Auftrag innerhalb einer Stunde ausgeführt wurde. Es kann deshalb vermutet werden, dass der Anruf um ca. 14 bis 15 Uhr beim Hotel einging.
Nunmehr kann aus der telefonischen Anmeldung und der Ankunft eine Zeitdifferenz berechnet werden. Ich bin von 7,5 bis 9 Stunden ausgegangen. Natürlich gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie JF diese Zeit verbracht haben könnte.
Da sie mit schwerem Reisegepäck unterwegs war, habe ich mir die folgenden Verkehrsmittel einmal genauer angeschaut:
Variante 1: Sie hat ein Flugzeug benutzt
Möglich. 1995 hat die EU die Slots für Oslo neu verteilt. D.h. bestimmte Airlines dürfen diese Route nur in einem bestimmten Umfang nutzen. Im möglichen Zeitfenster finden sich heute viele nationale Flüge und zwei Verbindungen ab Düsseldorf und München. Es ist unerheblich, ob es der neue oder alte Flughafen in Oslo war, denn mit den Nahverkehrsverbindungen war es in beiden Fällen möglich, das Hotel in der vorgegeben Zeit zu erreichen.
Variante 2: Sie hat eine Fähre benutzt
Weniger wahrscheinlich, da die Überfahrt mindesten 9 Stunden dauert und nach heutigen Fahrplänen um 18.00 Uhr eintrifft. Sie hätte dann bereits um ca. 08:00 Uhr anrufen müssen und der Zimmerservice hätte das Duvet bereits ausgelegt.
Variante 3: Sie hat ein Kreuzfahrtschiff benutzt
Weniger wahrscheinlich, da nur wenige Kreuzfahrtschiffe den Hafen um diese Zeit anlaufen. Denkbar ist, dass die Fahrt in Oslo endete oder JF das Schiff aus persönlichen Gründen vorzeitig verlassen hat.
Variante 4: Sie hat die Bahn benutzt
Möglich. Wie bereits beschrieben, würde eine Verbindung nach Bergen auf Basis der heutigen Verbindungspläne sehr gut passen. Sie könnte vor der Abreise in Bergen im genannten Zeitfenster angerufen haben und der Zug trifft um ca. 22:35 Uhr ein, so dass es möglich war, vom Bahnhof das Hotel in der vorgesehenen Zeit zu erreichen.
Die nächtliche Anmeldung mehrerer Personen einschließlich JF könnte dafür sprechen, dass diese zeitgleich eine Nahverkehrsverbindung oder einen Fernzug benutzt haben.
Nach meiner festen Überzeugung ist JF nicht aus geschäftlichen sondern aus privaten Gründen nach Norwegen gereist und ich vermute, dass es um eine Beziehung ging. Vieleicht war JF mit einem Soldaten der Seestreitkräfte in Bergen befreundet und hat ihn dort besucht. Vielleicht hat er ihr sogar einen Schlüssel für seine Wohnung in Oslo überlassen. Dies würde auch die 20-stündige Abwesenheit und Verbleib der Kleidung erklären. Die ganzen Falschangaben dienten nach meiner Meinung dazu, einen solventen Eindruck zu hinterlassen und sie wollte nicht gefunden werden, weil sie sich eine illegale Waffe angeeignet hatte.
Ich würde mich freuen, von euch zu erfahren, was ihr von meiner Annahme haltet und wo ich möglicherweise falsch liege.
Gruß
Lighthouse60