Jo, klaro, vielleicht will man Putin rätseln lassen, vielleicht ja.
"Selenskyis Besuch zeigt, dass die Ukraine mit dem Rücken zur Wand steht" sagt dagegen der ZDF-Korrespondent. Wie kommt der nur darauf?
Und - Christian Mölling analysiert die russische Luftangriffstaktik, genauer hier:
Russlands neue Taktik:Luftangriffe: So setzt Moskau Kiew zu
von Christian Mölling und András Rácz
Quelle:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/russland-luftangriff-taktik-flugabwehr-ukraine-krieg-100.htmlFazit?
Fazit: (Un)überwindbares Dilemma
Eine Verteidigungsstrategie, die sich nur auf die Abwehr von Angriffen konzentriert, nutzt nicht alle militärischen Mittel, die möglich wären und es kommt zu Erfolgen der Gegner - trotz aller Abwehrmaßnahmen.
Luftverteidigung ist ein besonders eklatantes Beispiel: Sobald der Gegner mehr Raketen abfeuert, als der Verteidiger Abwehrsysteme in der Zielregion hat, wird ein Teil der Angriffe durchkommen. Dabei geht es nicht um die Gesamtanzahl der Systeme, sondern darum, wieviele Abwehrsysteme ein bestimmtes Gebiet schützen können. Diese Zahl kann der Verteidiger nicht so schnell ändern, wie der Angreifer das Zielgebiet.
Der Westen zwingt die Ukraine in diese Strategie der überwindbaren Verteidigung, weil er einen Angriff auf das Grundproblem - die Starteinrichtungen der russischen Raketen - weitgehend ausschließt. Damit stellt der Westen den weiteren Erfolg russischer Angriffe sicher, egal wieviele Flugabwehrsysteme er liefert.
Quelle: ebenda
Und wer läuft beim Ausschließen regelmäßig vorneweg? Kleiner Tip: Berlin, Kanzleramt.
Ralf Fuecks, lange Vorstand der Heinrich-Boell-Stiftung, spricht Klartext im Interview.
Er spricht von einem enormen politischen Versagen, angesichts der historischen Dimension.
Ich finde das angesichts der historischen Bedeutung dieses Krieges ein enormes politisches Versagen.
Und? Die Bundesreg? Er sieht es so:
ZDFheute: Welche Rolle spielt dabei die Bundesregierung?
Fücks: Ich sehe einen krassen Mangel an politischer Führung: sowohl gegen die Widerstände, die es in Deutschland selbst gegen eine Unterstützung der Ukraine gibt als auch im Hinblick auf unsere Rolle in Europa. Das löst wirklich Entsetzen bei vielen unserer Partner aus, nicht nur in der Ukraine, auch im Baltikum oder Polen. Auch in einigen westeuropäischen Staaten, die gemessen an ihrem Sozialprodukt die Ukraine sehr viel stärker unterstützen als wir, wie Dänemark zum Beispiel.
Wir kommen unserer politischen Verantwortung nicht nach und wir riskieren damit auch den Zusammenhalt der Europäischen Union und der Nato.
Welches Signal wird kommen?
ZDFheute: Was für ein Signal muss in dieser Phase aus Ramstein kommen?
Fücks: Die Erwartungen der Ukraine sind klar. Die Restriktionen müssen aufgehoben werden für den Einsatz westlicher Waffen gegen militärische Ziele in Russland. Das ist existenziell für die Ukraine, um sich gegen diesen permanenten Bombenterror verteidigen zu können und auch um auf der Seite Russlands das Kosten-Nutzen-Kalkül zu verändern.
Man muss den Preis Russlands für diesen Krieg erhöhen, wenn man Putin zu ernsthaften Verhandlungen bringen will.
Quelle:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/ramstein-kontaktgruppe-ukraine-ralf-fuecks-interview-100.htmlBesonnenheit. Oder auch: Naivität, strategische Kurzsichtigkeit, fehlende Bereitschaft zum Führen.