BigMäc schrieb:Ich denke, selbst die Polizei wird eine Zeugenaussage, die erst jetzt, als die Familie gerade inhaftiert war, kam, in Frage stellen.
Letztlich ist diese Infragestellung durch die Polizei innerhalb des Berichts ja sogar erwähnt.
[Zitat:] „Es existiert und unterliegt, wie alle anderen Zeugenaussagen in dieser Akte, den Grenzen menschlicher Zeugenaussagen. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da Emile bisher scheinbar allein und ohne jemanden in der Nähe verschwunden war. “
Nein, die Ermittler stellen nicht die Zeugenaussage in Frage, nach der Émile gefolgt vom Großvater durch Haut-Vernet lief, sondern im Gegenteil stellt diese Zeugenaussage die bisherige Version der Familie, Émile sei „allein und ohne jemanden in der Nähe verschwunden“, in Frage. Deshalb kann die neue Zeugenaussage sogar „von entscheidender Bedeutung“ sein (das hatte auch
@CharliesEngel sinngemäß oben schon geschrieben).
Warum sollte der Zeuge die Ermittler anlügen und den Großvater verleumden? Das ist eine Straftat, sicher auch in Frankreich. Warum sollte der Zeuge keine Angst vor der Reaktion des Großvaters gehabt haben? Der Großvater war ja nicht zimperlich. Und natürlich hätte er erfahren oder sich denken können, von wem die Aussage kam. Der Zeuge wusste sicher auch, dass er wohl der Einzige war, der Émile und den Großvater auf der Straße beobachtet hatte, so dass kein anderer Zeuge seine Aussage hätte stützen können.
Es könnte z.B. doch sein, dass Émile nach seinem Mittagsschlaf zuerst länger ums Haus herumgewuselt war und der Großvater ihn schließlich genervt ins Auto setzte, wo er bleiben sollte, bis die Fahrt losging. Vielleicht dauerte das Émile aber zu lange, und er kletterte wieder aus dem Auto und lief Richtung Wassertröge. Der Großvater bekam das mit und folgte Émile. Der Großvater war doch bekannt für seinen Jähzorn. Er kann schon wütend gewesen sein, wenn Émile seiner Anweisung, im Auto sitzen zu bleiben, nicht gehorchte und davonlief. Vielleicht hatte Émile ja außerdem im Brunnen geplanscht und sich nass gemacht, so dass man ihn wieder umziehen musste, wie einige User vermutet haben? Und was passierte dann, als der Großvater Émile einholte?
Die „mögliche Anwesenheit des Großvaters, der in die gleiche Richtung ging“, stand sicher nicht ohne Grund „im Mittelpunkt der Fragen der Polizeibeamten während des Polizeigewahrsams“ (
Beitrag von margaretha (Seite 359)).