JamesRockford schrieb:Ich könnte mir das mit einem bereits vollen Auto erklären. Es war einfach kein Platz mehr für Émile mit Kindersitz.
Ich finde das nicht ungewöhnlich, dass die Eltern Emile selber dorthin gefahren haben. Aber die Frage ist halt, ob die Großeltern nicht wirklich schon ein paar Tage vorher angereist waren.
Es ging ja darum, dass moniert wurde, dass man gleich nach der Ankunft die Kapelle geputzt hat und das das einigen hier als sonderbares Verhalten erschien.
karajana schrieb:Und dass wiederum klingt danach, als wollte der Großvater nicht, dass die Gendarmerie die anderen Kinder direkt befragt.
Das sieht jetzt, aus der Rückschau heraus so au, wo man weiß, dass Emile nicht mehr lebend gefunden werden konnte, viele Monate später seine leiche aufgetaucht ist und dass die Polizei zumindest einen Verdacht hat, dass jemand in der Familie vorsätzlich an seinem Verschwinden beteiligt war.
Aber wenn der Großvater oder die Großeltern nichts mit dem Verschwinden zu tun haben, dürften sie in dem Moment doch wahrscheinlich davon ausgegangen sein, dass Emile nur ausgebüxt ist. Dass man halt die Unterstützung der Polizei braucht, um ihn möglichst schnell, vor Einbruch der Dunkelheit wiederzufinden. Insofern würde ich als jemand, der die Polzei ruft mit dem Anliegen:"Bitte helft mir, mein 2 1/2-jähriges Enkelkind ist offenbar ausgebüxt und wir können ihn nicht finden." auch nicht davon ausgehen, dass es für die nächsten, eiligen Schritte wichtig ist, die Polizei mit jedem einzelnen Hausbewohner sprechen zu lassen. Natürlich müssen sie sich erst mal einen Überblick verschaffen und um eine sinnvolle Suche zu starten ist es wichtig, die letzten Minuten vor dem Verschwinden zu rekonstruieren. Aber wenn z.B. die beiden Söhne wirklich unterwegs zur Hütte waren, um den Hammer zu holen, als Emile verschwand, können die auch nur sagen, dass sie nichts wissen..
Kuno426 schrieb:Naja, ich kann mir vorstellen, dass man beim Gespräch mit der Polizei nicht unbedingt die Kinder dabeihaben will. Man wollte sich vllt in Ruhe unter Erwachsenen unterhalten und hat die Grossen beauftragt, solange die Kleineren zu beaufsichtigen und zu beschäftigen, damit man nicht gestört wird. Vllt am Baumhaus, auf der Pferdekoppel?
Die "8 Kinderzahnbürsten", Spielzeug und Kleidung verbleiben vllt immer im Haus, egal wer sich tagesaktuell dort aufhält?
Zum einen sehe ich das genauso. Als erwachsener möchte man kleinern Kindern ein Gefühl der Sicherheit geben und vermitteln, dass die Großen die Situation im Griff haben. "Ich bin sicher, Emile ist bald wieder da" mag eine Lüge sein, wenn der Erwachsene selbst vielleicht im Inneren schon Panik schiebt, aber es nützt auch nichts, vor Panik heulend und zitternd vor den Kindern zusammenzubrechen.
Und dann nochmal: das waren eben auch z.T. keine Kinder sondern Jugendliche oder junge Erwachsene mehr, die haben weder alle Kinderzahnbürsten genutzt, noch hatte jeder von denen sein eigenes Set an Bauklötzen dabei.