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Mordfall Claudia Wilbert

2.097 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Auto, Wald ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 14:01
Zitat von sören42sören42 schrieb:Spinner suchen sich doch aber eher prominente Fälle aus.
Dass das keine allgemeingültige Aussage ist, wurde schon geklärt.
Ich frage mich, wie du überhaupt auf die Idee kommst, dass "Spinner sich prominente Fälle aussuchen" würden.

Falls du damit meinen solltest, der Mordfall "Claudia Wilbert" wäre im Vergleich zu anderen ungeklärten Fällen nicht prominent genug, so dass ein Spinner damit nicht genügend Aufmerksamkeit erzielen könnte, dann müsstest du doch von der Realität eigentlich schon längst eines Besseren belehrt worden sein:

Größere Aufmerksamkeit, als im Mittelpunkt einer Fahndung bei Aktenzeichen XY zu stehen, ist ja nun kaum vorstellbar.

Allerdings habe ich mir die Frage, weshalb sich der Verfasser des Briefes ausgerechnet in diesem Fall zu Wort gemeldet hat, auch schon gestellt und bin für mich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Zitat von KieliusKielius schrieb am 16.02.2025:Der Briefschreiber hat irgendeinen spezifischen (!) Bezug zu dem Fall. Welcher das ist, lässt sich natürlich nur schwer zu sagen. Es könnte aber z.B. ein (eventuell auch nur indirekter oder mittelbarer) persönlicher Bezug sein oder z.B. ein örtlicher oder regionaler Bezug.
Dass der Briefschreiber sich rein zufällig und ohne jeden spezifischen Bezug ausgerechnet in diesen Fall involviert haben könnte, das denke ich eher nicht.



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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 14:06
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Kommt drauf an, wie man prominent definiert. Wenn es sich dabei um ein spektakuläres Verbrechen handelt, bei dem womöglich irgendein "Promi" betroffen war und das monatelang die Medien beherrscht hat, ist das hier sicher nicht zutreffend.
Ich meinte prominent im Sinne von "im Fokus der Öffentlichkeit". Zu solchen Fällen würde ich den Tod bzw. das Verschwinden von Frauke Liebs, Rebecca Reusch und ähnliche Fälle zählen. Es hätte mich auch nicht überrascht, wenn nach einer XY Sendung sich Zuschauer mit einer erfundenen Story melden (wie bei dem ermordeten Bäckerlehrling aus Wörth ja tatsächlich geschehen).

Aber auf diesen Fall hier muss man ja erst einmal kommen. Ich halte das nicht für unmöglich, meine aber, dass sich Spinner eher Fälle aussuchen, über die öffentlich umfangreich (und eben auch überregional) berichtet wurde.
Zitat von KieliusKielius schrieb:, dann müsstest du doch von der Realität eigentlich schon längst eines Besseren belehrt worden sein:

Größere Aufmerksamkeit, als im Mittelpunkt einer Fahndung bei Aktenzeichen XY zu stehen, ist ja nun kaum vorstellbar.
Da muss ich dich leider dahingehend "belehren", dass der XY-Beitrag nach Verfassen des Briefes ausgestrahlt wurde, er kann also nicht der Trigger für den Briefschreiber gewesen sein. :troll:


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 14:15
Zitat von sören42sören42 schrieb:Aber auf diesen Fall hier muss man ja erst einmal kommen. Ich halte das nicht für unmöglich, meine aber, dass sich Spinner eher Fälle aussuchen, über die öffentlich umfangreich (und eben auch überregional) berichtet wurde.
Ja, und genau das ist es ja, was ich meinte: Ich glaube nicht, sofern es sich um einen "Spinner" handelt, dass der irgendwo saß und auf diesen Fall gestoßen ist.

Sondern eben, dass der Fall für ihn eben "prominent" ist, weil er irgendeinen persönlichen Bezug dazu hat. Und weil er zu diesem Fall eben im Gegensatz zu Rebecca Reusch, Frauke Liebs oder wem auch immer gerade durch diesen persönlichen Bezug auch etwas sagen konnte, bei dem er davon ausging, dass es ihn glaubwürdiger macht.

Wenn ich jetzt, um mein Beispiel vom Ex-Bürgermeister meines Heimatortes aufzugreifen, auch so eine Aktion starten wollte, könnte ich z. B. in meinen Brief reinschreiben, dass bei dem Opfer damals eine geschnitzte Muttergottes geklaut wurde, die im Flur auf einer Truhe stand. Weil das damals erzählt wurde (keine Ahnung, ob es auch in einem der Zeitungsartikel stand) und ich mich sogar sehr dunkel an diesen Flur erinnern kann (ich musste dort einmal etwas für meine Eltern abgeben).

Bei Rebecca Reusch oder Frauke Liebs wäre es mir aber nicht möglich, irgendetwas zu schreiben, bei dem die Ermittler nicht gleich gleich denken würden "Ach ja, das hat der aus dem Artikel X oder der Doku Z" weil ich einfach nichts weiß außer dem was überall berichtet wurde und worauf ich auch als unbeteiligte Person ohne örtlichen und persönlichen Bezug zugreifen kann.


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21.02.2025 um 14:33
Zitat von sören42sören42 schrieb:dass der XY-Beitrag nach Verfassen des Briefes ausgestrahlt wurde, er kann also nicht der Trigger für den Briefschreiber gewesen sein.
Langsam. Was du hier schreibst, hat nichts mit meiner Argumentation zu tun.

Mein Argument war, dass der Täter es mit seinem anonymen Schreiben zum Mordfall Claudia Wilbert bis in die TV-Sendung Aktenzeichen XY geschafft hat.
Dadurch ist jedenfalls die Überlegung "Der Mordfall CW ist nicht prominent genug. Ein Wichtigtuer kann durch eine Einmischung in die Ermittlungen zu diesem Fall nicht genügend Aufmerksamkeit erzielen. Er würde sich deshalb einen prominenteren Fall aussuchen." widerlegt.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 14:33
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Nehmen wir mal an unser Mörder hier hat tatsächlich DNA-Spuren hinterlassen. Dann ist es für ihn völlig folgenlos, solange die Ermittler nicht vor seiner Tür stehen mit einem richterlichen Beschluss, eine Probe nehmen zu dürfen.

Denn dass sein Profil in einer Datenbank gespeichert ist, kann man ausschließen, da dann ja schon längst die Ermittler vor seiner Tür gestanden hätten.
Das ist korrekt.

Ich schließe daraus, dass es sich bei dem Täter um einen damals jungen Mann handelte, der weder vorher noch nachher so kriminell in Erscheinung getreten ist, dass sein Profil in einschlägigen Dateien abgespeichert wurde. (Vorausgesetzt, er hätte im Mordfall Wilbert und bei anderen Delikten verwertbare Spuren hinterlassen, mit denen er registriert worden wäre).

Der Mörder könnte also ein ansonsten unbescholtener Mann sein, kein Profi im Bereich Verbrechen, kein eiskalter Killer ohne jedwede Gewissensbisse. Aber er hatte das Glück, dass ihm niemand auf die Schliche kam.

Jahrzehntelang blieb er unbehelligt, sodass er vielleicht zunehmend den Eindruck gewann, man könne ihm wohl nichts mehr anhaben.

Doch dann war es mit der vermeintlichen Sicherheit vorbei. NRW rollte in großem Stil Hunderte Cold Cases wieder auf, unter Mobilisierung der Öffentlichkeit (XY, Zeitungen) und Rückgriff auf modernste Technik. Auch im Fall Wilbert machten sich Experten an die Arbeit - und wie erfolgversprechend solches Vorpreschen sein konnte, zeigte die rasche Aufklärung des sogenannten Karnevalsmordes im benachbarten Köln.

Den Mörder von Claudia Wilbert könnte das durchaus alarmiert, ja sogar in gewisse Panik versetzt haben. Gut möglich, dass ihn der plötzlich wieder einsetzende Fahndungsdruck aufgrund neuer Unwägbarkeiten (eventuelle Zeugenerinnerungen, Inzwischen eventuell auswertbare DNA-Spuren) förmlich aus der Bahn geworfen hat und ihn zu einem Manöver wie der Briefaktion veranlasste.

Rational mag man ja als Außenstehender das nicht so recht nachvollziehen und sogar als unnötiges Risiko betrachten können. Aber vielleicht wollte er sich in dieser Situation Luft verschaffen, indem er versuchte, mit einem trickreichen Manöver abzuklären, ob und gegebenenfalls wie dicht ihm die Polizei auf den Fersen war.

Dass es sehr wohl Grund zur Beunruhigung gab -trotz jahrzehntelangem Stillstand in den Ermittlungen-, zeigte ihm ja just der „Karnevalsmord“ in Köln: Dort war auch über Jahrzehnte „Ruhe im Karton“ gewesen - und dann meldete sich nach XY ein Zeuge, der die Polizei unvermittelt auf die Spur eines Verdächtigen führte.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja auch im Umfeld des Mörders von Rheinbach Personen, die 1979 oder danach irgendetwas mitbekommen haben und von denen der Täter fürchten müsste, dass sie den Verdacht auf ihn lenken könnten?

Vor diesem Hintergrund wäre es für ihn sicherlich schon mal eine beruhigende Nachricht gewesen, dass kein DNA-Material ihn verraten könnte.

Überhaupt ist für mich die Frage nach dem Cui bono („Wem nützt es?“) bei dem anonymen Brief von Relevanz. Fakt ist ja, dass der Autor von der Polizei bestimmte Informationen begehrte (und dafür nähere Angaben zur Person des Mörders in Aussicht stellte).

Der Einzige, der in meinen Augen von solchen Informationen hätte profitieren können, war der Autor des anonymen Briefes.
Und somit hätte er auch ein Motiv, das Schreiben zu verfassen.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 14:40
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Der Einzige, der in meinen Augen von solchen Informationen hätte profitieren können, war der Autor des anonymen Briefes.
Und somit hätte er auch ein Motiv, das Schreiben zu verfassen.
Ein Fehler, Korrekt musste es heissen:

Der Einzige, der in meinen Augen von solchen Informationen hätte profitieren können, war der Täter. Und somit hätte er auch ein Motiv, das anonyme Schreiben zu verfassen.


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21.02.2025 um 14:43
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:RW rollte in großem Stil Hunderte Cold Cases wieder auf, unter Mobilisierung der Öffentlichkeit (XY, Zeitungen) und Rückgriff auf modernste Technik. Auch im Fall Wilbert machten sich Experten an die Arbeit - und wie erfolgversprechend solches Vorpreschen sein konnte, zeigte die rasche Aufklärung des sogenannten Karnevalsmordes im benachbarten Köl
Ja, und was ich weiter oben schrieb, gilt dann aber trotzdem: Wenn man sachlich darüber nachdenkt, bedeutet eine groß angelegte Pressekampagne noch lange nicht, dass morgen die Handschellen klicken, nur weil da in den Medien so getan wird und die blühende True-Crime-Industrie sich darauf stürzt.

Sondern ein Täter der 45 Jahre lang unbehelligt geblieben ist, kann unter Umständen auch ganz rational denken und sich sagen: "Jaja, sollen die mal machen, die werden nicht auf mich kommen und wenn sie 100mal meine DNA finden. Woher sollen die denn wissen, wem die gehört? Und dann müssen die mir auch erst mal nachweisen, dass ich das wirklich war, nur weil meine DNA an dem Autositz gefunden wurde [fiktives Beispiel] muss ich ja noch lange nicht der Täter sein...."


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 15:13
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:ein Täter der 45 Jahre lang unbehelligt geblieben ist, kann unter Umständen auch ganz rational denken und sich sagen: "Jaja, sollen die mal machen, die werden nicht auf mich kommen und wenn sie 100mal meine DNA finden. Woher sollen die denn wissen, wem die gehört? Und dann müssen die mir auch erst mal nachweisen, dass ich das wirklich war, nur weil meine DNA an dem Autositz gefunden wurde [fiktives Beispiel] muss ich ja noch lange nicht der Täter sein...."
So ähnlich hat Norbert K. wohl auch gedacht.

1988 hatte er im Karneval in Köln eine 24-Jährige brutal ermordet. 35 Jahre blieb er unbehelligt. Dann wurde dieser Cold Case wieder aufgerollt, nach einer XY-Sendung lenkte ein Zeuge den Verdacht auf K. - und dem konnten DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers zugeordnet werden. Nun sitzt er lebenslang in Haft.

Der Zeuge war ein früherer Kumpel von K., der jahrzehntelang seinen Verdacht für sich behalten hatte.

Wer sagt denn, dass es nicht auch im Mordfall Wilbert jemanden gibt, der für den Täter eine tickende Zeitbombe darstellen könnte?

Wenn dann auch noch DNA-Material vorhanden wäre, das nur darauf wartet, dem Richtigen zugeordnet zu werden, dann war’s das für den Mörder.


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21.02.2025 um 15:42
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Wer sagt denn, dass es nicht auch im Mordfall Wilbert jemanden gibt, der für den Täter eine tickende Zeitbombe darstellen könnte?

Wenn dann auch noch DNA-Material vorhanden wäre, das nur darauf wartet, dem Richtigen zugeordnet zu werden, dann war’s das für den Mörder.
Ich glaube, es bestreitet niemand, dass das so sein könnte wie du sagst und dass der Mörder von CW durch eine späte glückliche Wendung, wie es in dem von dir angeführten Fall aus Köln tatsächlich geschah, doch noch ermittelt werden kann.

Unrealistisch ist wohl allein die Vorstellung, der Mörder von CW könnte den anonymen Brief selbst geschrieben haben, um eine TV-Fahndung bei Aktenzeichen XY zu erreichen (wohlgemerkt in dem Fall, in dem er selbst der Gesuchte ist!) verbunden mit der Hoffnung so mehr über den aktuellen Ermittlungsstand zu erfahren und darüber, ob die Kripo glaubt im Besitz von Täter-DNA zu sein, was im Falle seiner Ermittlung möglicherweise zu seiner Überführung beitragen könnte...


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 15:58
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:So ähnlich hat Norbert K. wohl auch gedacht.
Du kannst jetzt noch zehn Mal diesen Fall anbringen, das ändert nichts daran, dass es neben den Beispielen, die in den Medien rauf und runter genudelt werden, eine sehr große Zahl gibt, bei denen eben nichts herauskommt, egal wie motiviert das Cold-Case-Team herangeht.

Und dass man eben bei realistischer Betrachtung nicht gleich denken kann "oh, bald ist es soweit und der Täter wird gefasst und verurteilt" nur weil irgendwo jemand den großen Bericht "Neue Cold Case Einheit gegründet" in die Welt hinausposaunt.


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21.02.2025 um 16:32
Zitat von KieliusKielius schrieb:Mein Argument war, dass der Täter es mit seinem anonymen Schreiben zum Mordfall Claudia Wilbert bis in die TV-Sendung Aktenzeichen XY geschafft hat.
Das ist kein Argument, sondern nur ein Fakt. Es ging aber darum, dass "Spinner" sich womöglich Fälle aussuchen, zu denen sie sich äußern, über die öffentlich berichtet wird.

Das verfängt hier aber nicht. Ausgesucht hätte sich der Briefschreiber den Fall im Dezember 2023. Die XY Sendung war aber im September 2024, rund 9 Monate später.

Ansonsten war nämlich Mucksmäuschen still um diesen Fall. Zwischen 8.10.2013 und September 2024 nicht ein Eintrag hier im Thread.

Die Cold case Ermittlungen in diesem Fall starteten aber schon vor Dezember 2023.

Das ist also schon ziemlich auffällig. Aber es könnte sich auch um einen Wichtigtuer aus der Region gehandelt haben, der Wind von der Wiederaufnahme bekommen und "früher mal was gehört hat", so wie von @brigittsche vermutet.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 17:19
Zitat von sören42sören42 schrieb:Das ist kein Argument, sondern nur ein Fakt.
Nicht so schnell...
Du hast ganz offenbar nicht im Zusammenhang gelesen. Denn mein Argument basiert auf eben diesem Fakt.
Zitat von KieliusKielius schrieb:Dadurch ist jedenfalls die Überlegung "Der Mordfall CW ist nicht prominent genug. Ein Wichtigtuer kann durch eine Einmischung in die Ermittlungen zu diesem Fall nicht genügend Aufmerksamkeit erzielen. Er würde sich deshalb einen prominenteren Fall aussuchen." widerlegt.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Es ging aber darum, dass "Spinner" sich womöglich Fälle aussuchen, zu denen sie sich äußern, über die öffentlich berichtet wird.
Richtig, das war deine Mutmaßung.
Weshalb du diesbezüglich von einer allgemeingültigen Aussage ausgehst, hast du bisher nicht begründet.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 18:16
Zitat von sören42sören42 schrieb:Aber es könnte sich auch um einen Wichtigtuer aus der Region gehandelt haben, der Wind von der Wiederaufnahme bekommen und "früher mal was gehört hat"
Ich denke man darf nicht vergessen, dass so ein schlimmer Fall ja schon irgendwie im "kollektiven Gedächtnis" einer Region verhaftet bleibt und daher durchaus auch schon Gerüchte über eine Wiederaufnahme die Runde machen können noch bevor irgendwo der große Bericht erscheint den dann auch die breite Öffentlichkeit überregional mitbekommt.

Dazu reicht es m. M. unter Umständen schon, dass irgendwelche Zeugen von damals noch einmal kontaktiert und befragt wurden. Und dann irgendwem erzählen "Weißt Du was eben passiert ist? Da hat doch glatt einer von der Polizei hier angerufen, ich hab' erst noch gedacht, man würde mir irgendwas vorwerfen, was weiß ich, aber es war was ganz anderes...Kannst Du Dich noch erinnern, wie damals die Claudia umgebracht wurde? Ja, genau die, die da und da gewohnt hat, da bin ich doch damals auch befragt worden - und weißt Du was? Die untersuchen das jetzt wieder, da gibt es doch diese, wie heißt das, Old Case Abteilungen oder so, die alte Mordfälle wieder aufrollen, und die wollen jetzt mit mir reden... Jaja, deshalb sage ich Dir das ja, ich weiß doch, dass Du auch befragt worden bist damals, vielleicht melden die sich jetzt auch wieder bei Dir....Oder darf ich denen Deine Adresse sagen, falls die wissen wollen, wo die Leute aus unserer alten Clique von damals heute so sind?"

Ich persönlich gehe davon aus, dass solche Aktionen erst einmal durchgeführt werden, bevor man an die Öffentlichkeit geht und "das große Besteck" auspackt. Auch um ggf. andere Fragen zu stellen, die sich aus der Befragung alter Zeugen ergeben....

Das würde sich auch mit dem Szenario vereinbaren lassen, wenn es, wie von @Tiergarten angenommen, doch der Täter selbst sein sollte, der den Brief geschrieben hat, weil er mitbekommen hat, dass da wieder ermittelt wird.


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21.02.2025 um 18:55
Zitat von KieliusKielius schrieb:Du hast ganz offenbar nicht im Zusammenhang gelesen. Denn mein Argument basiert auf eben diesem Fakt.
Deine Einlassungen passen einfach nicht auf das, was ich schrieb und meinte. Egal, nimm es hin oder lass es bleiben... Oder lies nochmal, was ich geschrieben habe.


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21.02.2025 um 19:57
Zitat von MickelangeloMickelangelo schrieb:Aber das Wissen, dass nun nochmal in die Akten geschaut wird und eben neue effektivere Methoden zur Verfügung stehen, könnte ihn schon nervös machen.
Obwohl ich es zwar für Möglich halte, dass der Schreiber auch der Täter sein könnte, denke ich dass die Neuen Möglichkeiten durch den Fortschritt der Forensik und die Wiederaufnahme des Falls ihn nervös gemacht haben , aber warum Schlafende Hunde wecken, er ist ja 45 Jahre nicht erwischt worden.Durch eine Mögliche DNA bräuchte es ja Vergleichsproben.Oder war der Täter ehe Unwissend und Vermutende, dass die EB hier die Möglichkeiten wie in USA haben DNA abzugleichen, wie in Serien wie Criminal Minds, wo es nur reicht seine DNA oder die eines Verwandten zu Zwecken der Ahnenforschung abgegeben zu haben um auf ihn als Täter zu kommen.
Auch wenn er zuvor wegen eines anderen Verbrechen seine DNA abgegeben musste, und die EB hätten DNA Spuren von Claudias Fall, dann hätten die ein Matsch und ihm würde gar keine Zeit bleiben um 5 Seitige Briefe zu schreiben, da hätten die EB ihn zuvor bestimmt schon zur Vernehmung abgeholt.
Auch dass Risiko, auch wenn der Schreiber der Täter sein sollte, dass er trotz sorgfältigen Vorgehen um keine Spuren auf den Brief zu hinterlassen, wäre gegeben da immer die Möglichkeit eine Hauptschuppe zu verlieren bestehen könnte .Ich vermute mal nicht, dass der Schreiber, sollte er der Täter sein, mit Schutzanzug, Schutzbrille und Handschuhen den Brief verfasst hat und ihn so angezogen weggeschickt/selbstständig in den Briefkasten reingeworfen hat(aber wer weiß).
Aber auch wenn des Schreibers DNA geben sollte, sowie Täter DNA und die übereinstimmen würde, spuckt die ja keinen Namen aus, sofern die nicht im System gespeichert ist, was ja zumindest was Täter DNA betrifft,nicht gegeben ist.
Aber vielleicht ist es auch geschehen und die DNA von Schreiber und Täter stimmt überein und es ne Erkältung ist warum der Brief veröffentlicht wurde, oder die EB glaubt die Story mit den Sterbenden Verwandten nicht, denn ich glaube nicht, dass wenn sie die Story von einer gefährdeten Ehefrau glauben würden, so einen Brief veröffentlichen würden, wo der Täter noch der Ehefrau aus einer Art Rache nachstellen könne, was ja immer die Angst des Verwandten ja war.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 20:21
Zitat von LadyWhiteRoseLadyWhiteRose schrieb:Oder war der Täter ehe Unwissend und Vermutende, dass die EB hier die Möglichkeiten wie in USA haben DNA abzugleichen, wie in Serien wie Criminal Minds, wo es nur reicht seine DNA oder die eines Verwandten zu Zwecken der Ahnenforschung abgegeben zu haben um auf ihn als Täter zu kommen.
Das glaube ich eher nicht, denn wer auch immer den Brief geschrieben hat, war ja offenbar doch ein recht gebildeter und wortgewandter Typ. So jemand hätte doch leicht herausfinden können, welche Möglichkeiten die Ermittler in Deutschland haben und welche nicht (mal ganz egal ob man das gut oder schlecht findet). Vor allem wenn es ihn so sehr betrifft, dass u. U. seine Freiheit davon abhängt.


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Mordfall Claudia Wilbert

21.02.2025 um 20:35
@brigittsche

Ja genau, deswegen gehe ich weniger davon aus, dass der Täter den Brief geschrieben hat.
Dies aber sollten mögliche Argumente sein, falls der Täter der Schreiber sein sollte was ihn dazu getrieben haben könnte, obwohl es nicht zum Einklang zum Wortgewands des Schreibers passt, dass er unwissend ist.
Was mir so noch so einfällt warum sollte der Täter der Schreiber sein, vielleicht hat er irgendwelche Paranoia entwickelt.


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21.02.2025 um 20:54
Zitat von KieliusKielius schrieb:Unrealistisch ist wohl allein die Vorstellung, der Mörder von CW könnte den anonymen Brief selbst geschrieben haben, um eine TV-Fahndung bei Aktenzeichen XY zu erreichen (wohlgemerkt in dem Fall, in dem er selbst der Gesuchte ist!)
Das ist in der Tat ein bemerkenswerter Einwand.

Wenn jemand bei XY eine Fahndung in einem Fall initiiert, in den er selbst als Täter involviert ist, klingt das paradox.

Allerdings glaube ich nicht, dass dies wirklich sein zentrales und ehrliches Interesse war. Sein Kernanliegen bestand vielmehr darin -wenn er denn zugleich Täter und Briefautor war-, Informationen über den Ermittlungsstand im Mordfall Wilbert loszueisen.

Um das zu bewerkstelligen, benötigte er eine tragfähige Legende. Die Geschichte musste so gestrickt sein, dass sie plausibel wirkte und die Polizei nicht umhin kam, sich darauf einzulassen. Zum Beispiel galt es auch dem möglichen Eindruck zu begegnen, dass es sich bei dem Schreiber um den Täter handeln könnte, der nur darauf aus war, das Wissen der Ermittler anzuzapfen.

Also verfiel er auf die Idee, das Ganze als Erzählung eines sterbenden Verwandten zu verpacken, dem er Aktivitäten zur Aufklärung dieses Tötungsdelikts versprochen habe. Dabei dann auch noch einen Fahndungsaufruf via XY anzuregen, konnte sein Engagement nur unterstreichen und den Verdacht zerstreuen, hinter dem Briefautor stecke womöglich der Mörder.

Das war sozusagen die „Hülle“; im Kern zielte er ja darauf ab, Informationen zu gewinnen - quasi als Pendant zu detaillierten Angaben, die er über den Täter in Aussicht stellte.

Möglich, dass ihm da XY auch als Vehikel dienen sollte. Er könnte gehofft haben, dass bestimmte Informationen zu Ermittlungsaspekten geschickt in einen Filmbeitrag eingestreut und transportiert werden könnten.

Wie auch immer: Letztlich bleibt Vieles Spekulation. Auf jeden Fall hatte der Autor des anonymen Briefes (zugleich Mörder von Claudia Wilbert?) genug Phantasie, um ein Konstrukt zu entwickeln, das Berufs- und Hobbyermittler nun seit geraumer Zeit auf Trab hält.


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Mordfall Claudia Wilbert

22.02.2025 um 17:58
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Sein Kernanliegen bestand vielmehr darin -wenn er denn zugleich Täter und Briefautor war-, Informationen über den Ermittlungsstand im Mordfall Wilbert loszueisen.
Dass dem Mörder von CW die Kenntnis des aktuellen Ermittlungsstandes nichts nützen würde und er mit einer aktiven Kontaktaufnahme zu den Behörden (und sei sie auch "anonym") nur unnötige Risiken auf sich nehmen würde, scheint dich ja immer noch nicht sonderlich zu beeindrucken...
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Dabei dann auch noch einen Fahndungsaufruf via XY anzuregen, konnte sein Engagement nur unterstreichen und den Verdacht zerstreuen, hinter dem Briefautor stecke womöglich der Mörder.
Die Überlegung, dass der Täter als Briefschreiber eine Fahndung bei Aktenzeichen XY verlangt habe, um einen möglichen Verdacht der Ermittler zu zerstreuen, der Brief könnte vom Mörder persönlich geschrieben worden sein, ist nicht zu Ende gedacht, denn:

Erstens:
Einem Briefschreiber, der mit seinem Brief den Nachweis erbracht hat, dass er alles andere als "auf den Kopf gefallen" sein kann, dem ist auch klar, dass sich professionelle Ermittler von einer solch simplen "Finte" (falls man es denn überhaupt so nennen kann) nicht täuschen lassen würden, sondern dass sie - wie sie es ja auch öffentlich betont haben - immer in alle Richtungen denken und ermitteln werden.

Zweitens:
Der Grund, weshalb der Briefschreiber eine TV-Fahndung verlangt hat, ist ein anderer: Der Briefschreiber hat den Behörden die Thematisierung des Falls bei Aktenzeichen XY vorgegeben, um auf diesem Weg die Rückmeldung der Behörden auf sein anonymes Schreiben zu empfangen.
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Auf jeden Fall hatte der Autor des anonymen Briefes (zugleich Mörder von Claudia Wilbert?) genug Phantasie, um ein Konstrukt zu entwickeln, das Berufs- und Hobbyermittler nun seit geraumer Zeit auf Trab hält.
Genug Phantasie. Und genügend Intellekt, nicht zu vergessen.
Denn selbst bei blühender Phantasie wäre jemand ohne den nötigen Intellekt nicht imstande gewesen, ein Schreiben auf dem uns bekannten formalen, sprachlichen und inhaltlichen Niveau zu erstellen.


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Mordfall Claudia Wilbert

22.02.2025 um 21:27
Zitat von KieliusKielius schrieb:Genug Phantasie. Und genügend Intellekt, nicht zu vergessen.
Denn selbst bei blühender Phantasie wäre jemand ohne den nötigen Intellekt nicht imstande gewesen, ein Schreiben auf dem uns bekannten formalen, sprachlichen und inhaltlichen Niveau zu erstellen
So ein riesen hohes Niveau hat der Brief doch gar nicht.
Für mich hat da nur jemand gut Ahnung von seiner Muttersprache Deutsch, der Rest kommt mir eher wie ein Versuch vor, als wer Anderes zu erscheinen als er ist... hat er geschafft, wie man hier lesen kann... 😉
Klar, dumm ist der nicht, bestimmt recht intelligent, aber das Niveau des Briefes ist für mich nicht wirklich hoch.
Das wäre es, imho, wenn er weniger durcheinander (kon)fabuliert hätte. Und weniger kaum benutzte Wörter benutzt hätte.
Und nicht zu vergessen..., wenn er nicht so plump nach der DNA gefragt hätte bzw. überhaupt, Bedingungen gestellt.
Theoretisch (und praktisch) könnte es sich auch um KI handeln, mit der der Brief verfasst wurde, zumindest tw..


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