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Mordfall Claudia Wilbert

2.097 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Auto, Wald ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 16:28
Auffällig finde ich:
"Marke und Modell des Autos erinnere ich nicht genau - assoziiere aber Ford und hier insbesondere die Modelle Granada bzw. Taunus als Limousine, kein Kombi"

Ich finde die Aussage seltsam. Wenn ich mir vorstelle, ich würde so etwas beschreiben, würde ich mich bestimmt erinnern und etwas sagen wie, der fuhr einen grünen Ford Taunus.
Warum die Betonung, "kein Kombi".
Einerseits ist das ziemlich schwammig, andererseits wieder detailliert.

Der Zeuge beschrieb das Auto einem hellen Renault 6 ähnlich. Ich kenne mich nicht aus, gab es Granada oder Taunus Limousinen, die dem ähnlich sahen?


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 16:32
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Nur eine defekte Beifahrertür und das Umschmeicheln der Partnerin macht noch niemanden zum Mörder. Vielleicht wurden die unterschwelligen Fragen einfach zu viel und er brach deshalb den Kontakt ab?
Irgendwie sehe ich es auch so.Warum scheinte der Verstorbene sich so sicher zu sein, dass sein ehemaliger Freund der Täter sein könnte?
Irgendwie erschließt sich mir der Verdacht nicht ganz. Oder wusste der Verstorbene mehr , was nicht im Brief erwähnt wurde, oder er es gar nicht den Briefeschreiber erzählt hat.
Ich sehe es nicht als großen Beweis an, dass der Freund des Verstorbenen der Täter sein könnte von den was wir wissen, vielleicht deswegen die Frage nach der DNA.
Für die manipulierte Tür kann es doch andere Gründe geben, vielleicht war der Türgriff einfach abgebrochen, was ich mir bei älteren Autos vorstellen kann. Und vielleicht war der Freund des Verstorbenen vernarrt in die Ehefrau und konnte sich mit der Eheschließung nicht abfinden und deswegen hat er Abstand zu den Paar gesucht.
Oder hatte der Verstorbene mehr Anzeichen bei seinen Freund gesehen oder was seltsames Beobachtet wovon wir durch den Brief nicht wissen?


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 16:36
Zitat von LadyWhiteRoseLadyWhiteRose schrieb:Oder hatte der Verstorbene mehr Anzeichen bei seinen Freund gesehen oder was seltsames Beobachtet wovon wir durch den Brief nicht wissen?
Vielleicht ist gegenüber dem Freund damals einfach eine Antisymphatie entstanden und er hat sich da hineingesteigert?
Wenn er da ortskundig war, dann wusste er mit Sicherheit durch die damalige Presse und das Gerede der Leute, dass der Mord passiert war, wo man Claudia fand etc.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 16:48
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Auffällig finde ich:
"Marke und Modell des Autos erinnere ich nicht genau - assoziiere aber Ford und hier insbesondere die Modelle Granada bzw. Taunus als Limousine, kein Kombi"

Ich finde die Aussage seltsam. Wenn ich mir vorstelle, ich würde so etwas beschreiben, würde ich mich bestimmt erinnern und etwas sagen wie, der fuhr einen grünen Ford Taunus.
Warum die Betonung, "kein Kombi".
Einerseits ist das ziemlich schwammig, andererseits wieder detailliert.

Der Zeuge beschrieb das Auto einem hellen Renault 6 ähnlich. Ich kenne mich nicht aus, gab es Granada oder Taunus Limousinen, die dem ähnlich sahen?
Ich fand das schon beim ersten Durchlesen sehr merkwürdig, dachte dann aber, dass es möglicherweise einen Bezug zu Ford gab. Es gab ja in Köln ein Fordwerk. Köln und Bonn liegen eng beieinander. In Ingolstadt fährt vermutlich auch jeder zweite Autofahrer einen Audi.

Einen Renault 6 habe ich mir eben mal angesehen. Das ist ein kantiges Auto im Kleinwagenbereich, während der Ford Granada oder der Taunus ja schon eher Familienkutschen waren. Der Taunus hatte zum Teil vorne eine durchgehende Bank, und war somit ein 6-Sitzer.

Aber wie auch immer, wie kann man einen Granada oder Taunus assoziieren? Man kann aufgrund einer Beschreibung vielleicht die Größe oder den Typ eines Autos vermuten, aber ob das nun ein Audi 100, eine C-Klasse, ein 3er BMW oder ein Granada war, kann man doch nicht einmal assoziieren.
Zitat von LadyWhiteRoseLadyWhiteRose schrieb:Irgendwie sehe ich es auch so.Warum scheinte der Verstorbene sich so sicher zu sein, dass sein ehemaliger Freund der Täter sein könnte?
Irgendwie erschließt sich mir der Verdacht nicht ganz. Oder wusste der Verstorbene mehr , was nicht im Brief erwähnt wurde, oder er es gar nicht den Briefeschreiber erzählt hat.
Ich sehe diese ganze Geschichte eigentlich als Füllsel, um der Kernaussage so etwas wie Authentizität zu verleihen. Was wäre, wenn der Autor beim Aufräumen auf dem Speicher oder im Keller auf einen Karton mit beispielsweise einer Skizze und ausgeschnittenen Zeitungsartikeln gestoßen wäre.


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10.02.2025 um 17:53
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Die essenz des Briefes hätte ja im Prinzip auf einer halben Seite Platz gehabt:
Was für ein spannender Post. Ich war ja immer eine der größten Kritikerinnen dieses 5-Seiten Epos, aber im Vergleich zu deiner sehr guten Zusammenfassung fällt mir etwas auf: Diese "Essenz" wirkt weniger spezifisch und dadurch für mich weniger glaubwürdig, als der Epos, in dem der Schreibende genau erklärt, was er meint.

Beispiel (aus deiner fiktiven Zusammenfassung)
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Darauf angesprochen reagierte XY ausweichend. Nach der Tat und dem Fund der Leiche am Parkplatz Wolkebruch, der Herr XY auch persönlich bekannt war, beobachtete mein Verwandter eine auffällige Wesensveränderung bei Herr XY, der sich nach und nach immer mehr zurückzog. Bitte überprüfen Sie, ob Herr XY nicht der Täter im Fall CW ist."
"Auffällige Wesensveränderung" kann ja alles sein. Für manche ist es, wenn jemand wie weiland Herr Stoll galubt "die seien hinter ihm her!". Für andere reichts, wenn der Hackel Sepp der Haxe entsagt und Vegetarier wird.

Im "Epos" wird diese Veränderung zwar sehr langatmig, aber auch sehr bildhaft und dadurch sehr nachvollziehbar dargelegt. Dadurch versteht man eher, was gemeint wird und es wirkt glaubhafter als ein einfaches "verhält sich jetzt auffällig anders".


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10.02.2025 um 19:18
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:Ich fand das schon beim ersten Durchlesen sehr merkwürdig, dachte dann aber, dass es möglicherweise einen Bezug zu Ford gab. Es gab ja in Köln ein Fordwerk. Köln und Bonn liegen eng beieinander. In Ingolstadt fährt vermutlich auch jeder zweite Autofahrer einen Audi.
Das ist evtl eine Möglichkeit, dass Täter u Sterbender Arbeitskollegen im Ford Werk waren und wegen der etwas weiteren Strecke eine Fahrgemeinschaft hatten, bei der das mit der Beifahrertür auffiel.


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10.02.2025 um 19:54
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Die gleiche Taktik nutzt er ja auch bei der Frage nach der DNA. Da liefert er auch eine Erklärung, warum er die Antwort auf diese Frage haben will.
Überhaupt erscheint mir die ganze Story, die er in dem Brief auftischt, fast wie so eine Erklärung für sein tun.
Ich gehe noch weiter, auf mich wirkt das nicht wie eine Erklärung oder wie Erklärungen, es kommt mir vor wie Rechtfertigungen.
Wie ich schon schrieb, "viel Geschwafel" und vermeintliche Details, die mMn nichtmals Details sind, er oder sie aber versucht, diese als solche rüberzubringen (Beispiel: "eine Limousine, kein Kombi")

@JamesRockford nach mehrmaligem Lesen deines Posts kommt mir das immer überzeugender vor, was die Ford-Werke und das "Assoziieren" angeht.
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:Ich fand das schon beim ersten Durchlesen sehr merkwürdig, dachte dann aber, dass es möglicherweise einen Bezug zu Ford gab.
Ich bin immer wieder darüber "gestolpert", konnte aber nicht sagen warum.
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:Das ist evtl eine Möglichkeit, dass Täter u Sterbender Arbeitskollegen im Ford Werk waren und wegen der etwas weiteren Strecke eine Fahrgemeinschaft hatten, bei der das mit der Beifahrertür auffiel.
Ein sehr guter Gedanke!

Bei allen "Details" wird nicht die Farbe des Autos genannt? Nichtmals die Nuance, ob hell oder dunkel?


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10.02.2025 um 20:13
@Rotkäppchen

Theoretisch könnte man das checken- werden in diesem angegebenen Jahr nicht so viele Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben- damals waren Arbeitsplätze ja eher beständig. Und es werden auch nicht so viele ehemalige Mitarbeiter 2022 verstorben sein. Möglicherweise fände man damit die evtl Beteiligten.


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10.02.2025 um 20:23
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Vielleicht hat er ihn wirklich verdächtigt, aber es waren nur Zufälle. Nur eine defekte Beifahrertür und das Umschmeicheln der Partnerin macht noch niemanden zum Mörder. Vielleicht wurden die unterschwelligen Fragen einfach zu viel und er brach deshalb den Kontakt ab?
Und wenn dann noch hinzu kommt, dass die Frau, die ja offenbar mit beiden befreundet war, ihn hat abblitzen lassen (oder er das zumindest so empfunden hat) und stattdessen den Verwandten vorgezogen hat, dann wäre das ein weiterer Grund, auf Abstand zu dem Paar zu gehen. Selbst wenn es nicht mal sonderlich neidisch und eifersüchtig auf den Freund war, sondern "nur" Liebeskummer hatte, wäre das eine naheliegnde Strategie, wenn er nicht ständig das Liebesglück der Frischverliebten vor den Augen haben will.
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Ich finde die Aussage seltsam. Wenn ich mir vorstelle, ich würde so etwas beschreiben, würde ich mich bestimmt erinnern und etwas sagen wie, der fuhr einen grünen Ford Taunus.
Warum die Betonung, "kein Kombi".
Einerseits ist das ziemlich schwammig, andererseits wieder detailliert.
Vor allem ist es unlogisch, sich angeblich nicht an die Marke, aber dafür dann ans Modell zu erinnern. Wer das Modell kennt, kennt ja auch die Marke, denn einen Granada oder Taunus gab es eben nur von Ford.
So wie es der Schreiber formuliert, ist es jedenfalls unlogisch. Hätte er geschrieben: "Ich erinnere mich nicht genau, welche Marke mein Verwandter mir damals sagte, aber ich meine, es war ein Granada oder ein Taunus, demnach also ein Ford." wäre es logischer gewesen.
So wie er es aber schreibt versteht man nicht, wie er ausgerechnet auf diese Modelle kommt. Das Verb "assoziieren" passt auch in dem Zusammenhang nicht. Meint er damit, dass er von dem Verwandten nie erfahren hat, um was für ein Auto es sich handelte, er sich das aber immer irgendwie als Granada oder Taunus vorgestellt hat? So was würde ich unter "assoziieren" verstehen. Oder will er sagen: "Mein Verwandter hat mir zwar gesagt, was es für ein Auto war, aber ich habe es vergessen, meine aber mich vage erinnern zu können, dass es sich um einen Granada oder Taunus handelte."?

Was irgendwie komisch ist, dass der Brief genau an dieser Stelle so vage ist, wo die Polizei eine konkrete Spur in eine andere Richtung hat, weil Zeugen damals wohl eine andere Marke beschrieben haben.
Genau an der Stelle, wo es eine Abweichung gibt, räumt der Schreiber ein, dass die Marke und das Modell nur eine "Assoziation" von ihm sind, er also durchaus auch daneben liegen kann.
Andererseits hätte ich angenommen, dass wenn die Geschichte im Brief erfunden ist und dieser also von jemandem geschrieben wurde, der die darin stehenden Infos irgendwie anders als durch diesen Verwandten erfahren hat, z.B. weil er in der Presse recherchiert hat, dann hätte er, wenn er da schon den genau beschriebenen Fundort gefunden hat, doch sicher auch einen Zeugenaufruf von damals gefunden, in dem die Automarke genannt wurde.
Kann man also, wenn man weiterspinnt, diese Abweichung vielleicht sogar als Hinweis für die Authentizität der Geschichte ansehen? Jemand, der sich als True Crime-Nerd einen Witz hätte erlauben wollen, hätte die Infos zur Automarke doch sicher recherchiert und ganz bewusst richtig benannt, um damit seine Glaubwürdigkeit zu stärken.


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10.02.2025 um 20:50
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Man wird damit höchstens den Schreiber in Richtung Alter, geographischer Herkunft und Bildungsstand grob eingrenzen können. Aber sicher auch eine Aussage darüber bekommen, ob es Hinweise gibt, dass die Geschichte authentisch ist oder ob er sich versucht zu verstellen.
Ich glaube auch, dass 'man' (als wenn man entsprechend geschult ist), da ganz, ganz viel herauslesen kann.
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Ich kenne mich nicht aus, gab es Granada oder Taunus Limousinen, die dem ähnlich sahen?
Die Renault 5 und ein Ford Granada bzw Taunus aus diesen Jahren sind ganz unterschiedliche Auto. Die Fords sind richtige Schiffe, der R5 ist ein Kleinwagen.

Ich glaube auch, dass sich da die Erinnerungen & Vermutungen einer Person (also des Verwandten) mit zusammenkommen, was sich der Briefeschreiber s zusammengereimt hat.

Ich denke, wenn der Briefeschreiber sich bei der Polizei melden wuerde, koennten sie im Gespraech klaeren, was Hand und Fuss hat und ob man da einer Spur nachgehen sollte. Oder ob Geschichte unterm Stich ein wenig plausibles Hirngespinst ist, die aus Erzaehluengen, Erinnerungen und Mutmassungen ueber Jahre hinweg entstanden ist.
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Ich erinnere mich an das erste Auto meines Großcousins, ein gebrauchter Fiat Panda aus den 80ern. Die Beifahrertür war auch defekt.
Ich kenne das auch, hatte das auch mal. Also ein Auto, bei dem sich die Beifahrertuer nur noch von aussen oeffnen liess. Das kommt vor, der Tuermechanismus war halt kaputtgegangen.


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10.02.2025 um 20:52
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Vielleicht ist gegenüber dem Freund damals einfach eine Antisymphatie entstanden und er hat sich da hineingesteigert?
Wenn er da ortskundig war, dann wusste er mit Sicherheit durch die damalige Presse und das Gerede der Leute, dass der Mord passiert war, wo man Claudia fand etc.
Kann ja sein, dass er seinen Verdacht, als er noch sehr vage war, z.B. der Verlobten berichtet hat und die gesagt hat: "Der XY?! Ach quatsch, wieso sollte der in Rheinbach ein Mädchen entführen und dann bei Scheuren im Wald ablegen?! Das ist doch gar nicht seine Richtung, da kennt der sich doch gar nicht aus." Und da ist dem Verwandten, nachdem er etwas intensiver darüber nachgedacht hat, halt eingefallen, dass der XY ihn ja schon 2 oder 3 mal zu den Großeltern begleitet hat.
Kennt wahrscheinlich jeder von sich, der es schon mal erlebt hat, dass man sich auch in was reinsteigern kann. Und dann alle Fakten so lange dreht und wendet, bis sie zu der Grundidee passen, selbst wenn sie auf den ersten Blick dagegen sprechen. Und dieser Verwandter scheint ja zumindest eine recht stark ausgeprägte Tendenz zu so etwas zu haben, wenn der 10 Jahre nach dem Abtauchen des Kumpels aus seinem Leben Grundschulkinder im Waffengebrauch trainiert, damit diese im Ernstfall Haus, Frau und Kinder verteidigen können....

Ich finde die Begründung mit den Besuchen bei den Großeltern eh ein bisschen bei den Haaren herbeigezogen. Das besondere an dem Parkplatz und dem Fundort der Leiche war ja, dass der Parkplatz an der Landstraße lag, die Leiche aber ein Stück in den Wald hinein an einem Weg lag und diese Stelle weder vom Parkplatz noch von der Landstrasse aus, einsehbar war. Ich meine in dem XY-Film haben die Komissare am Tatort noch diskutiert, wie weit der Täter da mit einem auto ranfahren kann, oder ob er die Leiche ein Stück getragen oder geschleift hat (bin mir aber nicht mehr 100% sicher).

Woher soll denn der mutmaßliche Täter gewusst haben, dass es an diesem Parkplatz diesen abzweigenden, uneinsehbaren Waldweg gibt? Der war ja von vorbeifahrenden Autos aus gerade nicht einsehbar. Ein paar Mal als Beifahrer an dem Parkplatz vorbeigefahren zu sein, wenn er mit dem Verwandten des Schreibers dessen Großeltern besucht hat, reicht da eigentlich nicht aus um zu erklären, wie der Täter diese gut geeignete Stelle gekannt und gefunden haben soll.
Die beiden waren ja auch keine kleinen Jungen mehr, die an den Wochenende, die sie bei den Großeltern des einen verbracht haben, in der Gegend rumgestromert sind. Sondern junge erwachsene Männer mit Führerschein und eigenen Autos, die entweder am Sonntagnachmittag zum Kaffeetrinken zu den Großeltern gefahren sind oder am Samstag, um denen handwerklich am Haus oder im Garten zu helfen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass der Kumpel dabei irgendwelche genaueren Ortskenntnisse der gegend um den Wohnort der Großeltern des Verwandten erworben haben wird.

Und selbst wenn ihm beim Vorbeifahren oder einem Pinkelstopp (der so kurz vor oder nach dem Ziel auch irgendwie unlogisch ist, aber Männer pinkeln manchmal halt lieber in der Pampa als bei Fremden aufs Klo zu gehen) der Parkplatz tatsächlich mal aufgefallen sein sollte, so wäre das doch immer noch kein "bekanntes Terrain", das Top of Mind ist, wenn es um eine gute Ablagemöglichkeit für eine Leiche geht oder um einen Ort, an dem man ungesehen und unbemerkt ein Mädchen missbrauchen kann. Ich würde da eher denken, dass man entweder direkt die erstbeste Gelegenheit nutzt, also den ersten abzweigenden Waldweg, oder sie aber dahin bringt, wo man sich wirklich gut auskennt und man sicher sein kann, dass man eine uneinsehbare, abgelegene Stelle kennt.
Zitat von Nala-NynaNala-Nyna schrieb:Im "Epos" wird diese Veränderung zwar sehr langatmig, aber auch sehr bildhaft und dadurch sehr nachvollziehbar dargelegt. Dadurch versteht man eher, was gemeint wird und es wirkt glaubhafter als ein einfaches "verhält sich jetzt auffällig anders".
Ja genau. Und es ist gleichzeitig bekannt, dass Lügner dazu neigen, in ihren Geschichten viel zu viel Details zu benennen und einzubauen, eben weil sie bemüht sind, die Geschichte als wahr erscheinen zu lassen. Jemand, der etwas beobachtet hat und die Automarke nicht erkannt hat, sagt halt nur, dass da ein Auto stand. Auf Nachfrage sagt er vielleicht, dass er sich mit Automarken nicht auskennt, da generell nicht drauf achtet und nicht weiß, was es für eine Marke war. Ein Lügner dagegen beschreibt das Auto, das er angeblich gesehen hat, mit ganz vielen Details ("Ein dunkelblauer Ford Taunus mit Stufenheck, chromefarbenen Zierleisten an der Seite und Stahlfelgen, hinten drei Aufkleber, keine Anhängerkupplung und am Spiegel ein Kratzer."), weil er denkt, dass das so glaubwürdiger rüber kommt.
Und genauso kommt mir irgendwie die ganze Geschichte in dem Brief vor. Als habe sich da jemand ausgedacht, wie er an die Infos gekommen ist, warum er sich erst jetzt meldet, warum der mutmaßliche Täter verdächtig ist und warum er eilig wissen will, ob die Polizei DNA zum Abgleich hat.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 21:24
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Zitat von GrillageGrillage schrieb:Vor allem ist es unlogisch, sich angeblich nicht an die Marke, aber dafür dann ans Modell zu erinnern. Wer das Modell kennt, kennt ja auch die Marke, denn einen Granada oder Taunus gab es eben nur von Ford.
Genau das wollte ich damit ausdrücken, als ich schrieb
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Ich finde die Aussage seltsam. Wenn ich mir vorstelle, ich würde so etwas beschreiben, würde ich mich bestimmt erinnern und etwas sagen wie, der fuhr einen grünen Ford Taunus.
Du hast es wesentlich besser auf den Punkt gebracht, danke!
Zitat von GrillageGrillage schrieb:So wie er es aber schreibt versteht man nicht, wie er ausgerechnet auf diese Modelle kommt. Das Verb "assoziieren" passt auch in dem Zusammenhang nicht. Meint er damit, dass er von dem Verwandten nie erfahren hat, um was für ein Auto es sich handelte, er sich das aber immer irgendwie als Granada oder Taunus vorgestellt hat? So was würde ich unter "assoziieren" verstehen. Oder will er sagen: "Mein Verwandter hat mir zwar gesagt, was es für ein Auto war, aber ich habe es vergessen, meine aber mich vage erinnern zu können, dass es sich um einen Granada oder Taunus handelte."?
Eben deshalb stolperte ich auch darüber. Entweder schmeißt er/sie mit Fremdwörtern um sich herum, um sehr gebildet so klingen, oder es steckt Tiefgründigeres dahinter, dessen er/sie sich beim Schreiben nicht bewusst war.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich finde die Begründung mit den Besuchen bei den Großeltern eh ein bisschen bei den Haaren herbeigezogen. Das besondere an dem Parkplatz und dem Fundort der Leiche war ja, dass der Parkplatz an der Landstraße lag, die Leiche aber ein Stück in den Wald hinein an einem Weg lag und diese Stelle weder vom Parkplatz noch von der Landstrasse aus, einsehbar war.
Noch so ein Punkt, richtig. Wenn beide aus der Gegend kamen, warum sollte der Beschuldigte daher seine Ortskenntnisse gehabt haben, dass er mit dem Freund dessen Großeltern besuchte?
Oder wohnten sie nicht so nah beieinander, wie man es vermuten könnte?


Ich komme aus einer sehr ländlichen Gegend im Rhein-Sieg-Kreis, war vor ca 30 Jahren viel in Obeberg unterwegs und musste manchmal 50km fahren um Freunde zu treffen. Mir sind heute noch manch abgelegene Parkplätze oder Waldwege im Gedächtnis. Ob es die so noch gibt, weiß ich nichtmals, aber ich kannte einige.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 21:43
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:nach mehrmaligem Lesen deines Posts kommt mir das immer überzeugender vor, was die Ford-Werke und das "Assoziieren" angeht.
Für mich ist es auch so, dass der Ford einfach vorausgesetzt wird, weil es außer Ford nichts gab. Deswegen nur die beiden Modelle. Wie wenn man sagt: "Ich trinke einen Chivas" oder ich rauche eine "Reval". Diese Ford "Oberklasse" wurde dann mit dem Granada und dem Taunus assoziiert.

Ford hat heute 13.000 Mitarbeiter. Das ist gewaltig. Zahlen aus anderen Jahrzehnten habe ich leider nicht.
Zitat von RotkäppchenRotkäppchen schrieb:Eben deshalb stolperte ich auch darüber. Entweder schmeißt er/sie mit Fremdwörtern um sich herum, um sehr gebildet so klingen, oder es steckt Tiefgründigeres dahinter, dessen er/sie sich beim Schreiben nicht bewusst war.
Ich glaube wirklich, dass ein Mercedes Mitarbeiter nicht von einem "Mercedes C-Klasse" sprechen würde, sondern nur von einer C-Klasse.

Eine andere Erklärung habe ich nicht, denn bei einer Ablenkung von dem Renault 6 hätte ja auch ein saharabeiger Opel Rekord seinen Dienst getan.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Renault 5
War es ein Renault 5, den der Zeuge gesehen hat? Ich hatte einen Renault 6 in Erinnerung, aber ich mag mich täuschen. Der Renault 5 war ja noch kleiner.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 21:49
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:War es ein Renault 5, den der Zeuge gesehen hat? Ich hatte einen Renault 6 in Erinnerung, aber ich mag mich täuschen. Der Renault 5 war ja noch kleiner.
Renault 6
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb am 09.09.2024:Beschreibung Tatverdächtiger

männlich
circa 175 cm groß
Alter zum Tatzeitpunkt 1979: 20-30 Jahre (heutiges Alter: Mitte 60 bis Mitte 70)
Die Betroffene beschrieb das Auto als hellfarbig und einem Renault 6 ähnlich mit einem Kennzeichen aus Euskirchen (Stadtkennung EU). Dies wird durch mehrere Augenzeugen bestätigt, die beobachteten, wie Claudia WILBERT in ein hellfarbenes Auto stieg.
Quelle: https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/Fahndungen/Personen/UnbekanntePersonen/Mord_CW/Sachverhalt.html



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10.02.2025 um 21:58
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:War es ein Renault 5, den der Zeuge gesehen hat? Ich hatte einen Renault 6 in Erinnerung, aber ich mag mich täuschen. Der Renault 5 war ja noch kleiner.
Nein, ich hab mich getaescht. R6 ist richtig.


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10.02.2025 um 22:01
@Justsaying
@Rotkäppchen

Alles klar. Wir sind uns aber alle einig, dass auch ein Renault 6 nicht mit einem Ford Granada oder einem Ford Taunus verwechselt werden kann.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 22:12
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:Alles klar. Wir sind uns aber alle einig, dass auch ein Renault 6 nicht mit einem Ford Granada oder einem Ford Taunus verwechselt werden kann.
Deshalb fragte ich. An den Taunus erinnere ich mich noch recht gut, da ich mehrere Leute kannte, die einen hatten. Das war halt ein "Taunus". Mir war damals nichtmals bewusst, dass es ein Ford war, aber eben ein Taunus, weil das gesagt/erwähnt wurde. (Ich erinnere mich an mehrere grüne und orangefarbene mit schwarzem Verdeck in den 80ern)
Ich kenne mich ansonsten nicht wirklich gut mit Automarken und Modellen aus, aber auch ein Renault 6 ist mir noch ein Begriff und ich kenne aus damaliger Zeit keinen Taunus, an den ich mich erinnere, der einem Renault 6 glich, aber das muss nichts heißen, da ich nur von den Modellen aus meinem Bekanntenkreis ausgehe.
Wurde im Film nicht noch etwas gesagt, welche Marke/Modell noch in Frage hätte kommen können? Vielleicht täusche ich mich.

Das Erwähnen der Marke "Ford" könnte wirklich ein Hinweis auf das Arbeitsumfeld sein.


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10.02.2025 um 22:33
Ich google jetzt absichtlich nicht, ich lasse nur meine Erinnerungen spielen.
Einen Renault 6 habe ich eher kastenförmig in Erinnerung und hätte ihn, in meiner Unwissenheit damals vielleicht mit einem Kombi verglichen, weil alles, was kein Stufenheck hatte, für mich eher ein Kombi war.
Andererseits war ein Kombi für mich damals etwas Besonderes. Wer einen Kombi hatte, damit habe ich "teuer" und eher "außergewöhnlich" verbunden. Dann sagte man aber "Der, der den Kombi hat" - die Marke war anscheinend gar nicht so wichtig.
Ich meine damit nicht, dass der Renault 6 in diese Kategorie fiel, damit assoziiere ich (wenn wir schon bei dem Wort sind) eher ein günstigeres Auto. War dem tatsächlich so?
Ein Renault 6 war für mich kein Kombi, aber auch kein "normales" Auto, denn "normale" Autos in den 70ern/80ern hatten für mich ein Stufenheck.


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10.02.2025 um 22:57
@Rotkäppchen
Es gab den R4, von dem noch vereinzelte Exemplare rumfahren. Ein kleines, kantiges Auto, wie ein Duplo-Auto, mit so einer merkwürdigen Knüppelschaltung an den Armaturen. Die Dinger sind den Besitzern unterm Hintern weggerostet, hatten aber ihre Liebhaber. Dann gab es den R5, der von der Form her etwas gefälliger war. Der R6 (ich musste wirklich Google bemühen, denn das Modell ist mir auch bei Oldtimer Treffen noch nie begegnet) war etwas größer, sehr kantig, von der Größe her würde ich auf maximal Golf schätzen. Ein solches Auto hätte man niemals mit einem Ford Granada oder einem Taunus verwechseln können. Nach meinem Verständnis ähnelt es dem R4, war nur etwas größer. Es war ein eher günstiges Auto, sicherlich auch viel günstiger als ein VW. Ich hatte weiter oben die Preise eines Granadas 1977 verlinkt. Der war für einen jungen Menschen sicherlich außer Reichweite. Aber möglicherweise gab es Mitarbeiterrabatte, wenn man beim Hersteller gearbeitet hat. Ich erinnere mich, dass es früher sehr günstig war, Jahreswagen bei VW in Wolfsburg zu kaufen. Das waren Wagen, die von Mitarbeitern mit einem satten Rabatt erworben werden konnten, und die nach einem Jahr verkauft werden durften. Dieses Modell gibt es nicht mehr.


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Mordfall Claudia Wilbert

10.02.2025 um 23:03
Zitat von JamesRockfordJamesRockford schrieb:Es gab den R4, von dem noch vereinzelte Exemplare rumfahren. Ein kleines, kantiges Auto, wie ein Duplo-Auto, mit so einer merkwürdigen Knüppelschaltung an den Armaturen. Die Dinger sind den Besitzern unterm Hintern weggerostet,
Oh ja, Rostlaube, kleiner Kasten, kannte ich fast ausschließlich in hellbeige bzw eierschalenfarben und hab ihn stets mit einer "Ente" verwechselt.


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