Der Yogtze-Fall
26.02.2025 um 14:59Das war vielleicht in Kaffs am Land so, aber nicht in einer relativ dicht besiedelten und industrialisierten Gegend wie dem Siegerland der 80er Jahre. Schon gar nicht auf der Autobahn.Origines schrieb:Bei Unfällen auf den Höfen (z.B. Arm in die Kreissäge) hat man nicht den Notarzt gerufen, denn der hätte mindestens 20 bis 25 Minuten gebraucht. Falls irgendwie möglich also ins private Auto und selbst in die Stadt. Das Opfer war eher in der Notaufnahme als der Arzt vor Ort. Das war der Normalfall.
Die BRD hatte damals eines der besten Rettungs- und Notarztsysteme, auf die viele Länder neidisch waren. Österreich zb, im Vergleich zur Bundesrepublik waren wir damals noch im Mittelalter. Von der DDR und noch ärmeren Ostblockstaaten will ich ja gar nicht reden.
Und wenn man, aus welchen Gründen auch immer, beschließt einen Schwerstverletzten selber zu transportieren, anstatt die 10 Minuten auf qualifiziertes Rettungspersonal zu warten, versucht man wenigstens, (angesichts des fast abgerissenen Arms mit Sicherheit vorhandene) Blutungen zu stillen und den nackten Verletzten zuzudecken, besonders wenn es kalt draußen ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Stoll unter anderem am Blutverlust gestorben ist, weil das eben nicht gemacht wurde. (Gibt es eigentlich nähere Details zu seinen Verletzungen und zur Todesursache? Autopsieberichte wären Interessant, hab ich aber in dem Fall leider noch nie gesehen)