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Der Yogtze-Fall

15.182 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Auto, Ungelöst ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Yogtze-Fall

Der Yogtze-Fall

26.02.2025 um 14:59
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Bei Unfällen auf den Höfen (z.B. Arm in die Kreissäge) hat man nicht den Notarzt gerufen, denn der hätte mindestens 20 bis 25 Minuten gebraucht. Falls irgendwie möglich also ins private Auto und selbst in die Stadt. Das Opfer war eher in der Notaufnahme als der Arzt vor Ort. Das war der Normalfall.
Das war vielleicht in Kaffs am Land so, aber nicht in einer relativ dicht besiedelten und industrialisierten Gegend wie dem Siegerland der 80er Jahre. Schon gar nicht auf der Autobahn.
Die BRD hatte damals eines der besten Rettungs- und Notarztsysteme, auf die viele Länder neidisch waren. Österreich zb, im Vergleich zur Bundesrepublik waren wir damals noch im Mittelalter. Von der DDR und noch ärmeren Ostblockstaaten will ich ja gar nicht reden.

Und wenn man, aus welchen Gründen auch immer, beschließt einen Schwerstverletzten selber zu transportieren, anstatt die 10 Minuten auf qualifiziertes Rettungspersonal zu warten, versucht man wenigstens, (angesichts des fast abgerissenen Arms mit Sicherheit vorhandene) Blutungen zu stillen und den nackten Verletzten zuzudecken, besonders wenn es kalt draußen ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Stoll unter anderem am Blutverlust gestorben ist, weil das eben nicht gemacht wurde. (Gibt es eigentlich nähere Details zu seinen Verletzungen und zur Todesursache? Autopsieberichte wären Interessant, hab ich aber in dem Fall leider noch nie gesehen)


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26.02.2025 um 18:47
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ich denke, es ist auch egal ob eine Notrufsäule in Sichtweite war oder nicht. Es bestand so oder so kein Interesse, sie zu benutzen.
Das denke ich auch.
Die Säulen standen damals in einem Abstand von 2000 Meter. Warum hat man dann nicht schon vorher bei einer Säule gehalten? Kann natürlich sein das Stolls Golf damals über den Parkplatz Brunsbecke (falls es den schon gab/bzw. dort eine Möglichkeit bestand von der Landstraße auf die BAB zu kommen) auf die Autobahn gefahren wurde. Dann wäre die Säule am "Unfallort" die nächstmögliche (neben der Säule am besagtem Parkplatz) gewesen.


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26.02.2025 um 21:41
Zitat von ExilHarzerExilHarzer schrieb:Kann natürlich sein das Stolls Golf damals über den Parkplatz Brunsbecke (falls es den schon gab/bzw. dort eine Möglichkeit bestand von der Landstraße auf die BAB zu kommen) auf die Autobahn gefahren wurde.
Den Parkplatz Brunsbecke gab es schon (alle Parkplätze, die ich mir an geschaut habe gab es schon). Auch gab es einen gut erkennbaren Verbindungsweg zur Straße zw. Stollen und Hunsdiek. Kann man schön auf den historischen Orthofotos bei tim-online.nrw.de sehen. Sowas sollte aber eigentlich nicht frei befahrbar sein, aber das kann man natürlich auf den alten Luftbildern nicht erkennen, ob und wie das damals gesichert/abgesperrt war. Heute ist da jedenfalls eine Schranke, wie man auf StreetView sieht.

Wobei ich ja immer noch eher vermute, dass der "Unfall-"/Auffindeort viel näher an Lüdenscheidt Nord war, wo es bei XY auch eingezeichnet war, auch wenn man dafür die verbale Beschreibung als kurz vor Hagen Süd etwas großzügiger auslegen und vor allem den berühmten km 37,190 aus dem Auto-Bild-Artikel (Wiki) anzweifeln muss, der mir aber sowieso etwas komisch vorkommt (s. Bild 146).

Ich hatte ja gehofft, dass zum runden Todestag nochmal irgendwo, ein bestimmtes Bild der Stelle auftaucht (vorzugsweise in einem freien Artikel), dass ich extrem gerne in einer etwas höherer Auflösung gesehen hätte. Leider ist das nicht passiert, oder an mir vorbeigegangen.


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28.02.2025 um 17:13
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ich denke, es ist auch egal ob eine Notrufsäule in Sichtweite war oder nicht.
Doch, da wir bisher offenbar nicht vom selben Ort mit Notrufsäule sprachen.
Wie gesagt, ich meinte den, an dem der Wagen mit GS schließlich gefunden worden war.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Es bestand so oder so kein Interesse, sie zu benutzen.
Und das kannst Du nicht wissen.


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28.02.2025 um 18:17
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Und das kannst Du nicht wissen.
Ich weiß nichts. Und Du weißt nichts.

Spoilerhttps://youtu.be/9F2gwnUBlDE?si=yIVkQOhJoPrP6ZKI&t=34

Tatsache ist, die Notrufsäule wurde von den LKW-Fahrern genutzt, die das Opfer aufgefunden hatten. Und nicht vorher. Und auch an keiner anderen Notrufsäule oder einem Telefon Hilfe für das Opfer angefordert wurde.

Und da das Opfer an anderer (unbekannter) Stelle überrollt und schwer verletzt wurde, die Stelle auch nicht in der Nähe aufgefunden wurde, hätte es für den oder die Beteiligten vermutlich nicht nur an dieser Notrufsäule die Möglichkeit gegeben, Hilfe zu rufen.

Also ist die Schlussfolgerung, es habe bei dem oder den Tatbeteiligten kein Interesse bestanden, diese oder eine andere Notrufsäule zu benutzen, vielleicht nicht absolut zwingend, aber doch sehr naheliegend.


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01.03.2025 um 12:11
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Und nicht vorher.
Du hast schon mitbekommen, dass sie einen Unfall hatten?


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01.03.2025 um 13:14
Spätestens nach diesem zweiten Unfall hätte man wohl die Notrufsäule genutzt, wenn man Interesse hätte, Stoll zu retten.

Die mit der (an sich schon abstrusen) Psychothese untrennbar verbundene Helferthese ist komplett konstruiert und sehr unrealistisch.
Gehen wir das ganze mal durch:

Ein (psychisch nicht vorerkrankter, unauffälliger) Mann fühlt sich seit längerer Zeit beobachtet und bedroht. Seine Frau sagt später aus, dass seltsame Autos am Haus vorbei fuhren.
Oft äußert er, dass jemand ihm etwas antun will.
An einem Abend fühlt er sich besonders bedroht, äußert seine Todesangst und dass ihm ein Licht aufgeht.

Er fährt in eine Kneipe, in der er öfters ist, und kippt dort zufällig einfach um - rücklings(!) - und hat zufällig Gesichtsverletzungen(!) (anmerkung: Bei Kneipenschlägerein ist es, besonders unter einer eingeschworenen Gemeinschaft von Stammgästen, üblich, nichts gesehen zu haben bzw dass das Opfer einfach umgekippt ist).

Anschließend fährt er weiter, sucht Hilfe bei einer Bekannten aus seiner Kindheit, die auch in der Nähe seiner Eltern lebt. Er kündigt der alten Frau an, es werde etwas schreckliches passieren.

Dann fährt er ohne ein genaues Ziel zu haben irgendwo hin, zieht sich trotz der Kälte und trotz massiver Todesangst (und keiner Suizidalität oder Ähnlichem!) nackt aus und wird von einem Auto überfahren (seine Verletzungen deuten auf mehrmaliges Überrollen einer bereits am Boden liegenden Person hin!).

Die Insassen dieses Fahrzeuges wollen ihm helfen, aber leisten keinerlei erste Hilfe, trotz stark blutender Wunden. Ebenfalls decken sie Stoll nicht zu, obwohl er nackt ist, es kalt ist und man in jedem Ersthelferkurs gleich am Anfang lernt, dass ein Schwerverletzter zuzudecken ist. Nicht einmal eine Jacke oder zumindest sein Hemd hat man ihm angezogen, obwohl diese ja im Auto lagen.

Sie rufen auch nicht über die Notrufsäule schnell und unkompliziert die Rettung, wie das damals üblich war. (Falls sie Fahrerflucht begehen wollten, wäre das die unauffälligste Möglichkeit, Stoll dennoch zu helfen!)
Stattdessen setzen sie Ihn in sein eigenes Auto, das da auch irgendwo rum stand, fahren auf der Autobahn irgendwo hin, wie man es höchstens in den 50er Jahren gemacht hat, am Land vielleicht noch später, aber nicht bei offensichtlich so schweren Verletzungen.

Und dann - so ein Pech aber auch! - haben sie noch einen Unfall. Wie durch ein Wunder sind sie selber unverletzt geblieben.
Nahe der Unfallstelle befindet sich eine Notrufsäule, aber wieder bleibt sie ungenutzt.
Stattdessen wuseln sie bei dem Auto herum, ohne Stoll erste Hilfe zu leisten.

Dann kommt ein LKW und stört sie bei dem, was auch immer sie gerade machen, und sie verschwinden.

Man merkt, dass man sich die Wahrheit ordentlich zurechtbiegen muss, um diese Geschichte zu glauben.
Alles deutet darauf hin, dass Herr Stoll mit seinen Ängsten recht hatte und tatsächlich umgebracht wurde. Die Polizei, die mehr Informationen hat und sicherlich kompetent genug ist, Unfälle von Morden zu unterscheiden, hat immer in die Richtung eines Verbrechens ermittelt und einen Unfall für weniger wahrscheinlich empfunden.


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01.03.2025 um 13:14
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Also ist die Schlussfolgerung, es habe bei dem oder den Tatbeteiligten kein Interesse bestanden, diese oder eine andere Notrufsäule zu benutzen, vielleicht nicht absolut zwingend, aber doch sehr naheliegend.
Ja, Du hast vollkommen Recht - Es hätte doch im Prinzip zwei Augenblicke gegeben, in denen man erwarten würde, dass unter normalen Umständen Hilfe gerufen wird:

Einmal unmittelbar nach dem Überrollen des GS bzw. dem Augenblick wo man mit dem Verletzten im Auto die erste Notrufsäule oder eine andere Möglichkeit (z. B. ein Telefon in einer Kneipe, eine Telefonzelle oder sogar in einem x-beliebigen Privathaus wo man an der Tür klingelt und bittet, dass die Leute den Rettungsdienst rufen sollen) erreicht.

Und zum Zweiten nach dem Unfall auf der Autobahn, als dann klar war, dass man nicht mehr weiterfahren kann.

Beide Möglichkeiten wurden aber nicht genutzt.

Und das deutet dann schon darauf hin, dass es hier nicht primär darum ging, schnellstmöglich Hilfe für GS zu organisieren.

Selbst wenn man annimmt, dass GS ursprünglich ins Auto gepackt wurde um ihn in ein Krankenhaus zu bringen, wäre ja bei dem Unfall auf der Autobahn klar gewesen, dass das nicht mehr gehen wird weil das Auto Schrott ist oder zumindest so im Graben liegt, dass man nicht mehr rauskommt. Spätestens dann wäre es also richtig gewesen, zumindest über die Notrufsäule Hilfe zu rufen, selbst wenn man, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit der Sache in Verbindung gebracht werden möchte. Man hätte ja einen falschen Namen (oder gar keinen) nennen können und dann abhauen, die Notrufsäule hat ja keine Kamera o. Ä.

(Hat sich gerade mit dem Beitrag von @AdmiralAl überschnitten)


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01.03.2025 um 13:51
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:Du hast schon mitbekommen, dass sie einen Unfall hatten?
Ja. Und? Ich verstehe nach wie vor nicht Dein Problem.
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:Die mit der (an sich schon abstrusen) Psychothese untrennbar verbundene Helferthese ist komplett konstruiert und sehr unrealistisch.
Nun, es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Stoll wurde bedroht, hatte Angst, holte sich aber weder Hilfe noch äußerte er Konkretes. Und wurde ermordet. Aus den bekannten Ereignissen einen Mord zu konstruieren, fällt mir aber schwer, weil die Handlungen der Täter beim derzeitigen Stand völlig rätselhaft und motivlos erscheinen. Die Täter hätten ihr Opfer einfach liegen und sterben lassen können.

Während ich mir den Transport einer Leiche (möglichst weit weg vom Tatort - siehe z.B. Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau ) noch zur Verschleierung der Tat erklären könnte, ist der Transport einer tödlich verletzten Person doch - ich drücke mich jetzt mal distanziert aus - ungewöhnlich.

2. Stoll war psychisch krank geworden. Er litt unter einer wahnhaften Psychose. Das würde sein erratisches Vorverhalten erklären, ggf. auch die Nacktheit, als er überrollt wurde. Das relativiert auch seine Aussagen gegenüber den LKW-Fahrern. Doch wenn es fahrlässige Tötung oder eine andere Tat mit oder ohne Tötungsabsicht war, vielleicht fahrlässige Körperverletzung mit anschließendem Tötungsvorsatz (mehrfaches Überrollen mit einem unbekannten Kfz), dann erscheinen die Handlungen der Täter in der Folge erst mal rätselhaft und motivlos.

Es ist das mehrfache Überrollen wie auch der Transport des völlig unversorgt gelassenen Schwerverletzten im eigenen Wagen über die Autobahn, ohne jeden Versuch, Hilfe zu holen, der Fragen aufwirft.

3. Conclusio. Egal, ob Stoll psychisch krank war oder nicht:

Es gibt m.E. zwingend ein schwerkriminelles Element in dem Vorgang, soweit er ermittelt werden konnte. Entweder war es Mord, oder ein Unfall mit anschließendem Tötungsvorsatz und -handlung als Zweittat. Der Transport hätte in beiden Fällen der Verschleierung gedient, was ja auch gelang. Die Aussagen des Schwerverletzten können, müssen aber nicht, Hinweise auf die Täter sein. Das können wir einfach nicht wissen.


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01.03.2025 um 14:16
Ich denke, der Vorfall im Papillon ist auch anders abgelaufen als offiziell behauptet. Es wurde schon viel darüber diskutiert.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Während ich mir den Transport einer Leiche (möglichst weit weg vom Tatort - siehe z.B. Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau ) noch zur Verschleierung der Tat erklären könnte, ist der Transport einer tödlich verletzten Person doch - ich drücke mich jetzt mal distanziert aus - ungewöhnlich.
Nun ja, dazu habe ich mehrere Erklärungsansätze.
Vermutlich war Stoll bewusstlos und wurde für tot gehalten. Später ist er wieder aufgewacht. Vielleicht war es ja so, dass das plötzliche Aufwachen eines Todgeglaubten den Fahrer so erschrocken hat, dass er einen Unfall gebaut hat.
Vielleicht hat man dann aber auch den Plan geändert. Anstatt Stoll weiter mit zu nehmen, hat man den Unfall vorgetäuscht.

Es kann auch gut sein, dass sie nie vorhatten, ihn umzubringen, sondern eine Art Racheaktion völlig eskaliert ist und nun nicht wussten, was sie tun sollten. Vielleicht wollten sie ihn ganz wo anders aussetzen, um - falls er überlebt - das ganze weiter zu verschleiern. Wahrscheinlich haben sie geahnt, dass Stoll sterben wird, und haben sich vielleicht nicht mal die Mühe gemacht, ihn zu erlösen.

Es kann aber auch sein, dass das alles geplant war - und es hat ja funktioniert. Kein Täter wurde gefunden, es gab nicht mal Verdächtige.


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01.03.2025 um 14:39
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:Anstatt Stoll weiter mit zu nehmen, hat man den Unfall vorgetäuscht.
Das halte ich für wahrscheinlicher als einen unabsichtlichen Unfall, ja.
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:Vermutlich war Stoll bewusstlos und wurde für tot gehalten.
Das würde dann den Transport - weg vom Tatort, um diesen zu verschleiern - besser erklären, wobei ich eine (mutmaßliche) Leiche im Kofferraum transportiert hätte.

Siehe hierzu die Argumente in Beitrag von Slaterator (Seite 760)
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:Kein Täter wurde gefunden, es gab nicht mal Verdächtige.
So oder so: Die Absicht, zwischen Tatort und Fundort des Opfers möglichst große Distanz zu bringen, die hätte dann funktioniert.

Davon unbenommen glaube ich nicht an eine geplante Tat und bin aufgrund der Symptomatik Stolls sehr von einer psychischen Erkrankung überzeugt. Ich weiß nicht, was Fachleute (Psychiater) dazu meinen, bin aber überzeugt, dass die Polizei solche hierzu befragt hat. Offiziell heißt es "nicht ausgeschlossen", was ich hier eher als ein "nicht unwahrscheinlich" interpretieren würde, weil die Polizei vermutlich bei den meisten sich "normal" verhaltenden Verbrechensopfern sagen würde "keine Anhaltspunkte". Die gibt es hier aber.

Mal in die Threadkiste gegriffen, Argumente dafür:

Beitrag von Palio (Seite 648)

Und Argumente dagegen:

Beitrag von Slaterator (Seite 764)

Wie erläutert, schließt eine psychische Erkrankung für mich ein Verbrechen nicht aus. Im Gegenteil. Hilflose verwirrte Menschen können sehr leicht zu Opfern werden, wenn sie sich einerseits irrational verhalten und in Gefahr bringen und andererseits dabei in die Hände "böser Menschen" geraten. Ich fürchte, das ist Stoll passiert.


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01.03.2025 um 15:18
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wie erläutert, schließt eine psychische Erkrankung für mich ein Verbrechen nicht aus. Im Gegenteil. Hilflose verwirrte Menschen können sehr leicht zu Opfern werden, wenn sie sich einerseits irrational verhalten und in Gefahr bringen und andererseits dabei in die Hände "böser Menschen" geraten. Ich fürchte, das ist Stoll passiert.
Sehr richtig. Man sollte sich nicht immer so sehr in "entweder-oder" Positionen verbeißen. Also: Entweder war er psychisch krank oder es war ein Mord (gerne mit einer langen Vorgeschichte versehen).

Möglich wäre eben auch eine Kombination von beidem: In einem (wie auch immer medizinisch zu definierenden) mentalen Ausnahmezustand ist er dann, wie Du es beschreibst, an die falschen Leute geraten, die sich einen Spaß mit dem "Irren" machen wollten, was dann nun mal sehr schlecht ausgegangen ist. Oder nicht erkannten, dass er im Prinzip krank ist (folglich also für seine Handlung nicht verantwortlich zu machen) und sich von ihm irgendwie so sehr provoziert fühlten, dass sie "es ihm mal ordentlich zeigen wollten".

Ob sie ihn dann ins Auto gepackt haben, weil sie diese (ursprünglich nicht geplante) Sache dann vertuschen wollten oder weil sie ihn irgendwo hinbringen wollten, wo ihm geholfen wird, ist dann wieder eine andere Frage, die aber nicht zwingend mit dem ursprünglichen Grund in Verbindung stehen muss. Man könnte ja sogar davon ausgehen, dass die anderen Männer in dem Auto ihre Meinung im Verlaufe der Fahrt geändert haben und eine ursprüngliche Planung dann während der Fahrt aufgegeben wurde.


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01.03.2025 um 17:01
Ohne den ganzen Thread gelesen zu haben:
Woher weiß man eigentlich, dass er mehrfach überrollt wurde? Im Themenwiki steht bei Wiedergabe der Obduktion: "Bei der Obduktion ist herausgekommen, dass Günther Stoll offensichtlich von einem Fahrzeug überrollt worden ist, ein- oder mehrfach konnte man nicht genau sagen."

Und wenn er mehrfach überrollt wurde, könnten es dann nicht auch verschiedene Autos gewesen sein, weil vielleicht der erste, der ihn überfahren hat, Unfallflucht begannen und ihn nackt und überrollt auf der Straße liegen gelassen hat?


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01.03.2025 um 18:30
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:In einem (wie auch immer medizinisch zu definierenden) mentalen Ausnahmezustand ist er dann, wie Du es beschreibst, an die falschen Leute geraten, die sich einen Spaß mit dem "Irren" machen wollten, was dann nun mal sehr schlecht ausgegangen ist.
Ich möchte noch hinzufügen, dass es Depressionen mit psychotischen Symptomen (z.B. Paranoia) gibt. Und die Lebenssituation war für Stoll objektiv sehr belastend.

Zudem dachte ich an Täter, die beispielsweise schlafende Obdachlose bei lebendigen Leib anzünden. Oder grundlos den "Dorfdeppen" als "Untermenschen" in einer Jauchegrube ertränken. Es gibt noch viele weitere Fälle dieser Art.

https://www.spiegel.de/panorama/gestaendnisse-im-fall-marinus-ein-mord-wie-im-horrorfilm-a-250407.html

Zwar fehlen für menschenverachtende oder sadistische Motive oder auch Folter klare Anhaltspunkte, aber es wäre ein Erklärungsansatz.


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01.03.2025 um 18:38
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Zudem dachte ich an Täter, die beispielsweise schlafende Obdachlose bei lebendigen Leib anzünden. Oder grundlos den "Dorfdeppen" als "Untermenschen" in einer Jauchegrube ertränken. Es gibt noch viele weitere Fälle dieser Art.
Ja, an sowas dachte ich auch. Das ist natürlich (zum Glück!) nicht allzu häufig, aber bevor ich mir nun irgendwelche wilden Geschichten in Stolls Leben hineindenke, für die es keine Anhaltspunkte gibt, wäre das zumindest eine Möglichkeit.

Oder eben ein, sagen wir mal: Dynamisches Geschehen. Also dass Stoll z. B. irgendwelche Leute, die er für die Verfolger hielt, angepöbelt hat und diese wiederum waren darüber so erbost, dass sie ihm mal ordentlich Angst einjagen wollten. Womöglich in Verbindung mit einer Gruppendynamik ("Ha, das traust Du Dich doch nicht!" - "Oh, doch, das wirst Du gleich sehen, was ich mich traue, halte den mal fest...."). Und/oder Alkoholeinfluss.

Natürlich gibt es für sowas keine Anhaltspunkte. Aber die gibt es für irgendwelchen wilden Erpressungen die Stoll begangen haben soll und was noch so alles vorgeschlagen wurde, ja auch nicht.


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02.03.2025 um 01:15
Man sollte nichts ausschließen.
Allerdings sehe ich für die Psychothese weiterhin keine Anhaltspunkte.

Stoll hatte Angstzustände - aber alle seine Ängste sind eingetroffen.
Zitat von ThiraThira schrieb:Woher weiß man eigentlich, dass er mehrfach überrollt wurde? Im Themenwiki steht bei Wiedergabe der Obduktion: "Bei der Obduktion ist herausgekommen, dass Günther Stoll offensichtlich von einem Fahrzeug überrollt worden ist, ein- oder mehrfach konnte man nicht genau sagen."
Gute Frage - ich habe öfters gelesen, dass es mehrmals passiert ist und vor allem, dass er liegend überrollt und nicht im Stehen von einem Fahrzeug erfasst wurde. Das ist sehr bedeutend, weil es ein Unfallgeschehen eher ausschließt.


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Der Yogtze-Fall

02.03.2025 um 01:16
Nachtrag weil ich es vergessen habe: Gibt es eigentlich genauere Details zur Obduktion?
In vielen Fällen findet man ja genauere Berichte mit Befunden usw, teilweise sogar mit Bildern. Das würde sicherlich auch einige hier gestellte Fragen klären.


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02.03.2025 um 01:26
Muss ich mir eigentlich alle Beiträge vorher durchlesen um mich beteiligen zu dürfen?


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02.03.2025 um 03:45
Zitat von Pilot2GunnerPilot2Gunner schrieb:Muss ich mir eigentlich alle Beiträge vorher durchlesen um mich beteiligen zu dürfen?
Na ja, prinzipiell wärs empfehlenswert, um komplett informiert zu sein, und man entdeckt immer wieder auch oft was neues interessantes, das leider in den ganzen unnötigen und sich dauernd wiederholenden Diskussionen untergeht.
Allerdings ist es ratsamer, zuerst Artikel darüber zu lesen und gute Videos und den XY Beitrag anzusehen. Die letzten paar Seiten solltest du aber auf jeden Fall lesen, um zu wissen, worüber aktuell diskutiert wird.

Allerdings neigen die Diskussionen dazu, sich im Kreis zu drehen. Wie so oft haben die Leute ihre eigene, gefestigte Meinung und lassen sich davon kaum abbringen. Es war aber auch schon schlimmer, momentan ist es hier etwas ruhiger, weil ein bestimmter Benutzer gesperrt ist.


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02.03.2025 um 06:54
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:Stoll hatte Angstzustände - aber alle seine Ängste sind eingetroffen.
Und daraus willst Du schließen, dass sich die Ängste ex ante auf das bezogen, was ihm dann passiert ist? Ist ein bisschen wie mit Nostradamus: Je unbestimmter die Prophezeiung, um so leichter fällt es ex post an ihre Erfüllung zu glauben.

Diese Ängste Stolls waren offenbar reichlich unbestimmt. Bezüge zur Realität waren nicht erkennbar. Befürchtungen (vor konkreten Dingen) oder einen konkreten Anlass für seine Angst oder seinen Gemütszustand hat er nicht geäußert. Und dass Schreckliches eingetroffen ist, kann sogar primär seine Ursache in den Angstzuständen haben (siehe bereits Ohnmachtsanfall in der Kneipe). Stoll war in seiner seelischen Verfassung schlicht nicht fahrtüchtig. Da konnte auch ohne Fremdeinwirkung jederzeit Schreckliches passieren.

Der verführerische Schluss "die Ängste waren nicht wahnhaft, weil sie sich als real erwiesen haben", ist m.E. nicht möglich, weil angesichts ihrer Unbestimmtheit und Unbestimmbarkeit keine Deckungsgleiche herbeigeführt werden kann.
Zitat von AdmiralAalAdmiralAal schrieb:In vielen Fällen findet man ja genauere Berichte mit Befunden usw, teilweise sogar mit Bildern. Das würde sicherlich auch einige hier gestellte Fragen klären.
Nein, nicht in Deutschland. Falls doch einmal, wurden sie illegal veröffentlicht.

Es gibt für die Behörden weder eine rechtliche Pflicht noch einen vernünftigen Grund, Ermittlungsakten zu veröffentlichen. Erst recht nicht Obduktionsberichte mit Fotos usw. Persönlichkeitsschutz, Täterwissen, Ermittlungstaktik. Selbst im öffentlichen Strafprozess gilt das Prinzip der Mündlichkeit, vom Akteninhalt erfährt die Öffentlichkeit durch Zeugenaussagen (auch von Sachverständigen).

Somit müssen wir damit leben, dass nach Angaben der Polizei das Opfer einmal oder mehrfach nackt überrollt worden ist - und das nicht mit dem eigenen, sondern einem fremden Fahrzeug.
Überrollung: Beim Überrollen wird ein liegender Fußgänger von den Reifen überrollt. Dabei kommt es durch die Krafteinwirkung zu einer Ablederung der Haut und Unterhaut von der Muskulatur.

Überfahrung: Beim Überfahren wird ein liegender Fußgänger nicht von den Reifen überrollt. Die Schädigung tritt durch den Unterboden des Fahrzeugs auf.
Quelle: Themen-Wiki: Der Yogtze-Fall


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