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Mordfall Hinterkaifeck

52.216 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

06.01.2025 um 22:31
@jaska
Hallo,
es kommt immer darauf an für was ein Hund gezüchtet wurde. Hovawart ist altdeutsch der Wächter des Hofes. Liegt nur, wacht ständig, nicht sehr schnell, bullig und masiv. Ein Yorhshire Terrier zur Rattenjagd. Drum die Haare vor den Augen. Es gibt sicher Experten die das bestätigen. Aber ein Beweis ist das nicht. Und auch so reagiert jeder Hund anders.
Aber ich glaube das sind nichtige Nebensachen.
Das mit dem freiwilligen einlassen finde ich einen intressanten Gedankengang. Eröffnet mir mehrere neue Gedankengänge, die ich nur aufzähle und in Ruhe überdenken werde:
- Besucher war ein Bekannter
- Besucher war ein Fremder, der evt. um Hilfe bat. Oder als Kamerad vom Gabriel ausgab.
- Besucher war alleine oder zu zweit
- Besucher kam gemeldet
- Besucher kam unangemeldet
- Wann? Nach 17.00 Uhr ( da wurde die Magd gebracht ) und bevor alle Schlafkleidung trugen. Oder vorher und wurde im "Stall" versteckt. Bewusst versteckt. Victoria geht dann als 1. in den Stall.
- War des Geräucherte für den Besucher?
Beigetreten 2007 wegen dem Fall. Immer mitgelesen. Lange geschwiegen. Ich bin wie ein "Ent". Werde jetzt wieder lange nachdenken. Nachträglich allen ein Gutes Neues Jahr.


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Mordfall Hinterkaifeck

06.01.2025 um 23:00
Zitat von loiselloisel schrieb:Hallo, @pensionär

ich spiele es in Gedanken durch: Wenn der LS eine Aussprache wollte, warum gerade an dem Abend an dem die neue Magd kommt? Spräche für ein schlechtes Timing.Das stört mich immer bei Ihm als Täter.
Ich halte es auch für eine Tat aus Wut/Rache/Ehre sprich Emotionen. Nicht wegen Geld.
Hallo @loisel Du bist ja auch ein altes Urgestein im Forum, Du bist ein 2007er ich ein 2010er, hab aber vorher schon eine Weile mitgelesen. Ich freu mich immer, wenn auch altbekannte Namen mal wieder im thread aufkreuzen.
Zitat von PrinzregentPrinzregent schrieb:Wusste er denn von der neuen Magd? Und je nachdem, was besprochen werden sollte, hätte er doch von einem " normalen" Gesprächsverlauf ausgehen können...da wäre die Magd doch wurscht gewesen...
Das ist doch schon eine gute Antwort auf Deine Frage.

Die - ich nenn sie mal so - Aussprachetheorie ist hier schon alt und stammt wie gezeigt, wohl im Ursprung sogar von Riedmayr her. Aber ob das alles auf LS überhaupt zutrifft kann auch heute noch kein Mensch mit hinreichender Gewißheit ausmachen. Ich halte sie für erörterungswürdig, bin da aber sehr vorsichtig und zeige in dubio deswegen nicht mit dem Finger auf ihn. Der Fall ist polizeimäßig und justiziell unaufgeklärt.

ich nehme an, dass LS zu den "gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen" in Gröbern gehörte und ihm vielleicht nicht entgangen sein dürfte, dass eine neue Magd zum 1.4. in Hinterkaifeck einstehen wird. Immerhin lief die Vermittlung ja über eine Verdingerin. Ob er die beiden Schwestern gar im Dorf gesehen haben könnte, als sie schon einen Tag früher beschwerlich zu Fuß nach HK gewandert sind, käme auch auf den Weg an, den sie gegangen sind.

Wann genau hätte sie überhaupt ihren Dienst antreten müssen ? Hätte nach den Verdingungsvorschriften der 1. April nicht als Anreisetag gezählt und da ein Ankommen etwa gegen Mittag ausgereicht ? Ich weiß es nicht und das ist wahrscheinlich nur ein neumodischer Gedanke.

LG.


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07.01.2025 um 01:08
Zitat von pensionärpensionär schrieb:Da LS zwischenzeitlich bereits wieder verheiratet war, denke ich bei einer (nicht nur) von mir für möglich gehaltenen verabredeten "Aussprache" an dem fatalen Abend auch eher nicht unbedingt an direkte Liebeshändel oder Liebesdinge.
"Liebe vergeht, Tagwerk besteht" habe ich irgendwo mal gelesen.
Ich glaube nicht an eine Aussprache mit Lorenz Schlittenbauer, der hatte in den Kriegs- und Nachkriegsjahren auch nicht schlecht verdient.
Nach dem Eindruck, den ich bei der gründlichen Einvernahme vom 30.3.1931 gewann, halte ich jedoch eine Täterschaft des Schlittenbauer für sehr unwahrscheinlich. Ich kann mich auch des Empfindens nicht erwehren, dass es sich bei den gesamten Angaben des Maier um Schwätzereien handelt.
Quelle: Aktennotiz Riedmayr über Schlittenbauer 12.05.1931

Ich bin vielleicht etwas voreingenommen, meine Vermutung ist halt, dass sie jemanden schwer auf die Füße getreten sind. Meine Begründung für die Ursache lautet. Der Prozess wegen Inzest von 1915, wo einige Zeugen aufgetreten sind und vielleicht etwas übertrieben haben. Von da an wurden Verfehlungen gesucht oder Wechsel aufgekauft oder ähnliches, vielleicht gegenseitige Erpressung, Viktoria hat keinen Burschen mehr in Waidhofen angesehen.


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Mordfall Hinterkaifeck

07.01.2025 um 08:56
Zitat von PrinzregentPrinzregent schrieb:pensionär schrieb:
Zeugenaussage des LS (1941)

Es war meines Wissens nach 1931...
Zitat von FranzisFranzis schrieb:...
Nach dem Eindruck, den ich bei der gründlichen Einvernahme vom 30.3.1931 gewann, halte ich jedoch eine Täterschaft des Schlittenbauer für sehr unwahrscheinlich. Ich kann mich auch des Empfindens nicht erwehren, dass es sich bei den gesamten Angaben des Maier um Schwätzereien handelt.
Quelle: Aktennotiz Riedmayr über Schlittenbauer 12.05.1931
...

Ihr habt natürlich Recht, Danke.
Sorry für mein Versehen bei der Jahreszahl.

(Hervorhebungen von mir.)


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08.01.2025 um 14:57
@Franzis
Zitat von FranzisFranzis schrieb:Viktoria hat keinen Burschen mehr in Waidhofen angesehen
Da wären wir wieder beim Liebesleben der Bäuerin.
Laut Gruber ( „ sie braucht keinen Mann, dafür bin ich da“) musste sie keinen Burschen haben. Aber ob das Viktoria auch so sah? Sie war Witwe und konnte sich keine offenen Flirts erlauben. Das „gehörte“ sich damals nicht. Auch ein roter Rock war ein Novo für eine Witwe. Aber wie wir wissen, ging die Witwe mit einem knallroten Rock nach Waidhofen.
Für damalige Verhältnisse führte Viktoria ein lockeres Leben. Heute wäre das keine Rede wert. Sie war ja noch jung und hübsch und hatte „Tagwerk“
Zitat von pensionärpensionär schrieb:Liebe vergeht, Tagwerk besteht" habe ich irgendwo mal gelesen
Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt uns, dass Viktoria als Witwe nicht auf Sex verzichtet hat. Sie bekam 1919 ein Kind. Als Vater kamen in Frage:
Gruber
Schlittenbauer
Körbelzeuner
Dann war da noch ein Bursche, der sie heiraten wollte, Andreas Schreier
Burschen, die lt. Rieger zum Fensterln kamen.


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08.01.2025 um 15:21
@Hathora
Zitat von HathoraHathora schrieb:Aber wie wir wissen, ging die Witwe mit einem knallroten Rock nach Waidhofen.
Woher wissen wir das?


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08.01.2025 um 16:02
@jaska
Zitat von jaskajaska schrieb:Woher wissen wir das?
Logische Schlussfolgerung


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08.01.2025 um 16:29
@Hathora
Nicht Dein Ernst? Wieder eine bloße Schlussfolgerung als Fakt dargestellt?


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08.01.2025 um 16:38
Zitat von loiselloisel schrieb:Das mit dem freiwilligen einlassen finde ich einen intressanten Gedankengang. Eröffnet mir mehrere neue Gedankengänge, die ich nur aufzähle und in Ruhe überdenken werde:
- Besucher war ein Bekannter
- Besucher war ein Fremder, der evt. um Hilfe bat. Oder als Kamerad vom Gabriel ausgab.
- Besucher war alleine oder zu zweit
- Besucher kam gemeldet
- Besucher kam unangemeldet
- Wann? Nach 17.00 Uhr ( da wurde die Magd gebracht ) und bevor alle Schlafkleidung trugen. Oder vorher und wurde im "Stall" versteckt. Bewusst versteckt. Victoria geht dann als 1. in den Stall.
Ich hab mal recherchiert, wer da in Frage kommen könnte.
Da gab es nur einen, auf den ich gestoßen bin.
Es war Adolf Gump. Er war als Korbflechter in dieser Gegend unterwegs. In der Vernehmungsniederschrift von seinem Bruder Anton stieß ich auf bemerkenswerte Aussagen. Er schilderte, dass er zwecks Abholung einer Gans seinen Bruder besuchte. Dazu fuhr er mit dem Fahrrad von Ingolstadt über Kaltenberg und bog dann bei Brunnen oder Edelshausen nach links ab. Der Ortsnamen seines Ziels war ihm entfallen. Aber es war ein Ort mit etlichen Anwesen und gleich das erste Anwesen., wo Adolf und die Gans ihn erwartete. Dort blieb er über Nacht, Allerdings, so beteuerte er, sei dies im Herbst 22 gewesen.
Ein Blick ins Google Maps……. Es liegt nur der Ort Gröbern und auch Hinterkaifeck erreichbar in dieser Richtung. Dann wäre das die Stelle, wo Reisländer eine nächtliche Begegnung hatte.
Noch etwas seltsames in der Niederschrift. Gump behauptete seinem Mitgefangenen in der U—Haft gegenüber, dass nur Kleidung und Schmuck in Hinterkaifeck geraubt wurde! Das werte ich schon fast als Täterwissen. Denn Adolf Gump schenkte seiner damaligen Lebensgefährtin eine goldene Uhr, die, wie er selbst ihr gegenüber zugab, einer Bäuerin raubte.
In der Inventarliste sind viele Frauenkleidern aufgeführt, jedoch nur ein Herrenanzug und kein einziges Kinderkleidungsstück. Gerade diese Kindersachen waren scheinbar begehrt, denn es gab schon einmal in HK einen Einbruchversuch, bei dem Kinderkleider gestohlen wurden.
Für mich ist es ein wahrscheinliches Szenarium, dass Gump möglicherweise mit seinem Bruder bei Einbruch der Nacht in HK anklopfte und um Nachtquartier bat. Er war den Grubers bereits bekannt und wurde ev. in den Stadel gelassen, um dort im Heu zu schlafen. (Zwei Schlafkuhlen im Heu mit Essensresten)
Damit erfüllen sich gleich drei Punkte deiner Liste:
Er war bekannt
Sie waren zu zweit
Sie waren unangemeldet


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 17:29
@jaska
Zitat von jaskajaska schrieb:Nicht Dein Ernst? Wieder eine bloße Schlussfolgerung als Fakt dargestellt?
Eine bloße Schlussfolgerung meinerseits ist doch kein Fakt und kann auch nicht als solcher dargestellt werden.
Eine Schlussfolgerung ist im Auge des Betrachters das logische Zusammenspiel von mehreren Sachverhalten. Dagegen ist ein Fakt ein einzelnes bewiesenes Detail eines Geschehens, das nicht in Frage gestellt werden kann.
Doch, mein Ernst!


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 17:29
Zitat von HathoraHathora schrieb:Gerade diese Kindersachen waren scheinbar begehrt, denn es gab schon einmal in HK einen Einbruchversuch, bei dem Kinderkleider gestohlen wurden.
Das klingt nicht stimmig. Entweder gab es einen Einbruch, dann kann auch was gestohlen worden sein, oder es gab, wie Du schreibst, einen Einbruchsversuch . Dann kann auch nichts gestohlen worden sein, weil Einbruchsversuch ja ein Scheitern eines Einbruchs aufzeigt.

Deshalb bitte eine Quellenangabe.


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08.01.2025 um 17:34
@BigMäc
Zitat von margarethamargaretha schrieb am 26.10.2018:Kreszenz Rieger berichtete in ihrer AUSSAGE vom 24.4.22
Außerdem habe Siegl etwa 8 Tage vor meinem Dienstantritt bei Gabriel, also Anfang November 1920 untertags einen Diebstahl im Haus Gabriel in der Weise verübt haben, dass er eine Stange an die Giebelseite des Hauses anlehnte, an dieser bis zum Giebelfenster hinaufkletterte und dann durchs offene Fenster sich ins Haus begab. Dort habe er nach Mitteilung der Eheleute Gruber und der Frau Gabriel ein größeres Quantum geräuchertes Fleisch, dann Eier, Brot und ferner Kleidungsstücke, davon Kinderkleider gestohlen. Von den Gruber´schen Eheleute und der Frau Gabriel, die damals auf dem Felde waren, sei die Stange an der Giebelmauer gesehen worden und deshalb seien sie nachhause. Sie hätten Siegl noch beobachtet, wie er durch die Scheune das Haus verließ und auf den Wald zu davon gelaufen wäre. Auf der Flucht habe er einige Kinderkleider in der Scheune auf dem Stroh verloren. Dies alles wurde mir auch von der kleinen Cäzilie Gabriel ebenfalls erzählt.
Neuss ging der Sache natürlich nach und hatte den Knecht Si(e)gl -der ein Alibi für die Tatzeit hatte- dazu am 27.04.1922 befragt:
Nicht ich, sondern der breits genannte Josef Hartl von Waidhofen hat den Einsteigdiebstahl verübt. Dies hat mir Gruber und Frau Gabriel erzählt. Er soll Kleidungsstücke, darunter Kinderkleider, sowie Fleisch und andere Lebensmittel gestohlen haben. Dies hielt ich dem Hartl, der vergangenes Jahr im Sommer beim Bauern Stefan Steinberger (siehe Bemerkungen) im Stadl im Dienst war, vor. Mir gegenüber stellte er dies in Abrede und wir kamen daher ins Geraufe, wobei er mir Kratzwunden am rechten Backen zufügte, wo heute noch die Narben ersichtlich sind. Dem Bauern Steinberger soll er es aber zugestanden haben, dass er in Hinterkaifeck Fleisch und andere Lebensmittel gestohlen habe.
Seit Lichtmeß d.J. ist Hartl, wie bereits schon angeführt bei dem Bauern Walter in Koppenbach.
KK Neuss ging auch dieser Sache nach und schreibt in seinem Bericht vom 2.5.22
Wegen des von der Rieger – Anl. 1 – bezeichneten Einstiegdiebstahls in Hinterkaifeck Ende Oktober Anfangs November 20 kommt nach den Angaben des Georg Siegl – Anl. 3 – als Täter der led. Dienstknecht Josef Hartl, geb. 17.8.05 in Waidhofen in Betracht. Hartl ist seit 2.2.22 bei dem Bauern Johann Walter in Koppenbach bedienstet. Derselbe erklärte mir, daß er glaublich im Jahre 19 bei Gabriel in Hinterkaifeck als Dienstbube in Stellung war. Wegen schlechter Behandlung sei er davongelaufen, habe aber nicht sich zu seinen Eltern nach Waidhofen begeben, sondern sei an der vorderen Frontseite des Hauses an einer Stange bis zum offenen Fenster im 1. Stock hinaufgeklettert und habe dann auf dem Stroh übernachtet und sei dann am nächsten Tage unter Mitnahme eines viertel Schinkens und etwas Brot davon. Richtig sei es, daß er damals gegen den Wald zugelaufen wäre. Kleidungsstücke hätte er nicht entwendet. Über den Verkehr bei den Ermordeten, ebenso über die allenfallsige Täterschaft konnte er keine Angaben machen. Zur kritischen Nacht will er zu Hause bei seinem Dienstherren in Koppenbach gewesen sein. Diese Angaben werden durch die beiden Dienstknechte Andreas Schreier, 41 Jahre alt und Johann Schotterer, 22 Jahre alt, beide bei Walter im Dienste, bestätigt. Ich möchte hierzu noch bemerken, daß Hartl seinem Alter nach eine unscheinbare Person ist, die unmöglich eine solche Tat mit ausführen könnte.



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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 17:34
Zitat von HathoraHathora schrieb:Eine bloße Schlussfolgerung meinerseits ist doch kein Fakt und kann auch nicht als solcher dargestellt werden.
Genau das hast Du mit Deiner Formulierung aber impliziert und somit hat @jaska
mit ihrer Kritik absolut Recht.
Zitat von jaskajaska schrieb:Hathora
Nicht Dein Ernst? Wieder eine bloße Schlussfolgerung als Fakt dargestellt
Deine dieser Kritik vorausgegangene, als Tatsache formulierte Behauptung lautet
Zitat von HathoraHathora schrieb:Aber wie wir wissen, ging die Witwe mit einem knallroten Rock nach



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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 17:38
@Hathora

Und wo in der Quelle steht nun, in dem Zusammenhang mit gestohlene Kinderkleidung, etwas von einem Einbruchsversuch , wie Du den Ablauf bezeichnet hast?

Nebenbei ist der Diebstahl der Kinderkleidung, entgegen Deiner Behauptung, auch nicht als Tatsache zu sehen, denn da heisst es auch, Kleidungsstücke habe er nicht entwendet. Es stand also Aussage gegen Aussage.


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08.01.2025 um 18:28
Zitat von HathoraHathora schrieb:Auch ein roter Rock war ein Novo für eine Witwe. Aber wie wir wissen, ging die Witwe mit einem knallroten Rock nach Waidhofen.
@Hathora
Damit ich das richtig einordnen kann, das meinst Du als Metapher?
Zitat von HathoraHathora schrieb:Für damalige Verhältnisse führte Viktoria ein lockeres Leben. Heute wäre das keine Rede wert. Sie war ja noch jung und hübsch und hatte „Tagwerk“
Woraus schließt Du, dass Viktoria ein "lockeres Leben" führte?
Weil sie ganz offensichtlich ein Opfer von sexuellem Missbrauch durch ihren Vater wurde? Aus den Quellen ist bekannt, dass sie sich als sechzehnjähriges Mädchen ihrer Nachbarin diesbezüglich offenbarte. Meines Wissens, der ersten Ehefrau von LS, die als sehr nette Person beschrieben wurde. Ich hatte das hier schon vor vielen Jahren beschrieben, fortgesetzter sexueller Missbrauch durch den Vater ist keine freiwillige, lustvolle Sexualität für das Opfer. Ich sehe hier ein Gewalt- und Machtverhältnis das über viele Jahre bestanden hat, zu Ungunsten des Opfers.
Zitat von HathoraHathora schrieb:Der weitere Verlauf der Geschichte zeigt uns, dass Viktoria als Witwe nicht auf Sex verzichtet hat. Sie bekam 1919 ein Kind. Als Vater kamen in Frage:
Gruber
Schlittenbauer
Körbelzeuner
Dann war da noch ein Bursche, der sie heiraten wollte, Andreas Schreier
Burschen, die lt. Rieger zum Fensterln kamen.
Nachdem nicht bekannt ist, wer der Vater des kleinen Josef war, wissen wir auch hier nicht, wie freiwillig der Sex war. Möglicherweise hat eine verzweifelte junge Frau einfach einen Kindsvater gesucht - um nicht wieder als Missbrauchsopfer vor Gericht erscheinen zu müssen! Hier weise ich darauf hin, dass wohl LS davon gesprochen hat, dass sich Viktoria förmlich aufgedrängt hätte. Das ist nicht faktenbasiert! Nur die Aussage eines Mannes.

Wenn wir das Erleben von Viktoria in unsere heutige Zeit transferieren würden, wären die Einschätzungen dazu doch ganz anders.


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 18:56
@Aliki
Zitat von AlikiAliki schrieb:Woraus schließt Du, dass Viktoria ein "lockeres Leben" führte?
Weil sie ganz offensichtlich ein Opfer von sexuellem Missbrauch durch ihren Vater wurde
Keineswegs. Ich habe das lockere Leben nicht mit sexuellen Mißbrauch durch ihren Vater in Zusammenhang gebracht.
Zitat von AlikiAliki schrieb:Nachdem nicht bekannt ist, wer der Vater des kleinen Josef war, wissen wir auch hier nicht, wie freiwillig der Sex war. Möglicherweise hat eine verzweifelte junge Frau einfach einen Kindsvater gesucht - um nicht wieder als Missbrauchsopfer vor Gericht erscheinen zu müssen
Wenn nicht bekannt war, wer der Vater ihres Sohnes war, kann sie auch nicht als Mißbrauchsopfer vor Gericht geladen werden.


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 19:26
@Hathora
Adolf G. war auch ein Lieblingskandidat von mir. Aber es passt halt zu viel auch nicht und nach der Aussage seiner vom Leben gezeichneten Lebensabschnittsgefährtin Frau Schindler geb. Stampfl habe ich ihn losgelassen.
Zitat von pensionärpensionär schrieb am 02.08.2024:Ich habe viel über A. Gumpp gelesen. Frau Schindler geb. Stampfl - seine Lebensabschnittspartnerin - ist für mich nicht nur Zeugin zu und über Adolf G. sondern auch eine lesenswerte Zeitzeugin zu den Verhältnissen in einem bestimmten Milieu der Region. Soweit man sie zu Fuß mit Handwagen, Kinderwagen oder dem Fahrrad auf der Suche nach Verdienstmöglichkeiten durchstreift. Ich denke wenn A.G. verantwortlich wäre für den Mord in Hinterkaifeck, wären dort keine Wertsachen liegen geblieben.

pensionär schrieb am 31.10.2019:

POPP: hat der Adi in den Jahren, wo sie so 38 Jahre alt waren, einmal mehr Geld gehabt...wie ist es denn bei ihm mit dem Geld gewesen

SCHINDLER: der hat nie Geld gehabt...was er halt so verdient hat. Wir haben schon oft keinen Pfennig gehabt
POPP: keinen Pfennig. Haben sie ein arges Gfrett ghabt mit ihm
SCHINDLER: ja wir haben ja nie ein Geld gehabt..."
............................

............................
https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Aussagen:_1952-05-06_Schindler_Magdalena
Zitat von HathoraHathora schrieb:Auch ein roter Rock war ein Novo für eine Witwe. Aber wie wir wissen, ging die Witwe mit einem knallroten Rock nach Waidhofen.

Ich würde mich für sie freuen, wenn es so gewesen wäre und hätte es ihr sehr gegönnt. Der zu früh verstorbene Filmemacher Hieber "Auf den Spuren eines Mörders" wußte das sicher nicht - das hätte er sich bei der Verfilmung von Hinterkaifeck - in Farbe - niemals entgehen lassen. Falls es hier noch jemand gibt, der den Film noch nicht kennt : Youtube: Auf den Spuren eines Mörders - Hinterkaifeck
Auf den Spuren eines Mörders - Hinterkaifeck
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Ein schönes Hüterl hatte Viktoria schon als junges Mädchen auf, wie der alte Schwaiger sich erinnerte. Auch mit einer Feder drauf - wie in dem alten bayerischen Liedchen "Droben im Oberland" ?
Die älteste Tochter von LS hat Viktoria als schöne junge Frau mit blonden Haaren beschrieben - wer es will, kann es im obigen Film nochmal sehen.

Ein anderer hat sie als rothaarig beschrieben - mit wenig schönen Beiworten. Wer will, findet auch das in den Zeugenprotokollen.
--------

Einen -wie auch gesagt wird- roten Unterrock- dürfte sie allerdings besessen haben. So einer war nach einem Tatortfoto über das Sonnendach des Stubenwagens mit dem toten kleinen Josef drin aus gebreitet.

Als Sichtschutz nach der Tat sagen die einen - als emotionale Wiedergutmachungsgeste vermuten vielleicht andere. Psychoanalytiker hätten in einem Strafverfahren dazu sicher tiefenpsychologisch argumentiert. Aber so weit kam es ja nicht.

(Hervorhebungen von mir)


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 19:43
Zitat von pensionärpensionär schrieb:Ein schönes Hüterl hatte Viktoria schon als junges Mädchen auf, wie der alte Schwaiger sich erinnerte
Ich glaube, hier könnte es sich um eine Fehlinterpretation der Schwaigerbemerkung handeln. Wenn man seine komplette Anmerkung dazu liest, spricht er direkt vorher davon, dass sie klug war und Klugheit aufgrund eines Hutes wird nichtmal der Schwaiger ursächlich verbunden haben.
Deshalb könnte er mit ", hatte einen Hut auf" auch die alte Ausdrucksform von "hatte was zu sagen" gemeint haben, was auch Sinn mit der vorher erwähnten Klugheit ergäbe.


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Mordfall Hinterkaifeck

08.01.2025 um 19:55
Zitat von BigMäcBigMäc schrieb:Deshalb könnte er mit ", hatte einen Hut auf" auch die alte Ausdrucksform von "hatte was zu sagen" gemeint haben, was auch Sinn mit der vorher erwähnten Klugheit ergäbe.
Das kannte ich noch nicht. Interessante Variante zu etwa "die hatte die Hosen an" in einer Ehe.

Ich hatte allerdings doch eher den Eindruck, dass Schwaiger da ziemlich für Viktoria schwärmte in seiner Erinnerung - er bezeichnete sie m. E. als besonders liebenswert in diesem Zusammenhang. Ich werd´s mir nochmal raussuchen, Danke.


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08.01.2025 um 20:00
Zitat von pensionärpensionär schrieb am 02.08.2024:Ich denke wenn A.G. verantwortlich wäre für den Mord in Hinterkaifeck, wären dort keine Wertsachen liegen geblieben
Wir hatten die Diskussionen zum anzunehmenden Täterverhalten und die Frage, wie intensiv nach Wertsachen gesucht wurde/worden wäre ja drei Seiten vorher...
Warum kommst du zu der Vermutung, dass A.Gump keine Wertsachen hätte liegen lassen (also akribischer und vollständiger gesucht hätte)?
Was grenzt ihn da gegenüber anderen Tätern ab?
Zitat von margarethamargaretha schrieb am 26.10.2018:Kreszenz Rieger berichtete in ihrer AUSSAGE vom 24.4.22
Zitat von margarethamargaretha schrieb am 26.10.2018:Dort habe er nach Mitteilung der Eheleute Gruber und der Frau Gabriel ..........Dies alles wurde mir auch von der kleinen Cäzilie Gabriel ebenfalls erzählt.
Zitat von HathoraHathora schrieb:...Knecht Si(e)gl -der ein Alibi für die Tatzeit hatte- dazu am 27.04.1922 befragt:
Nicht ich, sondern der breits genannte Josef Hartl von Waidhofen hat den Einsteigdiebstahl verübt. Dies hat mir Gruber und Frau Gabriel
..Ein nettes Beispiel für die Verlässlichkeit von Zeugenaussagen, die inhaltlich auf angeblichen Gesprächen mit den Verstorbenen fußen.


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