@Optimist
Optimist schrieb:Zinsen würden so und so anfallen
Der Punkt ist aber, diese Schulden und diese Zinsen zu bezahlen, ist etwas, was wir freiwillig machen. Es gibt keinen Zwang oder irgendjemand der uns dazu zwingt.
Es ist etwas kompliziert, man kann es nicht so einfach erklären, aber es ist ein sehr dummer Vorgang, der unnötig ist und der auf verschiedenste Weise zu umgehen ist, indem man beispielsweise den Leitzins einfach auf 0% setzt.
So hat das unter anderem Japan gemacht. Japan hat eine Staatsverschuldung von ungefähr 260% und hat eine sehr lange Zeit eine Nullzins Politik gefahren. Obwohl es eine extreme Überschuldung gab, hatte das keinerlei Auswirkungen auf das Wirtschaftssystem, da keine Zinsen bezahlt werden mussten.
Dieses System ist verrückt. Es funktioniert nicht so wie die Geldbörse der schwäbischen Hausfrau.
So wird und soll es uns aber verkauft werden. Uns wird gesagt, das Geldsystem funktioniert wie die Geldbörse der schwäbischen Hausfrau, das Geld was drin ist, also was reinkommt, kann ausgegeben werden und das Geld was reinkommt, ist nur Steuergeld. Und das Steuergeld was reinkommt, kann auch wieder ausgegeben werden.
Das ist aber falsch. Das stimmt nicht. So funktioniert der Finanzmarkt nicht.
Es ist sehr viel komplexer und es ist in der Komplexität sehr, sehr dumm ausgedacht und eben in der neoliberalen Logik verhaftet, dass Bänker daran profitieren müssen, was ironischerweise auch wieder gut für die Wirtschaft ist.
Uns wird die ganze Zeit erzählt, dass Schulden machen schlecht ist für die Wirtschaft, während man mal fragen muss: „Okay, diese Schulden werfen ja Zinsen ab. Wem bringen die Zinsen eigentlich was? Wo landen diese Zinsen? Wer hat die dann?"
Antwort: Die deutsche Wirtschaft - in Form der Banken.
Das heißt, durch Schulden machen steigt das Bruttoinlandsprodukt. Dieses Geld geht also in die Wirtschaft. Es ist Unsinn zu sagen, Schulden machen schadet der Wirtschaft. Das stimmt einfach nicht, denn innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftslogik sind wir dringend auf Wirtschaftswachstum angewiesen. Wir brauchen also Wirtschaftswachstum, ansonsten wird das System irgendwann zusammenrechnen.
Innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftslogik ist Schulden machen also kein Übel, sondern eine Notwendigkeit, weil wir Wirtschaftswachstum brauchen und ohne Schulden machen gibt es auch kein Wirtschaftswachstum.