Der Dyatlov-Pass-Vorfall
05.01.2020 um 19:50@AryaStark
Wir haben uns überschnitten, das sollte keine Konkurrenz-Aktion darstellen mit den Schuhen ;)
Wir haben uns überschnitten, das sollte keine Konkurrenz-Aktion darstellen mit den Schuhen ;)
Was ich sagen wollte,sowohl die Drei als auch die Zwei sind alle innerhalb eines Zeitraumes von etwa 2 Stunden umgekommenAryaStark schrieb:Zumindestens bei den Zwei der Zeder deckt sich das ungefähr mit der angegebenen Branddauer des Feuers
Auch ein wichtiger Punkt,ja.passato schrieb:Was noch erschwerend dazukommt ist ja die Tatsache dass laut Pathologischer Untersuchung die 3 Erfrorenen genauso lange nichts gegessen hatten wie die 2 Yuris, also wie können sie dann Stunden vor ihnen erfroren sein?.
Ich weiss nicht ob das Wort "bekämpfen" die Sache so richtig trifft wenn hier nichts anderes getan wird als sachliche, objektiv nachvollziehbare Argumente vorzutragen die nun mal leider alle gegen ein Erfrieren beim Abstieg sprechen.Nemon schrieb:Die neue Variante wird geradezu bekämpft
@Nemon: das ist z.B. schon wieder so eins.AryaStark schrieb:Was noch erschwerend dazukommt ist ja die Tatsache dass laut Pathologischer Untersuchung die 3 Erfrorenen genauso lange nichts gegessen hatten wie die 2 Yuris, also wie können sie dann Stunden vor ihnen erfroren sein?.
Auch ein wichtiger Punkt,ja.
Man muss aber auch nicht unbedingt so geheimnisvoll tun wenn man die Lösung schon kennst, einfach mal die Konklusion posten kann doch auch nicht schaden, geht jedenfalls wesentlich schneller als dieses seitenlange Hin und Her an Vorwürfen :)Apple40 schrieb:Ludovico schrieb:
Ich verstehe nicht, warum daraus folgt, dass das Extremereignis bis mindestens 4-6 Uhr herrschen hätte sollen. Was unterscheidet diese Nacht so markant von anderen Nächten dort?
Kapierst Du denn gar nichts?
Du liest auch gar nichts!
Wolf und WAB beschrieben eindeutig, dass dort zu der Zeit eine Zyklone im Norden war. Der Wetterbericht zeigt eindeutig das erscheinen der Zyklone später in Burmantovo"
Muss man Dir das auch noch erklären?
Lies den Artikel von Wolf und melde Dich wieder
Wenn man den Artikel von G. Wolf zweimal Quer liest, weiß man, dass gerade die Zyklone mit ihren Ausläufern das Entscheidende war für die fürchterliche Nacht.passato schrieb:Apple40 schrieb:
Ludovico schrieb:
Ich verstehe nicht, warum daraus folgt, dass das Extremereignis bis mindestens 4-6 Uhr herrschen hätte sollen. Was unterscheidet diese Nacht so markant von anderen Nächten dort?
Kapierst Du denn gar nichts?
Du liest auch gar nichts!
Wolf und WAB beschrieben eindeutig, dass dort zu der Zeit eine Zyklone im Norden war. Der Wetterbericht zeigt eindeutig das erscheinen der Zyklone später in Burmantovo"
Muss man Dir das auch noch erklären?
Lies den Artikel von Wolf und melde Dich wieder
Man muss aber auch nicht unbedingt so geheimnisvoll tun wenn man die Lösung schon kennst, einfach mal die Konklusion posten kann doch auch nicht schaden, geht jedenfalls wesentlich schneller als dieses seitenlange Hin und Her an Vorwürfen :)
Nicht jeder hat schliesslich die Zeit sich durch seitenlange Wissenschaftliche Abhandlungen zu wühlen und Seitenübergreifende Querverlinkungen ausfindig zu machen. Ich hätte auch nicht mehr gewusst wie lange der katabatische Wind typischerweise dauert.
Nur ist er bei einem Lungenödem nicht so blutig und schon gar nicht so ausgeprägt.Das Blut im Pleuraerguss passt auch gut zum Blut im Herzmuskel.Korreliert alles gut mit einem massiven stumpfen Thoraxtrauma.Mazehare schrieb:Ein Pleuraerguss kann wiederum mit einem Lungenödem zusammenhängen...
Manchmal verstehe ich die ganze Diskussionskultur nicht.Jemand fragt nach einer Zeitspanne,und die Antwort könnte lauten:Die ganze Nacht.Stattdessen heisst es:Lies dir dreissig Seiten selbst durch.Apple40 schrieb:OK, ich war da wohl zu grob. Entschuldigung!
Apple40 schrieb:In der ausführlichen Abhandlung von Günter Wolf, wurde von Seite 14 bis Seite 20, ausführlich beschrieben, wie lange der "Katabatische Wind" dort, im Jan/Feb, dauert.
@AryaStarkAryaStark schrieb:Stattdessen heisst es:Lies dir dreissig Seiten selbst durch.
Das war das Ende von der Fußbekleidungs-Bestandsaufnahme gestern.Nemon schrieb:Zu einem weiteren Punkt komme ich jetzt nicht...
(...) Running out in their socks or in their valenki, was obviously insufficient in the long run, but a wise decision considering the explosive event. (...) With the extremely low temperatures at hand, the Dyatlov group socks wouldn’t immediately turn wet as long as they moved quickly down to the forest to seek a temporary shelter. The persons wearing valenki (felt boots), like the ones found on Zolotaryov, would have last much longer. (...)Hat hier jemand Anmerkungen zu diesem Zeitpunkt?
Das war nicht wirklich ein Wandertag. Geschätzt ca. 1 km bei ca. 200 HM.passato schrieb:Ansonsten hätten sie ja den ganzen Tag beim Wandern gar nichts zu sich genommen was man wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschliessen kann.
Fortgeschrittene H. passt mir nicht recht zum Bewegungsprofil durch gefährliches Gelände und in den angenommenen Ablauf. Für mich ist die Erklärung mit dem gemeinsamen Sturz, quasi "in Umarmung", die beste Erklärung für das Verletzungsmuster der Rippen. (Und bei Tibo möglicherweise, dass er mit Taschenlampe in der Hand hingeknallt ist.) Damit einem nicht die Hände komplett abfrieren, würde man sie bei dieser Kälte wohl auch möglichst in die Taschen oder unter die Kleidung stecken, sodass man sich nicht abfangen kann(?)AryaStark schrieb:Vielleicht erfolgte der Absturz in einem Zustand fortgeschrittener Hypothermie,so dass es nicht mehr zu typischen Abwehrbewegungen kam.
Es passt schon, wenn man sich sowohl Fachliteratur als auch Berichte Überlebender ansieht. Die körperliche Schwäche tritt demnach ganz plötzlich ein und der geistige Zustand verschlechtert sich. Anfängliche Euphorie und Tatendrang werden von Lethargie und Kontrollverlust über die Muskulatur abgelöst. Die Bewegungen werden ungelenk und unsicher. Kommen Erfrierungen hinzu, verstärkt sich der Kontrollverlust noch. Wenn man seine Füße nicht mehr spürt, merkt man auch nicht, wo man hintritt. Man kann nicht mehr so reagieren, wie man es normalerweise tun würde. Hypothermie ist ein Prozess, der an viele Variablen geknüpft ist.Nemon schrieb:Fortgeschrittene H. passt mir nicht recht zum Bewegungsprofil durch gefährliches Gelände und in den angenommenen Ablauf.
Was soll denn das ?Ludovico schrieb:Das führt natürlich dann zur Frage, in welcher Weise die Wanderer davon betroffen waren.
Ab Seite 95 beschreibt G.W. warum sie zum Messer gegriffen haben F 43.0!Ludovico schrieb:Wenn sich die Lage am Hang kontinuierlich verschlechtert hat, werden sie kaum zum Messer gegriffen haben und ohne Schuhe das Zelt in Todessehnsucht verlassen haben - da ihre späteren Handlungen und die Flucht talwärts auf rationale Planung schließen lassen. Das postulierte Auftreten von heftigen peitschenschlagartigen Karmanschen Wirbeln dürfte in dem Szenario auch nur auf dem unmittelbaren Bereich um das Zelt anwendbar sein, da die weiter unten über längere Strecke erhaltenden Fußspuren keinerlei Hinweise auf Stürze zeigten.
The Anaris group’s warming equipment stayed in their backpacks which were not reachable due to their numb hands.
The last joining persons that requested shelter together with the other six, repeatedly tried to fix the constantly failing uppermost part of the bivouac, this from the outside - but had to give up. Unable to fit inside the crowded and by snow blocked entrance, they eventually wandered out apathetic in the storm. Only one of them survived since he was in constant movement and was fortunate to be saved by two persons later on - although losing all his extremities.
Now, any person that haven’t experienced falling winds, would probably argue that no wind in the world can blow up this fast and with such a great force, that there would at least be time to put on clothes or shoes. They´re wrong. Any such wind as described above, would completely take anyone off guard - such in the case of Anaris with its following consequences.
Yes, the tent would have been better secured with the group inside, but the cooling effect under a gravity wind would eventually have killed them. Furthermore the torn tent was already made unsuitable for this option. In fact - it was exactly this that killed the Anaris group, where the only survivor escaping the shelter, was the only survivor. He was in constant movement and ventured elsewhere, while the rest froze to death.
It is important to note though that as time passed, irrational behaviour should be expected. In this instance it might explain peculiarities in decisions and behaviour. Hypothermia means that the body core temperature sinks below 35 degrees Celsius. This usually gives symptoms of fatigue, impaired coordination ability, confusion and hallucinations. Eventually, apathy usually kicks in. With a body temperature of around 30 degrees Celsius, most become unconscious.Laut RH, der selbst ähnliche Verhältnisse erlebt hat, ist es also lebenserhaltend, in Bewegung zu bleiben. Wobei da auch irgendwann der Akku leerläuft, wenn man gegen ein Defizit von ...wie viele Watt/min waren das noch? ... ankämpft. Es ist mir schon sehr plausibel, dass die beiden Yuris, nachdem sie sich abgerackert und verletzt haben, ziemlich bald weg sind, sobald sie am Feuer liegen, das eh nicht wärmt. In dem Zusammenhang ist es auch zu verstehen, dass Kolevatov wahrscheinlich am längsten durchgehalten hat, wenn er dauerhaft aktiv war. Bis Akku leer. Die 3 Schwerverletzten in der Ravine - auch schnell weg, spätestens, sobald sie gelagert waren.
Prinzipiell ergänzt das die Theorie von G. Wolf. Die "Akute Belastungsreaktion" wird nicht nur durch "Todesangst" ausgelöst. Unterkühlung verringert die Bewusstseinsstufe.Nemon schrieb:@Mazehare
Gut, dass du dich so weit eingelesen hast, dass wir einen Hyperthermie-Experten haben :)
Hat sich bei dir schon ein "Kälte-Profil" bzw. eine Hyperthermie-Entwicklung für den gesamten Vorgang herausgebildet?
Das Geschehen bewegt sich innerhalb einer angenommenen Schwankungsbreite von ca. -20°C bis -65°C (gefühlt) bei Windgeschwindigkeiten von bis zu rund 40 m/s.
Ich wüsste zu gerne, wie kalt es im Zelt schon war. Werden wir nie erfahren. Möglicherweise hat es bei einem schlagartigen Temperatursturz dort schon einen verhängnisvollen Coktail an Symptomen gegeben? Aber wie schnell können solche Symptome auftreten?Apple40 schrieb:Vielleicht kann man sich eine Kombination von ""Hypothermie" und "Akuter Belastungsreaktion" vorstellen!
@NemonMazehare schrieb am 28.12.2019:Hier ein Link zu einem Video, das zeigt, wie schnell man in den gefährlichen Bereich der Unterkühlung kommt:
Hypothermia experiment