sören42 schrieb:Man darf aber auch vermuten, dass man sich für seine Kontakte zur anderen Kompanie interessiert, die vielleicht damals nicht so im Fokus stand.
Falls die Kripo mit ihren Ermittlungen in diesem Fall nicht intern schon weiter fortgeschritten ist, als "wir hier draußen" es wissen können (ich persönlich kann mir das aber mit Blick auf den "Content" der jüngsten TV-Fahndung sehr gut vorstellen...), wird sie sich für alles (!) Interessieren, was mit dem Leben von NS innerhalb und außerhalb der Kaserne zu tun hat.
Dass die Ermittler allerdings einen begründeten Verdacht oder auch nur Ansatzpunkte haben könnten, dass die Tat in Zusammenhang mit der Aushilfe des Opfers als Staplerfahrer oder mit anderen Berührungspunkten zu den übrigen Kompanien gestanden haben könnte, das kann man getrost ausschließen. Denn dann hätte man sich bei der jüngsten TV-Fahndung nicht auf die angesprochene beiläufige kurze Szene im Fahndungsfilm beschränkt, sondern im Film einen stärkeren Akzent gesetzt und wäre auch in der Nachbesprechung gezielt darauf eingegangen.
Anderes Beispiel, aber ganz analog zur "Staplerfahrerei":
Ich behaupte, dass die Kripo das Motiv für die Tat genauso nicht im kirchlichen Engagement des Opfers vermutet. Eine Tätigkeit als Jugendbetreuer ließe schon per se ja eigentlich recht vielfältige Spekulationen zu, weshalb es dort zu irgendwelchen persönlichen Konflikten gekommen sein könnte und letztlich jemand dem Opfer nach dem Leben trachtete.
Wenn die Kripo aber in dieser Richtung einen begründeten Verdacht oder auch nur Ansatzpunkte haben würde, dann hätte sie das Thema "kirchliche Jugendarbeit" des Opers bei Aktenzeichen XY ebenfalls sehr viel stärker in den Vordergrund gerückt.
Doch auch dieser Aspekt aus dem Leben des Opfers wurde nur beiläufig erwähnt.
Statt dessen entschied man sich bei der Planung und Vorbereitung der öffentlichkeitswirksamen TV-Fahndung dafür, die Vorgänge im Kasernengebäude während der Mordnacht ausführlichst und zwar fast schon minutiös darzustellen. Darauf lag ganz unverkennbar der Schwerpunkt des Fahndungsfilms.
Deshalb stellen das "Staplerfahren für andere Kompanien" oder das "kirchliche Engagement", jedenfalls nach meiner persönlichen Einschätzung, auch keine vorrangigen und erst recht keine "heißen" oder erfolgversprechenden Ermittlungsansätze dar.