Photographer73 schrieb:Eine Version ist absurder als die andere, völlig unglaubwürdig. Oder wie der Anwalt der Nebenkläger sagte - Schrott.
Ich weiß nicht, auf welchen Medienbericht Du dich beziehst. Ich habe den verlinkten SPIEGEL Artikel gelesen. Für mich erscheint der Artikel sehr kurz, um die Aussage des Gutachters und die Einlassungen der Angeklagten auch nur irgendwie vollständig wiederzugeben. Es ist nicht mehr als eine gestraffte Zusammenfassung.
Wie lange wurde der Gutachter vernommen? Welche Fragen hat das Gericht ihm gestellt? Haben der StA und die Verteidigerin auch Fragen gestellt? Falls ja, was für Fragen und wie hat der Gutachter geantwortet? Wie lange hat der Gutachter mit der Angeklagten gesprochen? Über was wurde genau gesprochen? Nur über die mutmaßliche Tat oder auch über die Angeklagte (Kindheit, Lebenslauf, ihre Situation kurz vor dem Geschehen)? Wann hat der Richter Fragen an die Angeklagte gestellt? Nach der Vernehmung des Gutachters oder noch während der Vernehmung des Gutachters? Wann gab die Verteidigerin die Erklärung der Angeklagten ab? Ließ sich die Angeklagte dahingehend ein, sie könne sich erinnern und schilderte sie dann das Geschehen, oder gab sie an Erinnerungslücken zu haben, sie nicht mehr genau an etwas zu erinnern? Hat sie Zweifel an ihren Erinnerungen geäußert oder nicht?
Der SPIEGEL Artikel liest sich stringent, schlüssig, in sich stimmig. Das täuscht aber.
Mir ist die Darstellung zu simpel. Sie ist zu kurz und sie lässt zudem keinen Zweifel aufkommen, dass die Angeklagte lügt. Und eben das ist für mich ein Zeichen dafür, dass es sich die Autorin des Artikels zu einfach gemacht hat. Aufgrund eines solchen Artikels zu sagen, "völlig unglaubwürdig" was die Angeklagte ausgesagt hat, halte ich nicht für richtig. Ob eine Einlassung glaubhaft(!) ist oder nicht, kann man nur beurteilen, wenn man sie auch gehört und die Angeklagte dabei auch gesehen hat.