RogerHouston schrieb:Würde nicht auch einfach unendlich viel Zeit reichen? Bräuchte es wirklich unendlich viele Teilchen und ein unendlich großes Universum?
Unendlich viel Zeit sollte doch reichen.
Nein, dem steht die Thermodynamik entgegen.
Einfach gesagt: In den Sternen ver"brennt" der kosmische Wasserstoff zu Helium, der dann zu schwereren Elementen etc. bis hauptsächlich nur noch Eisen da ist. Der zwischen den Sternen vorhandene Wasserstoff verdichtet sich gravitativ weiter, bis wieder Sterne entstehen, die dann ausbrennen, der verbliebene Rest Wasserstoff verdichtet sich weiter, neue Sterne entstehen und vergehen... bis nicht mehr genügend Wasserstoff in einer Region vorhanden ist, um sich zu einem neuen Stern zu verdichten.
Und dann? Es entstehen keine neuen Sterne, die letzten noch aktiven brennen aus, die Planeten trudeln kalt um die Sternenleichen. Da wiederholt sich dann keine Lebensentstehung wieder und wieder.
Unendlich viel Zeit bedeutet keineswegs unendliche Wiederkehr von bereits Erfolgtem.
Selbst bei den letzten Sternengenerationen wird auf den mitentstehenden Planeten womöglich kein Leben mehr entstehen. Da der verbleibende Wasserstoff im interstellaren Raum nach jeder weiteren Sternengeneration immer weniger wird, werden die Gaswolken, aus denen die nächsten Sterne entstehen, immer dünner sein und entsprechend länger brauchen, bis sie sich verdichtet haben und eine Sonne sowie Planeten bilden. Die Metallizität wird insgesamt recht hoch sein von den zahlreichen Generationen bereits ausgebrannter Sterne, die am Ende ihre schweren Elemente ins All gepustet haben. Doch die darin enthaltenen radioaktiven Elemente sind bereits zu einem großen Teil zerfallen, eben weil bereits so viel Zeit vergangen ist, seit sie freigesetzt wurden, bis sie in einem sich zusammenklumpenden Planeten landen. Ohne den radioaktiven Zerfall aber werden diese späten Planeten nicht genügend "innere Hitze" entwickeln. Auch die Zeit unseres Universums hat also eine "habitable Zone", in der nur Leben möglich ist. Und das Fenster könnte recht klein sein. Vor vielleicht 5...8 Milliarden Jahren war die Metallizität in den Galaxien erstmals in nennenswerten Regionen hoch genug, damit Planeten und auf ihnen Leben entstehen konnten, und schon heute entstehen nur noch selten neue Sterne (hab mal was von nur noch 1% verglichen mit der Frühzeit unserer Galaxis gelesen). Vielleicht einer pro Jahr in der Milchstraße.