Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?
22.01.2020 um 17:49An "amtlichen Dokumenten" wie Personalausweis darf man nicht herumschmieren. Dann müßte man jedesmal einen neuen Ausweis beantragen, und das wird teuer.
Wenn ich daran denke wie Deutschlands schlimmster Serienmörder in Krankenhäusern wahrscheinlich weit über 100 Menschen über Jahre ermorden konnte und es ähnlich gelagerte Fälle durchaus öfters gab. Da wage ich doch an Kontrollfunktionen in den Krankenhäusern ein wenig zu zweifeln...T.Rick schrieb:Es geht wohl eher darum, daß nicht jeder der Diagnose "Hirntod" vertraut. Das Risiko auf eine Fehldiagnose besteht dort ebenso wie bei jeder anderen ärztlichen Diagnose.
Nun, es scheint auch zu kompliziert zu sein sich dafür zu entscheiden, jeder kann dies frei und ohne Zwänge. Also gibt es für die Widerspruchslösung eigentlich keinen Bedarf.tudirnix schrieb:Anscheinend ja für einige.
Meine Rede! Ich habe meine Bekannten/Freunde gefragt, der Großteil hatte nicht die leiseste Ahnung dass die Organspender sind, sie dachten sie müssten einwilligen.nanusia schrieb:Mein Mann war in den letzten 10 Jahren „oft“ im OP-Saal als Patient, ich im letzten Jahr 2x. Bei keinem der OP-Freigabegespräche wurde bzgl Organspende auch nur ein Wort verloren. Wir hatten den Eintrag immer mit, haben das jedes Mal betont, dass da ein Widerspruch besteht.
Es sollte grundsätzlich aufgeklärt werden, denn ich denke, dass die breite Masse in Ö keinen Schimmer davon hat.
DAS Problem ist allerdings wider anders gelagaert und widerspricht nicht den Argumenten derEya schrieb:eine Rede! Ich habe meine Bekannten/Freunde gefragt, der Großteil hatte nicht die leiseste Ahnung dass die Organspender sind, sie dachten sie müssten einwilligen.
Und das kann man umgekehrt nicht? Wer sich dafür interessiert und das für gut empfindet, wird auch zustimmen.Schnapspraline schrieb:Das seh ich auch so. Man sollte sich schon informieren wenn das Thema einen interessiert bzw man selbst entscheiden will was mit den Organen passiert.
Dann frage ich mich schon wieso der Großteil aus meinem persönlichen Umfeld diesem Irrglauben augsitzt, dass sie zustimmen müssen und nicht widersprechen.markamrika schrieb:Informationen müssen schon aufgescuht werden. Wichtig ist die Bereitstellung.Alles andere obliegt dem Individuum
Drama Baby, Drama.T.Rick schrieb:Wer sich nicht selber kundig macht, weil ihn das Thema einfach nicht interessiert, hat schon verloren.
Tja, der Teil der Bevölkerung, der Wissen nur über den Nürnberger Trichter erlangen kann, ist naturgemäss ab und an in den Po gepiekt.T.Rick schrieb:Ich denke zuweilen, daß Aufklärung gar nicht gewünscht ist.
Bildung ist eine Holschuld
Wahrscheinlich weil auch die alle nicht begriffen haben, dass Bildung eine Holschuld ist. :Y:Eya schrieb:Dann frage ich mich schon wieso der Großteil aus meinem persönlichen Umfeld diesem Irrglauben augsitzt, dass sie zustimmen müssen und nicht widersprechen.
Das mag schon sein, dass der Staat Österreich sich bewusst darüber ausschweigt, kann man dennoch nicht von der Hand weisen.Heide_witzka schrieb:Wahrscheinlich weil auch die alle nicht begriffen haben, dass Bildung eine Holschuld ist. :Y:
Vielleicht gibst du ja mal den Vorreiter und klärst dein Umfeld darüber auf.
Vielleicht überschätzt die Regierung ihre Mitbürger.Eya schrieb:Das mag schon sein, dass der Staat Österreich sich bewusst darüber ausschweigt, kann man dennoch nicht von der Hand weisen.
Es bleibt eine Holschuld, denn gebildet wird nur der, der es auch möchte und sich bemüht.Eya schrieb:Deine Aussage stimmt so nicht ganz, da in Österreich Kinder schulpfluchtig sind und somit die Bildung per se nicht ausschließlich eine Holschuld ist
Da sind natürlich die Eltern gefordert, da müssen Gespräche geführt werden. Die Kinder, deren Eltern dumm, faul, uninteressiert oder sonstwie unfähig/unwissend sind, haben da natürlich einen denkbar schlechten Start.Eya schrieb:Und zudem dass sich "mündige" 14 Jährige selbst entscheiden müssen ob sie Spender sein wollen .. lachhaft
in dem fall muss ich dir absolut recht gebenHeide_witzka schrieb:Es bleibt eine Holschuld, denn gebildet wird nur der, der es auch möchte und sich bemüht.
Wer da nur seine Zeit absitzt, dem Unterricht nicht folgt und Käsekästchen spielt, der wird auch nicht viel lernen.
Zuhören mitarbeiten, nacharbeiten, memorieren, das Alles bedingt Eigeninitiative, bedingt ein Wollen. Reinprügeln kann man Bildung und Wissen nicht.
Theoretisch Ja. Nun ist es aber so, dass die meisten Leute eben einfach zu faul sind sich zu informieren und trotzdem Pro Organspende sind. Organe werden dringend benötigt und die Widerspruchslösung würde diese faulen Leute eben auch ins Boot holen.Eya schrieb:Und das kann man umgekehrt nicht? Wer sich dafür interessiert und das für gut empfindet, wird auch zustimmen.
Ob und wie weit der Staat Österreich darüber informiert weiss ich nicht, aber wenn es so ist, dann sollte der Staat schon mal darauf hinweisen..Eya schrieb:Das mag schon sein, dass der Staat Österreich sich bewusst darüber ausschweigt, kann man dennoch nicht von der Hand weisen.
Wer kein Organspender in Österreich sein will, kann sich im Widerspruchsregister eintragen. Auch Deutsche können das tun: Denn wer im Urlaub in Österreich ums Leben kommt, für den gilt auch die Widerspruchslösung.
Wissen die Menschen in Österreich überhaupt, dass sie die Möglichkeit zum Widerspruch haben?
Es ist davon auszugehen, dass die allermeisten Menschen die Regelung nicht kennen. Das belegen auch die Einträge im Register: Etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung ist dort eingetragen.https://www.google.com/amp/s/m.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/organspende-in-oesterreich-fuer-ein-nein-reicht-ein-zettel-im-geldbeutel-15776549.amp.html
Hat nicht der Staat die Pflicht, die Menschen darüber zu informieren?
Hat der Staat nicht vielmehr die Pflicht dafür zu sorgen, dass die Menschen, die auf Organe angewiesen sind, diese auch erhalten? Die Wahrscheinlichkeit, dass man im Leben einmal ein Organ benötigt, ist viermal höher als die Wahrscheinlichkeit, zum Organspender zu werden.
Em, wo liest du das da raus? Vor Allem hat der Staat mit dem Organspendeprozess an sich überhaupt nichts am hut. Das läuft meist über Eurotransplant, ist also nicht mal eine nationale/staatliche Sache. Wie soll er dann verpflichtet sein?Eya schrieb:der Staat hat die Pflicht die Organe zu beschaffen
Missbrauch ist schon eine starke Unterstellung. Außerdem findet man Informationen dazu innerhalb weniger Klicks auf der Seite des österreichischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Der Staat bietet also definitiv Informationen dazu an.Eya schrieb:auch der Missbrauch der Unwissenheit seiner Bürger.
Nicht böse sein, aber dass Mord geahndet wird und per Gesetz verboten ist, bekommt wirklich JEDER mit und das schon im Volksschulalter - allein aufgrund der breiten Medienpräsenz und so ist es mit vielen Sachen was Gesetzte betrifft - vor allem wenn es Dinge betrifft die alltäglich vorkommen. Das Thema Organspende ist sehr weit hinten im Spektrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und da der Staat dieses Gesetz eingeführt hat, sorgt der Staat auch dafür dass die Organentnahme vereinfacht wird, indem er - ja, mMn schon! - genau darauf spekuliert, dass der breiten Masse dieses Thema gar nicht bewusst ist.Fennek schrieb:Oder gehst du auch hin, bringst jemand um und empörst dich danach: "Na der Staat hat mich persönlich aber nicht darauf hingewiesen, dass Mord strafbar ist. Wie hätte ich das denn bitte wissen sollen? Die können doch nicht erwarten, dass ich mich selbst über Gesetze und Rechtsprechung informiere?" Das müsste ja demnach auch "Missbrauch der Unwissenheit seiner Bürger" sein.
Wie sagt man in der Rechtsprechung so schön? Nichtwissen schützt nicht!
Ich denke er spekuliert eher darauf dass die Bürger zu faul sind um sich eintragen zu lassen, so wie das hier in Deutschland ist. Das er bewusst darauf spekuliert, dass die Bürger keine Ahnung haben denke ich nicht. Die meisten sind ja Pro-Organspende, also wieso verheimlichen?Eya schrieb:da der Staat dieses Gesetz eingeführt hat, sorgt der Staat auch dafür dass die Organentnahme vereinfacht wird, indem er - ja, mMn schon! - genau darauf spekuliert dass der breiten Masse dieses Thema gar nicht bewusst ist.