Reineke schrieb:Der Osten sieht, was man mit ihm vorhat. Bei der Frage der Verteilung der Migranten im Land kommt regelmäßig die Forderung, diese mehr in Gegenden mit höheren Wohnungsleerständen unterzubringen... in der Altmark, der Lausitz, der Uckermark usw. Der Osten soll ausbaden, was in den Wohlstandsvierteln und linksgrünen Kiezen des Westens an der Wahlurne beschlossen wurde. Unbegreiflich, dass sich da Widerstand regt, stimmt's?
Die Stimme des Ostdeutschen kommt in der Spitzenpolitik doch nur durch Chrupalla und Gysi vor. Die sogenannte demokratische Mitte ist eine westdeutsche Clique.
Da fängt das Problem in den Köpfen der Leute doch schon an, auch wenn man sicherlich sagen kann, dass
1) auch von "Wessis "(jetzt fang ich auch schon so an mit den Begriffen...) eine pauschalere Sicht auf den Osten/"Ossis" vorherrschte und teils vorherrscht
und ja,
2) auch sicherlich irgendwo man in Zahlen packen kann wer damals aus dem Westen in den Osten ging um da Politik oder sonst was zu machen
Andererseits und hier mein Kernpunkt: Wie lange sollen wir das Spiel mit "West/Ost" denn noch spielen? 50 Jahre? 100? Nennt mich naiv aber man sollte dieses ständige West-Ost Kriegsbeil (ja, ich weiß, das Gefälle beruht teils auch auf diversen Faktoren und Daten, dennoch) mal begraben. Solange eine zu starke "die und wir-Mentalität" vorherrscht wird das aber nix und wir können uns in 30 Jahren noch so zanken. Wir sind aber nicht umsonst eine Republik geworden. Wenn 'der Westen' weniger auf 'dem Osten' rumhacken oder ihn wie ein ungeliebtes Kind betrachten soll, müssen zugleich die 'Ossis' aber auch aus einer relativen Opfer- oder Abwehrhaltung kommen. Im Schnitt, versteht sich.
Kurzum: Ich verstehe teils manchen Unmut von welcher Seite auch immer und bei manchen Themen gibt es ein relativ empfundenes oder objektivierbares Gefälle - andererseits scheinen manche Grenzen wohl noch 30 Jahre später in vielen Köpfen zu existieren. Vielleicht sollte man die auch im Duktus langsam abbauen.
Noch ein Punkt, der jetzt partiell etwas ostkritisch ist aber sich nur auf bestimmte Argumente bezieht: Im Sinne des Föderalismus soll es schon so sein, dass diverse Regionen/Bundesländer ihre Repräsentanz in der bundesrepublikanischen Politik finden sollen. Aber halt auch anteilig ohne Sonderwürste (ausser man stimmt politisch halt überein noch nachhaltende Missstände zu beseitigen bzw. über Subventionen Regionen zu fördern, klar).
Blick auf die Bevölkerungsverteilung:
Original anzeigen (0,4 MB)https://www.deutschlandatlas.bund.de/DE/Karten/Wo-wir-leben/006-Bevoelkerungsdichte.htmlIch schrieb das jetzt mal ganz stumpf weil ich sehr wohl auch historisch rückblickend manchen Unmut im Osten ja irgendwo nachvollziehen kann, als Wessi und im Sinne einer nun geeinten Republik:
Ja, ich weiß jetzt nicht was manche wollen, es gibt halt auch mehr Leute die aus dem Westen kommen. Kann halt auch mal sein, dass in einer geeinten Republik welche die ursprünglich aus den Regionen kommen woanders Berufe oder politische Ämter - etwa im Osten - wahrnehmen. Die Leute vor Ort (bei Politikern/pol. Ämtern) wählen sie ja am Ende. Oder sollen wir pro Bundesland oder West/Ost (und Nord/Süd?) die Reisefreiheit und Berufswahl usw. beschränken?
Nochmal mein Kernpunkt.
Kurzum: Ich verstehe teils manchen Unmut von welcher Seite auch immer und bei manchen Themen gibt es ein relativ empfundenes oder objektivierbares Gefälle - andererseits scheinen manche Grenzen wohl noch 30 Jahre später in vielen Köpfen zu existieren. Vielleicht sollte man die auch im Duktus langsam abbauen.