abberline schrieb:Wenn die erste SMS wirklich nur ein Abkenkungsmanöver gewesen sein sollte, der Täter Frauke eigentlich in Paderborn festgehalten hätte, wäre das sehr umständlich gewesen...
Meiner Meinung nach spricht deutlich mehr gegen Paderborn als Festhalteort als dafür.
rayden schrieb am 15.07.2018:Deshalb muss er ja nicht unbedingt aus PB direkt kommen, genau so würde Altenbeken Sinn machen, eigentlich sogar noch mehr, hat man doch nur ländliche Gegend bis zu den Kontaktpunkten im Osten Paderborns, und keinen Stadtverkehr.
Hätte der Täter nach den Telefonaten wieder in die Stadt reinfahren müssen, wäre er zu mehreren Stopps an roten Ampeln etc. und einer niedrigeren Geschwindigkeit gezwungen gewesen. Außerdem ist die Unfallgefahr im städtischen Verkehr größer, und ein bloßer Blechschaden, der gar nicht vom Täter hätte verursacht werden müssen, hätte ihm zum Verhängnis werden können. Zumindest für die Hinfahrt hätte er FL nicht betäuben können, da sie ja in den Telefonaten einigermaßen klar sprechen musste. Vielleicht lag sie gefesselt und geknebelt im Kofferraum, aber bei einem Halt hätte sie eventuell mit Fußtritten gegen die Kofferraumhaube die Aufmerksamkeit von Passanten erregen können.
Auf der B64 konnte er schneller fahren, in der ländlichen Gegend gab es kaum Verkehr und er brauchte nur dem Straßenverlauf folgen, ohne ständig abbiegen zu müssen. Außerdem erscheint mir ein Versteck in der Stadt sehr viel ungeeigneter als auf dem Land. Dort ist der Abstand zwischen Häusern öfter größer und der Weg zur Garage nicht so sehr der Beobachtung durch Nachbarn preisgegeben wie in der enger bebauten Stadt. Besonders günstig wäre z. B. ein Bauernhaus gewesen, das auch keineswegs zu einem noch bewirtschafteten Bauernhof gehören müsste. Der Täter hätte auch nicht unbedingt dort wohnen müssen. Vielleicht der Besitz der verwitweten, gehbehinderten Mutter oder Großmutter, von der nicht zu befürchten war, dass sie im Keller oder der Scheune auftauchte.
Eine Unterbringung FLs auf einem privaten Grundstück wäre für den Täter erheblich sicherer gewesen als in einer verlassen Jagdhütte oder einem Schuppen, in deren unmittelbarer Nähe jederzeit eine andere Person hätte gelangen können.
Auch der Fundort der Leiche liegt meiner Einschätzung nach von einem der in Frage kommenden Orte an der B64 nicht weiter entfernt als von Paderborn. (Ich habe allerdings keinerlei Ortskenntnisse.)
Und was vor allem gegen Paderborn spricht:
Freitag, 23. Juni 2006, 23.06 Uhr, Gedächtnisprotokoll von Bruder Frank: "Frauke, was machst du, wann kommst du nach Hause?"
"Ich komme heute nach Hause, auch nicht zu spät.
Ich bin in Paderborn, frag nicht, ich komme nach Hause."
"
Wo bist du denn?"
"Kann ich nicht sagen."Samstag, 24. Juni 2006, 14.23 Uhr, Anruf bei Mitbewohner Chris, Gedächtnisprotokoll: "Ich komme nicht so spät zurück. Komme heute Abend nach Hause."
"Bist du verletzt?"
"Nein.
Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn. Ich bin in Paderborn."
Meiner Meinung nach ist es offensichtlich, dass FL nicht frei sprechen kann und daher die Erwähnung Paderborns als Aufenthaltsort vom Täter erwünscht ist. Das lässt doch Paderborn eher ausscheiden.
Und dann noch jene Stelle in ihrem letzten Telefonat:
Wo bist du?"
"Mama."
"Wo bist du?"
"Mama."
"Wo bist du?"
"Mama."
FLs Mutter war Gymnasialdirektorin in Bad Driburg und hatte dort eine Zweitwohnung. Aber eindeutig ist natürlich nicht, was FL damit meinte. Ging es FL um einen geographischen Bezug des Täters zu ihrer Mutter, könnte damit auch (frei spekuliert) ein kleiner Ort an der B64 und in der Nähe Bad Driburgs gemeint sein, in dem ihre Mutter vielleicht gern Obst bei Bauern kaufte.