CorvusCorax schrieb:So weit, so gut. Die Betonung liegt auf "einigermaßen".
So ist es.
Es gibt Dinge über mich, die meine Mutter heute noch nicht weiß. Wenn mir damals was passiert wäre, wäre das zwar ggf nicht so mysteriös ausgegangen (je nach dem), aber ich glaube, sie hätte es niemals für möglich gehalten.
Es geht mir auch nicht darum, dass Teutone etwas öffentlich vermuten soll, was er nicht will oder nicht tut. Es geht mir darum, dass bei allen Logiken, die wir hier zum Teil schon jahrelang anwenden, der Eindruck entsteht, wir würden Scarlett nun ein wenig kennen. Tatsächlich ist das ein mMn vollkommen verzerrtes Trugbild. Wir kennen sie im Prinzip genauso wenig wie 1 Tag nach ihrem verschwinden. Dass was wir meinen zu kennen sind alleine Reflektionen auf Ereignisse, die uns berichtet wurden. Wir sehen diese starke allein wandernde Frau, die eine mehr als 100 km lange Wanderstrecke in 6 Tagen bewältigen wollte und wissen nicht mal, ob sie das in der Vehemenz, die wir ihr unterstellen, überhaupt so tat. Sie kann abgekürzt haben, Bekanntschaften geschlossen haben von denen wir nichts wissen, völlig andere Pläne gehabt haben als wir vermuten, innerlich zerrissen gewesen sein oder überfordert - und ihr Bild wäre kein anderes als das was wir von ihr haben.
Jeder Satz, der Logik beinhaltet, reflektiert nur die Logik, die wir völlig ohne Kenntnis in ihr vermuten. Scarlett’s Verfassung, wenn die jemals zu diesem Zeitpunkt jemand kannte, war allerhöchstens Familienmitgliedern, ihrem Freund oder ihren FreundInnen bekannt. Und selbst da ist es möglich, dass das falsch wahrgenommen wurde.
Wir alle hier, die wir vermuten, dürfen selbstredend eine Meinung haben und die letztendlich auch vertreten. Aber diese kann so weit von der Wahrheit entfernt sein wie Australien von Europa und sollte niemals wie eine feststehende Tatsache dargelegt werden.
Hier ist alles möglich, auch dass sie irgendwo mit ihrem Rucksack liegt und bisher übersehen wurde.