@Lupo1954 erwaehnte es schon, die Reichweite von Funkwellen ist nicht nur von der abgestrahlten Leistung sondern vor Allem auch vom verwendeten Frequenzbereich und der Abstrahlcharakteristik der Antenne abhaengig.
Verschiedene Frequenzbereiche haben ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile, die man sich beim Rundfunk gekonnt zu Nutze macht:
- Langwellen breiten sich nur am Boden aus, es gibt keine Raumwellen, diese werden in den oberen Luftschichten absorbiert. Man erreicht große Reichweiten, muss aber auch starke Sender verwenden und sich mit einer geringen Qualitaet des Signals zufrieden geben.
- Kurzwellen breiten sich eher fast nur durch die Raumwelle aus. Diese wird in den oberen Luftschichten UND an der Erde selbst reflektiert. Dadurch wird weltumspannender Rundfunk moeglich, die Radiowellen werden immer wieder zwischen Erde und Ionosphaere reflektiert. Die Qualitaet des Signals ist stark von den Wetterverhaeltnissen in den verschiedenen Luftschichten abhaengig, reicht aber fuer gesprochene Sprache vollkommen zu, Musiksendungen klingen oft recht eigenartig, gerade wenn starkes Fading (also das staerker und schwaecher werden der bei Empfaenger eintreffenden Wellen) beteiligt ist.
- Mittelwellen werden heute noch in bevoelkerungsschwachen Gebieten verwendet da sie zumindest einen groeßeren Bereich als UKW-Funk abdecken koennen. Je nach Antennenform kann man Raum- und Bodenwellen abstrahlen, was durchaus zu akzeptablen Reichweiten, bis zu 500km, fuehrt. Bei ausreichender Sendernaehe ist die Qualitaet ertragbar, allerdings darf man nicht mit HD-Klangerlebnissen rechnen...^^
- Ultrakurzwellen sind wohl die heute am weitesten verbreitete Technik fuer Hoerfunk. Sie bieten eine wunderbare Qualitaet (Stereoempfang), die allerdings mit einer geringeren Reichweite erkauft werden muss. Je hoeher eine Frequenz ist, desto quasioptischer (also immer aehnlicher dem Licht) breitet sie sich aus, auch wenn bei UKW der "Radiohorizont" weiter enfernt ist als der optische Horizont. Man braucht hier ein dichtes Sendernetz, um eine groeßere Gegend flaechendeckend zu versorgen.
Aber was bedeutet das nun? Alle diese Signale verlassen die Erdathmosphaere nicht wirklich in großer Menge, eben weil die Abstrahlung (meistens omnidirektional um den Sender herum) auf den Empfang auf der Erde optimiert wird.
Woellte man geziehlt ins Weltall strahlen wollen, wuerde man wohl eine eher hoehere Frequenz waehlen, da im luftleeren Weltraum nicht die gleichen Ausbreitungsbedingungen herrschen wie auf der Erde. Gekoppelt mit hoher Sendeleistung und einer stark fokussierten Antenne (aehnlich wie beim Richtfunk) koennte man dann gezielt auf einen weit entfernten Himmelskoerper senden. Man muesste nur einen waehlen, zu dem "optische Sicht" besteht.
Viel mehr Sorgen wuerde ich mir machen, wie man da Informationen aufmodulieren will. Immerhin muss die Modulation stark genug sein, damit man sie, auch stark abgeschwaecht, noch demodulieren und erstmal aus dem ganzen Hintergrundrauschen "rausfiltern" kann. Also am besten was Richtung Morsetelegrafie. Ein binaeres Signal mit getastetem Traeger (A1) koennte passend sein, zumindest nach dem Kenntnisstand von heute. Es bedarf keine besonders komplizierte Technik zur Demodulation, denn wir koennen ja nicht davon ausgehen, daß sie nicht komplett andere Verfahren verwenden, eine andere Sprache sowieso.
Aber wenn man die Sendungen geziehlt fuer den Empfang in extremer Entfernung anpasst, koennte das sicherlich klappen, zumindest, wenn es da auch Empfaenger gibt...^^