@nairobi Da bin ich zu 100% bei dir.
Bei uns im Dorf haben wir einen ähnlichen Fall: eine 82 jährige Frau, der kurz hintereinander der Ehemann und der Hund weg gestorben sind.
Sie meinte danach immer, dass der Tod des Hundes schlimmer war, als der Tod des Mannes, da lezterer sowieso nur in der Wirtschaft und in der Werkstatt war.... Wohingegen der Hund immer an ihrer Seite war
Sie hat sich dann vor zwei Jahren einen 12 jährigen Dackel (Scheidungskind) zugelegt und ist auch erstmal auf heftiges Unverständnis gestoßen.
Doch es klappt hervorragend. Die beiden halten sich gegenseitig fit. Sie gehen spazieren und geben sich gegenseitig Halt.
Dazu muss ich sagen, dass sie auch dafür gesorgt hat, dass im Falle ihres Ablebens der Hund von Nachbarn übernommen wird.
Mir geht immer das Herz auf, wenn ich die beiden an meinem Haus in Richtung Feld vorbei wackeln sehe.
Leider haben wir in unserer Tierarztpraxis auch immer wieder andere Beispiele.
Da gab es vor einigen Jahren den Fall einer jungen Frau, welche sich einen kleinen Chihuahua zugelegt hatte und völlig verzweifelt bei uns aufgeschlagen ist. Der Hund, mittlerweile ein Jahr alt, wird nicht stubenrein.
Wir haben ihn klinisch untersucht ( incl. Ultraschall, Labor usw.) und keine organische Ursache finden können.
Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass das Tier von morgens um sechs Uhr bis abends um neunzehn Uhr alleine in ihrer Wohnung ist, da sie in dieser Zeit arbeiten geht.
Unsere Fassungslosigkeit darüber stieß bei ihr auf völliges Unverständnis und leider haben wir sie auch nicht wiedergesehen.
Wir melden solche Extremfälle zwar dem zuständigen Veterinäramt, ob dann aber etwas unternommen wurde um die Situation für das Tier zu verändern erfahren wir dann leider nicht.
Sowas ist bitter und macht die Arbeit manchmal nicht leicht.
Aber überwiegend sehen wir schon die andere Seite: Hund und Besitzer ergänzen sich toll und machen viele Dinge gemeinsam.
Liebe Grüße