kuno7 schrieb:Imho is imho die AfD auch kein großer Freund von Gewerkschaften. Die AfD is imho sogar noch Wirtschaftsliberaler als die FDP.
Das spielt doch gar keine Rolle, wofür die AfD ist. Sie ist erstmal gegen alles, was die Etablierten ausmacht, und damit ist sie sehr erfolgreich. Kommen die unteren Klassen noch mehr unter Druck, als sie es jetzt schon sind, laufen sie von den Etablierten weg, und docken an den Rändern an - je nachdem welches Gebashe besser zu ihren jeweiligen Stimmungen passt. Zudem Sterben die Alten langsam weg, und damit auch die Stammklientel der Etablierten.
Ein Teil wird vllt am linken Rand emotionalen Anschluss finden, ein Teil bei den Blauen.
Es geht nicht um Logik, oder Programme. Es geht darum, möglichst anschlußfähige Propaganda-Sprechblasen raus zu feuern, um die Stimmung gegen die Anderen anzuheizen, und den Bürger zu seinen Gunsten zu manipulieren. Das ist ja das Perfide Spiel der Populisten, und sie sind in der weitestgehend entpolitisierten Gesellschaft sehr erfolgreich damit. Siehe Trump. Ich sehe nicht, dass unsere Gesellschaft irgendwie politisch stabiler wäre, als die amerikanische.
Na mal sehen, vllt geschieht noch ein Wunder, unsere Wirtschaft bekommt wie durch Zauberhand viel Aufwind, und die Regierung kann wieder damit prahlen, wie toll sie die Geschicke des Landes gesteuert hat; uns mit Geldgeschenken milde stimmen, usw..
Wenn das nicht passiert, wird sie gnadenlos zerschossen, und die Gewinner werden die sein, die die Bevölkerung noch nie enttäuscht hatten, weil sie noch nie regierten.
Das sind ganz einfache psychosoziale Dynamiken, die man immer wieder so in der Geschichte beobachten kann (das alte Aristokratenspiel, das den politisch unmündigen Bürger zum Gefolgsmann macht), und ich sehe auch nicht, wieso das diesmal anders laufen sollte. Leider scheint das in unserer Prägung sehr stark verankert zu sein, dass man gerne als Herde irgendwelchen Alphas folgt, und selbst nur möglichst wenig Verantwortung übernehmen will; .. wir haben es als Staat zudem nicht geschafft, die entsprechenden Strukturen zu schaffen, die dieses intuitive Verhalten ausreichend ausbremsen. Das aber nur am Rande..
kuno7 schrieb:Ich werde mich mit einem Fazit der Unionspolitik erstmal noch zurück halten. Man sollte schon so fair sein denen ein, zwei Jahre zu geben um ihre Pläne umzusetzen, zumal die SPD ja auch noch ein Wörtchen mitreden wird wollen.
Klar, ich beurteile ja erstmal nur eine Aussage, die Merz jetzt schon getätigt hat.
Was er wirklich macht - machen müssen wird - sehen wir dann.