sacredheart schrieb:Und da wird es keine Konsens geben, wieviele Snowboards, E Gitarren, leuchtende Hundehalsbänder, Nippesfiguren, Portionen Knoblauchbutter, Resiezahnbürsten, Haarspangen mit WLAN oder vegane Bratwürstchen pro Person angemessen und somit zu produzieren sind. Es sei denn, der Konsens wird mit den üblichen meinungsangleichenden Repressionen erzeugt.
100% Konsens gibt es sowieso nicht. In jedem (bislang bekannten) System hat man auch Menschen, die damit unzufrieden sind. Eine Art Grundkonsens aber gibt es ja bereits jetzt: "höher, schneller, weiter, mehr". Oder auch: "Alles ausschöpfen, was geht". Wohl vor allem deshalb erfolgreich, weil es bestimmte menschliche Grundmechanismen (Konkurrenzdenken) triggert. Obwohl es aber der falsche Weg ist, was nicht wenige durchhaus erkennen, halten wir daran fest. Weil wir nichts anderes kennen, außer gescheiterte Alternativen (wie den Kommunismus). Wir können (und wollen?) uns nichts anderes vorstellen als ein auf Wachstum, Massenproduktion und Überschuss (=Überfluss), sowie soziale Ungleichheit ausgelegtes System. Man wächst ja da auch hinein, und kann sich dem kaum oder gar nicht entziehen.
Es bräuchte eine mehrheitsfähige Neudefintion davon, was "normal" ist, eine Neudefintion von Wohlstand, und davon, was eigentlich Freiheit bedeutet (außer Freiheit in Form von Konsum und Besitz). Auf welchem Weg so ein mehrheitliches Umdenken erreicht werden kann, weiß ich allerdings nicht. Eigentlich sollten die Umstände und Auswirkungen, die Absurdität des ganzen Systems an sich, ausreichen, um dazu zu führen. Doch es profitieren wohl noch zu viele (eigentlich sind es wenige, aber diese haben systembedingt den größten Einfluss).
Vielleicht braucht es auch sowas wie einen externen Auslöser, der uns (alle) dazu zwingt.