martenot schrieb:Außerdem müssten die Arbeitgeber natürlich verpflichtet werden, den Arbeitsvertrag währenddessen ruhen, aber unangetastet zu lassen.
Ich denke mal, das wird der Grund sein, warum so etwas nicht durchsetzbar ist: Das wird die Wirtschaft auf die Barrikaden treiben.
Wenn ich Unternehmer wäre, hätte ich ja auch keine Lust, meine Mitarbeiter mal so zwischendurch einfach für x Monate zu verlieren, mir Ersatz suchen zu müssen und dann, nachdem der Ersatz gerade eingearbeitet ist, kommt die einberufene Person wieder. Und wenn ich keinen Ersatz finde, was dann? Wird mir dann von staatlicher Seite einfach jemand zur Verfügung gestellt oder muss ich dann halt ohne auskommen? Und was passiert mit Selbstständigen, die womöglich auch noch Angestellte haben? Machen die dann die Firma einfach zu und setzen die Angestellten auf die Straße?
Da würden wahrscheinlich am Ende so vielen Ausnahmeregelungen geschafften werden, dass am kaum noch jemand einberufen wird, weil er/sie aus dem und dem Grund nicht abkömmlich ist. Oder eben, bei den Älteren, kaputte Knochen, Herzprobleme oder was auch immer hat.
Interessant ist an diesem Vorschlag aber immerhin, dass man die Empörung beobachten kann, wenn Leute, die gerne die Jungen verpflichten würden, plötzlich selbst betroffen wären - dann ist das natürlich plötzlich "was ganz anderes" und "völlig unmöglich!".
abberline schrieb:Wie gesagt, man sollte die BW als Berufsarmee top ausrüsten und attraktiver machen, zuerst mal die Infrastruktur schaffen, dann braucht man diese Wehrpflichtdebatte nicht
Mir ist ja auch nicht klar, warum man so verzweifelt hofft, mit einem Zwangsdienst neues Personal zu finden. Wenn man für, sagen wir mal, ein Jahr einberufen wird und dann live und in Farbe mitbekommt, wie schlecht die Bundeswehr ausgerüstet ist, wie das Klima dort ist usw. - und dann feststellt: "Nee, das ist ja unmöglich hier!" dann wird man doch am letzten Tag des Wehrdienstes seine Sachen packen und mit "Bin ich froh, aus dem Laden raus zu sein!" das Weite suchen.
Bleiben werden doch nur die, die es aus Überzeugung machen (nicht negativ gemeint!) und sich deshalb mit den Bedingungen arrangieren, weil sie es für eine wichtige Aufgabe halten - aber die wären auch ohne Wehrpflicht gekommen. Aber das sind und bleiben wenige.
Und vielleicht noch die, die keine andere Perspektive haben - aber ob das die sind, die man brauchen kann?