Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine
01.09.2022 um 19:13Die NATO hat im Jugoslawienkrieg viele Brücken zerstört. Das waren legitime militärische Infrastrukturziele.
Ja, kann man so sehen. Gab ja auch schon Streit deswegen. Die Ukraine war nicht gerade glücklich mit dieser Argumentation.JoschiX schrieb:Korrekt, Russland ist in der Verantwortung wenn es militärische Ziele innerhalb ziviler Umgebungen ,oder in dem Falle auf der Brücke, anlegt und muss dafür Sorge tragen das Zivilisten nicht gefährdet werden.
Ich komme da auf 80 bis 90 Autos pro Kilometer plus eine gute Chance einen Zug zu treffen. Aber gut, vielleicht habe ich da auch einen Rechenfehler. Wie kommst du auf die 20 Autos?Senkuu schrieb:Btw hab mal kurz nachgerechnet wieviel den im Durchschnitt bei 40.000 Autos täglich da langfahren würden wenn es nur eine einzige Fahrspur geben würde. Das wären auf 1km ganze 20 Autos im durchschnitt! Da ist weniger los als auf manchen Landstraßen Deutschlands und jetzt wo die mitbekommen haben das Krieg ist könnte da noch weniger Los sein.
Wenn sie rechtzeitig eine Warnung aussprechen ist es doch gut. Aber das war bisher weder Teil des angedachten Szenarios noch dieser Diskussion.Senkuu schrieb:Wer sagt das die keine Warnung für die Krim Brücke aussprechen werden, davon mal ab das man schon häufig genug gewarnt hat das es ein legitimes Ziel ist wodurch jeder halbwegs klar denkende Menschen wissen müsste das die Brücke täglich beschossen werden könnte.
Gut, einverstanden. Nur muss man dazu eben gar nicht die Brücke zerstören. Im Zweifelsfall sind auf den Bahndämmen viel weniger Zivilisten unterwegs und man kann sie nach und nach zusammenschießen wie die Antoniwkabrücke. Die Krimbrücke liegt nicht wirklich in Reichweite. Jeder Angriff auf sie, der mehr als symbolische Bedeutung haben soll, müsste eben entsprechend stark ausfallen.Senkuu schrieb:Das war der best case Szenario häng dich daran nicht fest. Im worst case verlieren die Russen halt nur X% an Nachschub wodurch die 30+ BTG´s um Kherson weniger versorgt werden könnten. Das wäre schon mehr als genug da die Kampfkraft dadurch geschwächt werden würde.
40.000 Autos am TagAhmose schrieb:Wie kommst du auf die 20 Autos?
Wahr aber die häufige Benennung der Ukraine ist eigentlich schon mehr als genug.Ahmose schrieb:Wenn sie rechtzeitig eine Warnung aussprechen ist es doch gut. Aber das war bisher weder Teil des angedachten Szenarios noch dieser Diskussion.
Viel zu einfach zu reparieren das würde keine Woche dauern und es wäre wieder fertig.Ahmose schrieb:Gut, einverstanden. Nur muss man dazu eben gar nicht die Brücke zerstören. Im Zweifelsfall sind auf den Bahndämmen viel weniger Zivilisten unterwegs und man kann sie nach und nach zusammenschießen wie die Antoniwkabrücke. Die Krimbrücke liegt nicht wirklich in Reichweite. Jeder Angriff auf sie, der mehr als symbolische Bedeutung haben soll, müsste eben entsprechend stark ausfallen.
Grigory Sokol, stellvertretender Leiter der PKU Uprdor "Taman", gab in einem Interview mit Journalisten eine detaillierte Bewertung des Verkehrs über die Krimbrücke
... Ihm zufolge haben in den 10 Monaten, die seit der Eröffnung vergangen sind, 4,5 Millionen Fahrzeuge die Brücke passiert,Quelle: https://de.topcor.ru/6767-stali-izvestny-obemy-trafika-krymskogo-mosta-za-10-mesjacev.html
Grigory Sokol stellte fest, dass die Intensität des Verkehrs über die Brücke in beide Richtungen praktisch gleich ist. Die durchschnittliche Tagesrate für die gesamte Betriebsdauer betrug 15 Autos. Der Straßenarbeiter erinnerte daran, dass der Verkehrsrekord am 12. August 2018 aufgestellt wurde, als 30 Autos pro Tag auf die Halbinsel und in die entgegengesetzte Richtung fuhren... trotzdem lässt sich festhalten, dass (zu jenem Zeitraum) in beide Richtungen gleich viel Verkehr herrschte und in 10 Monaten ca. 4.500.000 Fahrzeuge die Brücke passierten.
Die Autobahnbrücke ist 16.857,28 m lang. Ihre durch Leitplanken getrennten Richtungsfahrbahnen haben je zwei Fahrspuren und einen schmalen Pannenstreifen.Quelle: Wikipedia: Krim-Brücke
Der Schifffahrtskanal wird von je einer 227 m langen Stabbogenbrücke mit einer lichten Höhe von 35 m überquert.Quelle: Wikipedia: Krim-Brücke
Senkuu schrieb:Sollte ich einen Fehler gemacht haben sag mir bescheid.
Ok, danke. Ich denke ich hatte dann einen Rechnenfehler und bin von wesentlich mehr gleichzeitig vorhandenen Fahrzeugen ausgegangen.Zz-Jones schrieb:Da man 13 Minuten für die Überquerung benötigt, befinden sich also durschnittlich 130 Fahrzeuge auf der Brücke, verteilt auf 17 Km.
Aber man könnte die Bahndämme ähnlich wie die Antoniwkabrücke immer wieder beschießen. Die Krimbrücke ist für wiederholte Attacken zu weit weg.Senkuu schrieb:Viel zu einfach zu reparieren das würde keine Woche dauern und es wäre wieder fertig.
Und ob da weniger Zivilisten unterwegs sind hängt vom Bahnverkehr ab.
Ja, das vermute ich auch. Deswegen mache ich mir ja auch Sorgen um die Zivilisten. Aber gut, ich ging auch von deutlich mehr Zivilisten aus als da anscheinend wirklich unterwegs sind.Senkuu schrieb:Ich glaube nicht das die Ukraine halbgare Angriffe auf die Brücke ausführen würde da wird man schon mit einen deutlichen Schlag draufhauen wollen.
Man kann es ja nachts um 3 Uhr machen, da dürften wohl nicht so viele auf der Brücke sein.Ahmose schrieb:Ja, das vermute ich auch. Deswegen mache ich mir ja auch Sorgen um die Zivilisten
An important condition for eliminating the bridge are missiles with a range of up to 300 kilometers.
At the same time, the destruction of only the Crimean bridge will only complicate the transfer of reserves for the Russian Federation but will not make it completely impossible because there are now ten large landing ships in the Black Sea that can take on the function of ferries.Die gelieferten "Harpoon" Anti-Schiffsraketen müssten in jedem Fall den Landweg überqueren, und zur Zerstörung der Brücke bräuchte es wahrscheinlich stärkere Sprengköpfe, die bestenfalls in heimisch produzierten "Grom"-Raketen vorhanden sind. Beides Systeme, die ein großes Ziel darstellen und nur in begrenzter Stückzahl zur Verfügung stehen.
Zu Stoßzeiten bestimmt. Ich habe ja jetzt so getan, als wäre das Verkehrsaufkommen den ganzen Tag über gleich, was es wahrscheinlich nicht ist. Ich nehme schon an, dass zu bestimmen Uhrzeiten Peaks bis zu 500 Fahrzeugen gleichzeitig erreicht werden, nachts hingegen jedoch kaum etwas los ist.Ahmose schrieb:Ok, danke. Ich denke ich hatte dann einen Rechnenfehler und bin von wesentlich mehr gleichzeitig vorhandenen Fahrzeugen ausgegangen.
Zz-Jones schrieb:So ein Angriff würde sich mMn ohnehin eher dann anbieten, wenn sowieso gerade ein russischer Militärkonvoi die Brücke überquert, so dass dann auch kaum Zivilisten getroffen werden können.
Nachts sollte man hinbekommen. Aber ob man einen Angriff so legen könnte, das er einen Militärkonvoi trifft wage ich zu bezweifeln. Die Krimbrücke ist aktuell zu weit entfernt. Aber gut, vielleicht bekommen die Ukrainer ja noch weitreichendere Waffen und/oder die Front rückt näher an die Krim heran.JosephConrad schrieb:Man kann es ja nachts um 3 Uhr machen, da dürften wohl nicht so viele auf der Brücke sein.
Das ist richtig. Wichtig ist eher, dass der Dnipro durch Truppen nicht mehr überquert werden kann.Ahmose schrieb:Die Krimbrücke ist aktuell zu weit entfernt
Wäre natürlich gut, wenn die Ukraine den Staudamm wieder kontrollieren würde. Wichter ist meiner Meinung aber die Zermürbung der russ. Truppen. Neben Kherson ist der Staudamm ein Ziel, das die Russen verteidigen *müssen*. Also sollte man sie das meiner Meinung nach auch tun lassen. Sie verschwenden dabei nämlich reichlich Truppen und Material.SvenLE schrieb:Ein weiteres Ziel kann die Wasserversorgung der Krim sein. Wenn man den Staudamm Nova Kachovka kontrolliert, sitzt die Krim wieder auf dem Trocknen. Da wirkt mehr als die Brücke.
10:20 Uhr – Russland: Stromleitung bei AKW durch ukrainischen Beschuss unterbrochenQuelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article240839271/Ukraine-News-Gruene-wollen-verstaerkt-Waffen-an-die-Ukraine-liefern.html
Ukrainische Einheiten haben in der Nacht zum Samstag nach Angaben eines von Russland anerkannten Verwaltungsvertreters in der Region Saporischschja das gleichnamige AKW mehrmals unter Feuer genommen. Eine wichtige Stromleitung sei dadurch unterbrochen worden, erklärt Wladimir Rogow. Deswegen seien Notstromaggregate aktiviert worden.
Ein Beschuß des AKW kann zum Supergau führen. Wenn die Ukraine das macht, wäre das ein Verbrechen. Aber vielleicht sind es ja die Russen, die dauernd auf das Kraftwerk schießen. Warum sollte die Ukraine ihre Leute gefährden?Zeitmaschine78 schrieb:Die Stromleitung nach Rußland zu unterbrechen wäre schon richtig, aber wird bei den Kampfhandlungen wegen Notstromaggregaten das AKW gefährdet, schwierig zu beurteilen ?
Nicht nur das. Das Lagern von Munition ist bei Russen ja nun auch alles andere als sicher.JosephConrad schrieb:Ein Beschuß des AKW kann zum Supergau führen.
07.09.2022 07:47Quelle:
EU und USA importieren trotz Ukraine-Krieg mehr russische Industriemetalle
Folgen
London (Reuters) - Die Europäische Union (EU) und die USA haben Handelsdaten zufolge trotz des Ukraine-Kriegs ihre Einfuhren von wichtigen Industriemetallen aus Russland deutlich gesteigert.