In diesem Interview mit bfmtv (ca. 20 min) vom 13. März 2025 äußert sich Caroline Darian, heute 46 Jahre alt, sehr ausführlich. Es geht um die zwei besagten Fotos, den Prozess letztes Jahr, ihre Klage, die cold cases, den Berufungsprozess, den aktuellen Kontakt zur Mutter.
Anlass ist ihr zweites Buch, über die Zeit während des Prozesses.
Zur Erinnerung: Ihr Ehemann ist Journalist und leitender Redakteur bei bfmtv. Bfmtv hat mehrere regionale Standorte, hier wohl jener in der Region Paris, wohnortnah.
Caroline Darian wirkt sehr entschieden, sehr entschlossen, auch verzweifelt, strukturiert und analytisch.
Sie würdigt die Leistung ihrer Mutter mit großem Respekt, diesen Teil habe ich weniger ausgeführt, sie findet eigene Worte für ihre eigene Situation, partiell auch für die ihrer Brüder und deren Familien.

L'interview en intégralité de Caroline Darian, fille de Gisèle Pelicot et Dominique Pelicot
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Inhaltswiedergabe, nicht immer wortwörtlich, aber oft, von Moderatorin und CD:
- es geht mir einigermaßen, weil ich kämpfe, um Antworten, gut geht es mir nicht, ich benötige gewisse Antworten, um zu heilen, um wieder ganz zu werden.
- die zwei Fotos aus dem PC von DP zeigen Sie in fetaler Position, die nicht Ihre natürliche Schlafposition ist, nackt mit einem beigefarbenen Slip, den Sie nie gesehen haben.
- die zwei Fotos wurden durch die IT der Polizei wiedergefunden, der Dateiordner war beim Öffnen leer, alles war gelöscht. Man geht von weiteren Fotos aus.
- Dateinamen: die Tochter meiner Schlampe, meine nackte Tochter.
- zwei Fotos, aufgenommen an verschiedenen Orten, vermutlich zu verschiedenen Momenten.
- ich verorte die Fotos in 2016 und 2019.
- die Fotos sind aussagekräftig ("éloquantes"), sie ähneln den Fotos mit meiner Mutter, zeigen eine Inszenierung, ähneln verschiedenen Szenen der Vergewaltigung meiner Mutter durch die Unbekannten.
- die Fotos wurden im Internet geteilt und von anderen kommentiert.
- diese Konversationen wurden nie ausermittelt, das ist schade, weil DP nur wegen Verletzen meines privaten Lebens verfolgt wurde, nicht aber wegen Verbreiten der Fotos im Netz und Vergewaltigung.
- CD zur Polizei: Das sind keine Fotos eines Voyeurs, ich bin sediert, es gibt da ein Problem.
- Nur zweimal in zwei Jahren hatte CD ein Gespräch mit der Ermittlungsrichterin, und bat diese: "Bringen Sie DP zum Sprechen! Es ist etwas passiert, vor den Fotos und nach den Fotos.
- ich war ein unsichtbares Opfer dieser Prozessakte, ich war ein unsichtbar gemachtes Opfer dieser Prozessakte.
- die Justiz ist mir etwas schuldig.
- ich weiß, ich schlafe nicht auf diesen Fotos, ich weiß, er hat mich vergewaltigt, nein, das ist kein natürlicher Schlaf, ich will die Wahrheit.
- ich benötige wirklich die Justiz, um zu heilen.
- DP ist in einer inzestuösen Familie aufgewachsen, seine Familie war disfunktional, unsere Familie, also meine Eltern mit uns Kindern, war disfunktional.
- ich lebte bis zum 25. Lebensjahr bei meinen Eltern, habe nie meinen Vater eine andere Frau anschauen gesehen, ihn nie beim Pornoschauen überrascht, nie, nie.
- ich bin hypersensibel betreffend Frauenrechten, sprach mit meinem Vater darüber (da ist es ihr doch nochmal rausgerutscht, und sie bemerkte es nicht, meine Anmerkung).
- mit 41 erfahre ich, dass er der größte sexuelle Gewalttäter der letzten 30 Jahre ist.
- Ihre Mutter ist eine Ikone. - Ich bin stolz auf sie. DP hat es geschafft, dass wir nicht zusammen heilen können. Für meine Mutter ist es nicht leicht, sich die kriminelle Laufbahn von DP bewusst zu machen.
- Sie waren gut vorbereitet auf den Prozess, kannten die Akten auswendig, sind vereint mit Brüdern und Mutter in den Prozess gegangen und haben diesen fast jeder in seiner Ecke seiend wieder verlassen. Stille mit der Mutter.
- Meine Mutter hat sich entschieden, den Prozess allein durchzustehen. Für sie war es ihre Prozessakte, mit meinen Brüdern war es unsere Familiengeschichte, im Gericht wurde ein Teil unseres Familienlebens verhandelt, wir waren alle Nebenkläger.
- Meine Mutter hat die Türen des Prozesses geöffnet, aber wir dahinter, wir haben alle ein Leben, es gibt ein echtes Leben, echte Leute, es gibt Kinder und Enkelkinder, wir wurden in gewisser Weise in einen Abgrund gestürzt.
- Ihre Mutter teilt nicht Ihre Zweifel.
- Die Frage des Inzests ist für meine Mutter schwer hörbar.
- Meine Mutter hat soviel durchlitten, noch jetzt ist es für sie nicht hörbar, nicht sehbar.
- Sie weiß von Ihrer Klage? - Ja, von Anfang an. Meine Version der Fakten hat sich in den letzten fünf Jahren nicht um einen Jota verändert.
- Ab einem Moment wurde ich zur Zuschauerin in diesem Prozess, obwohl es um meine Mutter und meinen Vater ging. Ich habe gemerkt, es geht nicht mehr um meine Sache, meine Wahrheit, und aus Respekt zu meiner Mutter habe ich mit meiner Klage gewartet, denn es war ihr Moment.
- Meine Klage umfasst 30 Seiten, das erfordert Zeit und Überlegungen. Ich hoffe, die Klage wird ernst genommen und ich hoffe, es ist noch nicht zu spät. Zu spät, weil Ich hoffe, die Ermittlungen werden wieder aufgenommen und ergeben etwas. Das ist nicht sicher.
- Man hat schon enorm viel getan für das Dossier, ich bin überzeugt, es gibt noch enorm viel zu entdecken, bezüglich der kriminellen Laufbahn von DP und seine Tochter betreffend.
- Zu den cold cases: Er verneint alles, immer, also ... Marion, das Opfer von 1999, wir waren ein Alter, ich war 20 damals. Während dieser 4,5 Stunden hat sie die Hölle durchlebt, sich sterben gesehen, wenn sie sich nicht im Wandschrank einschließt. Ich kenne die Gewalt dieser Szene, die seit 20 Jahren wieder hochkommt. (*) Das sagt enorm viel aus über den kriminellen Parcours von DP und der Serialität seiner kriminellen Taten.
- Im Prozess haben Sie Ihren Schmerz fast hinausgeschrien. - Im Prozess widmete man sich zu wenig der Persönlichkeit von DP. Das habe ich sehr bedauert. Das ließ mich revoltieren. Ja, das raubte mir die Ruhe. Zu sehen, da ist jemand, der lügt, der lügte, der die Wahrheit verdreht, er lügt systematisch, die ganze Zeit. Mist, ich müsste viel mehr strategisch vorgehen so wie er, seine Strategie adoptieren.
- Zum Berufungsprozess im Oktober 2025: CD wird nicht dabei sein. Der erste Prozess war ein Prozess unserer Familie, wir waren alle Nebenkläger, hatten unseren Platz, unsere Legitimation. DP hat sein Urteil akzeptiert, damit habe ich keine Legitimation dort zu sein, und ich glaube, meine Brüder auch nicht. Das ist im zweiten Prozess der große Unterschied. Der Berufungsprozess ist allein der Prozess meiner Mutter.
- Sie will nicht Ihre Unterstützung? - Ich glaube, sie braucht sie nicht.
- Sie hat Sie nicht darum gebeten? - Nein.
- Sprechen sie miteinander? - Sehr wenig.
- Mit ihren Enkeln? - Sie versucht eine gewisse Form der Verbindung, so wie sie kann. Es ist zuviel passiert, wir versuchen uns zu heilen, sie und ich, unterschiedlich.
- Ihre Brüder? - Meine Brüder sind da und das ist ein Glück, meine Brüder an meiner Seite zu wissen.
- Sie sind irgendwie noch eine Familie? - Ja, es bleibt etwas wertvolles.
(*) Diesen Satz konnte ich nicht einordnen. Was meint CD? Er steht bei min 15:15. Vielleicht hat jemand eine Erklärung? Die Moderatorin fragte auch nicht nach.