Doppelmord Babenhausen
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Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 17:45@WacciusBaccius
Es stimmt, dass man aufmerksamer ist, wenn man wach ist. Tagsüber ist aber auch der Grundgeräuschpegel deutlich höher, als nachts. Zumindest der Zeuge, der schon wach beim Frühstück saß, hätte unter ansonsten gleichen Bedingungen mehr hören müssen, wenn´s mehr zu hören gegeben hätte. Also vielleicht sieben oder acht von zehn Schüssen.
Ich hätte beim Versuchsaufbau den Probanden nicht gesagt, wie oft geschossen würde. Aus der von denen dann angegebenen Zahl hätte man weitere Rückschlüsse ziehen können. Ich weiss allerdings nicht, ob das so durchgeführt wurde, oder ob die Polizei angab, wie oft geschossen würde.
MfG
Dew
Es stimmt, dass man aufmerksamer ist, wenn man wach ist. Tagsüber ist aber auch der Grundgeräuschpegel deutlich höher, als nachts. Zumindest der Zeuge, der schon wach beim Frühstück saß, hätte unter ansonsten gleichen Bedingungen mehr hören müssen, wenn´s mehr zu hören gegeben hätte. Also vielleicht sieben oder acht von zehn Schüssen.
Ich hätte beim Versuchsaufbau den Probanden nicht gesagt, wie oft geschossen würde. Aus der von denen dann angegebenen Zahl hätte man weitere Rückschlüsse ziehen können. Ich weiss allerdings nicht, ob das so durchgeführt wurde, oder ob die Polizei angab, wie oft geschossen würde.
MfG
Dew
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 18:11@soisser
Das mit der Hörbuch-CD ist ein schönes Kompliment. Ich habe eine sehr beruhigende Stimme, auch wenn ich von unangenehmen Sachverhalten spreche. Das würde Dir helfen über die Wochenenden zu kommen, wenn ich nicht "on" bin und keine Beiträge poste. Ich überleg´ mir das.
@Faszinierend
Dass sehe ich ganz genauso, Bauschaum ist sozusagen ubiquitär und für jeden erhältlich. Ich vermute, dass es garnicht so viele Herstellerwerke gibt und schwerpunktmäßig die Dosen unterschiedlich nach Bedürfnissen der Vertreiber ( Baumärkte etc. ) gelabelt werden.
Im Urteil wird aber voll darauf abgehoben oder zumindest sehr dieser Eindruck erweckt, um mit dem Bauschaum einen weiteren "Sargnagel" zu haben. Das ist sehr fragwürdig als Vorgehensweise.
MfG
Dew
Das mit der Hörbuch-CD ist ein schönes Kompliment. Ich habe eine sehr beruhigende Stimme, auch wenn ich von unangenehmen Sachverhalten spreche. Das würde Dir helfen über die Wochenenden zu kommen, wenn ich nicht "on" bin und keine Beiträge poste. Ich überleg´ mir das.
@Faszinierend
Faszinierend schrieb:@DewDanke für die aufmerksame Lektüre.
Danke für den kurzen munitionstechnischen Exkurs.Hab mit Waffen wenig bis gar nichts am Hut.
Fallbezogen würde ich sagen, daß der Aufwand für eine Veränderung der Treibladung(Laborierung) sehr groß und sehr gefährlich für D. gewesen wäre.
Was den Bauschaum anbelangt, kann man sich den eigentlich in jedem Baumarkt und auch in jedem Fachmarkt besorgen. Ab und an sogar bei den Lebensmitteldiskontern, die haben mittlerweile fast alles im Verkaufsprogramm.
Darsow muß den ja nicht in seiner Firma besorgt haben.
Dass sehe ich ganz genauso, Bauschaum ist sozusagen ubiquitär und für jeden erhältlich. Ich vermute, dass es garnicht so viele Herstellerwerke gibt und schwerpunktmäßig die Dosen unterschiedlich nach Bedürfnissen der Vertreiber ( Baumärkte etc. ) gelabelt werden.
Im Urteil wird aber voll darauf abgehoben oder zumindest sehr dieser Eindruck erweckt, um mit dem Bauschaum einen weiteren "Sargnagel" zu haben. Das ist sehr fragwürdig als Vorgehensweise.
MfG
Dew
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 19:23@Cassandra71
Der @WacciusBaccius scheint meinen Frageansatz verstanden zu haben.
Ich versuch´s nochmal zum Feierabend:
Wenn ich versuche einen Vorgang zu rekonstruieren, von dem ich nur annehme, dass er in einer bestimmten Art und Weise abgelaufen ist, um zu prüfen, ob meine Annahme richtig oder falsch ist, dann erwarte ich ein bestimmtes Ergebnis. Ob der Experimentalarchäologe Feuersteine klopft und versucht, die Tricks des Neandertalers, den er nicht persönlich fragen kann, wiederzuentdecken oder ob der Kriminalist ein Verbrechen rekonstruiert, ist dabei nebensächlich.
Annahme:
Der Täter im vorliegenden Fall hat mit einer bestimmten Waffe und Munition unter Verwendung eines Schalldämpfers, dessen einzige nachweisbare Komponente Bauschaum war an drei verschiedenen Orten insgesamt zehn Schüsse abgegeben, zuerst sechs, dann zweimal zwei.
Drei verschiedene Zeugen haben dabei von verschiedenen Orten Schüsse gehört, minimal zwei, maximal fünf.
Was haben wir zweifelsfrei:
- Tatort bzw drei "Untertatorte",
- Waffe, P38, durch charakteristische Systemspuren an den Hülsen erkannt,
- Munitionshülsen und Projektile, wie man sie hierzulande und anderwärts legal und illegal erwerben kann,
- Bauschaum als SD-Komponente
Was soll die Rekonstruktion beweisen:
- Gesamttatablauf, wie unterstellt,
- Verwendung eines PET-Bauschaum-Schalldämpfers, wie dem Verdächtigen unterstellt, wobei zu beachten ist, dass hierbei nicht wissenschaftlich korrekt vorgegangen wurde, weil die Waffenleute die A.D. unterstellte Konstruktion abänderten, damit sie sie zum Halten brachten,
Erwartetes Ergebnis:
- am besten hätte es den Ermittlern gepasst, wenn die Zeugen bei dem Durchgang mit SD zwei Schüsse gehört hätten, da man dem Täter unterstellte, nach zwei Schüssen die Tür geschlossen zu haben,
- der Zeuge, der fünf Schüsse gehört haben wollte, hätte vielleicht standortbedingt auch gerne fünf Schüsse mit SD wahrnehmen dürfen,
- eine geringe Abweichung nach oben wäre tolerabel gewesen, weil, wie @WacciusBaccius richtig einwendet, die Leute wussten, was jetzt kommt, nämlich ein Test,
Tatsächliches Ergebnis:
- alle Zeugen gaben von ihren Standorten an, ALLE Schüsse gehört zu haben
Fazit:
Es klafft eine Riesendiskrepanz auf zwischen dem für den SD-Durchgang erwarteten Ergebnis und dem tatsächlichen.
Der Vergleichsdurchgang ohne SD ist hier ohne wirkliche Aussage, da man erwarten konnte, dass die Zeugen die Schüsse deutlicher wahrnahmen als die mit SD, aber eine objektivierbare Effizienzbewertung für den SD fehlte.
Wenn der Wissenschaftler sowas erlebt, dann ist ihm klar, dass er was falsch gemacht hat, nämlich dass die Grundannahme fehlerhaft war.
Für so signifikant weniger Schusslärm können hier nur zwei Variable verantwortlich sein:
- eine vom Täter verwendete deutlich effektivere SD-Konstruktion, in der nur noch die Komponente Bauschaum eine Verbindung zu dem Konstrukt aus der Anleitung darstellt,
- eine herunterlaborierte Munition, die von sich aus schon weniger Krach macht,
Der Wissenschaftler würde jetzt schrittweise die Grundannahme verändern und weiterexperimentieren, bis er das Ergebnis mit vernachlässigbarer Abweichung wiederholt hätte. Und dann den Schalldämpfertyp mit Bauschaum präsentieren, den der Täter höchstwahrscheinlich wirklich verwendet hat.
Oder die passende Munition.
Oder eine Kombination aus beidem.
Diesen Weg hätten auch die Ermittler beschreiten können, dabei hätten sie allerdings A.D. als Verdächtigen fallenlassen müssen, weil ihr Lieblingsindiz, nämlich dieser Impro-SD nicht funktionierte.
Da sie das nicht wollten oder konnten, haben sie das offensichtliche Ergebnis weitgehend ignoriert. Der Richter hat seine Unterstellung ein bisschen erweitert und fertig.
So "baut" man Indizien.
Es tut mir leid, aber das ist m. E. nicht weit davon entfernt, einen Polizisten nachts eine P38 in A.D.´s Vorgarten verbuddeln zu lassen, damit ein Suchhund was auszubuddeln hat.
Ich hoffe, ich konnte jetzt verständlich machen, was mir an diesem Teilaspekt nicht gefällt.
Schönen Abend und gute Nacht, ich reite heim.
MfG
Dew
Der @WacciusBaccius scheint meinen Frageansatz verstanden zu haben.
Ich versuch´s nochmal zum Feierabend:
Wenn ich versuche einen Vorgang zu rekonstruieren, von dem ich nur annehme, dass er in einer bestimmten Art und Weise abgelaufen ist, um zu prüfen, ob meine Annahme richtig oder falsch ist, dann erwarte ich ein bestimmtes Ergebnis. Ob der Experimentalarchäologe Feuersteine klopft und versucht, die Tricks des Neandertalers, den er nicht persönlich fragen kann, wiederzuentdecken oder ob der Kriminalist ein Verbrechen rekonstruiert, ist dabei nebensächlich.
Annahme:
Der Täter im vorliegenden Fall hat mit einer bestimmten Waffe und Munition unter Verwendung eines Schalldämpfers, dessen einzige nachweisbare Komponente Bauschaum war an drei verschiedenen Orten insgesamt zehn Schüsse abgegeben, zuerst sechs, dann zweimal zwei.
Drei verschiedene Zeugen haben dabei von verschiedenen Orten Schüsse gehört, minimal zwei, maximal fünf.
Was haben wir zweifelsfrei:
- Tatort bzw drei "Untertatorte",
- Waffe, P38, durch charakteristische Systemspuren an den Hülsen erkannt,
- Munitionshülsen und Projektile, wie man sie hierzulande und anderwärts legal und illegal erwerben kann,
- Bauschaum als SD-Komponente
Was soll die Rekonstruktion beweisen:
- Gesamttatablauf, wie unterstellt,
- Verwendung eines PET-Bauschaum-Schalldämpfers, wie dem Verdächtigen unterstellt, wobei zu beachten ist, dass hierbei nicht wissenschaftlich korrekt vorgegangen wurde, weil die Waffenleute die A.D. unterstellte Konstruktion abänderten, damit sie sie zum Halten brachten,
Erwartetes Ergebnis:
- am besten hätte es den Ermittlern gepasst, wenn die Zeugen bei dem Durchgang mit SD zwei Schüsse gehört hätten, da man dem Täter unterstellte, nach zwei Schüssen die Tür geschlossen zu haben,
- der Zeuge, der fünf Schüsse gehört haben wollte, hätte vielleicht standortbedingt auch gerne fünf Schüsse mit SD wahrnehmen dürfen,
- eine geringe Abweichung nach oben wäre tolerabel gewesen, weil, wie @WacciusBaccius richtig einwendet, die Leute wussten, was jetzt kommt, nämlich ein Test,
Tatsächliches Ergebnis:
- alle Zeugen gaben von ihren Standorten an, ALLE Schüsse gehört zu haben
Fazit:
Es klafft eine Riesendiskrepanz auf zwischen dem für den SD-Durchgang erwarteten Ergebnis und dem tatsächlichen.
Der Vergleichsdurchgang ohne SD ist hier ohne wirkliche Aussage, da man erwarten konnte, dass die Zeugen die Schüsse deutlicher wahrnahmen als die mit SD, aber eine objektivierbare Effizienzbewertung für den SD fehlte.
Wenn der Wissenschaftler sowas erlebt, dann ist ihm klar, dass er was falsch gemacht hat, nämlich dass die Grundannahme fehlerhaft war.
Für so signifikant weniger Schusslärm können hier nur zwei Variable verantwortlich sein:
- eine vom Täter verwendete deutlich effektivere SD-Konstruktion, in der nur noch die Komponente Bauschaum eine Verbindung zu dem Konstrukt aus der Anleitung darstellt,
- eine herunterlaborierte Munition, die von sich aus schon weniger Krach macht,
Der Wissenschaftler würde jetzt schrittweise die Grundannahme verändern und weiterexperimentieren, bis er das Ergebnis mit vernachlässigbarer Abweichung wiederholt hätte. Und dann den Schalldämpfertyp mit Bauschaum präsentieren, den der Täter höchstwahrscheinlich wirklich verwendet hat.
Oder die passende Munition.
Oder eine Kombination aus beidem.
Diesen Weg hätten auch die Ermittler beschreiten können, dabei hätten sie allerdings A.D. als Verdächtigen fallenlassen müssen, weil ihr Lieblingsindiz, nämlich dieser Impro-SD nicht funktionierte.
Da sie das nicht wollten oder konnten, haben sie das offensichtliche Ergebnis weitgehend ignoriert. Der Richter hat seine Unterstellung ein bisschen erweitert und fertig.
So "baut" man Indizien.
Es tut mir leid, aber das ist m. E. nicht weit davon entfernt, einen Polizisten nachts eine P38 in A.D.´s Vorgarten verbuddeln zu lassen, damit ein Suchhund was auszubuddeln hat.
Ich hoffe, ich konnte jetzt verständlich machen, was mir an diesem Teilaspekt nicht gefällt.
Schönen Abend und gute Nacht, ich reite heim.
MfG
Dew
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 19:27@Dew
Naja, das war jetzt nicht grad ne Hauptstraße und Babenhausen ist mir jetzt auch nicht als Metropole bekannt... Von daher denke ich, dass es dort auch relativ leise ist...
Denke schon, dass die Polizei angegeben hat wie oft und wann.... Sonst hätte ja ein Fehlalarm ausgehen können
Die Waffe P38 wurde meines Wissens nicht 100% Bestätigt... Man geht von dieser Waffe aus, kann aber eine Baugleiche auch sein... Soweit ich das noch im Kopf habe
Naja, das war jetzt nicht grad ne Hauptstraße und Babenhausen ist mir jetzt auch nicht als Metropole bekannt... Von daher denke ich, dass es dort auch relativ leise ist...
Denke schon, dass die Polizei angegeben hat wie oft und wann.... Sonst hätte ja ein Fehlalarm ausgehen können
Die Waffe P38 wurde meines Wissens nicht 100% Bestätigt... Man geht von dieser Waffe aus, kann aber eine Baugleiche auch sein... Soweit ich das noch im Kopf habe
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 21:07@all
@Dew
So, ich wollte mich nochmal zum Thema Müllentsorgung einlesen und habe das Urteil (mal wieder) komplett durchgescrollt. Dabei konnte ich aber leider nichts zu diesem Thema entdecken!? Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, wo ich Informationen dazu finden kann?
@Dew
So, ich wollte mich nochmal zum Thema Müllentsorgung einlesen und habe das Urteil (mal wieder) komplett durchgescrollt. Dabei konnte ich aber leider nichts zu diesem Thema entdecken!? Kann mir jemand auf die Sprünge helfen, wo ich Informationen dazu finden kann?
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 21:26@Alice_im_Wl
leider bist du versteckt sonst hätte ich dir PN geschrieben - hast du persönlich ein Problem mit mir?
leider bist du versteckt sonst hätte ich dir PN geschrieben - hast du persönlich ein Problem mit mir?
Doppelmord Babenhausen
13.05.2014 um 21:54ok haben wir geklärt :)
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 01:43@Dew
Um bei Thema "Schussrekonstruktion / Schalldämpfernachbau" die Fakten mal wieder etwas zu entwirren:
Es gab seitens der Polizei eine Schussrekonstruktion bei der Schüsse zum einen mit einem "normalen" Schalldämpfer und zum anderen mit einem Schalldämpfer-Selbstbau getätigt wurden. Laut Polizeiangaben, ging es dabei nicht um die Funktionalität, sondern nur darum, inwieweit der Selbstbau eine schalldämpfende Wirkung hat. Wo genau, von wem, wieviele und welche Schüsse dabei gehört wurden, entzieht sich meiner Kenntnis, woher hast du die Informationen dazu?
Fragwürdig wäre dabei auch die Aussage von Frau Darsow, dass man in ihrem Haus von der Schussrekonstruktion nichts gehört habe!?
Jedenfalls ist bei dieser Rekonstruktion, wie in Videoausschnitten zu sehen, bei mehreren Schüssen der Selbstbau-Schalldämpfer abgefallen. Der Sachverständige P. bemängelt hinsichtlich der Frage der Funtionalität des Schalldämpfers, dass der Versuch der Polizei sehr "dilletantisch" war, da ausser mit dem Klebeband der Schalldämpfer gar nicht an der Pistole befestigt war. Er selber, also der Sachverständige P., konnte bezüglich der Funktionalität, in Versuchen zum Bauschaum-Auswurf, etwas ganz anderes feststellen. Er hat den Schalldämpfer dabei mit einer herkömmlichen Schlauchschelle auf der Pistole befestigt. Dann wurden zwei mal 5 Schüsse abgegeben, 5 Schüsse per Hand und 5 Schüsse bei der die Pistole in einen "Schraubstock" eingespannt war. Das Ergebnis war, dass der Schalldämpfer bei den Schüssen per Hand problemlos auf der Pistole hielt. Nur beim Versuch, bei dem die Pistole eingespannt war, flog der Schalldämpfer trotz Schlauchschelle von der Pistole. Um den Schalldämpfer für den Versuch im eingespannten Zustand haltbar zu machen, hat man ein spezielles Verbindungsstück per Drehbank hergestellt. Dieses Verbindungsstück wird beim Schiessen per Hand NICHT gebraucht.
Von daher solltest du deinen Ansatz vielleicht nochmal überarbeiten, um überhaupt eine Grundlage für die Diskussion darüber zu schaffen, denn so kann ich die leider nicht erkennen.
Um bei Thema "Schussrekonstruktion / Schalldämpfernachbau" die Fakten mal wieder etwas zu entwirren:
Es gab seitens der Polizei eine Schussrekonstruktion bei der Schüsse zum einen mit einem "normalen" Schalldämpfer und zum anderen mit einem Schalldämpfer-Selbstbau getätigt wurden. Laut Polizeiangaben, ging es dabei nicht um die Funktionalität, sondern nur darum, inwieweit der Selbstbau eine schalldämpfende Wirkung hat. Wo genau, von wem, wieviele und welche Schüsse dabei gehört wurden, entzieht sich meiner Kenntnis, woher hast du die Informationen dazu?
Fragwürdig wäre dabei auch die Aussage von Frau Darsow, dass man in ihrem Haus von der Schussrekonstruktion nichts gehört habe!?
Jedenfalls ist bei dieser Rekonstruktion, wie in Videoausschnitten zu sehen, bei mehreren Schüssen der Selbstbau-Schalldämpfer abgefallen. Der Sachverständige P. bemängelt hinsichtlich der Frage der Funtionalität des Schalldämpfers, dass der Versuch der Polizei sehr "dilletantisch" war, da ausser mit dem Klebeband der Schalldämpfer gar nicht an der Pistole befestigt war. Er selber, also der Sachverständige P., konnte bezüglich der Funktionalität, in Versuchen zum Bauschaum-Auswurf, etwas ganz anderes feststellen. Er hat den Schalldämpfer dabei mit einer herkömmlichen Schlauchschelle auf der Pistole befestigt. Dann wurden zwei mal 5 Schüsse abgegeben, 5 Schüsse per Hand und 5 Schüsse bei der die Pistole in einen "Schraubstock" eingespannt war. Das Ergebnis war, dass der Schalldämpfer bei den Schüssen per Hand problemlos auf der Pistole hielt. Nur beim Versuch, bei dem die Pistole eingespannt war, flog der Schalldämpfer trotz Schlauchschelle von der Pistole. Um den Schalldämpfer für den Versuch im eingespannten Zustand haltbar zu machen, hat man ein spezielles Verbindungsstück per Drehbank hergestellt. Dieses Verbindungsstück wird beim Schiessen per Hand NICHT gebraucht.
Von daher solltest du deinen Ansatz vielleicht nochmal überarbeiten, um überhaupt eine Grundlage für die Diskussion darüber zu schaffen, denn so kann ich die leider nicht erkennen.
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 08:38
hängtihnhöher
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Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 09:35@canales
ja wird erwähnt
zudem wird auch erläutert, dass es noch "Upgrade"-Möglichkeiten gibt, was man "außenrum" um die Bauschaumflasche wickeln kann, um die Qualität des Schalldämpfers weiter zu erhöhen und das Konstrukt zu stabilisieren
Das sollte @Dew dann auch in seine Überlegungen mit einfließen lassen.
ja wird erwähnt
zudem wird auch erläutert, dass es noch "Upgrade"-Möglichkeiten gibt, was man "außenrum" um die Bauschaumflasche wickeln kann, um die Qualität des Schalldämpfers weiter zu erhöhen und das Konstrukt zu stabilisieren
Das sollte @Dew dann auch in seine Überlegungen mit einfließen lassen.
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:03Dew schrieb:mehr hören müssen, wenn´s mehr zu hören gegeben hätte.Ich verstehe dich immer noch nicht. Es hat nachweislich zehn Schüsse gegeben...was willst du denn bitte damit sagen?
edit: erledigt.
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:09@Cassandra71
Was ist jetzt daran schwer zu verstehen?
Die Meisten Zeugen haben maximal 2 Schüsse gehört, einer sogar Fünf... aber keiner 10...
Also kann bei dem Schusstest von der Polizei nicht die gleichen Bedingungen dagestanden haben wie bei der Tat (sei es jetzt Laborierte Munition, SD oder die Erwartungshaltung der "Mitspieler")...
Was ist jetzt daran schwer zu verstehen?
Die Meisten Zeugen haben maximal 2 Schüsse gehört, einer sogar Fünf... aber keiner 10...
Also kann bei dem Schusstest von der Polizei nicht die gleichen Bedingungen dagestanden haben wie bei der Tat (sei es jetzt Laborierte Munition, SD oder die Erwartungshaltung der "Mitspieler")...
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:16Sry für Doppelpost aber mir ist gerade ne Frage aufgetaucht:
Warum litt Frau T. an Depressionen?
Gibt's da einen bestimmten Grund?
Warum litt Frau T. an Depressionen?
Gibt's da einen bestimmten Grund?
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:18@WacciusBaccius
naja das ist eine Erkrankung - es gibt da nicht immer einen Grund (Robert Enke z.B.)
naja das ist eine Erkrankung - es gibt da nicht immer einen Grund (Robert Enke z.B.)
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:21@Akkarsy
http://www.therapie.de/psyche/info/diagnose/depression/ursachen-und-ausloeser/
War sie denn in Behandlung?
http://www.therapie.de/psyche/info/diagnose/depression/ursachen-und-ausloeser/
Psychologische FaktorenWäre wirklich interessant zu wissen, ob es bei Frau T. einen Auslöser gab...
Auslöser einer Depression sind sehr häufig psychosoziale Belastungen: Chronische Belastungen wie eine dauerhafte Überforderung am Arbeitsplatz oder eine konfliktreiche Partnerschaft, aber auch belastende Lebensereignisse wie der Verlust des Partners oder ein schweres Trauma erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken. Umgekehrt kann aber auch ein Mangel an positiven Gefühlen wie Freude oder Zufriedenheit langfristig in eine Depression münden. Dieser kann durch die Lebensumstände, aber auch durch das eigene Verhalten entstehen. So bekommt jemand, der leicht mit anderen Menschen Kontakte knüpfen kann, auch mehr positive Resonanz als eine Person, die sich eher zurückhaltend und passiv verhält.
Chronische Belastungen, belastende Lebensereignisse oder ein schweres Trauma
erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken.
War sie denn in Behandlung?
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 10:41@WacciusBaccius
Die Tochter muss sehr zwanghaft gelebt haben und damit ebenfalls die Eltern, die sie ja über alles liebten und deshalb wahrscheinlich "ihr Leben" mitlebten. Die Lautäusserungen, der Ordnungsdrang, die Nachtaktivität, der die Eltern sicher einschränkte und den Alltag bestimmte, war vermutlich eine Zwangsjacke. Jeden Tag Pizza. Damit die "Ordnung der Tochter" erhalten bleibt. Wer weiß, was da sonst noch an täglicher, penibler Regelmäßigkeit vorgegeben wurde.
Die Fenster hielten sie geschlossen. Ich denke, sie waren sich der Geräuschbelästigung bewusst oder sie wurde ihnen bewusst gemacht und schotteten sich ab.
Der Vater, der teilweise stark dem Alkohol zusprach - es zu Streit kam.
Eventuelle Finanzprobleme, die drohten, das ohnehin schon instabile Kartenhaus gänzlich einstürzen zu lassen.
Wer unter solchen Voraussetzungen psychisch gesund bleibt über Jahrzehnte wäre wohl von äußerst robuster Seelennatur.
WacciusBaccius schrieb:Warum litt Frau T. an Depressionen?Ganz leicht und positiv wird ihr Leben nicht gewesen sein. Die Bruchteile, die man darüber weiß, reichen schon, um das so zu sehen.
Die Tochter muss sehr zwanghaft gelebt haben und damit ebenfalls die Eltern, die sie ja über alles liebten und deshalb wahrscheinlich "ihr Leben" mitlebten. Die Lautäusserungen, der Ordnungsdrang, die Nachtaktivität, der die Eltern sicher einschränkte und den Alltag bestimmte, war vermutlich eine Zwangsjacke. Jeden Tag Pizza. Damit die "Ordnung der Tochter" erhalten bleibt. Wer weiß, was da sonst noch an täglicher, penibler Regelmäßigkeit vorgegeben wurde.
Die Fenster hielten sie geschlossen. Ich denke, sie waren sich der Geräuschbelästigung bewusst oder sie wurde ihnen bewusst gemacht und schotteten sich ab.
Der Vater, der teilweise stark dem Alkohol zusprach - es zu Streit kam.
Eventuelle Finanzprobleme, die drohten, das ohnehin schon instabile Kartenhaus gänzlich einstürzen zu lassen.
Wer unter solchen Voraussetzungen psychisch gesund bleibt über Jahrzehnte wäre wohl von äußerst robuster Seelennatur.
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 11:22@alle:
Guten Morgen zusammen.
@QiK
@hängtihnhöher
Vielen Dank für die aufmerksame Lektüre und die konstruktiven Anmerkungen. Keine Diskussionsgrundlage ist m. E. zwar etwas hart, aber ich werde meine gesammelten Unterlagen nochmal sichten und präzisieren bzw. nachlegen.
Immerhin stimmt der Sachverständige P. dahingehend mit mir überein, dass die Schussversuche der Polizei dillettantisch waren. Wer sich das Video ansieht und ein bisschen was von Waffen versteht, der wird geradezu entsetzt darüber sein, wem man hierzulande dienstlich den Umgang mit scharfen Schusswaffen gestattet und wie die "Bübchen" damit umgehen, das kann ich nur nochmal wiederholen.
Dreht man die Perspektive aber mal rum, dann steht man an dem Platz, an dem der Dillettant A.D. hätte gestanden haben können.
Der darf nämlich Dillettant sein, die Polizisten werden dafür bezahlt, dass sie es nicht sind.
@QiK
Deine Definition von "Funktionalität eines Schalldämpfers" an einer Schusswaffe würde mich mal interessieren.
Ich verstehe darunter ( was übertragen für jedes Zubehör- oder Ersatzteil an technischen Geräten gelten sollte ):
- Der SD sollte signifikant dämpfen.
- Der SD sollte die Funktion der Waffe allgemein und insbesondere bzgl. des geplanten Einsatzzweckes nicht einschränken.
- Der SD sollte sich zuverlässig und funktionsstabil an der Waffe befestigen lassen.
- Der SD sollte keinesfalls den Schützen gefährden, indem er platzt oder für gefährliche Fehlfunktionen an der Waffe sorgt.
Die Polizisten haben eindrucksvoll nachgewiesen, dass die ersten drei Funktionalitäten von dem Ding, das man A.D. primär unterstellte, nicht erfüllt wurden. Inwieweit Bauschaumpartikel durch den im Dämper entstehenden Überdruck in die Waffe zurückgepresst wurden, wo sie bei einem späteren Einsatz ernsthafte Probleme verursachen konnten, war nicht die Fragestellung.
MfG
Dew
P.S.:
@Lorea
Sehr einfühlsame Zusammenstellung bzgl. der aus den uns vorliegenden Informationen abzuleitenden Befindlichkeitslage der Frau T. , Herrn T. Hang zum Alkohol oder auch die mögliche Spielsucht haben die Situation sicher verschärft.
Wobei man sich fragen muss ob eine Lottoausgabe von 2000 Euro pro Monat Sucht signalisiert oder die verzweifelte Hoffnung auf den großen Gewinn, der alles wieder rumreisst.
Ein Klima, in dem möglicherweise auch Selbstmordgedanken gedeihen.
MfG
Dew
Guten Morgen zusammen.
@QiK
@hängtihnhöher
Vielen Dank für die aufmerksame Lektüre und die konstruktiven Anmerkungen. Keine Diskussionsgrundlage ist m. E. zwar etwas hart, aber ich werde meine gesammelten Unterlagen nochmal sichten und präzisieren bzw. nachlegen.
Immerhin stimmt der Sachverständige P. dahingehend mit mir überein, dass die Schussversuche der Polizei dillettantisch waren. Wer sich das Video ansieht und ein bisschen was von Waffen versteht, der wird geradezu entsetzt darüber sein, wem man hierzulande dienstlich den Umgang mit scharfen Schusswaffen gestattet und wie die "Bübchen" damit umgehen, das kann ich nur nochmal wiederholen.
Dreht man die Perspektive aber mal rum, dann steht man an dem Platz, an dem der Dillettant A.D. hätte gestanden haben können.
Der darf nämlich Dillettant sein, die Polizisten werden dafür bezahlt, dass sie es nicht sind.
@QiK
Deine Definition von "Funktionalität eines Schalldämpfers" an einer Schusswaffe würde mich mal interessieren.
Ich verstehe darunter ( was übertragen für jedes Zubehör- oder Ersatzteil an technischen Geräten gelten sollte ):
- Der SD sollte signifikant dämpfen.
- Der SD sollte die Funktion der Waffe allgemein und insbesondere bzgl. des geplanten Einsatzzweckes nicht einschränken.
- Der SD sollte sich zuverlässig und funktionsstabil an der Waffe befestigen lassen.
- Der SD sollte keinesfalls den Schützen gefährden, indem er platzt oder für gefährliche Fehlfunktionen an der Waffe sorgt.
Die Polizisten haben eindrucksvoll nachgewiesen, dass die ersten drei Funktionalitäten von dem Ding, das man A.D. primär unterstellte, nicht erfüllt wurden. Inwieweit Bauschaumpartikel durch den im Dämper entstehenden Überdruck in die Waffe zurückgepresst wurden, wo sie bei einem späteren Einsatz ernsthafte Probleme verursachen konnten, war nicht die Fragestellung.
MfG
Dew
P.S.:
@Lorea
Sehr einfühlsame Zusammenstellung bzgl. der aus den uns vorliegenden Informationen abzuleitenden Befindlichkeitslage der Frau T. , Herrn T. Hang zum Alkohol oder auch die mögliche Spielsucht haben die Situation sicher verschärft.
Wobei man sich fragen muss ob eine Lottoausgabe von 2000 Euro pro Monat Sucht signalisiert oder die verzweifelte Hoffnung auf den großen Gewinn, der alles wieder rumreisst.
Ein Klima, in dem möglicherweise auch Selbstmordgedanken gedeihen.
MfG
Dew
Doppelmord Babenhausen
14.05.2014 um 11:24@Dew
Dew schrieb:Ein Klima, in dem möglicherweise auch Selbstmordgedanken gedeihenDavon sprach ja Herrn T.'s Zahnärztin soweit ich weiß. Sie habe diesen Eindruck bei einem Besuch von ihm bei ihr gehabt.