So, nur will ich endlich mal tun was ich seit Tagen plane:
Akkordeonistin schrieb am 07.11.2018:Man leidet direkt mit euch mit, wie du das hier alles so ausführlich schilderst. :( Ich drücke die Daumen und würde mich freuen, wenn du uns weiterhin auf dem Laufenden hältst.
Optimist schrieb am 10.11.2018:wünsche dir und deiner Familie viel Kraft für Euren Liebling und ihm selbst natürlich auch und dass er noch so lange wie möglich seine Lebenslust behält!
Zunächst einmal vielen Dank für die lieben Worte und auch für die lieben PNs, ich hoffe ich habe niemanden Übersehen beim Antworten und nu mal zum Wichtigen:
GENAU:
Euch wie versprochen auf dem Laufenden halten.
Es hat nämlich eine erhebliche Wendung gegeben, die mit den "Nachwirkungen des CTs" begann und damit:
Fraukie schrieb am 09.11.2018:Außerdem wird sie ab übernächster Woche regelmäßig mit mir zur Physiotherapie gehen.
ihren Lauf nahm.
Dummerweise musste ich den ersten Physiotherapietermin verschieben, sodass er erst letzte Woche Mittwoch stattfand.
Das erschien mir aber deswegen vertretbar, weil es mir gar nicht gut ging (ich hatte mir durch das ständige Hund Treppe auf und ab tragen eine unschöne Knochenhautentzündung zugezogen) Filipendula jedoch ging es besser.
Als wir mit ihr zum CT waren haben wir ja auch ihre Medikation von Prednisolon, Novalgin und B-Komplex morgens, Phenpred mittags und Novalgin und Diazepam abends ja soweit geändert, dass wir das Novalgin durch Phenpred ersetzt haben.
Novalgin ist zwar sehr viel verträglicher und im Gegensatz zu Phenpred auch für dauerhafte Anwendung geeignet, aber das nutzt ja nichts, wenn die Schmerzausschaltung unzureichend ist, da wurde leider deutlich, dass der in Novalgin enthaltene Wirkstoff seine Anwendungsbereiche eher bei Weichteilschmerzen als bei solchen im Bewegungssystem hat und eben auch Grenzen was die Intensität der Schmerzen angeht.
So entschieden Tierarzt, Ehemann und ich Pred (Cortison), B-Komplex und "Abenddiazepam" beizuhalten, aber zu testen ob alle 8 Stunden Phenpred eine bessere Schmerzausschaltung bietet ggf sogar, wenn es jeweils nur eine halbe gibt die bei Bedarf auf eine Ganze gesteigert werden könnte.
Zusätzlich bekamen wir ja wie gesagt Diazepam als Rektaltube für "Notfälle" (also falls sie wieder so einen Schmerzdurchbruch hat), weil der Wirkstoff über die Darmschleimhaut viel schneller aufgenommen wird als als Tablette und teilweise sogar schneller als via Injektion.
Die haben wir bisher aber nicht benötigt.
Zunächst schien die "Pred, B-Komplex & gute Nacht Diazepam" plus eben alle 8 Stunden ne halbe Phenpred bestens zu wirken.
Bis ich mal selbst einen Muskelrelaxer nehmen musste und nicht nur ihre "Abenddiazepam" sondern auch ihre "Morgentablette" um mehrere Stunden verpennte.
Während ich hochschoss und voller Selbstvorwürfen mit einem vor schmerzen halb irrem Hund rechnete lag Fili unter meiner Decke, pennte wie ein Stein und blinzelte mich eher "Was willst Du denn?" fragend an, als sie merkte, dass ich irgendwie gestresst war.
So mussten mein Mann und ich feststellen, dass sich offenbar nicht nur ihr Gangbild, sondern auch ihre Schmerzproblematik sich durch das CT erheblich verbessert hatten.
Denn das sie nach dem CT deutlich gerader und nicht mehr so aufgekrümmt lief war uns bereits nach wenigen Tagen aufgefallen,
Auch wenn ein CT keine therapeutische Maßnahme ist hat uns das nicht wirklich überrascht.
Sie wurde ja narkotisiert, also vollkommen "erschlafft" und anschließend hochgehoben, auf einen Rollwagen gelegt, dann in den Computertomographen gelegt und anschließend wieder rausgehoben.
Sie wurde also mehrfach bewegt während ihre Muskulatur durch die Narkose völlig entspannt war.
Die meisten Strukturen im Körper wissen nicht nur wo sie hingehören, sondern sie "wollen" auch dorthin zurück und begeben sich zurück an ihren Platz sobald sie die Chance haben.
Wenn sie sich durch die Schmerzen zu verkrampft hat und Fehl-/Schonhaltung einen Wirbel etwas verschoben hat und die Verspannung ihn an seiner "Rückkehr" gehindert hat, dann ist es zwar ein glücklicher Zufall, aber kein "Wunder", dass das Hochheben in Narkose dann unbemerkt diese Verrenkung die das bereits vorliegende Problem noch verschärft hat beheben konnte.
Da war uns natürlich schnell klar:
Wenn "betäuben und durchschütteln" (also vereinfacht gesagt
;)) bereits zu einer solchen Verbesserung führt, dann dürfen wir uns wohl durchaus Hoffnungen machen, dass eine kompetente Physiotherapie weitere Verschlechterung verlangsamen kann oder gar eine Besserung bewirken.
Zur Physiotherapie bin ich dann also mit nem Hund, der ziemlich gut drauf war und bereits sehr wenig Schmerzmittel benötigte.
Dabei wollte ich primär, dass die Therapeutin sie mal in einem Zustand sieht den mein Mann und ich als "Besser als seit Wochen" beurteilen und wir eine Art "Schlachtplan" für weiteres Vorgehen ausarbeiten.
Ihr erster Eindruck war auch schon, dass sie nach Begutachtung der CT-Bilder sehr viel Schlimmeres erwartet hatte und erfreut war, dass Fili recht wohlgelaunt und beweglich war.
Sie hat Fili dann aber natürlich trotzdem durchgetastet und hier und da Blockaden und Verspannungen gefunden und gelöst.
Wir sind dann so verblieben, dass wir die Woche drauf (also gestern) nochmal kommen und sie uns ein paar Massagetechniken für daheim zeigt und wir ansonsten so "bei Bedarf" kommen, wenn wir merken, dass sich wieder irgendwas verschlechtert.
Aber in der Folgewoche stellten wir fest, dass das keine Option ist, denn nach der 1,5 stündigen Physiotherapie blühte Fili auf, wir hatten unseren Hund wieder.
Sie darf nicht ohne Unterstützung Treppen gehen, da sieht man noch das etwas nicht stimmt.
Nicht aber wenn sie rumturnt.
Sie hat an 7 Tagen genau 2x minimal schmerzhaft gewirkt sodass wir ihr ne halbe Schmerztablette gegeben haben (statt jeden Tag 3x) und hat an 3 von 7 Tagen abends so ruhig und tief geschlafen, dass es albern gewesen wäre sie für eine Diazepam zu wecken.
Auch die leichte Inkontinenz (eher gelegentliches Harnträufeln im Schlaf) deren Ursache wir nie wirklich rausbekommen haben die sich aber durch die Rückensache (und sicher auch die erhöhte Cortisondosis verschlimmert hatte) ist nahezu WEG,
Vom Cortison kommen wir nicht weg wegen der Autoimmungeschichte, konnten die Dosis aber wieder auf eine sehr niedrige Erhaltungsdosis senken und den B-Komplex behalten wir auch bei, denn das wir ein Problem an den Rückenmarksnerven haben ist ja nach wie vor so.
Als wir dann gestern mit ihr wieder bei der Physiotherapeutin waren hat diese auch sofort gesehen, dass Fili VIEL lockerer läuft als beim letzten Besuch (bei dem es ihr ja bereits nicht schlecht ging) sie turnte durch den Raum, drehte ihre Runden, mampfe Leckerli, forderte die Therapeutin zum knuddeln und toben auf...
Kurz:
Die Male zuvor begannen mein Mann und ich jede Konsultation mit einem Tierarzt der sie noch nicht kannte (in der Klinik gibt es immer mal neue Tierärzte) mit den Worten:
"DAS ist nicht unser Hund, das ist nicht der überdrehte Gummiball mit dem wir seit Jahren zusammenleben).
Diesmal, war UNSERE Filipendula im Raum.
Trotzdem gelang es der Physiotherapeutin nach einigem rumalbern zur Begrüßung Fili in einen entspannten Ruhezustand zu versetzen um uns Massagetechniken zu zeigen, schneller als wir es bei unserem Turbohund gewohnt sind.
Deswegen haben wir den Entschluss, den wir bereits zuvor daheim schon getroffen haben fest gemacht:
Wenn diese Therapie ihren Zustand selbst dann wenn er bereits viel besser war noch derart zu verbessern im Stande war, dann wäre "wir massieren daheim und kommen wenns schlechter wird" einfach falsch gewesen, statt dessen sind wir erstmal so verblieben, dass wir daheim an Muskelaufbau und Massage arbeiten, aber erstmal alle 2 Wochen zur Physio kommen, damit Blockaden schon im Ansatz gelöst werden können..
Lange Rede kurzer Sinn:
Das "Schwert des Damokles" werden wir nicht los, da ist etwas im Rückenmark das dort nicht hingehört, das wird nicht verschwinden und wir müssen damit rechnen, dass es irgendwann schlimmer wird.
Aber wir sind fest davon überzeugt dass diese "Magie" (im besten Sinne des Wortes, denn alles was sie tut kann sie erklären und ich kann es meinem Mann dann in "Laiensprache übersetzen) ihr die besten Chancen einbringt den Zeitraum den sie noch halbwegs beschwerdefrei ihre Fröhlichkeit ausleben kann zu verlängert, drin stecken tut niemand aber es ist deutlich zu sehen, dass sie keine Angst mehr hat und wir versuchen ihrem Beispiel zu folgen und hoffen einfach das Beste.
So, ich hoffe das war nicht zu lang und verständlich geschrieben
;)
Optimist schrieb am 10.11.2018:Die einen sind mehr für trockene Wunden, andere wieder schwören auf Feuchthalten.
Ich persönlich - auch wenn ich mich selbst verletzt habe - merke immer wieder dass ich mit einer trockenen Wunde viel besser fahre.
Da muss man einfach jede Wunde für sich beurteilen.
"Trockene Wundheilung" praktiziere ich tatsächlich ausschließlich bei der Betreuung primärer Wundheilung, also wenn eine saubere Wunde ordentlich geschlossen wurde.
Das ist aber bei Tieren im Grunde auf chirurgische Wunden (genäht, geklammert, geklebt,...) begrenzt.
Oder eben bei Wunden die aufgrund ihrer Lage, ihres Ausmaßes und dem Zustand des Patienten eine professionelle Wundbehandlung nur unnötig aufwändig und kostspielig machen.
Wenn ich mir auf dem Handrücken ne Wunde in Centstückgröße zuziehe, dann mach ich das ja auch nur sauber, lass es dann verschorfen, abheilen und leb halt mit der Narbe, dafür packe ich nu kein Wundmanagement aus.
Bei allen anderen Wunden arbeite ich ausschließlich mit feuchter Wundtherapie, was aus nachvollziehbaren Gründen auch aktueller "Lehrbuchstand" ist und der Erfolg dem Lehrbuch recht gibt.
Aber wie gesagt, der Aufwand ist nur gerechtfertigt wenn die Wunde nicht grad ne kleine Verletzung ist, die halt verschorft und gut ist.
Optimist schrieb am 10.11.2018:Bei meinem Hund hatte ich übrigens gute Erfahrungen mit einer Desinfektionsspülung gemacht, welche genauso gut wirkt wie Wasserstoffperoxyd, jedoch nicht so aggressiv ist - "Prontosan"
Mit Wasserstoffperoxid arbeite ich z.B. gar nicht mehr, gleiches gilt für Rivanol, Braunol und Co oder gar alkoholische Wunddesinfektionsmittel.
Diese veralteten Sachen haben teilweise noch eine gewisse Daseinsberechtigung in Spezialfällen (z.B. in Angussverbänden) aber ansonsten ist das spülen mit "modernen" Wundspüllösungen, wie z.B dem von Dir genannten Prontosan oder Octenisept vorzuziehen.
Auch eine Flasche einfache NaCl Infusionslösung führe ich in meinem Arbeitsrucksack mit zur Wundreinigung und bei besonders verschmutzten, fledderigen Wunden bei denen auch eine längere Reinigungsphase zur Abstoßung abgestorbenem Gewebes zu erwarten ist oder eine bereits erfolgte Verschorfung weg muss haben sich Bäder mit warmem Wasser und einem Schuss Neutralreiniger bewährt.
Optimist schrieb am 10.11.2018:"Lotaren" fand ich sehr gut als Blutungsstopper und gut für die Wundheilung.
Gabs vor ein paar Jahren unter diesem Namen. Jetzt heißt es anders (fällt mir im Moment nicht ein) und ist um einiges teurer ;)
Jap, die Lotagenproblematik kenn ich, dafür ist es jetzt nicht mehr Verschreibungsfähig und ich setze es primär ein um die Reinigung einer Wunde von Zelltrümmern zu beschleunigen.
Da es für den Patienten aber zum Teil unangenehm ist weiche ich auch hier immer öfter auf andere Maßnahmen aus, aber als Blutstiller bleibt es meine Nummer 1 und da hierfür ja eher geringe Mengen anfallen ist auch der hohe Preis kein großes Problem.
Ich nutz das übrigens auch um Aphten wegzuätzen wenn die mir zu sehr auf den Sender gehen.
Allerdings muss man da eins beachten:
Lotagen baut "totes Gewebe" ab.
Da Baumwollfasern wohl als "totes Gewebe" zählen haben sich diese Inkontinenzauflagen bewährt, denn Handtücher, Bettlaken und Co werden von Lotagen gnadenlos gefressen
;)Soviel dazu
;)lg Fraukie
Ps:
Kurama_ schrieb:10 Wochen :)
Bist Du sicher? ich mein, das ist ja durchaus auch immer etwas individuell, aber für mich schaut die Motte jünger aus als 10 Wochen.
Mila_ schrieb am 08.11.2018:Bei allen Tieren ist wichtig das man bei ihnen bleibt in dem Moment. Es tut mir sehr leid für euch
Dem kann ich nur bedingt zustimmen.
Es gibt Tierhalter die so aufgewühlt sind, dass es manchmal für Halter UND Tier besser ist, wenn der Halter selbst sich möglichst ohne zu große "Szene" verabschiedet und das Tier nicht in seinem Beisein eingeschläfert wird, weil die meisten Tiere die Traurigkeit und Verzweiflung ihres Halters einfach wahrnehmen und es ihnen erschweren kann friedlich zu gehen.
Idealerweise lässt man sich dann von einer Person der man vertraut zum Tierarzt bringen bzw bittet diese Person anwesend zu sein sollte der TA daheim einschläfern, damit man selbst den Raum verlassen kann ohne das Gefühl zu haben seinen Weggefährten im Stich zu lassen.
Ist sowas nicht möglich, dann ist es umso wichtiger das man einen Tierarzt hat dem man vertraut und zu dem auch das Tier ein gutes Verhältnis hat, damit man guten Gewissens gehen kann.
Dabei zu sein während ein geliebter Weggefährte getötet wird (so isses nun einmal) ist eben etwas das einfach mal nicht jeder kann und ich finde es wichtig sich dafür nicht zu schämen.