Nemesis59 schrieb:Was mir in letzter Zeit oft auffällt ist,dass "Qualitätssachen" mit bekannten Markennamen oft beim Warentest durchfallen.
Meine zuletzt gekaufte WaMa hat keinen einschlägigen Markennamen und hält seit 15 J. ohne je Probleme gemacht zu haben. Die WaMa davor war vom gleichen Hersteller und hielt auch schon sehr lange. Unter den weniger bekannten Namen findet man oft gute Sachen für kleines Geld, meine Erfahrung seit langem,man muss nur genau hinschauen....und sicherlich brauchts auch ein wenig Glück.
Beim Warentest bin ich früher immer wieder mal über sinnfreie Testmethoden gestolpert, z.B. Felgenbremsen für Fahrräder im geschlossenen Wasserbad testen und dann behaupten, die wären alle untauglich. Anschließend habe ich das kaum noch verfolgt, hielt Warentest aber grundsätzlich für eine vertrauenswürdige Sache.
Über meinen Arbeitgeber begegnet mir eine ganze Reihe anderer "Testungen" oft als reine Bezahlfunktion:
Man reicht Artikel XY gegen Geld zur Testung ein und kann sich vorher schon relativ sicher sein, dass er besteht, weil er einigermaßen zielgerichtet dafür entwickelt wurde. Mit dem Ergebnis wirbt man dann für den Artikel.
Das Testergebnis stimmt natürlich, nur ist der Test selbst eben kein Vergleichsinstrument im Sinne eines unabhängigen und breiten, oder jedenfalls zufälligen Marktüberblicks.
Was sich über die letzten 40 Jahre schon nochmal deutlich geändert hat, ist die Degradierung vieler Hersteller und Marken zu simplen Schriftzügen auf ansonsten weitgehend baugleichen Artikeln.
Das finde ich schlimm, da denke ich dann oft, dass ich's auch gleich in China kaufen kann, zum halben oder Drittelpreis. Der echte Hersteller steht meistens sogar irgendwo drauf oder ist nach kurzer Recherche identifiziert.
Ach ja, ein wirklich gutes, altes Gerät in meinem Leben war "die" AEG-Schlagbohrmaschine der SB2-Baureihen.
Sie hat zwar auch ein konstruktives Problem und die neueren davon sterben immer wieder an Platinenfehlern, aber es gibt jederzeit gebrauchten Nachschub für ganz kleines Geld.
Unterm Strich sind das erstaunlich haltbare und belastbare Geräte - besser, als viele neuen. Dazu noch ein Röhm-Schnellspannfutter, und man hat bohrmaschinenmäßig ziemlich ausgesorgt, wenn's nicht gerade mit fetten Bohrern durch dicken Beton gegen soll.
Langweilig schrieb:Ja. Internetfreies leben.
Und keine Dopaminjagd durch so viele Dinge. Mir tut das alles nicht gut
Das ist bei mir zwiespältig:
Ich mag das Internet und den flotten, umfassenden Zugang zu fast jeglicher Information (hey, wir schreiben hier immerhin in einem Online-Forum!).
Das ist eindeutig besser, als die regionale Tageszeitung und der gelegentliche Zugang zu mäßig sortierten Bibliothek in der nächsten Stadt.
Ich konnte mir aber auch früher schon unheimlich viele Gedanken um verschiedene Dinge machen, bis hin zu Besessenheit. Das ging auch vielen Bekannten von mir so. Nur halt weniger aktuell und weniger komplett, aber nicht weniger "schlimm".
Da kann ich nicht behaupten, dass das besser war.
Formuliert habe ich das mal so: "Wer immer alle Wege sehen kann, statt nur den richtigen, der braucht eigentlich einen Blindenstock."
Aber welcher Weg nun richtig ist, war früher auch nicht klar. Man sah nur weniger davon, oder weniger weit, und merkte oft erst sehr viel später bescheid.