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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

7.698 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Vermisst, September ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Verschwinden und Tod von Gabby Petito

Verschwinden und Tod von Gabby Petito

25.02.2025 um 21:15
@Silberstreif.
Zumindest weiß man nun, dass diese Idee mit dem Van und der Karriere als influencerin, wohl mehr ihre Passion, als seine war. Er hat mal ihrer Freundin gegenüber geäußert, dass er die Idee eher nicht so toll fand. Aber er hat mitgemacht, weil er so womöglich Gabby mehr für sich hatte ( Isolation) und sie nun nicht mehr im low Job abhängen würde. Also er hat alles abgewertet, was sie in Angriff nahm. Sei es ihr Job, ihre Freundin, mal ausgehen, ihre Zukunftspläne.
Der Heiratsantrag bzw. die Verlobung ( von der die Welt nur zufällig auf FB erfuhr, wo seine Mutter das gepostet hat) die alle überrascht hat. Das hat er genau deshalb getan, um Gabby evtl von einem eigenen Karriere Ding abzuhalten.
Menschen wie er, die als Social akward beschrieben werden, eher Einzelgänger sehen in Frauen wie Gabby eher eine Gefahr, weil sie so agil war und Social kompatibel und kontaktfreudig. Das schürt Verlustängste. Eine Ehe plus Kinder lag ja nun wohl in weiter Ferne, angesichts der Pläne, die Gabby hatte.
Brian wird Kopfkino gehabt haben, die geheimen Anrufe beim Ex, seine Angst, sie käme auch ohne ihn zurecht, oder sie erzählt zu Hause, wie Aggro er war.
Das alles könnte letztendlich die Katastrophe ausgelöst haben.
Gabby scheint keine Ahnung gehabt zu haben, in welcher Gefahr sie neben ihm war. Eine tickende Zeitbombe neben ihr.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

25.02.2025 um 22:18
@calligraphie Ja, Gabby hat es leider nicht gecheckt, obwohl sie ihm mal schrieb, sie könne es nicht sehen, wenn er wegen ihr weine.
Und ja, es ging bei Brian wohl um Kontrollverlust, auch die Tötungsart ist typisch.
Sein "Kopfkino" war glaube ich eher gar keins mehr, weil hauptsächlich Bauch-Vulkan, heftigste Emotionen, weil er versessen war in sie, sie besitzen wollte, emotional nicht fähig war ohne diese Frau zu leben.
Zitat von wobelwobel schrieb:wie war denn der Mond zu dem Zeitpunkt?
Es war vier Tage nach Vollmond.

A pro pos in den Sternenhimmel geschaut, weil ich mich dann fragte, warum es wohl für beide so etwas wie Liebe auf den ersten Blick war. Ich glaube es wurde ihnen auch zum Verhängnis, dass sie sich in gewisser Weise in der Persönlichkeit auch ähnlich waren. Einerseits beide sehr emotional, er ein Skorpion (der mit dem tödlichen Stachel), und sie ein Fisch (heul und träum), und andererseits hatten sie beide einen starken Willen, wussten was sie wollten (Geburts-Mars). Wenn keiner nachgibt...


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 11:37
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Es klingt als wären sie dort nicht am selben Tisch gegessen. Warum sie sich sonst dort SMS geschrieben hätten, verstehe ich nicht, und dass G. zu dieser Zeit den Ex versucht hat anzurufen... Die Situation mit dem Satz von Brian ist mir nicht klar:

"Okay. I got the check, should I wait for you, should I get a to go box?" he replied.


Quelle: ttps://www.foxnews.com/us/gabby-petito-told-her-ex-she-scared-leave-brian-laundrie-wanted-to-just-before-murder-new-doc

Das klingt so als hätte sie nicht weiter gegessen, sondern wäre ev. rausgegangen. Um zu telefonieren?? Vielleicht ist ihr ja wegen der emotionalen Situation schlecht geworden. Irgendwie konnte er's ihr nicht mehr recht machen: Da bemüht er sich, ihrer Aufforderung zu entsprechen dem Personal gegenüber, wenn er nicht für ihr Hühnchen bezahlen sollte (warum kümmert sie sich nicht selbst darum?), und dann hat G. sich dort für sein Benehmen entschuldigt. Die Zeugen sagten, er wäre sehr wütend gewesen, und sie hatte den emotionalen Zusammenbruch gehabt
Ich bin bisher davon ausgegangen dass ihr vom Hühnchen schlecht geworden ist und sie deshalb auf die Toilette gegangen ist.
Klar, das kann auch ein emotionaler Breakdown gewesen sein und sie ist aufs Klo geflohen und dort zusammengebrochen...
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Es hieß Brian war schon vor der Reise mal suizidal. Ich glaube dass er mit der Ermordung dann auch schnell wieder in dem Zustand war, und dass er sich deshalb über das Heimfahren mit dem Van keine Gedanken mehr gemacht hat. Und eine Mutter wusste das auch genau (die hatten doch sogar einen Insta account gemeinsam, da hat sie dann auch gesehen was in ihm so für Szenen abliefen), daher der verzweifelte Versuch mit dem "Liebesbrief" an den Sohn, mit Ideen zur Lösung betreff Verschwinden der Leiche und Entkommen aus dem Knast als Loyalitätsbekundung, und neues Handy mit dem Sohn zusammen gekauft. - Und Ablenken mit den kleinen Neffen oder Nichten beim Camping...
Du meinst es war direkt klar dass er auch sich umbringen wollte? Und das dann auf später verschoben hat und ihm egal war ob er erwischt wird oder nicht? Dann hätte er aber doch gerade NICHT diesen Marathon-Todes-Ritt mit dem Van unternehmen müssen, das ist ja nicht so dass das nicht anstrengend wäre, das war ja nicht von Stuttgart nach München, das waren TAUSENDE von Kilometern!
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Also er hat alles abgewertet, was sie in Angriff nahm. Sei es ihr Job, ihre Freundin, mal ausgehen, ihre Zukunftspläne.
Ganz übel sowas - leider kenn ich das aus eigener Erfahrung. Damit kann man einen Menschen brechen.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Menschen wie er, die als Social akward beschrieben werden, eher Einzelgänger sehen in Frauen wie Gabby eher eine Gefahr, weil sie so agil war und Social kompatibel und kontaktfreudig. Das schürt Verlustängste.
Das wird ganz sicher ein großes Problem gewesen sein - es ist nie einfach wenn ein extrovertierter und ein introvertierter Mensch zusammenkommen. Sie hatte Spaß mit anderen Menschen, ihm war das alles zuviel...
Er hat die Menschen mit denen sie Spaß hatte ihr gegenüber runtergemacht und sogar bei ihrer Mutter schlechtgeredet (z.B. die Kollegen im Taco Bell) - sowas ist auch nicht einfach (auch da rede ich aus eigener Erfahrung). Man kennt das vielleicht selbst dass es nicht immer einfach ist wenn man selbst jemanden mag, der Partner aber nicht. In einer Beziehung auf Augenhöhe und mit Empathie sollte man das eigentlich klären können bzw. zumindest Strategien finden können um damit zu leben. Bei Gabby und Brian hat das ganz offensichtlich nicht funktioniert.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 17:57
Zitat von wobelwobel schrieb:Du meinst es war direkt klar dass er auch sich umbringen wollte? Und das dann auf später verschoben hat und ihm egal war ob er erwischt wird oder nicht? Dann hätte er aber doch gerade NICHT diesen Marathon-Todes-Ritt mit dem Van unternehmen müssen, das ist ja nicht so dass das nicht anstrengend wäre, das war ja nicht von Stuttgart nach München, das waren TAUSENDE von Kilometern
Genau so habe ich mir das auch immer vorgestellt:
Irgendetwas ist eskaliert, er bringt sie ums Leben.
Im Affekt.

Hinterher ist er selbst komplett durcheinander, ruft mehrfach seine Eltern an. An wen wendet man sich in der schlimmsten Zeit? Wenn das Vertrauen da ist an die Eltern!

Dann weiß er nicht weiter, der Kopf ist im A****, er kommt die Karte an sich um Zahlen zu können, knallt Tagelang die Strecke runter bzw. rauf zu seinen Eltern.
In sie nochmal zu sehen, sie vll in dem Glauben zu lassen es wäre alles eine normale Trennung.
Im Hinterkopf der Suizid- Gedanke und die Idee des Ortes, wo er es machen würde - er war ja oft in dem (Ich kann mir den Namen weder merken noch jetzt zitieren) Gelände; er war dort oft wandern.

Für mich ist das durchaus schlüssig in der Annahme, dass da eine schön gemeinte gemeinsame Idee an unterschiedlichen Charakteren und Vorstellungen zugrunde ging.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 18:57
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Es hieß Brian war schon vor der Reise mal suizidal. Ich glaube dass er mit der Ermordung dann auch schnell wieder in dem Zustand war, und dass er sich deshalb über das Heimfahren mit dem Van keine Gedanken mehr gemacht hat
Ich glaube auch, dass er sich überhaupt keine Gedanken gemacht hat, sondern einfach planlos gehandelt hat.
Tatsächlich wissen wir ja auch gar nicht, in was für einem psychischen Zustand er kurz vor, während und direkt nach der Ermordung von Gabby war.

Zitat von wobelwobel schrieb:Ich bin bisher davon ausgegangen dass ihr vom Hühnchen schlecht geworden ist und sie deshalb auf die Toilette gegangen ist.
Bin ich auch von ausgegangen.
Glaube ich auch nach wie vor.
Zitat von wobelwobel schrieb:Dann hätte er aber doch gerade NICHT diesen Marathon-Todes-Ritt mit dem Van unternehmen müssen, das ist ja nicht so dass das nicht anstrengend wäre, das war ja nicht von Stuttgart nach München, das waren TAUSENDE von Kilometern!
Ich glaube, du gehst viel zu rational an diese Fahrt ran.
Der war vermutlich in einem völlig aufgelösten Zustand. Es ist überhaupt nicht zu erwarten, dass jemand in so einem Zustand rational handelt.
Er hatte gerade seine Partnerin umgebracht. Die Frau, die er angeblich über alles geliebt hat. Mit der er eine Familie gründen wollte. Mit der er sich gemeinsam diesen Traum von der großen Reise erfüllt hat.
Er hat sie getötet.
Er war ja kein notorischer hochkrimineller Gewalttäter.
Einen Menschen zu töten, geht doch sicherlich nicht spurlos an dem Täter vorbei, wenn das nicht ein komplett empathieloser Soziopath ist.
Der war komplett durch und dann ist er eben losgeheizt.
Ob das nun schlau war oder nicht, darüber wird er sich gar keine Gedanken gemacht haben. Jedenfalls nicht gleich.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 20:53
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Der war vermutlich in einem völlig aufgelösten Zustand. Es ist überhaupt nicht zu erwarten, dass jemand in so einem Zustand rational handelt.
Er hatte gerade seine Partnerin umgebracht. Die Frau, die er angeblich über alles geliebt hat. Mit der er eine Familie gründen wollte. Mit der er sich gemeinsam diesen Traum von der großen Reise erfüllt hat.
Also ein bisschen Zeit hatte er ja schon... Die Nacht in der er Gabby getötet hat... die Wanderung (2 Tage?)... Etliche Telefonate mit seinen Eltern, teilweise über 50min lang... Das Trampen zurück zum Campingplatz mit zwei verschiedenen Fahrern (bei dem er eher cool gewirkt hat)... Zurück am Campingplatz das Faken der Nachrichten... Während der Rückfahrt nebenher sich noch Geld überweisen von Gabbys Konto mit einer kryptischen Nachricht...

Ja, ich glaube schon auch dass er erstmal aufgelöst war.
So einiges in seinem Verhalten nach der Tat lässt ihn aber ziemlich cool erscheinen.
Nur das Zurückfahren mit dem Van und dann die Verweigerung etwas dazu zu sagen (wochenlang!) - das hat doch gerade erst Misstrauen ausgelöst (und das war absehbar).


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 21:00
Zitat von wobelwobel schrieb:Etliche Telefonate mit seinen Eltern, teilweise über 50min lang...
Na ja, was heißt das schon. Hast du schon mal mit Menschen telefoniert, die total aufgelöst waren, in einem psychischen Ausnahmezustand?
Das sind anstrengende Gespräche, da wird dann auch gerne mal x mal dasselbe gesagt, in verschiedenen Varianten. Oder sogar im exakt gleichen Wortlaut.
Immer und immer wieder, ohne dass sich das auflöst.
Ich wüsste jetzt nicht, was ich daraus ableiten sollte, dass der mehrmals lang mit seinen Eltern telefoniert hat. Für mich spricht das nicht gegen einen aufgelösten Zustand.
Zitat von wobelwobel schrieb:Das Trampen zurück zum Campingplatz mit zwei verschiedenen Fahrern (bei dem er eher cool gewirkt hat)...
War er da cool? Das weiß ich gar nicht mehr. Ich habe das so in Erinnerung, dass er bei einer Frau mitgefahren ist und dann plötzlich ein total aufgeregt war, weil er irgendwo aussteigen wollte.
Zitat von wobelwobel schrieb:So einiges in seinem Verhalten nach der Tat lässt ihn aber ziemlich cool erscheinen.
Ach, ich weiß nicht, das ist vielleicht wirklich eine Frage der Betrachtung.
Es ist wohl so, dass ich das ein bisschen anders wahrnehme als du.
Sicherlich haben beide Sichtweisen ihre Berechtigung und wir werden ja sowieso nie erfahren, wir essen wirklich war.
Zitat von wobelwobel schrieb:das hat doch gerade erst Misstrauen ausgelöst (und das war absehbar).
Ja klar, das sehe ich auch so. Aber das war eben von uns als "absehbar" kategorisiert. Wir beide sind vermutlich gerade gut sortiert und befinden uns in einer sicheren lebenssituation, in der es unkompliziert ist, rationale Schlussfolgerungen abzuwägen.
Für ihn sah das vielleicht anders aus.
Vielleicht war ihm das auch völlig egal, auch das wissen wir eigentlich nicht.
Vielleicht ist ja sowieso nur noch zu seinen Eltern gefahren, um sich zu verabschieden, bevor er sich suizidiert.
Und dann war es eben bequemer. Mit dem Van durchzuheizen, als einen Flug zu buchen.

Wir werden das einfach nicht mehr auflösen, warum er so gehandelt hat und nicht anders.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 21:49
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Und dann war es eben bequemer. Mit dem Van durchzuheizen, als einen Flug zu buchen.
Das ist für mich ein Knackpunkt - was ist daran bitte "bequemer"?
Vielleicht liegt's ja an mir, aber bevor ich mehrere Tausend Kilometer im Auto runterreiße nehm ich dann doch lieber den Flieger. Und nicht nur das, der Flieger dürfte auf der Strecke nicht nur schneller sondern auch billiger sein.
Und bequemer sowieso, grad wenn der Bock auf dem man das reitet so ein Kastenwägelchen ist.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 22:09
Zitat von wobelwobel schrieb:So einiges in seinem Verhalten nach der Tat lässt ihn aber ziemlich cool erscheinen
Ich stelle mir das am ehesten so vor:
Man sagt, gesunde Menschen stehen nach einem plötzlichen Todesfall ca. 3 Monate unter Schock. Und Betroffene beschreiben es dann so, dass sie wie in Trance, wie auf Schienen, funktionieren. - Manche in gewisser Weise gar nichts fühlen können im Schock. Nun war Brian zum einen kein gesunder Mensch, sonst hätte er zB. nicht -wie Gabby mal schrieb- wiederholt geweint, weil er mit dieser Hass-Liebe mit Gabby nicht zurecht kam, und sonst hätte er sie nicht letztlich sogar erwürgt. Zum anderen ist es nochmal eine andere Nummer betreff Todes-Schock, wenn man die junge Partnerin, mit der man eine Familie gründen wollte, ermordet hat.
Ich könnte mir vorstellen, zumal es hieß er wäre früher schon mal suizidal gewesen, dass er im emotionalen Schock nur noch sterben wollte, weil er mit sich und dieser Erfahrung nicht zurecht kam, es wahrscheinlich auch wahr ist wie er schrieb, dass er ohne Gabby, ohne eine Partnerin, momentan nicht weiterleben wollte - und welche Frau will dann dann so einen noch... -Nicht nur weil er nicht den Rest des Lebens im Knast verbringen wollte.

Aber abgesehen davon, dass man den Mut zur Tat (des Selbstmords) erst mal aufbringen muss, und es daher noch bisschen vor sich herschiebt, da stellt sich auch mal die praktische Frage, wie man das denn anstellt, wenn man keine Medikamente zur Verfügung hat, die einem erst das Bewusstsein nehmen. Man erlebt dann sein Sterben ja in gewisser Weise noch bewusst. Er hat sich für Erschießen entschieden, dafür brauchte er aber wohl erst mal die Pistole vom Vater (glaube ich jetzt zumindest). Außerdem wollte er vielleicht einfach nochmal seine Familie sehen (?)

Hatte dieser junge Mann soviel Wissen aus Krimis die man schaut oder liest?
Der ist mal davon ausgegangen, dass Gabby schwerlich gefunden wird, da war wohl die Hoffnung dass man nicht draufkommt, wo man suchen soll, wenn er sich sicherheitshalber hinter einem Anwalt versteckt, der ihm typischer Weise gebietet zu schweigen. -Und falls man endlich wüsse wo man suchen soll, Tiere ihren Beitrag geleistet haben, dass man nichts mehr findet. Er schrieb ja in seinen Abschiedsbrief (bevor Gabby gefunden wurde) mögen Tiere seine eigenen Überreste zerstreuen.
Er wusste nicht, dass die "Stan" SMS Argwohn bei G's Mutter hervorgebracht hat, und wahrscheinlich hat ja Gabby vorsichtshalber zur Ex TelNr keinen Namen eingegeben, sodass Brian gar nicht wusste, dass da ein Zeuge von den Ermittlern aufgespürt werden konnte (nachdem er Gabbys Handy weggeworfen hatte), und/oder wieviel der von Gabby wirklich wusste. Jedenfalls hat Anwalt Bertolini erst noch behauptet, das Paar hätte vereinbart seine Reise weiter fortsetzen zu wollen. Dass das Moab Video gar online gestellt werden wird, das hätte ich jedenfalls nicht geglaubt.
Er hat beim prompten Telefonieren gemerkt, dass seine Eltern hinter ihm stehen, also dachte er vielleicht auch deshalb mal nichts dabei, wenn der Van fürs erste bei den Eltern geparkt ist. Er hat es einfach verdrängt, während oder so wie die Familie die Kontaktversuche von Gabbys Eltern ignoriert haben. Und dann wollte er einmal hören, was der Anwalt so für Ideen oder Ansichten von sich gibt.

Mit dem Van hat er sich vermutlich identifiziert, weil er daran gearbeitet hatte. Naja, Männer sind da ja manchmal speziell mit ihrer Beziehung zu Autos. Bei seiner Vorliebe zum minimalistischen Lebensstil war er wohl sparsam, Geld könnte eine Rolle bei deren Streitigkeiten gespielt haben. Da er dachte man kommt nicht drauf seit wann Gabby nicht mehr ist, hat er so getan als hätte sie ihm das Geld für die Heimfahrt (und das Auto?) überwiesen, und nachdem er wusste Gabby war nicht mehr, konnte er's vielleicht so drehen dass der Van ihm alleine bleiben würde, wenn sie ihre Investitionen dazu schriftlich festgehalten hatten.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

26.02.2025 um 23:15
Zitat von wobelwobel schrieb:Das ist für mich ein Knackpunkt - was ist daran bitte "bequemer"?
Vielleicht liegt's ja an mir,
Ja, ich glaube du gehst einfach zu sehr von dir aus.
Es ist bequemer, weil man gar nichts organisieren muss. Man setzt sich einfach rein und fährt stumpf die Strecke.
Der ist ja wahrscheinlich auch in irgendeiner Art von Rausch gewesen. Was weiß ich Adrenalin oder was auch immer ausgeschüttet wird, nach so einer Tat.

Ich finde so eine Fahrt auch maximal anstrengend, weil ich fahre grundsätzlich gar nicht gerne Auto.
Wir können aber doch nicht davon ausgehen, was für uns selbst bequemer gewesen wäre.

Es ist ja auch nur eine Annahme von mir, dass das für ihn die einfachste unkomplizierteste und bequemste Lösung war. Einfach ins Auto setzen, dumpf immer weiter brettern.
Jedenfalls ist es das, was er getan hat.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 00:12
3 Wochen Schock nach Todesfall, nicht 3 Monate, sollte es heißen. Sorry, habe mich verschrieben.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 14:57
Zitat von wobelwobel schrieb:Das ist für mich ein Knackpunkt - was ist daran bitte "bequemer"?
Vielleicht liegt's ja an mir, aber bevor ich mehrere Tausend Kilometer im Auto runterreiße nehm ich dann doch lieber den Flieger. Und nicht nur das, der Flieger dürfte auf der Strecke nicht nur schneller sondern auch billiger sein.
Und bequemer sowieso, grad wenn der Bock auf dem man das reitet so ein Kastenwägelchen ist.
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb:Es ist bequemer, weil man gar nichts organisieren muss. Man setzt sich einfach rein und fährt stumpf die Strecke.
Der ist ja wahrscheinlich auch in irgendeiner Art von Rausch gewesen. Was weiß ich Adrenalin oder was auch immer ausgeschüttet wird, nach so einer Tat.
Ja genau, man muss es eben aus der Sicht eines Menschen betrachten, der gerade einen anderen Menschen umgebracht hat, also total durch den Wind ist. Die Herausforderung beim Organisieren eines Flugs fängt ja schon damit an, dass er mitten in der Pampa sitzt und wenn er nicht den Van benutzen will, eben "zu Fuß" unterwegs ist. er müsste also erstmal irgendeine Möglichkeit finden, zum nächsten Flughafen zu gelangen.
Dann ist klar, dass am Flughafen er am Flughafen Sicherheitskontrollen passieren muss und jede Menge Kameras sind, die ihn aufzeichnen. Was ja eigentlich erstmal egal ist, wenn er plant, zuhause die Story zu erzählen, man habe sich getrennt und GP habe den Van behalten, weil sie die Reise ab jetzt alleine durchziehen will. Aber in dem Moment fühlt man sich wahrscheinlich eher auf der Flucht und will eben gerade nicht durch Sicherheitskontrollen, bei denen man seinen Pass zeigen muss und gefilmt wird. Das sind irrationale Überlegungen, nicht logisch, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich, wenn ich in seiner Situation wäre, so denken würde.
Und dann kommt hinzu, dass man am Flughafen und im Flieger halt jeder Menge Leuten begegnet, ein oder zwei Stunden in einer Vierer-Reihe mit Sitznachbarn links und rechts hocken muss, mit dem Personal am Schalter, an der Zugangskontrolle und den Stewardessen kommunizieren muss und die ganze Zeit das Gefühl hat, auf der Stirne den knallroten Buchstaben M für Mörder stehen zu haben - oder anders ausgedrückt: man ist in einer totalen Ausnahmesituation, selbst von dem was man getan hat (oder von dem "was passiert ist") und kann sich nicht vorstellen, dass andere das nicht mitkriegen. Und BL war ja eh "social akward", Kommunikation und Sozialkontrakte waren eh nicht sein Ding. Insofern kann ich es nachvollziehen, dass für ihn die Fahrt im Van die "bequemere" oder eben attraktivere Option war. Da konnte er stundenlang alleine in einem Schutzraum hocken (auch wenn man durch die Fenster reinschauen kann fühlt man sich im eigenen Auto doch irgendwie in seiner Privatssphäre, sonst würden nicht so viele Leute im Auto in der Nase bohren und sich dabei unbeobachtbar fühlen, obwohl jeder das durchs Fenster sehen kann), musste mit keinem reden, nicht mal einem Tankwart, wenn er den Sprit an Automatentankstellen aufgefüllt hat.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass das für ihn nicht nur bequemer war, sondern er das auch als "sicherer" empfunden hat.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Aber abgesehen davon, dass man den Mut zur Tat (des Selbstmords) erst mal aufbringen muss, und es daher noch bisschen vor sich herschiebt, da stellt sich auch mal die praktische Frage, wie man das denn anstellt, wenn man keine Medikamente zur Verfügung hat, die einem erst das Bewusstsein nehmen. Man erlebt dann sein Sterben ja in gewisser Weise noch bewusst. Er hat sich für Erschießen entschieden, dafür brauchte er aber wohl erst mal die Pistole vom Vater (glaube ich jetzt zumindest). Außerdem wollte er vielleicht einfach nochmal seine Familie sehen (?)
Ich glaube nicht, dass ab dem Moment, an dem er GP getötet hat, seinen eigenen Selbstmord im Kopf hatte, sondern dass dieser Entschluss durchaus erst sehr viel später, erst Tage vor dem Ereignis, gefallen ist. Dieser Aufenthalt bei seinen Eltern muss doch extrem belastend für ihn gewesen sein: er weiß, dass die Polizei dringend mit ihm sprechen will, verbarrikadiert sich aber im Haus. Das mag auf den ersten Blick überheblich, arrogant und souverän wirken, aber ich glaub nicht, dass er da grinsend im Wohnzimmer seiner Eltern gehockt hat, sondern eher panisch im Bett gelegen hat, die Decke über den Kopf gezogen und gelähmt vor Angst und Ausweglosigkeit. Noch dazu, wo draußen immer mehr Reporter und aufgebrachte Bürger aufliefen, und sicher ordentlich bedrohlich wirkten.
Und dann haben doch sicher auch die Eltern ihn bedrängt und wollten wissen, was denn Sache ist. So krass dieser Brief der Mutter ist und so abgebrüht es wirkt, dem Sohn erst mal einen Anwalt mit 25.000 $ Vorschuss zu besorgen, so kann ich mir doch nicht vorstellen, dass die Eltern nicht versucht haben, ihn zur Rede zu stellen und wissen wollten, was denn passiert ist. Mir zumindest würde es an deren Stelle so gehen, unabhängig von der Frage, dass man sein Kind vielleicht auch dann beschützen würde, wenn es einen anderen Menschen umgebracht hat, so würde ich doch wissen wollen, was denn los ist, was passiert ist. Zum einen, um einfach zu verstehen, was mit dem Kind los ist, dass plötzlich wieder vor der Tür steht, psychisch "vollkommen durch" ist und zum anderen eben auch, um selber entscheiden zu können, was zu tun ist.

Ich glaube, dass er vielleicht zunächst tatsächlich dachte, er käme damit durch, was vielleicht sogar der Fall gewesen wäre, wenn der letzte Standort des Vans nicht durch dieses Pärchen hätte ermittelt werden können. Dann hätte man GPs Leiche vielleicht nie gefunden, einfach weil man nicht wusste, wo man hätte suchen müssen. Aber dass ich die ganze Sache eben immer enger um ihn rum zugezogen undn zugespitzt hat, was von ihn sicher als extrem bedrohlich empfunden wurde. Gerade auch, weil er eine "social awkward" Person war (der Begriff gefällt mir gut, aber mir fällt kein Begriff ein, um es im Deutschen zu beschreiben.)


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 15:07
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich glaube, dass er vielleicht zunächst tatsächlich dachte, er käme damit durch, was vielleicht sogar der Fall gewesen wäre, wenn der letzte Standort des Vans nicht durch dieses Pärchen hätte ermittelt werden können.
Die Polizei wußte schon anhand der Handy-Daten grob wo in etwa der letzte Standort war - das Video hat aber enorm geholfen das auf den Zentimeter genau einzugrenzen.

Was die Rückfahrt mit dem Van angeht: Die Argumente lass ich gelten, OK.
Aber warum stellt er den Van dann vor die Haustüre? Wo ihn jeder sehen kann und direkt die Alarmglocken schrillen?

Egal, wir werden es nie erfahren und können nur wild spekulieren.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 16:52
Zitat von wobelwobel schrieb:Was die Rückfahrt mit dem Van angeht: Die Argumente lass ich gelten, OK.
Aber warum stellt er den Van dann vor die Haustüre? Wo ihn jeder sehen kann und direkt die Alarmglocken schrillen?
Ich schrieb ja schonmal weiter oben, dass er meiner Meinung nach nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen war. Vielleicht ist das auch zu grob gesagt, er war sicher nicht dumm, aber was mehrfach geschrieben und ausgesagt wurde war, dass er irgendwie im zwischenmenschlichen, sozialen Handeln nicht so gut zurecht kam. Also eher ein Einzelgänger war, sich wohler gefühlt hat, wenn er allein war und dass ihm die Kommunikation mit dritten, also weniger vertrauten Menschen eher schwer fiel.
Insofern kann ich mir auch vorstellen, dass es ihm auch schwer viel, die Reaktionen anderer Menschen, auf das was er tut oder sagt, einzuschätzen. Und genauso auch vorherzusagen, was verdächtig wirkt und was nicht, was man ihm als Erklärung abnimmt und was nicht.

Ich denke, der Entschluss, mit dem Van loszufahren, war eher eine Kurzschlussentscheidung, die er aus den von mir oben benannten Gründen getroffen hat. Wenn ich in Panik bin und das Gefühl habe, von einem Ort in der Pampa dingend und möglichst schnell wegkommen zu müssen, und da gleichzeitig ein Van steht, zu dem ich die Schlüssel habe, liegt es nahe, in den Van zu steigen und loszufahren.
Mag sein, dass es ihm, nachdem er mal ein bisschen länger drüber nachgedacht hat, auch in den Sinn kam, dass das nicht gerade eine gute Idee gewesen ist. Aber was hätte er dann tun sollen? Zurück fahren in die Nähe der Leiche und den Wagen wieder abstellen? Und dann zu Fuß und per Anhalter zum nächsten Flughafen?

Ich kann mir auch vorstellen, dass ihm seine Eltern am Telefon durchaus gesagt haben:" Junge, Du bist´ja vollkommen durch den Wind. Jetzt sieh erst mal zu, dass Du möglichst schnell nach Hause kommst und dann regeln wir das alles schon!"
Ich meine damit nicht, dass er ihnen am Telefon gesagt hat, was er getan hat und was wirklich passiert ist. Ich denke eher, er hat ihnen irgendeine Geschichte von einem schlimmen Streit erzählt, vielleicht dass er GP geschlagen hat und sie ihn jetzt anzeigen wird etc.
Und dass er sich dann eben wie ein Kind drauf verlassen hat, dass Mama und Papa dass schon alles regeln werden, ihm erst mal eine warme Mahlzeit servieren und einen Anwalt beauftragen werden.Halt so eine Mischung aus totaler Überfordeurng, Naivität und Wunschdenken, um sich selber zu beruhigen, weil er sonst total durchgedreht wäre.

Alles Spekulation, ich weiß. Ja, wir werden das nie erfahren, was wirklich sein Plan war. Aber ich denke halt, dass Menschen eh schon an sich extrem unterschiedlich sind, unterschiedlich denken und handeln. Man selbst denkt immer, dass es in so einer Situation richtige und falsche Entscheidungen und Ideen gibt und dass die Einschätzung, was jeweils richtig und was falsch ist, was logisch ist und was unlogisch, was durchdacht und klug ist und was eher eine dumme Idee ist,bei allen Menschen gleich ist, nämlich zufällig genauso wie wir es entscheiden würden. Aber Menschen sind eben unterschiedlich, haben im Leben verschiedene Erfahrungen gemacht, legen auf unterschiedliche Aspekte wert und setzen dementsprechend unterschiedliche Prioritäten, nach denen die entscheiden.
Und hier kommt eben noch dazu, dass er sich ziemlich sicher in einer psychischen Ausnahmesituation befand, extrem verunsichert war und unter großem Zeitdruck entscheiden und handeln musste. Er hatte eben keine Zeit, verschiedene Optionen gedanklich durchzuspielen, mal eine Nacht drüber zu schlafen und sich dann zu entscheiden, welches der sinnvollste nächste Schritt sein könnte.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 19:56
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Man sagt, gesunde Menschen stehen nach einem plötzlichen Todesfall ca. 3 Monate unter Schock.
Da kannst Du getrost einige Monate drauf rechnen.
Dazu Trauerdemenz und sonstige kognitive Einschränkungen, Schlafprobleme, Angstattacken und was sonst noch dazu kommt.

Bis heute glaube ich nicht, dass GP Tod irgendwie geplant war, sondern aus dem Moment erfolgte. So blöd das klingt, ist das sicher noch ein weiteres Traumata zum Verlust der Verlobten, den er irgendwie auch empfunden haben dürfte.

Er hat eben nicht abgebrüht und geplant reagiert, sondern eher aus dem Bauch raus. Erst geht er los auf Wanderschaft, dann zurück, dann fährt er die lange Strecke nur mit den nötigen Pausen durch, lässt den Van vor der Tür und verschanzt sich.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber in dem Moment fühlt man sich wahrscheinlich eher auf der Flucht und will eben gerade nicht durch Sicherheitskontrollen, bei denen man seinen Pass zeigen muss und gefilmt wird.
Die vielen Menschen, unter denen er hier gewesen wäre, wären sicher ein Problem - rein von der psychischen Seite. Und auch da kann Trauer mitspielen.

Er war getrampt und so gab es Zeugen seines Weges. Sonst wäre er doch einfach wieder zum Van zurück gewandert, an dem Abend wollte er aber so schnell wie möglich zurück zum Campingplatz.

Vielleicht hoffte er auch einfach, seine Erinnerung trügt ihn und es sei nie geschehen. Eine Art Psychose. Die Nachrichten, die er zwischen sich und ihrem Handy geschrieben hat, könnten auch so gedeutet werden. Natürlich auch als Versuch, ein Alibi zu konstruieren, was aber spätestens nach seiner Rückkehr zum Campingplatz und Flucht keinen Sinn machte. Auch war es riskant, sie hätte zwischenzeitlich längst gefunden worden sein können und er schreibt mit einer Toten. Der Van stand schließlich schon einige Stunde verlassen da und auf in den reviews sagten immer wieder Leute, dass sie im Flussbett bzw. auf der anderen Seite unterwegs waren.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

27.02.2025 um 20:29
Zitat von GrillageGrillage schrieb:so abgebrüht es wirkt, dem Sohn erst mal einen Anwalt mit 25.000 $ Vorschuss zu besorgen
Die Eltern müssen bei so einer Summe (falls die stimmt) gewusst haben, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelte. Ich verstehe daher nicht, warum die den Van nicht vorm Haus verschwinden haben lassen. Vielleicht hat Brian behauptet, dass er ihm gehört?
Dass die Polizei ihn fragen wird, wenn Gabby zwangsläufig nicht auftaucht, musste die Brian family auf jeden Fall erwarten.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich glaube, dass er vielleicht zunächst tatsächlich dachte, er käme damit durch, was vielleicht sogar der Fall gewesen wäre, wenn der letzte Standort des Vans nicht durch dieses Pärchen hätte ermittelt werden können.
Er ist aber jedenfalls abgehauen in den Park zum Suizid noch bevor das Bethune Video rauskam und Gabby dann gefunden wurde.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

28.02.2025 um 08:27
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich schrieb ja schonmal weiter oben, dass er meiner Meinung nach nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen war. Vielleicht ist das auch zu grob gesagt, er war sicher nicht dumm, aber was mehrfach geschrieben und ausgesagt wurde war, dass er irgendwie im zwischenmenschlichen, sozialen Handeln nicht so gut zurecht kam. Also eher ein Einzelgänger war, sich wohler gefühlt hat, wenn er allein war und dass ihm die Kommunikation mit dritten, also weniger vertrauten Menschen eher schwer fiel.
Insofern kann ich mir auch vorstellen, dass es ihm auch schwer viel, die Reaktionen anderer Menschen, auf das was er tut oder sagt, einzuschätzen. Und genauso auch vorherzusagen, was verdächtig wirkt und was nicht, was man ihm als Erklärung abnimmt und was nicht.
Das ist die eine Seite.
Aber haben wir nicht auch zig Situationen von bzw. mit ihm erlebt (bzw. von den Medien gezeigt bzw. aufgezeigt bekommen) bei denen er sich höchst manipulativ verhielt? Moab zum Beispiel? Und viele Kleinigkeiten von denen Rose erzählt hat?
Geht das zusammen?
War er von vornherein ein Psychopath?
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber was hätte er dann tun sollen? Zurück fahren in die Nähe der Leiche und den Wagen wieder abstellen? Und dann zu Fuß und per Anhalter zum nächsten Flughafen?
Also zumindest nicht den Van vor seinem Haus abstellen und dann jegliche Aussage verweigern, auch den Eltern gegenüber.
Er hätte den Van auch in Florida irgendwo abseits abstellen können wo er nicht gesehen wird, wenigstens in die Garage...
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und hier kommt eben noch dazu, dass er sich ziemlich sicher in einer psychischen Ausnahmesituation befand, extrem verunsichert war und unter großem Zeitdruck entscheiden und handeln musste. Er hatte eben keine Zeit, verschiedene Optionen gedanklich durchzuspielen, mal eine Nacht drüber zu schlafen und sich dann zu entscheiden, welches der sinnvollste nächste Schritt sein könnte.
Ich weiß nicht... Er muß ja die Nacht neben Gabbys Leiche verbracht haben. Und war dann (ein oder zwei Tage?) auf der Wanderung unterwegs und hat da bereits mit seinen Eltern besprochen wie er sich verhalten soll. Dann trampt er zurück zum Van, versucht sich ein Alibi zu verschaffen (womöglich ist er nur deshalb zum Van zurückgekehrt?) und fährt dann los... Während der Fahrt hat er auch nochmal zwei Tage Zeit nachzudenken und zu telefonieren...
Zitat von BohoBoho schrieb:... lässt den Van vor der Tür und verschanzt sich.
Und dann das. Da hätte er auch gleich eine rote Fahne mit der Aufschrift "Mörder" hissen können...
Zitat von BohoBoho schrieb:Vielleicht hoffte er auch einfach, seine Erinnerung trügt ihn und es sei nie geschehen. Eine Art Psychose. Die Nachrichten, die er zwischen sich und ihrem Handy geschrieben hat, könnten auch so gedeutet werden. Natürlich auch als Versuch, ein Alibi zu konstruieren, was aber spätestens nach seiner Rückkehr zum Campingplatz und Flucht keinen Sinn machte. Auch war es riskant, sie hätte zwischenzeitlich längst gefunden worden sein können und er schreibt mit einer Toten. Der Van stand schließlich schon einige Stunde verlassen da und auf in den reviews sagten immer wieder Leute, dass sie im Flussbett bzw. auf der anderen Seite unterwegs waren.
Er mußte zurück zum Van wegen Gabbys Handy - da kam er nicht drumrum wenn er ein Alibi konstruieren wollte. Und natürlich hatte er auch eigenen Kram im Van den er gebraucht hätte, egal wie's weitergehen sollte.
Dass ein WoMo mal ein, zwei Tage "verlassen" da steht wird niemand groß interessieren, man geht doch automatisch davon aus dass die Bewohner unterwegs sind, z.B. um eine Wanderung zu machen oder ähnliches. Das allein würde jedenfalls sicher noch keinerlei Suchaktionen auslösen.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Die Eltern müssen bei so einer Summe (falls die stimmt) gewusst haben, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelte. Ich verstehe daher nicht, warum die den Van nicht vorm Haus verschwinden haben lassen. Vielleicht hat Brian behauptet, dass er ihm gehört?
Dass die Polizei ihn fragen wird, wenn Gabby zwangsläufig nicht auftaucht, musste die Brian family auf jeden Fall erwarten.
Eigentlich war's in dem Moment völlig egal wem der Van gehört - selbst wenn er gemietet worden wäre war's dämlich den vor aller Augen in die Einfahrt zu stellen, das hat ihn ja erst verdächtig gemacht.
Hätte er einfach gesagt "wir haben uns getrennt" wäre ihm das sicher erstmal geglaubt worden, selbst wenn er den Van mitgenommen hat. Sich von Gabbys Konto Geld zu überweisen passt dazu aber auch wieder nicht - das hätte gepasst wenn sie ihn ausgezahlt hätte um den Van behalten zu können und ihren Traum alleine weiterzuleben. Aber so?

Also dafür wieviel Zeit er de fakto hatte um zu überlegen und sich mit seinen Eltern auszutauschen (mehrere Tage!) hat er einen Fehler nach dem anderen gemacht. Ja, vermutlich war er durch den Wind. Aber warum haben nicht spätestens seine Eltern ihm gesagt dass der Van besser nicht in der Einfahrt stehen sollte? Die müssen ja gewußt haben dass Gabby tot ist (egal was er ihnen erzählt hat wie es dazu kam und ob er schuldig ist oder nicht), sonst hätten sie wohl nicht die 25.000$ an den Anwalt überwiesen...
Selbst wenn er den Eltern gesagt hat dass er sie getötet hat und es "nur" darum ging seine Eltern nochmal zu sehen und seine Familie - gerade dann hätte er doch versuchen müssen (bzw. seine Eltern) diese letzten Tage dann möglichst in Ruhe zu verbringen?
Anstatt sich durch den in der Einfahrt geparkten Van erst recht verdächtig zu machen?

Es wäre doch viel leichter gewesen den Van zu verstecken, Gabbys Eltern zu sagen man habe sich getrennt und dass er nicht wüßte wo Gabby ist und die eigene Verwirrung mit Trauer über die Trennung zu erklären?


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

28.02.2025 um 15:03
Zitat von wobelwobel schrieb:Aber haben wir nicht auch zig Situationen von bzw. mit ihm erlebt (bzw. von den Medien gezeigt bzw. aufgezeigt bekommen) bei denen er sich höchst manipulativ verhielt? Moab zum Beispiel?
Ich fand ihn bei diesem Vorfall nicht manipulativ - er war sehr defensiv und zurückhaltend. Das mag einer als manipulativ interpretieren. Eher waren die Polizisten "manipulativ" durch ihre Suggestionen - was natürlich nicht deren Absicht war. Man hatte halt relativ schnell ein Bild im Kopf von den Abläufen und das wurde aktiv kommuniziert, so dass die Vorlage ggf. einfach nur aufgegriffen werden musste.
Zitat von wobelwobel schrieb:Ich weiß nicht... Er muß ja die Nacht neben Gabbys Leiche verbracht haben
Muss er das? Er kann sie auch morgens getötet haben, die tatsächliche Todeszeit konnte so nicht festgestellt werden.
Wenn man davon ausgeht, dass sie im Dunkeln nicht alleine vom Van dort rüber gelaufen ist (und bis fast halb Neun war sie am PC), dann würde ich die Tat eher am Morgen vermuten.
Zitat von wobelwobel schrieb:Er mußte zurück zum Van wegen Gabbys Handy - da kam er nicht drumrum wenn er ein Alibi konstruieren wollte.
Er hat auf der Wanderung doch bereits Nachrichten zwischen ihrem und seinem Handy geschrieben, also muss er ihres dabei gehabt haben. Zu dieser Zeit hat er ja bereits eine lebende GP vorgespielt durch die Nachrichten.
Zitat von wobelwobel schrieb:Dass ein WoMo mal ein, zwei Tage "verlassen" da steht wird niemand groß interessieren, man geht doch automatisch davon aus dass die Bewohner unterwegs sind, z.B. um eine Wanderung zu machen oder ähnliches.
Der Van stand an einer nicht als Stellplatz ausgewiesener Stelle. Ich weiß nicht, wie locker das in den USA gehandelt wird, es hätte aber durchaus eine Kontrolle/Nachfrage geben können.
Zitat von wobelwobel schrieb:Also dafür wieviel Zeit er de fakto hatte um zu überlegen und sich mit seinen Eltern auszutauschen (mehrere Tage!) hat er einen Fehler nach dem anderen gemacht. Ja, vermutlich war er durch den Wind. Aber warum haben nicht spätestens seine Eltern ihm gesagt dass der Van besser nicht in der Einfahrt stehen sollte? Die müssen ja gewußt haben dass Gabby tot ist (egal was er ihnen erzählt hat wie es dazu kam und ob er schuldig ist oder nicht), sonst hätten sie wohl nicht die 25.000$ an den Anwalt überwiesen...
Dem Vater sagte er, sie sei "gone" - was im Sprachgebrauch meist verstorben meint.
Die Mutter sagte, sie hatte eine Ahnung, dass sie tot sein könnte. Wobei sie wohl aber zunächst eher von einem tätlichen Streit ausging.
Aber - welche Eltern glauben wirklich gleich das schlimmste, das ihr Kind einen anderen Menschen mutwillig umbringt?

Die 25.000 Vorschuss dürften auch einen Vorschuss für ein Verfahren gegen die Eltern enthalten haben. Da die Eltern sich hier mit einem Anwalt beraten haben und alle möglichen Gegebenheiten angesprochen worden sein dürften, hat der Anwalt sicher auch auf eine potentielle "Mithilfe" hingewiesen.


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

28.02.2025 um 18:12
Zitat von BohoBoho schrieb:Muss er das? Er kann sie auch morgens getötet haben, die tatsächliche Todeszeit konnte so nicht festgestellt werden.
Also bisher (nicht erst in der Doku) wurde es doch eher so dargestellt dass es wohl Abends passiert sein soll (selbst Brians "Unfall"-Story spielt nachts). Aber das wird sich wohl nicht auf ein paar Stunden hin-oder-her eingrenzen lassen.
Zitat von BohoBoho schrieb:Wenn man davon ausgeht, dass sie im Dunkeln nicht alleine vom Van dort rüber gelaufen ist (und bis fast halb Neun war sie am PC), dann würde ich die Tat eher am Morgen vermuten.
Um 20:30 Uhr war's noch hell.
Zitat von BohoBoho schrieb:Er hat auf der Wanderung doch bereits Nachrichten zwischen ihrem und seinem Handy geschrieben, also muss er ihres dabei gehabt haben. Zu dieser Zeit hat er ja bereits eine lebende GP vorgespielt durch die Nachrichten.
Hat er das? Das wäre mir neu. Ich weiß, wir sollen uns nicht auf die Doku beziehen, aber etliche Nachrichten hat er nachweislich erst zurück am Campingplatz geschrieben.
Zitat von BohoBoho schrieb:Der Van stand an einer nicht als Stellplatz ausgewiesener Stelle. Ich weiß nicht, wie locker das in den USA gehandelt wird, es hätte aber durchaus eine Kontrolle/Nachfrage geben können.
Kann sein - aber die hängen dann halt einen Zettel ans Fahrzeug wenn sie Dich nicht antreffen. Da wird nicht direkt 'ne Suchaktion gestartet, das wäre ja der pure Wahnsinn.
Zitat von BohoBoho schrieb:Dem Vater sagte er, sie sei "gone" - was im Sprachgebrauch meist verstorben meint.
Die Mutter sagte, sie hatte eine Ahnung, dass sie tot sein könnte. Wobei sie wohl aber zunächst eher von einem tätlichen Streit ausging.
Aber - welche Eltern glauben wirklich gleich das schlimmste, das ihr Kind einen anderen Menschen mutwillig umbringt?
Welche Eltern überweisen grundlos 25.000$ an einen Anwalt wenn sie nichts schlimmes vermuten?
Zitat von BohoBoho schrieb:Die 25.000 Vorschuss dürften auch einen Vorschuss für ein Verfahren gegen die Eltern enthalten haben. Da die Eltern sich hier mit einem Anwalt beraten haben und alle möglichen Gegebenheiten angesprochen worden sein dürften, hat der Anwalt sicher auch auf eine potentielle "Mithilfe" hingewiesen.
Häh? (Sorry.)
Wieso hätte es ein Verfahren gegen die Eltern geben sollen das einen so hohen Vorschuß wert ist?
Vor allem wenn die Eltern ja nicht wegen Mithilfe etc. angeklagt werden können, weil sie ja nachweislich garnicht vor Ort waren?
Welche Mithilfe soll denn das gewesen sein?
Konfrontiert mit den Fragen der Polizei haben sie schlicht und ergreifend die Aussage verweigert mit "wir wissen nichts, wir sagen nichts" - das ist völlig legitim und keineswegs strafbar (es geht ja ums eigene Kind).


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Verschwinden und Tod von Gabby Petito

28.02.2025 um 22:37
Bevor die Diskussion abgleitet, halten wir einmal fest: es wurde nie bekannt, dass gegen die Eltern des Mörders ermittelt wurde oder sie gar angeklagt wurden!

Und ich habe schon einmal deutlich gemacht, dass ein Vorschuss (retainer) von $ 25000 nicht für eine einfache Beratung gezahlt wird. Bei einem solchen retainer steht schon im Raum, dass man in einer nicht gerade unerheblichen Sache tätig werden wird.

Freilich hätten sich auch die Eltern strafbar machen können. Aus dem alten englischen Recht ist der Straftatbestand der "misprision of a felony" übernommen worden, heute auch sehr oft "accessory after the fact" genannt:

Misprision liegt vor, wenn der Beschuldigte von einem Verbrechen erfährt, das stattgefunden hat, und aktiv und vorsätzlich versucht dieses zu verbergen, verheimlichen, vertuschen, den Täter vor Verfolgung zu schützen usw.

Ein "accessory after the fact" ist jemand, der dem Täter eines Verbrechens Beihilfe leistet, nachdem das Verbrechen begangen wurde, i.d.R. durch HIlfe bei Flucht, Vertuschung usw.


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