CaiaLia schrieb:Das sollte halt so auch nicht passieren. Professionelle Distanz sollte gewahrt werden. Wobei „kumpelhaft“ natürlich Auslegungssache ist. Aber immerhin hat man es hier mit einem Straftäter zu tun. Wäre es meinetwegen Steuerhinterziehung usw. würde ich mir das eingehen lassen, aber nicht bei solchen Taten.,
Auf der anderen Seite besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Dirk A. das so empfinden sollte und soll, dass man eben immer die Hoffnung dadurch erhalten kann, dass er sich doch noch “öffnet”, Täterwissen preis- oder andere Taten zugibt.
Chedor äußerte das so im Podcast. Er selbst warf den Begriff "kumpelhaft" ein.
Ich denke schon, dass es zumindest ein Versuch wert gewesen ist, dass Dirk A. doch noch irgendwie mit der Wahrheit herausrückt.
Aber schwierig, wenn ein Mensch an einer Persönlichkeitsstörung leidet und eine Borderlinerkrankung hat oftmals sehr viele komplexe Facetten und unterschiedliche Verhaltensweisen. Da ist ja nicht nur das "ritzen" mit gemeint, was es nicht einfacher macht, ob ich es hier "nur" mit einem pädophil veranlagten Spinner oder Kindsmörder zu tun habe?
Fakt ist ja, dass er Kinder missbraucht hat und auch dabei Filmaufnahmen machte. Die Beamten fanden über 50 Kassetten in seiner Wohnung und konnten später dann auch Kinder ausfindig machen, die er missbrauchte.
Ein 13 jähriger schilderte gegenüber den Ermittlern, dass er ein Video von einem Mädchen sah, was bis auf dem Slip bekleidet nackt auf einen Waldboden lag. Er beschrieb den Slip des Mädchens. Später stellte sich heraus, dass dieser Slip starke Ähnlichkeiten Mit Hilals Bekleidung aufwies. Dieses Video konnte allerdings nie gefunden werden, wie Chedor es im Podcast schilderte.
CaiaLia schrieb:Hier müsste man halt verifizieren können, dass die Zeugen, die diesen „Wikinger“ und das Mädchen gesehen haben, eben auch wirklich Hilal und ihren Entführer wahrgenommen haben. Die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, aber ganz ausgeschlossen ist es leider eben nicht, dass es dich jemand anderes mit bspw. seiner Tochter war.
Allerdings empfinde ich Dirk A. ob seiner Erscheinung schon als auffällig genug, so dass sich mindestens ein Zeuge an ihn erinnert hätte, wäre er Vorort gewesen.
Der Widerspruch zwischen der Beschreibung und sich selbst, müsste Dirk A. aber auch aufgefallen sein…und den Ermittlern sowieso.
Auffällig ist gewesen, dass das Mädchen überhaupt nicht zu dem Mann passte. Also nicht der Vater aufgrund der Äußerlichkeiten sein konnte. Ich gehe auch stark davon aus, dass es Hilal war und der Täter, denen die Zeugen da gesehen haben.
Bei einer Gegenüberstellung waren sich die beiden Busfahrer später auch nicht sicher, ob es Dirk A. gewesen ist, welchen Sie sahen. Er passt wie gesagt von der Größe her nicht ins Raster. Alle Zeugen beschrieben einen großen Mann, was Dirk A. definitiv nun mal nicht ist.
Da stimme ich dir absolut zu. Dirk A ist eine sehr sehr auffällige Person, die man hätte identifizieren können, sofern er es gewesen ist.
Allerdings, wenn man bei den Busfahrern bleibt, waren die im fahrenden Linienbus unterwegs. Da eine bessere Personenbeschreibung zu machen, die zutreffend wäre, halte ich für sehr schwierig.
CaiaLia schrieb:ch bin mir sicher, hätte der Wikinger Stunden später sich alle Haare gefärbt, abrasiert oder etwas anderes an seiner Optik geändert; die meisten Zeugen hätten ihn nicht (mehr) erkannt.
Im Fall Tristan und dem „Zopfmann“ ist es ja ähnlich, weil man sich, das ist nur meine Meinung, auf die veränderlichen Aspekte in der Optik einer Person versteift hat.
Ja ist generell so eine Sache mit Phantombildern. Leider stimmen sie meist mit dem Gesuchten in der Realität nur sehr selten überein.
Sehe ich im Fall Brühbach auch so, dass der Täter nie so ausgesehen haben wird, wie er abgebildet ist.
Deswegen konnte ich die Empörung der gegründeten Privatiniative auch nicht wirklich nachvollziehen, warum man damals mit der Phantomzeichung nicht an die Öffentlichkeit gegangen ist, bzw. dieses Bild weiter verfeinerte, was die Äußerlichkeit des Täters betraf?
Es ist völlig kontrakprodukiv ein Phantombild zu veröffentlichen, wenn sich die Zeugen nicht absolut sicher sind, wie der Täter ausgesehen haben könnte, usw. Das hilft dann niemanden, wenn man ein solches Bild zur Fahndung gibt. Eher falsche Verdächtigungen, unnötiger Zeitfresser, der in der Regel nur sehr sehr selten zum Erfolg führt. Und im Fall Hilal waren sich die Zeugen eben nicht sicher, auch was die Gegenüberstellung mit Dirk A. betraf.
CaiaLia schrieb:ch wüsste nicht, wie ich mich verhalten würde, stünde ich plötzlich dem Typen gegenüber, der behauptet mein Kind missbraucht, ermordet und verscharrt zu haben. Selbst wenn es dich danach als falsch herausgestellt hätte, bzw. erst recht, wenn es sich um ein Falschgeständnis handeln sollte. Verständnis oder Mitgefühl müsste er nicht erwarten, eher…
Natürlich ist das emotional nicht einfach, aber es wäre eine Chance. Die Familie, insbesondere Hilals Bruder wirkt sehr reflektiert. Ich glaube nicht, dass er Dirk A. nach so langer Zeit an die Gurgel gehen würde.
Für die Familie ist es wichtig zu wissen, wo Hilal ist, damit Sie einen Ort zum Trauern haben und nicht um Vergeltung zu üben.
Er sagte ja sogar, er würde den Täter vergeben können, usw. Das zeugt schon sehr von großer menschlicher Stärke.
Und letztlich sehe ich es quasi als so gut wie letzte Chance, wenn Dirk A. tatsächlich der Täter gewesen sein sollte ihm mit der Familie zu konfrontieren.
Diese ganzen "Buddelaktionen", ohne konkreten Hinweis im Volkspark, wo lediglich ein Hund angeschlagen hat, waren auch nicht zielführend.
Dirk A. sagte ich einem Geständnis, er hätte die Leiche im Volkspark oder Nähe Volkspark verbuddelt und der Boden wäre da sehr weich gewesen. Das halte ich für ziemlich abenteuerlich.
Ich bin viel in meiner Freizeit in Waldgebieten auf Lost Place Touren zu unterschiedlichen Jahreszeiten in gesamten Bundesgebiet und auch oft mit dem Metalldetektor unterwegs. Nicht jeder Boden ist im Winter gleich beschaffen im Wald, ja. Aber gerade im Wald ist der Boden so knüppelhart, insbesondere im Winter, gefroren, sodass es wirklich äußerst schwierig ist jemanden tief genug zu begraben. Das ist mit äußerst körperlicher Anstrengung verbunden und dauert Stunden. Dirk A..wirkt auf mich jetzt nicht äußerlich so, als ob er die Ausdauer dafür hätte, sorry. Mal eben mit dem Spaten oder Schaufel ein Loch im Winter in einem Waldstück ausheben funktioniert so einfach nicht.
Der Hund kann 2022 auf diesem Brachgelände angeschlagen haben, wegen eines verendeten Tierkadavers, Tierknochen, usw. In der Regel können trainierte Hunde nämlich nicht differenzieren, bzw. erriechen, ob es sich um menschlichen oder tierischen Leichengeruch handelt.
Es sei denn der Hund ist so
explizit auf jeden Verwesungsgrad eines Menschen trainiert, was so oder so schon äußerst schwierig ist. Das ist leider reine Sysiphussuche gewesen. So nach dem Motto, hier hat der Hund angeschlagen, hier muss jemand vergraben sein, also buddeln wir mal fleissig.
Das fand ich ziemlich hanebüchen in der Doku zu behaupten, hier liegt mit Sicherheit eine Leiche vergraben, usw. Wie sich
herausstellte war es blinder Alarm.
CaiaLia schrieb:Und, Vorsicht polarisierende Meinung, wenn es solche Typen, wie eine Frau Benecke ist, die zwar in der Forensik arbeitet, in Dokus und Podcasts aber mit Küchenpsychologie daherkommt…
Oder eine Frau Segal…die den Straftäter auch noch geheiratet hat (obwohl es gar nicht ihrer sexuellen Präferenz entspricht)…hm…
Aber ja, es sind nicht alle so…
Ja, stimmt. Man kann nicht alles mit Küchenpsychologie verallgermeinern. Nicht jeder Täter tickt gleich. Tut die Ex von Mark Benecke ganz gerne mal...
Trotzdem wäre eine Expertise interessant, wie dieser Mensch innerhalb des Klinikpersonals, inbesondere der Therapeuten gesehen wird, usw,
CaiaLia schrieb:Von Herzen hoffe ich, dass Hilals Verschwinden geklärt werden kann. Ich selbst habe ja keine Kinder und Eltern, die nur wenig Emotion für mich haben, daher fällt es mir schwer, hier mich ganz einfühlen zu können, aber wenn ich überlege, dass man mir mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben nimmt, den ich gezeugt habe, den ich geboren und aufgezogen habe, durch (Kinder-)Krankheiten gegangen bin, an dessen Bett ich gesessen habe, den ich über alles liebe…
Das ist wohl eine Gefühlsmischung aus Trauer, Ungewissheit, Angst (auch vor der Gewissheit), verwaiste Eltern zu sein, Unverständnis, Wut und Hass.
Ja, wünsche ich mir auch. Sie müssen den Fall weiter in der Öffentlichkeit halten und vielleicht meldet sich doch noch ein Zeuge der etwas weiß.