Dr.Edelfrosch schrieb:Wenn man jemanden beruhigen oder hinhalten wollte, dann wohl eher Fraukes engeres Umfeld.
Als Beruhigung würde ich nur den ersten Anruf verstehen: (sinngemäss) Mir gehts gut. Komme BALD. Sag allen Bescheid.Wobei diese Aufforderung zum Bescheidsagen auch schon die Frage aufwirft, warum sie das nicht selbst tut.
Die nächsten Kontakte kann ich für niemanden als Beruhigung verstehen. Inhaltlich völlig daneben. Nicht situationsgerecht (für das bevorstehende Heimkommen). Wen sollte es interessieren, ob sich Frauke zum Zeitpunkt des Kontakts in Paderborn aufhält? Völlig irrelevant - besonders für Chris, der sich eben gerade nicht in der Wohnung / in der Stadt befindet! Zum Bruder um 23.06 Uhr zu sagen "Ich komme heute, auch nicht zu spät" ist absurd. Schon beim Anruf ist es spät, und HEUTE geht nur noch 54 Minuten.
Die Adressaten für die Heimkehr sind "falsch gewählt". Lt. Gespräcksprotokoll gibt aber auch Keiner die Info " Zu Hause ist niemand. Die Tür ist zu. Hole deinen Schlüssel bei xyz ab / gehe zu Onkel abc, um dort zu übernachten." Es wäre doch blöd, wenn Frauke am Freitag kurz vor Mitternacht vor der Tür gestanden hätte und keiner hätte aufgemacht!?
Hier wurde von Anfang an um den heissen Brei herumgeredet (lt Protokoll) und ich kann mir nicht erklären, warum.
Um Fraukes Umfeld zu beruhigen, hätte man ja an mehrere Personen eine kurze sms schicken können. So aber wurde der Mitbewohner als "Vermittler" benutzt und eingebunden, obwohl er - nicht verwandt und teilweise nicht vor Ort - am wenigsten beeinflussen konnte!
Die Beruhigung des Umfeldes wurde sofort zunichte gemacht, wenn Fraukes Handy wieder nicht erreichbar war.
Das ist alles sehr tragisch. Und meine Überlegungen zielen auch nur auf den damaligen Stand ab.
Was mir noch merkwürdig erscheint: Warum wurde nach dem letzten Telefonat der Kontakt völlig abgebrochen? Ging es dem Täter vllt nur um diesen speziellen Zeitraum, diese eine Woche? Wollte er den Abiball unter einen dunklen Schatten stellen? Wollte er den Mitbewohner in Paderborn halten? Hat sich im Alltag des Täters ab Juli etwas geändert, zum Quartals- bzw Halbjahresende (zB neuer Wohn-/ Arbeitsort, Urlaubsbeginn/-ende)? Ansonsten hätte er doch weiterhin durch Paderborn fahren und sms verschicken können.
Oder wusste der Täter von Veränderungen im Alltag von Chris bzw Fraukes Angehörigen (Schul- und Semesterferien, Urlaubsreisen), sodass sich die Ankündigung von Fraukes Rückkehr quasi erübrigt hat?
Bitte meine nüchterne Betrachtung nicht falsch verstehen! Ich suche nur Gründe für den plötzlichen Kontaktabbruch. Und mir ist klar, dass der Täter auch nur das Interesse verloren haben könnte oder alles zu anstrengend und riskant wurde.