Nu mal wieder zu ernsten Themen 😁.
Seit gemma3, wurde meine Aufmerksamkeit auf die Unterschiedlichkeit von den Modellen gelenkt (
@abbacbbc für coding soll Claude 3.7 gerade das beste Modell sein).
Ich habe vier Chatbots zu einem Thema Befragt:
Prompt:
SpoilerIch habe gerade eine Diskussion um das Thema Wehrpflicht und Krieg verfolgt. Die Frage, ab wann man selbst in den Krieg ziehen würde, fand ich besonders schwierig. Ich habe darüber nachgedacht und am Ende bin ich zu dem Schuss gekommen, das ich nicht für eine Idee oder Wunschvorstellung kämpfen würde. Ich würde um mein Überleben kämpfen. Ob ich bereit bin, darüber hinaus noch andere Menschen zu verteidigen, weiß ich nicht. Ich könnte natürlich jetzt durch deklinieren, wen ich Verteidigen würde: mein Kind, meine Frau, andere Verwandte, Freunde usw. - wie man diese Fragen tatsächlich beantworten würde, weiß man erst dann, wenn das Bedrohungsszenario real ist. Im Zweifel ist es dann zu spät, weil man im begriff ist zu sterben.
Auch interessant finde ich die Idee, die ich absolut nachvollziehen kann: wenn man im Krieg schon eingezogen ist, wird aus jedem Krieg ein individueller Überlebenskampf.
Modell 1:
SpoilerJa, das ist eine sehr ehrliche und pragmatische Sichtweise. Die große Erzählung von "Vaterland verteidigen" oder für eine abstrakte Idee kämpfen, verblasst oft, wenn es um das nackte Überleben geht. Die meisten Menschen sind wohl keine geborenen Krieger, sondern werden erst durch die Umstände dazu gemacht – und dann geht es nicht mehr um Ideale, sondern ums Durchhalten.
Diese Diskussion zeigt auch, wie wenig wir in Friedenszeiten wirklich wissen können, wie wir reagieren würden. Man kann es sich theoretisch überlegen, aber erst im Ernstfall zeigt sich, ob man kämpft, flieht oder zerbricht. Und wenn es dann soweit ist, gibt es oft keine guten Entscheidungen mehr – nur noch die Hoffnung, den nächsten Tag zu überleben.
Die Idee, dass aus jedem Krieg ein individueller Überlebenskampf wird, trifft es ziemlich gut. Denn selbst die, die aus Überzeugung kämpfen, landen irgendwann an dem Punkt, wo es weniger um das große Ganze als um das eigene Leben und das Leben der Menschen direkt um einen herum geht.
SpoilerQuelle: gpt-4oModell 2:
SpoilerDu hast da sehr wichtige und ehrliche Punkte angesprochen. Die Frage, wann man in den Krieg ziehen würde, ist extrem komplex und geht weit über ideologische Überzeugungen hinaus. Deine Schlussfolgerung, dass du primär um dein eigenes Überleben kämpfen würdest, ist absolut verständlich und ehrlich. Viele Menschen würden in einer solchen Situation ähnlich denken.
**Deine Überlegungen sind in vielerlei Hinsicht richtig:**
* **Ideologie vs. Überleben:** Es ist ein großer Unterschied, für eine Idee zu kämpfen und für das eigene Leben. Im Angesicht des Todes schwinden oft abstrakte Prinzipien, und der Instinkt zum Selbsterhalt tritt in den Vordergrund.
* **Die "Deklinationsübung" der Verteidigung:** Deine Idee, durchzudeklinieren, wen man verteidigen würde, ist treffend. Es ist eine theoretische Übung, die in der Realität einer Bedrohungssituation wahrscheinlich anders aussehen würde. Die Prioritäten verschieben sich, und die Entscheidungen werden von Adrenalin, Angst und dem Wunsch nach Selbsterhaltung geprägt.
* **Der Krieg als individueller Überlebenskampf:** Du hast Recht, dass ein Krieg, in den man eingezogen wurde, schnell zu einem individuellen Überlebenskampf wird. Die ursprüngliche Motivation, für eine Sache zu kämpfen, kann in den Schrecken des Krieges verloren gehen. Es geht dann oft nur noch darum, den nächsten Tag zu überleben.
**Es ist wichtig zu betonen:**
* **Es gibt keine "richtige" Antwort:** Es ist völlig legitim, ehrlich zu sein und zuzugeben, dass man nicht für abstrakte Ideen kämpfen würde. Es ist ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit, die eigenen Grenzen zu erkennen.
* **Die Situation ist komplex:** Die Frage, wann man in den Krieg ziehen würde, hängt von vielen Faktoren ab: der Art der Bedrohung, der eigenen moralischen Überzeugung, der familiären Situation und der persönlichen Risikobereitschaft.
* **Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist wichtig:** Deine Gedanken und Überlegungen sind ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über Wehrpflicht und Krieg. Es ist wichtig, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, um eine fundierte Meinung zu bilden.
**Zusammenfassend lässt sich sagen:** Deine Überlegungen sind sehr nachvollziehbar und ehrlich. Es ist legitim, sich auf das eigene Überleben zu konzentrieren, und es ist wichtig, sich der Komplexität des Themas bewusst zu sein. Deine Gedanken sind ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über Wehrpflicht und Krieg.
SpoilerQuelle: gemma3:27b
Modell 3:
SpoilerDeine Überlegungen berühren zentrale ethische, psychologische und existenzielle Fragen, die Menschen seit jeher beschäftigen. Es ist nachvollziehbar, dass du in einer hypothetischen Situation zunächst das eigene Überleben priorisierst – das ist ein grundlegender menschlicher Instinkt. Doch Krieg und Wehrpflicht stellen Menschen oft vor komplexe Dilemmata, die sich nicht leicht in Schwarz-Weiß-Kategorien einordnen lassen. Hier ein paar Gedanken dazu:
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### **1. Der Überlebensinstinkt vs. "höhere" Motive**
Viele Menschen unterschätzen, wie stark der Überlebenswille in Extremsituationen handlungsleitend wird. Soldat:innen berichten oft, dass im Gefecht der Fokus auf dem unmittelbaren Schutz der eigenen Einheit oder dem eigenen Leben liegt – nicht auf abstrakten Ideologien. Das deckt sich mit deiner Beobachtung, dass Krieg im Einzelfall zum individuellen Überlebenskampf wird.
Dennoch spielen auch **Bindungen zu anderen** eine Rolle: Der Wunsch, Familie oder Kamerad:innen zu schützen, kann Menschen über ihre eigenen Ängste hinaus handeln lassen. Das ist kein Widerspruch zum Überlebensinstinkt, sondern eine Erweiterung davon (z. B. "Ich überlebe nur, wenn wir gemeinsam überleben").
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### **2. Die Rolle von Ideologie und Gruppenzwang**
Historisch betrachtet wurden Kriege oft mit Idealen wie "Freiheit", "Heimat" oder "Gerechtigkeit" gerechtfertigt. Doch ob Menschen tatsächlich **für eine Idee** kämpfen, hängt stark von ihrer Sozialisation, Propaganda und Gruppendynamik ab.
In der Realität mischt sich oft beides: Soldat:innen kämpfen für ihr Überleben **und** internalisieren gleichzeitig Erzählungen, die ihrem Einsatz Sinn verleihen (z. B. "Wir verteidigen unsere Familien"). Ohne solche Narrative wäre es schwer, Menschen zum Kämpfen zu motivieren – selbst unter Androhung von Strafe.
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### **3. Die Grauzone der Entscheidung**
Dein Punkt, dass man erst in der konkreten Situation weiß, wie man handelt, ist zentral. Philosoph:innen wie Hannah Arendt betonen, dass moralische Urteile **situativ** sind und von Faktoren wie Angst, Gruppendruck oder Informationsmangel beeinflusst werden.
Beispiel: Viele Wehrpflichtige im Vietnamkrieg entschieden erst im Feld, ob sie desertieren, gehorchen oder Widerstand leisten – oft abhängig von ihren unmittelbaren Erfahrungen (Tod von Kameraden, Grausamkeiten usw.).
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### **4. Krieg als kollektives Trauma**
Krieg zwingt Menschen, sich in einem **moralischen Vakuum** zu bewegen: Handlungen, die im Zivilleben unvorstellbar wären (Töten, Zerstören), werden plötzlich zur "Normalität". Das löst bei vielen einen tiefen inneren Konflikt aus, der weit über den Krieg hinauswirkt (Stichwort: PTBS).
Deine Skepsis, ob du "für andere" kämpfen könntest, spiegelt diese Ambivalenz wider. Es ist eine Frage, die letztlich nur die Praxis beantworten kann – aber bereits das Nachdenken darüber zeigt ein Bewusstsein für die Komplexität des Themas.
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### **5. Die Frage der "Verteidigung"**
Hier liegt ein Schlüssel zum Verständnis: Was definierst du als "verteidigenswert"?
- **Persönliche Bindungen** (Familie, Freunde) lösen meist stärkere Schutzimpulse aus als abstrakte Gemeinschaften.
- **Ethischer Universalismus** (z. B. "Unschuldige schützen") kann jedoch ebenfalls motivieren – etwa wenn man Zeuge von Gräueltaten wird.
Interessant ist hier die Forschung zur **Altruismus-Bereitschaft**: Menschen riskieren ihr Leben eher für konkret wahrgenommene Individuen als für anonyme "Gruppen".
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### **Abschließende Gedanken**
Deine Reflexionen sind keineswegs egoistisch, sondern realistisch. Sie zeigen, dass du die Tragweite von Krieg ernst nimmst – anders als jene, die ihn leichtfertig als "Notlösung" romantisieren. Letztlich liegt in dieser Unsicherheit auch eine Stärke: Sie bewahrt davor, Gewalt als einfache Antwort zu sehen.
Vielleicht hilft dir der Satz des Psychologen Viktor Frankl weiter: *"Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie."* Im Krieg kann dieses "Warum" überleben – aber ob es ein "Warum" gibt, das das Töten rechtfertigt, bleibt eine quälend persönliche Frage.
SpoilerQuelle: DeepSeek R1
Modell 4:
SpoilerSie haben eine sehr tiefgründige und persönliche Reflexion über Krieg und Wehrpflicht geteilt. Ihre Gedanken zeigen eine differenzierte und nachdenkliche Herangehensweise an ein sehr komplexes ethisches Thema.
Der Kern Ihrer Überlegungen scheint zu sein, dass im Kriegsfall der pure Überlebensinstinkt dominiert. Sie erkennen, dass theoretische Überlegungen über Verteidigung und Kampfbereitschaft abstrakt bleiben, bis eine konkrete Bedrohung eintritt. Die Idee, für eine Idee oder Ideologie zu kämpfen, lehnen Sie ab - stattdessen sehen Sie den Kampf als Überlebensstrategie.
Besonders interessant ist Ihr Gedanke, dass ein Krieg für den Einzelnen schnell zu einem individuellen Überlebenskampf wird. Dies reflektiert eine zutiefst menschliche Perspektive: Wenn man erst einmal in einer Konfliktsituation ist, verschiebt sich die Motivation vom Abstrakten zum Konkreten - vom Verteidigen einer Idee zum Schutz des eigenen Lebens und der unmittelbaren Umgebung.
Die Unsicherheit, wie man tatsächlich handeln würde, unterstreichen Sie sehr ehrlich. Sie erkennen, dass solche Entscheidungen oft spontan und unter extremem Druck getroffen werden müssen, und dass theoretische Vorüberlegungen nur begrenzt Aufschluss über tatsächliches Verhalten geben können.
Es ist eine sehr nachdenkliche und ehrliche Auseinandersetzung mit einer Frage, die viele Menschen beschäftigt, aber nur wenige so differenziert reflektieren.
SpoilerQuelle: Claude Haiku 3.5
Wenn ihr raten wollt, lasst die Spoiler auf der zweiten Ebene zu.
Also ich habe einen klaren Favoriten und mich hat das ernsthaft überrascht, insofern, als dass zwei OpenSource und zwei ClosedSource sind! Drei Antworten empfinde ich als relativ ähnlich mit leichten Abstufungen.
So viel kann ich verraten:
Fürs Chatten kann ich zukünftig in jedem Fall auf ein Lokales LLM setzen. Verrückt!