Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?
14.03.2025 um 22:13Whow, was für ne freundliche Einladung. Da möcht man doch glatt drauf eingehen...Jedi-Maximus schrieb:Belege bitte.
Nee Du!
Es ist schon richtig, wenn jemand Tatsachen behauptet oder so, daß wer anderes nach Belegen etc. fragt. - Jedoch nicht bei allgemein Bekanntem, bei Standardkenntnisstand usw. Und genau das ist es. Selbst in der Schule, als es kurz mal um Evolution ging, kam genau das drin vor, daß der olle Lamarck vom Tisch ist, eben weil nichts in die DNA eingeschrieben werden kann. Wir kennen mittlerweile die Epigenetik, aber auch die schreibt da nichts ins Erbgut, wiewohl es in manchen populärwissenschaftlichen Artikeln so formuliert wird.
Erstens: nix mit komplett neuen Organen. Siehe weiter unten.Jedi-Maximus schrieb:Also ungefähr 30 Generationen bei 5 Paaren, die übersiedelt wurden. Das ist für dich ausreichend um per Mutation und Selektion komplett neue Organe zu entwickeln? Für mich nicht.
Zweitens: wenn die genetische Merkmalsveranlagung bereits vorhanden ist, geht es nur noch um das "Wecken" dieser Merkmale, etwa durch Rekombination, und anschließend darum, wie schnell die Gendrift durch die ganze Population kommt. Im Ernstfall reichen bei fünf Paaren zwei Generationen.
Drittens: ohne irgendne Art von Erklärung ist Dein "für mich nicht" belanglos.
Zu 2). Genetische Disposition z.B. für organische Anpassungen an Pflanzenkost können zum einen schon im Genpool vorhanden sein, zum anderen durch Rekombination kurzfristig eröffnet werden. Sofern das Nahrungsangebot tierischer Kost ausreichend vorhanden ist, würde dergleichen schlicht nicht genutzt werden und daher nicht in Erscheinung treten. Bei jener Umsiedlung nun aber konnte der Streß mangelnder herkömmlicher Nahrung zum Ausprobieren pflanzlicher Kost führen. Entweder war eines der zehn Tiere bereits organisch dazu imstande, diese Nahrung gut zu verarbeiten. Oder aber, der Versuch, die mangelhafte tierische Nahrung pflanzlich zu kompensieren führte epigenetisch zu eben jener genetischen Neukombination, quasi zur Schaltung neuer Verdauungsmöglichkeiten. Entweder in der Generation der dort ausgesetzten Tiere oder in der Folgegeneration kann also bereits ein Tier mit verbesserter Pflanzenkostverträglichkeit, auch mit besserem Beißapparat für das Aufnehmen faseriger Kost, vorhanden gewesen sein, oder aber es könnte schon in der ersten dort geborenen Generation aufgekommen sein. Eben weil der Genpool zahlreiche Varietäten mitbrachte.
In dieser Generation nun wäre es sogar möglich, daß ein einziges "verbessertes" Männchen sich mit allen fünf Weibchen verpaart. Es selbst stand "gut im Futter", die anderen Männchen waren durch den Nahrungsmangel geschwächt und unterlagen im Balzkampf um die Weibchen. In der nächsten Generation hätten im günstigsten Fall also nur Nachkommen mit Disposition zur Pflanzenkost herauskommen können. Der Durchbruch wäre geschafft, anschließend hätten einzelne Merkmale wie der verstärkte Beißapparat via verlängerter Schädel usw. weiter ausgebaut werden können.
Stimmt, mein Fehler. Die Zäkalklappe kommt nicht, auch nicht in Ansätzen, schon bei den Eidechsen vor. Sie kommt vielmehr generell vor bei ca. 1% aller Schuppenkriechtiere. Und das ist kein Zufall, sondern "Ansatz". Das Zäkum ist der Blinddarm, just der Darmbereich, der bei Pflanzenkost für die bakterielle Zersetzung von Zellulose udgl. verantwortlich ist. Bei Fleischfressern ist dieser Darmbereich verkürzt, verkümmert oder sonstwie inaktiv(er). Daß er dennoch vorhanden ist, liegt an der Phylogenie, also an einem früheren Gebrauch innerhalb der Ahnengalerie. Steigt nun eine fleischfressende Spezies sekundär wieder auf (vermehrte) Pflanzenkost um, wird nicht irgendein Bereich des Darmtraktes für die Funktion des bakteriellen Aufbrechens des faserigen Materials genutzt, sondern das Zäkum. Und damit hier nun das betreffende Material nicht zu schnell hindurch huscht, binden ringförmig um den Darm gelegene Muskeln durch Kontraktion den Darm zeitweilig ab bzw. verengen ihn. Diese ringförmigen kontraktierenden Muskeln am Darm werden "Klappen" genannt, die am Blinddarm Zäkalklappen. Auch wir Menschen haben so eine, die Ileozäkalklappe, also dort, wo der Dünndarm (Ileum) auf Blinddarm (Zäkum) und Dickdarm trifft.Jedi-Maximus schrieb:Wo steht das? Habe beim Lesen nicht bemerkt.
Was Du allerdings auch nicht bemerkt hast, ist z.B. dies. Du schriebst:
Und dabei heißt es in dem Artikel ausdrücklich (google-übersetzt):Jedi-Maximus schrieb:Ich denke, dass der Organismus der Spezie die Veränderung in der Umwelt wahrnimmt, es an die Gene weitergibt, und dass diese sich dann anpassen, wahrscheinlich durch unbewusste Steuerung des Gehirns. Als Beleg habe ich folgenden Artikel:
Lizards Undergo Rapid Evolution After Introduction To A New Home
Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2008/04/080417112433.htm
dass die Pod Mrcaru-Echsen genetisch identisch mit der Quellenpopulation auf der Pod Kopiste warenund original
that the Pod Mrcaru lizards were genetically identical to the source population on Pod KopisteEs wurde also wahrscheinlich nur epigenetisch aktiviert, was eh schon im Erbgut vorhanden war.
Hier wurde kein Erbgut umgeschrieben. Kann ja auch gar nicht.
Ach ja, auch das hast Du nicht so verstanden. Die Zäkalklappen werden nicht "Organe" genannt im Artikel, sondern "Strukturen". Sind nämlich auch keine Organe, sondern Muskeln, die durch ringförmige Anordnung und Kontraktion zur Struktur von Darmverengungen ---> Klappen führen. Nix komplett neue Organe.
Wieso müssen Säugetier allgemein bzw. Mensch speziell "viel hochentwickelter und damit komplexer sein"??? Hast Du da dieses alte "Stammbaum"-Bild mit dem Menschen in der "Krone" im Hinterkopf, was Haeckel & co. Ende 19.Jh. populär machten? Evolution geht nicht in eine bestimmte Richtung: Mensch, und alles, was nicht zu Mensch geworden ist, ist halt irgendwo auf halber Strecke des Immerkomplexerwerdens hängengeblieben. Das ist Mumpitz. Evolution geht in alle Richtungen, in die eine Nischenbesetzung möglich ist. Und wenn dabei ein "immer komplexer" möglich ist, dann wirds auch ein "immer komplexer" geben.Jedi-Maximus schrieb:Es geht ja nicht darum, dass diese Lebewesen nicht komplex sind, was augenscheinlich ist. Es geht darum, dass die Säugetiere, darunter der Mensch viel hochentwickelter und damit komplexer sein müssen auch was das Genom anbetrifft, was aber nicht der Fall ist.
Die Natur machts aber genau so. Jeder kleine Vorteil ist ein Vorteil, wird also genutzt, beibehalten und bietet sich als Ausgang für weitere Vorteile an.Jedi-Maximus schrieb:Kein richtig gut gemachter Koffer würde das erlauben.
Wohl eher nach haltlosem Wunschdenken ohne jegliche sachliche Unterfütterung. Wie gesagt, Natur arbeitet anders. Siehe Dein eigenes Inseleidechsenbeispiel.Jedi-Maximus schrieb:Das klingt schon mehr nach Realität.
Entschuldige mal, aber ich erklär Dir doch jetzt nicht die DNA-Replikation. Wenn Ihr in der Schule noch nicht so weit seid, warte einfach, bis es dran ist. Aber ich bring hier keine Belege für Allgemeingut. Für sowas Belege zu fordern ist ne Frechheit. Allenfalls könnteste mal höflich anfragen, ob Dir irgendwer sowas verständlich erklären könnte, was Du in der Schule leider nicht verstanden hast.Jedi-Maximus schrieb:Nehmen wir z.B. den Lungefisch. Du meinst, dass bei 30 Mia. Basenpaaren im Genom eine einzige Mutation (also ein Basenpaar) gemerkt und weitervererbt wird? Belege?