kammerjäger schrieb am 14.03.2011:"Früher" sah es aus wie ne Sichel, heute siehts fast aus wie nen " U "!
ich versuch das mal als ehemaliger Berusastronom und hoffe nicht in unverständliche Wissenschaft abzugleiten.
Commonsense schrieb am 14.03.2011:Wenn das so wäre, müsste sich die Position der Sonne, oder der Neigungswinkel der Erde geändert haben, oder sehe ich das falsch?
nein, die Neigung der Erdachse ist immer gleich (zumindest innerhalb einiger Menschenleben für das freie Auge - also für unsere Beobachtungen nehmen wir sie unveränderlich an.
kammerjäger schrieb am 14.03.2011:Ja, das denke ich auch, ob der Mond sich dreht oder nicht, das würden wir anhand der Sichel nicht sehen!
doch, der Mond dreht sich schon um seine Achse. Und zwar in einem Monat einmal. Darum sehen wir von ihm auch immer nur eine/dieselbe Seite.
kammerjäger schrieb am 14.03.2011:Das man jetz nen "U" zu sehen bekommt, gibt mir zu denken!
Was heisst zu denken, nicht wirklich zu denken, aber auf den Bildern der Maya, wo über Nibiru berichtet wird, ist der Mond ebenfalls so zu sehen!
das hat mit der geographischen Breite des Beobachters zu tun. Die Maya lebten erheblich südlicher als wir. Auch das Bid, das gepostet wurde - mit der liegenden Sichel, - stammt aus Mesopotamien (dem heutigen Irak, also auch viel südlicher als Deutschland). Es ist übrigens eine sehr berühmte Darstellung. Sie zeigt König Hammurabi, der das Gesetz empfängt. Das Original steht im Louvre in Paris.
Das so ungefähr vorab. Nun zum Mond:
Der Mond ist der schnellste Wanderer am Himmel. Seine Wanderung können wir schon im Laufe einer Nacht feststellen. Merken wir uns die Stellung zu einem nahen Fixstern und schauen nach 2 Stunden noch einmal hin. Der Mond ist dann bereits um fast zwei Vollmondbreiten weitergewandert, und zwar in der Richtung von West nach Ost - also gegen den täglichen Umlaufsinn der Gestirne.
Beobachten wir den Mond nun Nacht für Nacht, so steht er, sich immer weiter nach Osten verschiebend, bei immer anderen Sternbildern des Tierkreises und nach etwas über 27 Tagen ist er wieder bei demselben Fixstern angelangt. Hat also einen Umlauf am Himmel vollendet.
Bei diesem Umlauf wandelt sich bekanntlich das Bild des Mondes. Von der schmalen Sichel bis zur Vollmondscheibe, um dann wieder abnehmend zur Sichel zurückzukehren, bis dann überhaupt kein Mond mehr zu sehen ist (Neumond).
Betrachten wir so einen Umlauf innerhalb 27 Tagen genauer:
Zuerst erscheint die schmale Sichel des aufgehenden Mondes nahe dem Horizont (in den Bergen leider nicht so gut zu beobachen). Die Sichel ist (auf der Nordhalbkugel!) nach rechts gekrümmt, wie der Anfangsbuchstabe "z" der früheren deutschen Schreibschrift. Wenn man ein solches "Z" rundum machen kann, weiß man: ZU-nehmender Mond.
Man soll aber diese Gedächtnisstütze nicht zu reichlich verwenden, denn das funkltioniert nicht auf allen Breiten, und schon gar nicht auf der Südhalbkugel!
Man stelle sich lieber vor, daß wir es beim Mond mit einer von der Seite beleuchteten Kugel zu tun haben und überlegen nun, wo der Beleuchter stehen muß, der eine Kugel derartig beleuchet. Dann hat man schon sehr viel gewonnen.
Die Sichel wird nun von Tag zu Tag voller, sie steht immer höher und weiter von der Sonne ab. Es dauert schon mehrere Stunden, bis der Mond der untergehenden Sonne folgt. Nach 7 Tagen ist das ERSTE VIERTEL erreicht, - ein halbkreisförmiges Mondbild, daß 6 Stunden nach der Sonne untergeht, - und natürlich vormittags 6 Stunden später über dem Horizont aufgeht.
Nach insgesamt 14 Tagen ist die volle Scheibe des Vollmondes erreicht. Der Vollmond geht logischerweise dann auf, wenn die Sonne untergeht. Klar - Sonne und Mond stehen sich ja nun gegenüber.
In den folgenden Nächten nimmt die Mondscheibe wieder ab, - aber jetzt "fehlt" ein Teil auf der ANDEREN Seite! Der Bogen scheint sich an den Buchstraban "a" anzuschmiegen ... also "a" für "AB"nehmend. (auch wieder nur gültig für die Nordhalbkugel und höhere Breiten).
Nach 7 Tagen ist wieder ein Halbmond zu beobachten, das sogenannte LETZTE VIERTEL.
Immer später geht der Mond nun auf, zur Zeit des letzten Viertels erst um Mitternacht, und schließlich bleibt eine schmale Sichel, die nur noch am Morgenhimmel zu beobachten ist.
Es liegt auf der Nordhalbkugel also der volle - d.h. der beleuchtete Rand vor Vollmond rechts, nach Vollmond links.
Der beleuchtete Rand ist der Sonne zugekehrt. Diese Mondphasen sind übrigens der einfachste und beste Beweis für die Kugelgestalt des Mondes. Nur eine Kugel kann bei Beleuchtung derartige Effekte zeigen.
Bei SCHMALER Sichel sehen wir oft noch etwas Eigentümliches: Wir sehen neben der Sichel (etwas kleiner!) - fahl dämmernd - den ganzen Mond!
Was bedeutet dieses "aschgraue" Mondlicht?
Das ist eine Beleuchtung, die der Mond als Rückstrahlung von der Erde erhält, die um diese Zeit auf der dem Mond zugekehrten Seite voll von der Sonne beleuchet wird. Daß die Sichel uns oft größer erscheint als die Scheibe ist eine Folge der Überstrahlung durch den helleren Körper.
So, als nächstes will ich erklären, wie die Mondphasen genau zustandekommen:
Der Mond sit wie die Erde kein selbstleuchtender Körper. Er wird von der Sonne beleuchtet, und beschreibt scheinbar eine Kreisbahn am Himmel.
In Wirklichkeit ist es natürlich so, daß der Mond eine Kreisbahn um die Erde beschreibt.
Wenn der Mond nun auf seiner Wanderung um die Erde zwischen Erde ud Sonne steht, dann wendet er uns seine unbeleuchtete Seite zu. Wir sehen ihn nicht - er geht auch für uns gleichzeitig mit der Sonne unter. Wenn er weiterwandert, ergeben sich die einzelnen Mondphasenbilder wie oben schon beschrieben.
Die Zeit von einem Vollmond zum nächsten (oder von jeder bestimmten Mondphase bis zu derselben nächsten) hat den Menschen lange als Zeitmaß gedient. Man nennt es darum auch einen MONAT.
Diese Zeit ist nicht gleich jener, in der der Mond wieder bei demselben Fixstern steht. Sie beträgt nur 27 Tage, aber in dieser Zeit hat sich ja auch die Sonne um 27 mal einen Tagesweg weiterbewegt. Um diesen Betrag muß der Mond noch weiterwandern, bis er wieder zu derselben Stellung zur Sonne gelangt ist. Und das sind volle 2 Tage. Ein Mond-MONAT ist also rund 29 Tage lang.
So, nun zur nächsten Auffälligkeit, und nun kommen wir langsam nahe zum Thema:
In SOMMER-Nächten steht der Mond tief, in WINTER-Nächten aber recht hoch über dem Horizont, wenn wir ihn in seiner Kulmination (also genau im Süden) beobachten. Der Mond bewegt sich in fast derselben Ebene wie die Sonne - also in der Tierkreisebene. Das kann man schön beobachten. Es sind wirklich die tierkreiszeichen, die er durchläuft.
Bei Vollmond steht der Mond der Sonne gegenüber - also immer genau dort, wo die Sonne genau ein halbes Jahr vorher gestanden hat.
Und nun aufgepaßt:
Bei Vollmond im WINTER steht steht der Mond da, wo die Sonne ein halbes Jahr vorher, also im SOMMER, getanden hat. Darum steht der Mond im Winter hoch über dem Horizont, und im Sommer umgekehrt.
So, und nun ein wichtiges Wort zur LAGE DER SICHEL - was ja hier vordergründig gefragt wird:
Aus der Tatsache, daß der Mond sein Licht von der Sonne erhält, folgt, daß die Verbindunglinie der Hörner der Sichel IMMER senkrecht zur Richtung Sonne-Mond angeordnet sein muß. as kann man schön mit freiem Augenmaß sehen, wenn man Mondsichel und Sonne gleichzeitig sieht. Der rechte Winkel auf die Verbindungslinie zwischen den Hörnern weist immr genau zur Sonne.
Daher steht die Mondsichel un unseren Breiten im Frühling z.B. so, daß die untere Hornspitze vorgezogen ist, so wie eine Schale, mit der man Wasser tragen könnte.
Im Herbst dagegen stehen die Hörner so, daß das Wasser aus der Schale herauslaufen würde.
Die Stellung der Hörner im Jahreszeitenwechsel dürfte damit erklärt sein.
Jetzt große Frage:
Vermag die Mondsichel auch so zu liegen wie ein umgekippter Kahn?
Bei uns nicht, das kann aber in den Tropen eintreten, und zwar, wenn die Sonne senkrecht über dem Mond steht - also wann? genau. Nur am Tage.
Wie ein SCHWIMMENDER Kahn higegen sieht der Mond in den Tropen aus, wenn die SOnne UNTER ihm steht, also gegen Morgen bei abnehmendem Mond, gegen Abend bei zunehmendem Mond.
Und was passiert, wenn wir die Tropen hinter uns lassen und tiefer in die Südhalbkugel eindringen.
Da muß ich hier in Chile nur gen Himmel blicken:
Wenn wir weiter nach Süden kommen, dreht die Sichel um (wir betrachten sie ja von der anderen Seite nun, sind sozusagen unter dem Mond über den Äquator unten durch spaziert, und haben nun eine 180° gedrehte Perspektive zum Mond).
Das ERSTE Viertel ist nun so, daß man ein "a" rundum machen kann, und um das LETZTE Viertel kann man ein "z" machen.
Ich hoffe, das war nicht zu lang und auch nicht zu wissenschaftlich.