Gier-Rubinrot

Die deutsche Schriftstellerin Kerstin Gier hat 2009 diesen ersten Teil einer Fantasy-Trilogie veröffentlicht. So ganz bin ich mir nicht sicher, ob Kinder oder Jugendliche das Zielpublikum sein sollen, aber immerhin wurde es ein Bestseller.

Die Story ist absurd. Es gibt wieder mal Mutantenkinder oder besser Mutantenjugendliche. Sie besitzen das Zeitreise-Gen. Entdeckt vom Grafen von Saint Germain sollen insgesamt 12 Menschen mit einem vorherbestimmten Geburtsdatum in den nächsten zweieinhalb Jahrhunderten dieses Zeitreise-Gen besitzen. Sie springen einfach dauernd in irgendwelche vergangene Zeiten. Um dies zu kontrollieren, gibt es einen Chronografen, mit dem mittels Blutabnahme (sowas wie ein Blutzuckertest) der genaue Zeitpunkt eines Zeitsprungs gesteuert werden kann. Diesen Chronografen bewacht eine Geheimloge mit Wächtern, denn wenn von allen 12 Zeitreisenden das Blut im Chronografen ist, passiert irgendetwas Geheimes.

Dieser Roman spielt in gegenwärtigem London, die 16-jährige Gwendolyn Shepherd ist die unvorbereitete Zeitreisende (falsches Geburtsdatum in der Geburtsurkunde), vorbereitet wurde ihre Cousine, die das Gen aber nicht hat (Zickenkrieg zwischen den beiden und deren Müttern ist eingebaut). Ihr Zeitreisepartner wird der 19-jährige Gideon de Villiers (Schnösel, aber fesch; dass sie sich verlieben, ist logisch). Jeder zeitreisenden Person ist ein Edelstein zugeordnet und der letzten der Rubin. Gwendolyn ist die letzte. Außerdem hat sie nicht nur das Zeitreise-Gen, sondern sie kann auch Geister sehen (von Gargoyles bis zu verstorbenen Kindern) und mit ihnen reden.

Um Pep in die Story zu bringen, ist der Chronograf schon das Zweitgerät, das erste ist von den vorhergegangenen Zeitreisenden namens Lucy und Paul unter Mithilfe von Gwendolyns Mutter in die Vergangenheit gestohlen worden, womit er nicht mehr zurück in die Gegenwart kann. Die beiden Pärchen haben nun die Aufgabe, den jeweiligen Chronografen mit dem Blut aller zwölf Zeitreisenden zu befüllen.

Somit kommt es in der Vergangenheit zu Verfolgungsjagden, Gwendolyn sticht im 18. Jahrhundert nach einem Besuch beim Grafen von Saint Germain einen Angreifer von hinten mit einem Degen ab, um Gideon das Leben zu retten.

Auffallend ist, dass Gier diese absurde Geschichte flott und spannend präsentieren kann und dass die Charaktere nicht eindimensional sind. Auch Gwendolyns Angst vor Zeitreisen ist durchaus realistisch und nachvollziehbar geschildert.

Dass es eine engagierte Fangemeinde geben muss, belegt wohl der sehr ausfühliche Wikipediaeintrag zu dieser Trilogie.