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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

138 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Übertriebene ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

05.05.2009 um 23:45
ich schaue kein ntv - kann also keine aissage zum niveau machen - phönix, arte und dritte programme bringen da schon sehr sehnswerte berichte, filme usw.

schließlich liegt es auch an den eltern welche sender die kinder - auch jugendliche - schauen -

ich habe nur 9 programme und die genügen dicke - - -


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

05.05.2009 um 23:47
@kiki1962

Als ich 13 war, entschied sich meine Schule dazu, dass es Pflicht sei, sich "Schindlers Liste" im Kino anzusehen. Ob das nun eine besonders "vorsichtige" Näherbringung an die Thematik ist, bleibe mal dahingestellt - das betretene Schweigen einiger hundert Schüler und deren Lehrer auf dem Nachhauseweg werde ich jedenfalls niemals vergessen.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

05.05.2009 um 23:50
ich schaue kein ntv - kann also keine aissage zum niveau machen - phönix, arte und dritte programme bringen da schon sehr sehnswerte berichte, filme usw.

phönix kannste da auch mit einbeziehen. Es geht hier eigentlich auch nicht über`s Niveau, sonst hätte ich mich über RTL und Co. aufgegeilt ^^


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

05.05.2009 um 23:51
ich habe an den schulen meiner kinder andere vermittlung dieses wissens mitbekommen - und das habe ich als elternsprecher auch mit unterstützen können

hochsensibel gingen die lehrer mit dieser thematik um - es war mehr als nur wissensvermittlung - und ich fand gut, dass wir mit lehrern darüber diskutieren konnten, wie es den kindern nahe gebracht wird

es war sehr kreativ - die schüler gingen -eben durch die einbindung der eltern - anders an die thematik heran -

nichts mit oberflächlichkeit oder vorschlaghammer .. .


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

05.05.2009 um 23:59
@Ilvi

Ja, das gab es zu meiner Schulzeit (90er) bereits - siehe dazu passend meinen obigen Beitrag.

@martialis

Wohl wahr. Aber dennoch macht es mir nicht den Anschein, dass inbesondere in dem von Dir angesprochenen Bereich die Tendenz dahingeht, dass sich zunehmend daran gewöhnt wird und die Menschen emotionsloser auf die Thematik reagieren.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:03
dies obliegt aber auch stets den eltern - nun es waren jedesmal starke eltern mit dabei, denen es am herzen lag geschichte, literatur usw. lebendig zu gestalten -

nichts ist schlimmer als oberflächlichkeit -


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:05
@feemorgana

Vielleicht zeigt es sich nur noch nicht. Hätte ich es nicht geschrieben, wüsste es auch niemand, wie ich darüber denke.
Soll jetzt natürlich nicht heissen, dass es mich nicht mehr interessiert oder ich die Unmenschlichkeit nicht mehr empfinden kann.
Weiss aber nicht ob es jedem so geht, zumal es wahrscheinlich die nächsten Jahre noch soweiter gehen wird.
Irgendwann ist Hitler das für die Menschen, was für uns heute Napoleon, Friedrich der Grosse oder Cäsar sind


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:14
@martialis

Deine Gedanken dazu finde ich durchaus interessant - und eine Be-Wertung darüber, wie es sich nun tatsächlich verhält, liegt mir gänzlich fern.

Was mir fehlt ist nur der Ansatzpunkt, wie Du zu Deiner Sicht dessen gekommen bist, dass gerade die besonders intensive Auseinandersetzung mit diesem Part der Geschichte dazu führt, dass die Emotionen dahingehend allgemeinhin abstumpfen.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:19
@feemorgana


Naja, vielleicht ist es doch ein persönliches Ding.
Stell dir vor , man zeigt dir das Video eines realen kaltblütigen Mordes.
Du wirst es beim ersten Mal furchtbar finden.
Wenn du es zum 60sten Mal siehst, sind deine Emotionen dann immer noch die selben, wie beim ersten Mal?
Abgesehen davon, dass du weisst, was passiert?


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:25
@martialis

Nun, darauf kann ich natürlich auch nur ganz subjektiv antworten. :)

Meine Emotionen würden wahrscheinlich niemals komplett abstumpfen (denn dann wäre ich wohl kein menschliches Wesen mehr, sondern eher eine Art Zombie) aber mit Sicherheit deutlich weniger Reaktion mit sich bringen, als beim ersten Mal.

Was allerdings dadurch keinesfalls in Mitleidenschaft gezogen würde, sind meine Grundprinzipien und Moralvorstellungen (in diesem Fall) bezüglich eines Mordes.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:33
@feemorgana

Ja, das ist bei mir ja auch nicht so.
Ich würde bei sowas gewiss auch nicht mitmachen, was die KZ- Sachen betrifft.
Aber nicht jeder Mensch ist gleich, sonst würde es heute keine Anhänger des Menschen mehr geben, der Deutschland in einen Trümmerhaufen verwandelt hat.
Warum auch immer, ich wil es nicht hoffen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die ganze Sache sich mit der Zeit verhamlost, und die Menschheit nochmal den selben Fehler begeht.
Wie gesagt, ich hoffe es nicht!!!


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:34
verharmlost


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:46
@martialis

Deine Sorgen dahingehend kann ich durchaus nachvollziehen.

Aber meinst Du nicht, dass grade dadurch das so vehement dafür gesorgt wird, dass jener entsetzliche Fehler nicht in Vergessenheit gerät, eher seine Wiederholung verhindert werden kann?

Denn so bleibt doch grade dieses Thema trotz all der emotionalen Abstumpfung ein besonders hervorgehobenens und somit hoffentlich davor gefeites.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 00:50
@feemorgana

Aber meinst Du nicht, dass grade dadurch das so vehement dafür gesorgt wird, dass jener entsetzliche Fehler nicht in Vergessenheit gerät, eher seine Wiederholung verhindert werden kann?

Ich weiss es nicht. Mir persönlich geht`s aufem Keks, weil ich alles schon gesehen habe. Das Filmmaterial aus der Zeit ist ja nun mal etwas begrenzt.
Je öfter ich es sehe , desto weniger interessiert mich das eigentliche Drama an der ganzen Geschichte.

Ist meine persönliche Meinung, mehr nicht^^


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 01:03
@martialis

Mir geht es da nicht anders als Dir - aber nachdem ich nicht mehr der Schulpflicht unterlag, war ich auch nie wieder genötigt, mir dergleichen zu Gemüte zu führen.

Das eigentliche Drama der Geschichte angehend, fehlt mir (zum Glück) ohnehin die nötige Erfahrung am eigenen Leibe, um mich da tatsächlich hineinversetzen zu können.

Was mich aber zudem viel mehr als jegliche Filme o.ä. angesprochen hat und mir eine unvergleichliche Eindringlichkeit jenes Horrors näher brachte, waren die Gespräche und Erzählungen von Zeitzeugen.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 01:09
@feemorgana

Ja klar, wie ich das erstemal das KZ Buchenwald besucht habe, konnte ich mir auch einiges anders vorstellen, als im Film.
Na gut, du kennst meine meinung, ich kenne deine. Lassen wir es dabei^^


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 07:54
... natürlich kann man sich der geschichte entziehen - natürlich kann man das thema vom fernsehen "wegklicken" und natürlich kann man sich verwehren am 8. mai zu den gedenkveranstaltungen zu gehen

für mich stets sehr beeindruckend, wenn diese alten menschen an dem ort ihrer verlorenen lebens zurück kehren - jahr für jahr - und gerade die italiener kommen mit ihren familien - alte, mittelalte und kleine kinder - babies ---

ich fragte eine junge frau, warum sie mit ihrem großvater/ihrer großmutter mitfährt - die erklärung war für mich sehr schockierend:

sie lebte gleichfalls mit den ganzen psychischen belastungen, die ihre großeltern auf ihre tochter -sprich ihrer mutter- übertrugen - stete krankenhausbesuche, körperliche beeindrächtigungen mussten bewältigt werden - für die mutter dieser jungen frau war es keine kindheit, sondern schon sehr bald musste sie ihren eltern zur seite stehen - ihre eltern waren krank - rundum krank und nie wieder genesend -

die junge frau fährt also stets mit, um zu verstehen, um sich ein bild zu machen, um auch vergeben zu können - ihren großeltern und ihrer mutter - denn für alle war dieses erlebte grauen stets gegenwärtig -

wir können uns davon kein bild machen - die junge frau wird stets an den ort wo ihre großeltern eine gewisse lebenszeit verbringen mussten zurückkehren - nicht mehr so regelmäßig - denn sie sieht sich als die generation, die neu starten kann -


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 08:12
Diese "Jetzt ist aber mal gut. Schluss mit Nazi-Vergangenheit!"-Haltung kenne ich bereits aus meiner Schulzeit vor mehr als vierzig Jahren. Schon damals wollten die Täter von einst nicht mehr an ihre eigene verbrecherische Vergangenheit erinnert werden. Die Gesellschaft breitete den gnädigen Mantel des Vergessens über die Leichenberge deutschen Grössenwahns und richtete den Blick nach vorn. Wirtschaftswunder statt Blitzkrieg! Wir sind wieder wer und haben daher ein Recht darauf, nicht mehr erinnert zu werden.

So neu ist sie mir nicht, diese alle paar Jahre von interessierten Kreisen wieder hochgekochte Pampe des "Warum immer wir - die anderen haben doch auch"-etc. die sich von links bis rechts durch die Gesellschaft zieht bis hin zum Versuch, "die Deutschen" als erste, wenn nicht sogar überhaupt bedauernswertesten Opfer des irgendwie vom Himmel gefallenen Nazismus darzustellen. Ich erinnere an die Debatten um den Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung, Vergewaltigung und Plünderung, die etwa seit der Wiedervereinigung medienbeherrschend wurden.

Ich habe den Eindruck, dass da eine Verschiebung der Perspektive stattfindet.

Nach wie vor finde ich gute Dokumentationen über Faschismus, Krieg und Völkermord so wichtig wie leider rar. Der Knoppismus der Geschichtsbetrachtung, wie ihn einst Harald Schmidt karrikierte "Schiff fährt, U-Boot taucht, Torpedo läuft, Schiff geht unter, Frau weint", also die Präsentation von Krieg als Spektakel für die Videoclip-Generation und PC-Gamer finde ich überflüssig, vor allem, wenn sie sich, wie viele der US-Filme auf N24 & Co. als Technikspektakel mit schicken Bombern, tollen Panzern und adretten Soldaten geben. Das ist Vergangenheitsvermarktung - nicht deren Aufarbeitung.

Angesichts von immer noch vorhandenem latenten Rassismus und dem offenbar ebenso vorhandenen Bedürfnis nach Faschismus, übrigens nicht nur unter Jugendlichen, finde ich Informationen über die Verbrechen dieser Ideologien nach wie vor wichtig. Vielleicht mit steigendem Abstand sogar noch wichtiger, weil die Präsenz der Ereignisse mit dem Wegsterben der Opfer und Täter, mit der nicht mehr gegebenen Gegenwart von Zeitzeugen, einfach abnimmt und politische Ereignisse, deren Folgen bis heute nachwirken, für heutige Jugendliche fern sind wie die ollen Römer, die bekanntlich ihr Ding machen und ich mach' meins.


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 08:35
@Doors
wahre worte - stets hört man ja auch: ich trage keine schuld an der vergangenheit

sicher nicht - aber man trägt schuld, wenn man zulässt, dass menschen anderer gestalt, lebenshaltung durch die straßen gejagd, häuser angezündet werden -

schuld tragen wir, wenn wir pauschalisierungen dulden, wenn wir stets nur "mängel" benennen und keine chance des miteinanders einräumen . . .

nur eine aussage von den furchtbaren, die mir angekündigt wurden - für dich würde es sich lohnen auschwitz wieder zu öffnen -

ich bin "urdeutsch" :) - aber passe nicht in die zukünftig "nationalbefreite" zone - mein gedankengut ist verachtenswürdig - meine lebenshaltung ist zu tolerant - ich halte das "deutschtum" nicht genug in ehren . . .

da steht man nun vor den "wahren" deutschen und es überfällt einen ekel - alkoholisiert - kahl auf dem kopf - merkwürdige tätowierungen - eine gruppe junger menschen, die ihre schule abbrachen, die ihre lehre schmissen, die auf kosten des staates leben - - - all das und noch viel mehr erhebt sie - macht sie zu besseren menschen - ...

wenn ich nicht auch andere jugendliche kennenlernen würde - würde ich verzweifeln . . .


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Übertriebene Vergangenheitsbewältigung?

06.05.2009 um 08:42
@kiki1962

Was nur bestätigt, dass die Vergangenheit leider immer noch (oder wieder?) recht lebendig ist.


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