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Das Doppelspaltexperiment

72 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Doppelspaltversuch ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Das Doppelspaltexperiment

14.06.2022 um 12:53
Es ist bereits 220 Jahre her, als der englische Augenarzt und Physiker Thomas Young das Doppelspaltexperiment zum ersten mal durchführte. Und dennoch ist dieses Experiment auch heute noch geeignet, neue Erkenntnisse aus der Quantenwelt zu gewinnen.

Was hat man nicht schon alles durch die beiden Spalten gejagt, angefangen von Photonen über Elektronen, bis hin zu Atomen und ganzen Molekülen. Mit jedem Test wurde die "klassische Quantenphysik" aufs neue bestätigt, und dennoch blieb aufgrund der statistischen Natur immer noch etwas Raum für alternative Interpretationen.

Doch dieser Raum ist seit ein paar Tagen kleiner geworden, denn Forschern von der Technischen Universität Wien ist etwas gelungen, was zuvor noch nie gelungen ist. Normalerweise werden für das Doppelspaltexperiment mehrere Teilchen benötigt, um den Welle-Teilchen-Dualismus und die Quanten-Überlagerung zu belegen. Okay, man hat natürlich auch früher schon einzelne Teilchen verwendet, aber für eine Interpretation musste das Experiment mehrfach wiederholt werden.

https://www.scinexx.de/news/physik/doppelspalt-experiment-mit-nur-einem-teilchen/

Dank einer neu entwickelten Metode ist dies nun auch mit einem Teilchen möglich, in diesem Fall ein Neutron, dessen Quantenwelle mittels eines geeignetten Kristalls aufgespalten wird.

Hier zunächst mal ein Bild vom Versuchsaufbau, ist zwar nicht viel zu erkennen, aber für einen ersten Eindruck isses okay:

UnbenanntOriginal anzeigen (0,9 MB)

Nachdem nun die Quantenwelle aufgespalten wurde, durchlaufen beide Teilwellen zunächst unterschiedliche Pfade (äquivalent zu den beiden Spalten). Bei einem Pfad wird der Spin der Welle über ein Magnetfeld verändert (gedreht), beim anderen nicht.

Am Ziel werden beide Teilwellen wieder überlagert, und ein weiteres Magnetfeld richtet den Spin wieder auf die ursprüngliche Richtung aus. Nach einer Messung kann man über den Grad der Auslenkung feststellen, ob das Teilchen nun beide, oder nur einen Pfad genutzt hat.

Wäre das Neutron nur auf dem Pfad mit dem Magnetfeld unterwegs gewesen, wäre für die Rückdrehung der volle Drehwinkel notwendig. Auf dem anderen Pfad wäre gar keine Rückdrehung notwendig.

Und wie sich rausgestellt hat, war das Neutron immer zu einem Drittel auf dem einen Pfad, und zu zwei Dritteln auf dem anderen Pfad unterwegs, womit mal wieder die Quantenüberlagerung belegt wäre, diesmal jedoch nur mit einem einzigen Teilchen.

Ich gebe zu, dass ich das auch nach mehrmaligen lesen wohl noch immer nicht vollumfänglich verstanden habe. Daher ist meine Beschreibung auch mit Vorsicht zu genießen, kann sein das sich da Fehler eingeschlichen haben.

Prinzipiell habe ich immer noch nicht verstanden, ob es zulässig ist, etwas zu teilen, und dann beide Teile wie ein einziges Teil zu betrachten. Oder anders ausgedrückt: wenn ich nur eine der beiden Teilwellen durch ein Magnetfeld schicke, brauche ich mich doch nicht zu wundern, dass auch nur bei einer Teilwelle die Richtung des Spins verändert wurde!?

Da muss ich wohl nochmal drüber nachdenken....


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Das Doppelspaltexperiment

24.07.2022 um 18:58
Mal eine ganz andere vermutlich triviale Frage zum Doppelspalt-Experiment:

Was passiert eigentlich mit den Teilchen/Wellen, die nicht durch den Doppelspalt gehen sondern reflektiert werden?
Bilden sie auf der rückseitigen Wand auch ein Muster oder sind sie rein zufällig verteilt? Hat das jemals jemand untersucht?


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Das Doppelspaltexperiment

24.07.2022 um 19:10
@Verwunderter
Das nennt man Beugungsgitter. Und ja, die erzeugen auch ein Beugungsmuster.

Kannst du auch ganz leicht zu Hause machen. Brauchst nur ne CD und einen Laserpointer.


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Das Doppelspaltexperiment

14.08.2022 um 19:52
Das Doppelspaltexperiment verändert sich beim nicht hinsehen anders, quasi energiesparender der Prozesse. Würde unsere Welt simuliert so würde man auch hier Energie sparen immer dann wenn wir nicht hin sehen oder nicht direkt vor Ort oder direkt damit konfrontiert sind. Es wird immer nur errechnet wenn wir direkt damit konfrontiert sind um Kapazität bzw. Leistung zu sparen.
Das beweist das Doppelspaltexperiment auch, es könnte somit ein Beweis sein dass wir in einer Simulation leben. Ähnlich auch die Quantenphysik.


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Das Doppelspaltexperiment

14.08.2022 um 20:01
Zitat von 6Sinn6Sinn schrieb:Das Doppelspaltexperiment verändert sich beim nicht hinsehen anders, quasi energiesparender der Prozesse.
Wie verändert sich das denn beim nicht beobachten?
Zitat von 6Sinn6Sinn schrieb:Würde unsere Welt simuliert so würde man auch hier Energie sparen immer dann wenn wir nicht hin sehen oder nicht direkt vor Ort oder direkt damit konfrontiert sind.
Quantifiziere doch mal die Energieersparnis.
Zitat von 6Sinn6Sinn schrieb:Das beweist das Doppelspaltexperiment auch, es könnte somit ein Beweis sein dass wir in einer Simulation leben. Ähnlich auch die Quantenphysik.
Da sehe ich jetzt keine Verbindung. Außerdem wenn wir in einer Simulation leben, warum soll der "Programmierer" uns Hinweise erlauben/geben damit wir die Simulation erkennen? Hmm.


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Das Doppelspaltexperiment

16.10.2023 um 13:17
Das Doppelspaltexperiment ist nun schon einige hundert Jahre alt, und doch gibt es immer mal wieder neue Aspekte zu bestaunen.

https://www.spektrum.de/news/metamaterialien-ein-doppelspalt-in-der-zeit/2188266

Ich habe den Artikel zwar noch nicht in aller Gänze begriffen, aber prinzipiell geht es darum, die Strahlung nicht durch zwei räumlich getrennte Spalten zu schicken, vielmehr sind die Spalten zeitlich getrennt (wie immer man das auch realisiert hat).

Vielleicht gibt es hier ja noch User, deren Schläue meine noch weit übertrifft, und die das zudem noch verständlich erklären können. :D

Ich habe den Beitrag so verstanden, dass man einen Teil der Strahlung durch ein geeignetes Spiegelsystem leitet, um so einen zeitlichen Versatz beim Durchlaufen der Spalten zu erzielen. Meiner Meinung nach haben wir es aber dennoch mit einem Doppelspalt im Raum zu tun, und nicht in der Zeit. :(


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Das Doppelspaltexperiment

20.10.2023 um 12:14
@Peter0167
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb am 16.10.2023:verständlich erklären können. :D
Ein Versuch ist es wert, ohne aber zuviel versprechen zu wollen :-) Zuerst möchte ich aber ein bisschen ausholen.

In der Physik gibt es eine einfache Möglichkeit die Geschwindigkeit und den Ort eines Teilchens darzustellen. Als Beipiel stelle man sich ein Teilchen vor das sich entlang einer x-Achse bewegen kann. Nun sind wir interessiert wie schnell sich das Teilchen bewegt und wo es sich befindet. Würde man die Daten messen könnte man die Daten einfach in das Koordinantesystem eintragen:

PR1

Das rote Kreuz markiert eine Teilchen das im Nullpunkt ruht. Der ORt für das Teilchen ist daher
x = 0
und da sich das Teilchen nicht bewegt ist auch der Impuls null
p_x = 0
. Ein Teilchen das sich mit einer konstanten positiven Geschwindigkeit bewegt ändert hat einen konstanten Wert auf der Impuls-Achse und ändert seinen Ort kontinuierlich (x-Wert wird konstant größer.)

Man nennt diese Darstellung der Dynmaik eines Teilchens den Phasenraum. In der klassichen Mechanik ist der Phasenraum kontinuierlich, das heißt der Zustand eines Teilchen kann einen ganz konkrenten Impulswert und einen ganz konkreten Ortswert haben. Die Quantenmechanik unterschiedet sich hier nun, denn der Phasenraum ist quantisiert.

Was heißt das? Man kann sich den Phasenraum wie ein Schachbrett vorstellen, d.h. der Phasenraum besteht aus einzelnen Zellen. Der Zustand eines Teilchens wird nun beschrieben welches Feld es besetzt. Eine Veranschaulichung:

PR2

Anhand des Bildes sieht man den Vergleich zwischen klassischen Phasenraum und Phasnraum in der Quantenmechanik. Nun ist die Frage wie klein können die Flächen den werden? Die natürliche Untergrenze ist die minimale Fläche entspricht dem plankschen Wirkungsquantum
A_{min} = h = \Delta p_x \cdot \Delta x
(Dies ist genau die Aussage der Heisenbergschen Unschärferelation).

Dies führt dazu dass der Impuls und der Ort eines Teilchens nur bis zu einer bestimmen Genuigkeit festgelegt ist.

PR3

Was hat das mit dem Doppelspaltexperiment (oder auch nur mit dem Einfachspalt) zu tun? Schauen wir auf das nächste Bild (x-Achse vertikal; y-Achse horizontal):


PR4


  1. Teilchen bewegt sich horizontal, das heißt der vertikale Impuls muss sehr klein sein, dadurch ist aber der vertikale Ort ist nicht sehr genau bestimmt
  2. Am Spalt wir der vertikale Ort beschränkt, dadurch wird der vertikale Impuls unbestimmt. Das Teilchen bewegt sich nun nicht mehr horizontal sondern verteilt sich vertikal.
  3. Am Detektor sehen wir Teilchen verteilt ber den gesamten Schirm. Vom Spalt bis zum Detektor haben die Teilchen vertikale Strecke zurückgelegt.


Generell lässt sich sagen dass je enger der Spalt gemacht wird (\Delta x wird kleiner) desto größer wird die Unbestimmtheit für den Impuls (\Delta p_x wird größer), und die Teilchen verstreuen sich auf einen größeren Bereich. In der vertikalen Richtung gilt die UNbestimmheitsrelation.

Was hat das alle nun mit dem Phasenraum zu tun? Der Phasenraum kann auch für andere physikalische Größen bestimmt werden, z.B. die Energie und die Zeit Es gilt (h \leq \Delta E \Delta t ). (Man beachte die physikalische DImension: Energie x Zeit ergibt die gleiche Größe wie Impuls x Ort nämlich Js (man nennt das Wirkung) \Delta E \Delta t \equiv \Delta p_x \Delta x \rightarrow [Js]).

Der klassische Doppelspalt ergibt sich aus der Orts-Impuls-Unschärfe. Man kann sich aber auch ein experimentelles Setup ausdenken bei der man die Energie-Zeit-Unschärfe ausnutzt. Das wurde in der Publikation auch gemacht. Dabei nutz man einen Effekt der die optischen Eigenschaft eins Objekt ändert.

Einfaches Analogon. Man stelle sich einen kontinuierlichen, einfarbigen Laser vor und einen Spiegel den man ein- und ausschalten kann. Wenn der Spiegel eingeschaltet ist geht das Licht von der Quelle zum Spiegel und reflektiert dort zum Detektor. Ist der Spiegel kontinuierlich an kann man nicht genau sagen wann das Licht reflektiert wurde. Daher ist die Zeit ist unbestimmt aber dafür ist die die Energie und damit die Frequzenz sehr bestimmt (E = h f ). Schalte man nun den Spiegel nur für sehr kurze Zeit an, reduziert sich die Unbestimmtheit, wann das Licht reflektiert wurde. Dafür aber wird die Energie und damit die Frequenz unbestimmter. Aus monochromatischem Licht wird ein breites Spektrum an Farben.


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Das Doppelspaltexperiment

20.10.2023 um 19:55
@mojorisin

Also ich denke es grob verstanden zu haben, ist bei deinem Talent Dinge zu erklären auch nicht verwunderlich. :)

Die Formulierung "Spalt in der Zeit" ist also nicht wörtlich zu nehmen, vielmehr variiert man den Faktor Zeit, und beobachtet dann die Änderungen im Energiespektrum.

Ich werde mir das aber noch ein paar mal durchlesen müssen, auch den originalen Artikel bei spektrum.de, vielleicht kapiere ich es dann doch noch, ... bevor ich alles wieder vergesse :D


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Das Doppelspaltexperiment

21.10.2023 um 09:21
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Die Formulierung "Spalt in der Zeit" ist also nicht wörtlich zu nehmen,
Das kommt darauf an was man unter "Spalt in der Zeit" versteht :). Die Formulierung ist sicherlich "etwas unglücklich", den beim normalen Doppelspaltexperiment hat man es auch nicht mit einem Spalt im Raum zu tun, sondern lediglich mit zwei "räumlich getrennten" Öffnungen die Licht durchlassen. Genauso verhält es sich bei diesem Experiment, man hat es mit "zeitlich getrennten" Öffnungen die Licht "durchlassen wird".

Experimentell wird das, etwas vereinfacht gesagt, so realisiert:

PR5

Man hat einen kontinuierlichen Laser (einfarbig), einen Spiegel und einen Detektor, die so eingestellt sind dass das Licht vom Laser am Spiegel reflektiert wird und am Detektor ankommt (Position 1). Der Clou ist jetzt das man die Reflekttivität am Spiegel einstellen kann. Idealerweise zwischen Spiegel absorbiert alles Licht (Position 0) zu Spiegel reflektier alles Licht (Position 1). Verändert man nun den Zustant am Spiegel zwischen Position 0 und Position 1 erhält man, dass Licht nur zu bestimmten Zeiträumen zum Detektor gelangen kann. Man hat zeitlich getrennte Öffnungen. In einem Zeitdiagramm sieht dass dann so aus:

PR6

Man sieht hier deutlich den zeitlichen Doppelspalt. Dadurch dass das Licht nur zu ganz bestimmten definierten Zeitintervallen, nämlich bei Position 1, auf den Detektor fallen kann, "verschmiert" die Energie und damit Frequenz und WEllenlänge. Aus einfarbigem Licht mit klar definierter Energie wird mehrfarbiges Licht.

In der Originalpublikation (Link) wird dies in Abbildung 1 sehr schön veranschaulicht.


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Das Doppelspaltexperiment

02.01.2024 um 23:55

  1. Vorab: ich bin kein Physiker, aber interessiere mich schon immer für phys. Phänomene. Deswegen kann und wird es sein, dass ich hier auch falsche oder nur halbrichtige Dinge schreibe, also bitte ggf. von den Experten korrigieren!

    Ich habe gelesen, dass man ein Teilchen (nehmen wir hier mal immer ein Elektron) "markieren" muss, um seinen Ort messen zu können, ohne dass man es dabei irgendwie "stört". Das kann man z. B. durch Polarisierung in der Elektronenkanone machen, wenn bzw. kurz nachdem das Elektron abgeschossen wird. Wie andere quantenmech. Eigenschaften auch, ist die Polarisierung des Elektrons unbestimmt, bis man eine Messung macht, und dann zu 50 % positiv oder negativ. Aber wenn man es vorher "zwangsweise" polarisiert, weiß man mit Bestimmtheit, was die Messung anzeigen wird.

    Beim DS-Experiment polarisiert man dann jedes 2. Elektron und kann somit herausfinden, durch welchen Spalt das Elektron "geflogen" ist. Der Hintergedanke ist wohl, dass man nur jedes 2. Elektron messen muss um zu wissen (bzw. anhand der statistischen Verteilung zu schätzen), durch welchen Spalt das jeweils nächste geflogen sein muss, ohne es zu messen und somit evtl. zu stören, was evtl. die Ursache für den Kollaps der Wellenfunktion sein könnte.

    Aber dabei passiert schon wieder etwas höchst Seltsames (oder eigentlich Erwartbares?): Bei den polarisierten Elektronen bricht die Wellenfunktion zusammen, selbst wenn man gar keine Messung durchführt! Alleine die Möglichkeit eine Messung durchführen zu können reicht offenbar aus, dass die Wellenfunktion kollabiert! Oder die Polarisation ist bereits eine Art Messung und führt dazu.

    Aber es kommt noch viel unglaublicher! In einer anderen Variante des DS-Experiments bleibt zunächst der zweite Spalt geschlossen und man schießt Elektronen ab. Erwartungsgemäß bildet sich hinten auf dem Schirm das stochastische Streumuster mit den Einschlägen der Elektronen, aber kein Interferenzmuster der Wellenfunktion. Und dann öffnet man den zweiten Spalt zu einem Zeitpunkt, zu dem das Elektron noch nicht hinten auf dem Schirm aufgeprallt ist, aber man nach den Gesetzen der klassischen Physik mit Sicherheit sagen kann, dass es aufgrund seiner Geschwindigkeit den ersten Spalt durchflogen haben muss.

    Und was passiert? Es bildet sich das Interferenzmuster! Es muss also logischerweise so sein, dass das Elektron doch noch nicht den ersten Spalt passiert hat, als man den zweiten geöffnet hat. Und wenn man das mit einer Messung verifizieren will, dann passiert natürlich wieder das, was man ja fast schon gewohnt ist: Das Interferenzmuster verschwindet! Es ist wie verhext!

    Das Elektron hat also anscheinend nicht nur eine Unschärfe/Unbestimmtheit/Superposition im Raum, sondern auch in der Zeit! Aber das sollte ja eigentlich nicht verwundern, weil man die Zeit ja auch als die vierte Raumdimension deuten kann, in der Relativitätstheorie Raum und Zeit als eine vierdimensionale Raumzeit betrachtet werden und mit der Lorentz-Transformation Raum- in Zeit-Koordinaten und umgekehrt transformiert werden können (wenn auch nur mathematisch, aber beschreibt die Mathematik nicht die phys. Wirklichkeit?). Aber es heißt ja, dass Quantenmechanik und Relativitätstheorie unvereinbar seien und nichts miteinander zu tun hätten und es einen neuen Einstein bräuchte, um sie irgendwie zusammenzubringen...

    Und zum Schluss noch ein paar hypothetische und philosophische Gedanken: Angenommen, die Wellenfunktion würde nicht bei der Messung kollabieren. Würde man dann nicht auch (und nicht erst recht) sagen, das ist ja höchst seltsam, denn wie kann ein Elektron, das nachweislich durch einen der beiden Spalte geflogen ist und somit eindeutig als (klassisches) Teilchen identifiziert ist, hinten am Schirm ein wellenartiges Interferenzmuster erzeugen? Die Seltsamkeiten und Widersprüche ohne Kollaps der Wellenfunktion wären doch noch viel größer als mit! Und genau deshalb bricht m. E. die Wellenfunktion bei der Messung zusammen.

    Ich denke, dass uns das ewige Rätseln an den (scheinbaren) Seltsamkeiten und Widersprüchen der Quantenmechanik nicht weiter bringt und in eine Sackgasse führt. Das haben ja schon Genies wie Richard Feynman und Roger Penrose sehr früh gesagt. Es soll sogar Quantenphysiker gegeben haben haben, die sich immer raffiniertere DS-Experimente ausgedacht und jahrelang (z. T. 10+) aufgebaut haben, um die Teilchen/Wellen "auszutricksen" und das große Rätsel zu lösen, und danach mit ihrem Latein genauso weit und klug waren als zuvor, und dann verrückt und berufsunfähig geworden sind (Goethes "Faust" lässt grüßen).

    Ich glaube auch nicht, dass Aussagen a la "das Elektron verhält sich manchmal als Welle und manchmal als Teilchen", "das Elektron ist in Wirklichkeit Teilchen und Welle zugleich", "das Elektron ist in Wirklichkeit weder Teilchen noch Welle sondern etwas ganz anderes", "das Elektron bzw. seine Eigenschaften existieren nicht solange es nicht gemessen/beobachtet wird und manifestieren (verwirklichen) sich erst bei der Messung/Beobachtung" usw. hilfreich sind.

    Ein Teilchen "verhält" sich nicht irgendwie manchmal so und manchmal anders, und schon gar nicht ändert es sein "Verhalten", wenn es von einem Menschen gemessen/beobachtet wird. Es hat klassische physikalische Eigenschaften wie Masse, Durchmesser und Ladung, und quantenphysikalische wie Spin, Ort und Impuls. Ein Mensch oder Tier kann sich manchmal so oder so verhalten, aber kein Teilchen. Wir interpretieren das nur so anhand von "Messungen", wobei wir aber noch gar nicht mal wissen, was eine "Messung" überhaupt ist und bewirkt.

    Was soll denn die "Wirklichkeit" überhaupt sein? Unser Begriff von Wirklichkeit ist doch nur das was wir sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen und eben "messen" können. Darüber hinaus haben wir doch keine Vorstellung von einer anderen, "realen" oder "absoluten" Wirklichkeit, die über das subjektive Empfinden oder Messung/Beobachtung hinausgeht und wissen noch nicht einmal, ob es so etwas überhaupt gibt. Wir sind quasi in unserer Subjektivität gefangen und können uns nicht einfach darüber stellen und von oben objektiv herab blicken. Hegel hat es so beschrieben: "Das Subjekt kann sich nicht selbst zum Objekt haben". Was für ein genialer Satz!

    Und dass bei Teilchen eine Messung oder Beobachtung dazu führen würde, dass sie ihr Verhalten ändern oder sich erst dann "real manifestieren" würden, das ist doch nur eine Illusion und eine Interpretation unsererseits. Weil wir eben die Natur nicht verstehen, und wohl auch niemals verstehen werden können.

    Das DS-Experiment und seine z. T. höchst raffinierten Abwandlungen sind doch nur wie Spiegelfechterei! Wir glauben, dass wir das Spiegelbild irgendwie austricksen können, aber die Gesetze der Physik (hier der Optik) lassen sich nicht austricksen, egal was wir uns einfallen lassen. Und das gleiche gilt für die Quantenmechanik.

    Zusammenfassend sind für mich die Ergebnisse der DS-Experimente einfach nur logisch und plausibel. Jedes andere, mit dem "gesunden Menschenverstand" erwartbare Ergebnisse wäre bei genauer Überlegung noch viel unplausibler, unlogischer, seltsamer und unglaublicher.













































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Das Doppelspaltexperiment

08.01.2024 um 13:32
Zitat von kommisarkommisar schrieb am 02.01.2024:Zusammenfassend sind für mich die Ergebnisse der DS-Experimente einfach nur logisch und plausibel. Jedes andere, mit dem "gesunden Menschenverstand" erwartbare Ergebnisse wäre bei genauer Überlegung noch viel unplausibler, unlogischer, seltsamer und unglaublicher.
Das sehen die Experimentatoren ja auch so.
Sie wollen auch die Teilchen nicht "austricksen", sondern sie testen alles aus, was geht, um die Grenzen für eine erweiterte Theorie abzustecken.


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Das Doppelspaltexperiment

11.01.2024 um 15:00
Moin!
Zitat von kommisarkommisar schrieb am 02.01.2024:weil man die Zeit ja auch als die vierte Raumdimension deuten kann, in der Relativitätstheorie Raum und Zeit als eine vierdimensionale Raumzeit betrachtet werden und mit der Lorentz-Transformation Raum- in Zeit-Koordinaten und umgekehrt transformiert werden können
Äh, nein. Raum und Zeit haben - wie man so schön sagt - verschiedene Vorzeichen. Du kannst nicht durch Drehung eine Raumdimension zur Zeit machen oder umgekehrt.
Zitat von kommisarkommisar schrieb am 02.01.2024:Aber es heißt ja, dass Quantenmechanik und Relativitätstheorie unvereinbar seien und nichts miteinander zu tun hätten und es einen neuen Einstein bräuchte, um sie irgendwie zusammenzubringen...
Caveat:
Quantenmechanik (QM) und spezielle Reltativitästheorie (SRT) funktionieren hervorragend zusammen.

Was nicht zusammen funktioniert ist QM und allgemeine Reltivitätstheorie (ART).
Wir können ein Doppelspaltexperiment machen, aber wir können nicht sagen, was jetzt wo (Wellenfunktion? Teilchen) Gravitation erzeugt.
Zitat von kommisarkommisar schrieb am 02.01.2024:Und dass bei Teilchen eine Messung oder Beobachtung dazu führen würde, dass sie ihr Verhalten ändern oder sich erst dann "real manifestieren" würden, das ist doch nur eine Illusion und eine Interpretation unsererseits. Weil wir eben die Natur nicht verstehen, und wohl auch niemals verstehen werden können.
Definiere 'Natur verstehen'.
Haben wir Magnetismus verstanden? Schwerkraft?
Nein, wir haben Modelle, die beschreiben. Aber wir wissen naicht, was Gravitation ist.
Die Speisekarte ist nicht das Menü, aber ich habe da auch kein Problem damit.
Zitat von kommisarkommisar schrieb am 02.01.2024:Und dass bei Teilchen eine Messung oder Beobachtung dazu führen würde, dass sie ihr Verhalten ändern oder sich erst dann "real manifestieren" würden, das ist doch nur eine Illusion und eine Interpretation unsererseits
Nun ja, so verhalten sie sich nun mal. :-)

Und für den Spaß zwischendruch:

Youtube: Bell's Theorem: The Quantum Venn Diagram Paradox
Bell's Theorem: The Quantum Venn Diagram Paradox
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Grüße
Omega Minus


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