@koreMit dieser ganzen Arier-Theorie der Nazis habe ich mich nur oberflächlich beschäftigt und erst durch diesen Thread versucht, dass mir zur Verfügung stehende Wissen darüber zusammenzutragen. Im Grunde genommen aber Zeitverschwendung, weil man recht schnell merkt, dass diese Theorie nur darauf abzielt eine Fantasievorstellung von einem arischen-Urvolk als Grundlage für einen germanischen "Herrenmenschen" aufzubauen, der die Welt in ein "neues" Zeitalter führen soll, den Weg dahin mit möglichst viel Blut und Eisen gepflastert. Also sorry, wenn ich dich mit meinen Gedanken verwirre. Sie sind beileibe nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich versuche nur für mich erkennbare Zusammenhänge zu entdecken.
jafrael schrieb: ... Das ganze Rassengedöns ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts ...
Genauso sehe ich das auch. Hitler hat diese Ariermanie nicht erfunden, sondern aus verschiedenen Quellen übernommen und seinen eigenen Zielen gemäß zu einem arisch-germanischen Gesamtkonstrukt weitergesponnen bzw. weiterspinnen lassen. Maßgebend dafür war wohl seine Zeit in Wien, wo er vor dem WK I einige Jahre verbrachte und von Anfang an mit dem dortigen Antisemitismus konfrontiert wurde. Anfangs durchaus an der jüdischen Kultur interessiert, wandte er sich dann der Gegenseite zu, warum ist für mich nicht so ganz nachzuvollziehen, vielleicht gaben hier auch persönliche Enttäuschungen und die eigene Lebenssituation den Ausschlag, keine Ahnung.
Interessant ist für mich hierbei, dass u.a. das Buch des Engländers Houston Stewart Chamberlain "Die Grundlagen des 19 Jahrhunderts" wohl einen großen Einfluss auf ihn ausübte. Chamberlain (Mann der Wagner-Tochter Eva) hatte auch schon 1905 ein Schrift mit dem Titel "Arische Weltanschauung" verfasst (Womit wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen wären, die Engländer und ihre Sicht der "deutschen" Geschichte)
:) .
Im übrigen war auch Hitler bekennender Wagner-Fan. Was heutzutage Heavy-Metall und Gangsta-Rap für einen Teil der Jugend darstellt, war besonders nach dem verlorenen WK I Wagner-Musik und die daraus resultierende Weltsicht. Hitler schloss auch ziemlich schnell Bekanntschaft mit Winifred Wagner, der Frau des Wagnersohnes Siegfried (nebenbeibemerkt eine Engländerin, da haben wir es wieder
:) ) und wurde ein gern gesehener Gast der Familie. Ich denke mal von Wagners Opern übernahm er die germanischen Mythologie in seine Arier-Theorie und sah sich dabei wohl selbst in der Rolle des Siegfried. Er hat ja dann auch mehr oder weniger erfolgreich versucht die "Götterdämmerung" für Deutschland in die Tat umzusetzen.
Von der Theorie, das die Germanen in ihrer Völkerwanderung bis nach Indien gekommen sein sollen habe ich nur irgendwann mal irgendwo etwas gelesen, kann da allerdings auf keine Quellen mehr verweisen, halte es auch für völligen Quatsch, also am besten nicht weiter darüber nachdenken.
Gruß greenkeeper