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Es gibt keinen 100%tigen freien Willen

2 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Freier Wille ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Es gibt keinen 100%tigen freien Willen

27.04.2017 um 21:40
Hallo zusammen. Nach einiger Zeit kommen mir immer ein paar Gedankengänge, die ich mit euch teilen möchte bzw. mit euch diskutieren möchte.

Allgemein lässt sich sagen, dass es keine einheitliche philosophische Definition über den freien Willen des Menschen gibt. (Laut Wikipedia)

Nun zu meiner Überlegung: 

Wir haben zwar einen freien Willen, aber nicht zu 100%. Fast alle ausgeführten Handlungen im Alltag sind unbewusste Entscheidungen, also nicht bewusst, sondern unbewusst. Somit findet in den meisten fällen keine bewusste Entscheidung in dem Tuen statt, also keine absoluten freien Willen. 

Jetzt wird's verrückter. Wir haben schon deshalb keinen absoluten freien Willen, weil wir nicht gefragt werden können, ob wir die Geburt antreten möchten. Du wirst einfach in einer Welt hineingeboren, ohne deine Zustimmung, in Verhältnisse, die nicht immer schön sind. Deine angebliche Seele die irgendwo im Universum herumschwirrt, wird vorher nicht gefragt, als was man gebärt sein möchte, in welcher Zeit und wo. Du wirst einfach geboren und kannst nichts daran ändern, außer es dankend anzunehmen. Ich bin jeden Tag für mein Leben dankbar. 

Was meint ihr dazu?

/edit: Jetzt habe ich die Sufu nicht benutzt. Dazu gibt es aber zu 100% einen Thread, sorry. Verschiebt mein Beitrag dementsprechend. -.-


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Es gibt keinen 100%tigen freien Willen

28.04.2017 um 07:37
Einen Willen, der 100 Prozent frei und von nichts abhängig ist, ist ein metaphysisches Konstrukt, was so nicht existieren kann. Man könnte schon sagen, dass dies in einen unendlichen Prozess führen würde, denn ein reiner Wille setzt voraus, dass dieser Wille, soll er denn absolut frei sein, auch eine bewusste Entscheidung sein muss. Damit ich eine solche Entscheidung treffen kann,  muss diese aber erst einmal gewollt sein.

Wie sich unser Willen entwickelt hängt im Wesentlichen von unserer biologischen Struktur ab. Unser Organismus hat einen Antriebsüberschuss, der sich weiter differenziert in die Triebe. Die Triebe lernen nach und nach ihre Triebziele kennen, so dass Bedürfnisse entstehen. 
Um ein Beispiel zu nennen: Hat ein Säugling Hunger, so wird er zunächst unruhig und versucht diese innere Spannung, die schon als unangenehm empfunden wird, zu lösen, indem er sich streckt, in den Decken wühlt usw. Löst sich schließlich diese Spannung mit dem Saugen an der Brust, so lernt er sein Triebziel zu erschließen. Tritt in Zukunft diese Form von Unruhe auf, so wird er sich direkt auf der Suche nach der Brust begeben. 

Lust- und Unlustempfindungen, die streng mit unserer biologischen Struktur gekoppelt sind, legen fest, was wir wohlen. Im Laufe der Zeit treten komplexere Gefühle bis hin zum Selbstbewusstsein auf, die jeweils auch unseren Willensvorgang beeinflussen. 

Diese Lust- und Unlustempfindungen gehen selbstverständlich auch in unser Gedächtnis ein. Befinden wir uns nun in einem Entscheidungsprozess, so sind wir in der Lage, die Konsequenzen unserer Handlungen, welche in der Zukunft liegen, vorauszuspüren. Dieses Vorausspüren ist ein wesentlicher Teil unseres Entscheidungsprozesses. Ist dieser Prozess gestört und ein Vorausspüren nicht mehr möglich, so wird es fast unmöglich überhaupt Entscheidungen zu treffen, wie man es gut bei Patienten beobachten kann, welche eine Schädigung im Bereich des Frontallappens aufweisen. Diese können zwar noch denken, aber ohne zu spüren, wie es sich anfühlen würde, wenn die Idee in die Tat umgesetzt wird, verästeln sie sich immer weiter in Details ohne zu einer Entscheidung zu finden. 

Auch wenn wir dank unseres Selbstbewusstseins von den Lust- und Unlustempfindungen absehen können und sogar die Freiheit haben, uns gegen unseren Willen zu entscheiden, so ist doch das was wir wollen sehr stark in unserer biologischen Struktur verankert. 
Desweiteren ist unser Willen natürlich auch durch Lernprozesse und Erfahrungen sehr stark formbar, die aber wiederum auch an die biologischen Prozesse der Lust- und Unlustempfindungen gekoppelt sind. 


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