Der Zauberwald
09.09.2014 um 11:19
Irgendwann kommt keine Katze mehr, kein Adler und kein sonstiges Raubgetier. Niemals wird der Wolf beim Lamm liegen.
Die Katze, im Wald der Luchs, ist als geflügelte Ausführung der Greiff, der Adler, der den Schlüssel in seinen Krallen greift. Und wir kennen ja den Adlerhorst hier im Hexental.
Also lassen wir den Luchs und den Adler, den Weißkopfadler hinter uns und begeben uns aus dem Wald und von den Felsen in die Ebene.
Wir sinnieren über die Weisheit, was es noch für weiße Tiere geben könnte, da fällt uns der Storch ein, der nach der Sage die Kinder bringt.
Wir finden den Adler nämlich nicht so toll.
Und wir suchen ein Bild bei Google, das zeigt, wie ein Storch sein Hauptfutter Frösche verspeist, und wir finden keines, denn sie schmecken ihm augenscheinlich nicht, Kröten aber umso mehr. Aber Fische frisst er doch, dieser Fuchs der Lüfte?
=>Ist auch nicht so sicher, nur wenn er muss. Sonst bevorzugt er Würmer, Schnecken, Eidechsen und Blindschleichen. Komischerweise macht er sich wohl überhaupt nichts aus veganer Ernährung, wie der Kranich, er würde an einer Bar mit Vogelfutter wohl glatt vorbeilaufen. =>Wikipedia
Wir laufen über den 18-Loch-Golfplatz, fragen uns, was die Leute machen, die hier die Bälle einputten?
War 18 nicht 6+6+6 und wenn man es gespiegelt sieht, also wenn man es als Zuschauer sieht, ist es dann nicht 9+9+9, weil vor dem Vorhang der Theaterbühne ist, alles was von hinten links ist, rechts und umgekehrt, gespiegelt halt.
Was machen diese Golfspieler den ganzen lieben Tag gegen die 999 anspielen, so etwa wie die Squashspieler in Nürnberg am Reichsparteitagsgelände, die den ganzen lieben Tag den Ball gegen die hintere Wand dreschen, gleichsam um die Geister der Vergangenheit loszuwerden, gespiegelt allerdings diesem alten Geist Faschismus zu huldigen.
Wir laufen weiter in Richtung Freiburg, also nach Westen, aber eigentlich nach Osten, weil ja alles gespiegelt ist und wir laufen "naturellement" auf die Cheruben zu, die zwei die den Garten des Tales bewachen.
Da wir multitaskingfähig sind, denken wir wieder an die Vergewaltigung der Lindenmatte vom Blog, aber diese Projektionen verschwinden im Zweifelsfall schnell wieder, so schnell sie gekommen sind und natürlich geht unser Geist zu unserem Lieblingsplatz am Fischbach.
Da aber immer alles gespiegelt ist, wissen wir auch, dass die Grünen dafür kämpfen, alles Grün aus Freiburg herauszubekommen; die Renaturierung der Dreisam ist kein städtisches Projekt, kommt aber der heimischen Bauwirtschaft zu Gute (Spiegelung), wobei die Steine für den neuen Bibliotheksplatz wahrscheinlich aus Kinderarbeit aus Indien kommen werden.
Wir machen uns über die Verdrehungen der letzten Wochen Gedanken, dass es Karten über die Häufigkeit von Namensverteilungen in D gibt, die sich glatt widersprechen, dass man noch vor einiger Zeit einen Beitrag geschrieben hat, wonach der Bevölkerungsanteil der Russen in der Ukraine auf ein Viertel zunimmt und man schaut wieder nach und diesmal ist es anders, die Russen werden weniger.
Ja, man fragt sich warum auf einmal viel mehr als 1000 U-Boote von den Deutschen im zweiten Weltkrieg gebaut worden sein sollen, wo es doch nur dreistellige Nummern zu sehen gibt, warum man keine Antwort auf E-Mail Anfragen erhält, warum Fachleute nichts über gigantische Solarkraftwerke wissen, die im Mooswald entstehen, warum die Baggerseen bei Rimsingen insgesamt plötzlich doppelt so groß sind wie der Titisee.
Man erkennt immer das gleiche Muster: ein Schritt zurück, zwei Schritte vor und wieder einen Schritt zurück. Man macht sich Gedanken warum die Stromlücke immer größer wird, desto mehr Sonnenstrom und Kohlenstrom neu ans Netz gehen, warum tote Fledermäuse Windkraftwerke nicht aufhalten können, warum selbst der Auerhahn nichts mehr zählt im Kampf gegen die Mühlen und warum diese Ungetüme von bis zu 220m Höhe auf die höchsten Gipfel müssen, wo früher der Grundsatz galt, die Hanglagen seien am Interessantesten.
Es würde mich nicht wundern, wenn bald eine Idee kommen würde, das Stadion am Fischbach zu bauen =>beschleunigtes Verfahren. Dann kommen einem noch die vielen Häuser dort in den Sinn, die man noch gar nicht so wahr genommen hatte.
Freiburg könnte einen Golfplatz zurückverwandlen in einen neun oder zwölf Lochplatz und auf dem gewonnenen Gebiet das neue Schwarzwaldstadion errichten bzw. eingraben. In Ost-West Richtung, dass es den Höllentäler nicht so sehr stört.
Die Autos könnten von zwei Seiten zugeleitet werden und auf abwechselnd gemähten Wiesen stehen. In Kappel könnte eine Bahnstation eingerichtet werden.
Aber besser ist alles bleibt so, etwa 100 Audi, Mercedes und Porsche sind da unter der Woche geparkt und machen die Straße nicht unsicher. Die neue Armut eben, Spieglein, Spieglein.
Gedankenverloren läuft man weiter Richtung der zwei Cheruben. Wir haben ja schon gelernt, dass Cheruben Störche sind, die das Weiß tragen, um möglichst wenig Wärme abzustrahlen und weil es so sophisticated ist und sie sind die einzigen, denen es zusteht.
Wir wollen ihre Heimat besuchen. Und schon stehen wir am Schwabentor und was erblickt unser erfreutes Auge: Das Gasthaus zum Storch, hier im Osten des Dreisamtals noch vor dem Flammenschwert.
Und wir schauen nach rechts oben, wo sich das Greiffenegg befindet, also nochmal eine Bestätigung, dass dies wirklich die Heimat des Storchenpaares ist, war oder sein wird.
Dann nehmen wir die nächste Straßenbahn. Unterwegs in der Straßenbahn hören wir wie immer, wie viele Leute fast alles geil finden oder Scheiße. Undwir wundern uns nicht darüber. Nur Schade, dass so wenige Menschen das Dreisamtal so schätzen, dass sie da gerne Camping machen würden und stattdessen nach Malle fliegen oder nach Bali und nicht seine den Enthusiasmus teilen.
Und dann natürlich der Ort Himmelreich ganz im Westen des Tales, das Refugium von Gott oder Allah, der dann das dahinter im Westen liegende Höllental und die grüne Hölle des schwarzen Waldes, der auf einmal so beliebt ist, wie noch nie, Spieglein, Spieglein, bewacht und bewachen wird.
=>Noch ist aber Business as usual.
Dies war ein Ausflug vom Wald zur Stadt und wieder zurück. Denn nur in einer Spiegelwelt gilt:
Stadtluft macht frei, in Wirklichkeit gilt:
Städte sind wie Gefängnisse und es erfreut alle Satansjünger, wenn sie aus unserem Munde hören:
Stadtluft macht frei. Quo vadis? Zum Status Quo!