paxito schrieb:Nur weil wir uns darauf einigen können, wird es immer noch nicht objektiv wahr. Wir können es genauso gut wieder verwerfen. Oder vergessen.
Ab dem Zeitpunkt, ab dem wir uns auf grundlegende eigenschaften der Realität einigen, würden bestimmte Implikationen wahr werden, zumindest, bis wir diese Verwerfen. Sobald wir das machen, kann man von einer Objektivität innerhalb dieser Prämissen sprechen.
Das ist in der Mathematik ja nicht anders. Da gibt es bestimmte Grundannahmen, die dazu führen, dass 1+1=2 objektiv wahr ist. Würde wie diese Annahmen nicht tätigen, wäre dem nicht so, aber wenn wir das tun schon.
paxito schrieb:Nochmal: du brauchst um Schlüsse zu ziehen keine Überzeugung, dass da irgendwas objektiv wahr wäre. Das ist dafür einfach nicht notwendig. Kannste machen, kannste lassen.
Wie ziehe ich denn eine Schlussfolgerung ohne Prämissen? Das geht ja überhaupt nicht. Logik zumindest ist immer davon abhängig, dass bestimmte Dinge als wahr angenommen werden.
paxito schrieb:Jep, wir schreiben uns gerade. Wozu du da das "wirklich" brauchst ist deine Sache. Können wir uns auch "unwirklich" schreiben?
Es könnte ja auch ein Traum sein. Damit hat Descartes argumentiert, dass es keine Möglichkeit gibt, Traum und Wirklichkeit verlässlich zu unterscheiden. Darum das "wirklich".
paxito schrieb:Weil ich es will. Von daher eher Zweiteres.
Verstehe. Ich persönlich finde, es macht insofern Sinn, von Objektivität zu sprechen, weil die meisten Menschen in meiner erlebten Realität (und vermutlich auch in deiner) schon grundsätzlich davon ausgehen, dass unsere Sinnesorgane und Messungen eine gewisse Verlässlichkeit haben. Für die meisten Menschen kann als grundsätzlich eine geteilte objektive Realität hergestellt werden mittels logischer schlussfolgerungen aus beobachtungen.
Und da das in meiner beobachteten Realität so ist, ist es schlicht praktisch, diesen Gedanken weiter zu verfolgen und ihn dazu zu Nutzen, mehr über meine erlebte Realität zu erfahren.
Denn es ist ja schon so, dass Dinge, die ich nicht für wahr hielt, doch wahr waren auf Grund von Gründen, die in dieser wissenschaftlichen Sichtweise als objektiv gelten können.
Auf der anderen Seite stimmt es natürlich, dass der weit größere Teil unseres Lebens davon bestimmt wird, was wir für wahr halten obwohl es objektiv nicht stimmt oder wenigstens nicht beweisbar ist (z.b. annahmen über den zwischenmenschlichen bereich, eigene narrative und lebensgründe, Sinnsuche usw.)
Das, was wissenschaftlich richtig sein mag aber entgegen der rein sensorischen, erlebten realität läuft, als gegen das, was wir glauben, spielt im Leben eines Menschen nur eine sehr untergeordnete Rolle.